Meroë
Der archäologische Fundkomplex von Meroë liegt in der Butana am Oberlauf des Nil zwischen dem 5. und dem 6. Katarakt. Hier sind auch einige Könige des kuschitischen Reiches bestattet. Das Zentrum dieses Reiches lag vor der meroitischen Epoche zwischen dem 3. und dem 4. Katarakt in der Nähe des Jebel Barkal, an dessen Fuß sich noch heute die Ruinen eines großen Amun-Tempels befinden. Dort wird auch die Hauptstadt Napata vermutet. Einzigartig in der Geschichte ist die Tatsache, dass es den kuschitischen Herrschern gelang, Ägypten zu erobern und als 25. Dynastie zu regieren. Seit der Frühzeit war nämlich stets das Pharaonenreich der Ausgangspunkt für Eroberungen entlang des Nils.
In der Mitte des 3. Jh. v. Chr. begann die meroitische Epoche des Reiches von Kusch. Seine Könige sind durch die Assyrer wieder aus Ägypten vertrieben worden und verlegten ihre Bestattungsplätze weiter nach Süden, nach Meroë. Für die nächsten Jahrhunderte bildete diese Stadt die Drehscheibe für den Handel der Mittelmeeranrainer mit Zentralafrika. So gelangten Gold, Elfenbein und afrikanische Kriegselefanten nach Ägypten und in den Vorderen Orient.
Bis heute als herausragendes Landschaftsmerkmal erhalten geblieben sind die pyramidenförmigen Graboberbauten, die die Könige von Meroë für sich bauen ließen. Auf dem königlichen Nordfriedhof stehen diese in einer langen Reihe nebeneinander und liefern so wichtige Hinweise auf die Reihenfolge ihrer Bauherren.
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