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Associate Fellow
Professor Gadi Algazi
Tel Aviv University
Arbeit, Haushalt und Lebensführung: Die Forma vitae der Humanisten im deutschsprachigen Raum, 1450-1630.
ist Professor für mittelalterliche Geschichte am Department of History an der Universität Tel Aviv, senior editor der Zeitschrift History & Memory und Mitglied des Herausgeberkollektivs der Zeitschriften Past & Present und Historische Anthropologie. Er studierte in Tel Aviv und Göttingen, war Mitarbeiter am Max Planck Institut für Geschichte, Göttingen, visiting fellow am Max Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte und fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Sein Forschungsinteresse gilt besonders der Sozial- und Kulturgeschichte des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit, der historischen Anthroplogie, der Kolonialgeschichte und der Geschichte, Theorie und Methodologie der Sozialwissenschaften.
Am Kolleg arbeitet Gadi Algazi an seinem Buch zur Entstehung der Gelehrtenfamilie und des Gelehrtenhabitus zwischen 1450 und 1630. Hier wird versucht, der Entstehung einer partikulären Lebensweise nachzugehen – ein Prozeß, der im Falle der Gelehrten vor allem des deutsch-sprachigen Raums im 16. Jahrhundert besonders gut dokumentiert ist. Arbeits- und Familienformen, Einkommensstrukturen und Alltagsroutinen werden dabei neu figuriert. Methodisch steht das Projekt an der Schnittstelle von Wissenschafts- und Geschlechtergeschichte, der historischen Familienforschung und der Anthropologie frühmoderner Lebensweisen.
Literatur
Gadi Algazi, Valentin Groebner & Bernhard Jussen (Hg.). Negotiating the Gift: Pre-Modern Figurations of Exchange. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2003.
"Habitus, familia und forma vitae: Die Lebensweisen mittelalterlicher Gelehrten in muslimischen, jüdischen und christlichen Gemeinden – vergleichend betrachtet". In: Frank Rexroth (Hg.). Beiträge zur Kulturgeschichte der Gelehrten im späten Mittelalter. Osftildern: Thorbecke 2010. (Vorträge und Forschungen, 73).
"Norbert Elias’s Motion Pictures: History, Cinema and Gestures in the Process of Civilization". In: Studies in History and Philosophy of Science 39 (2008), 444–458.
"Scholars in Households: Refiguring the Learned Habitus, 1480-1550". In: Science in Context 16 (2003), 9–42.

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Associate Fellow
Professor Josef Ehmer
Universität Wien
Late to Work, Early to Retirement. The Long-Term Trends of Declining Labour Force Participation by Young and Elderly People. A Comparative Review.
lehrt Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Wien. Zuvor war er Professor für Allgemeine Neuere Geschichte an der Universität Salzburg. Gastprofessuren führten ihn u.a. an die FU Berlin, an das European University Institute in Florenz und an die University of Cambridge. Seine Forschungen umfassen ein breites Spektrum der europäischen Sozialgeschichte von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, darunter Arbeit und Arbeiter, Familie und Alter, Historische Demografie und Migrationen.
Am Kolleg versucht Josef Ehmer, zwei lange historische Trends zusammen zu denken: den immer späteren Einstieg in die Erwerbstätigkeit durch jüngere Menschen, und das immer frühere Ausscheiden aus der Arbeitswelt durch Ältere. Beide Trends sind international gut dokumentiert, aber noch nicht ausreichend erklärt, und sie wurden bisher nicht in einer vergleichenden Perspektive betrachtet. Josef Ehmer interessiert sich dabei besonders für die Wechselwirkung zwischen drei sich im 19. und 20. Jahrhundert kontinuierlich wandelnden Faktoren: den Strukturen der Arbeitsmärkte; den Präferenzen der Akteure für Arbeit und Freizeit; und den Alternativen zur Erwerbstätigkeit durch Bildungssysteme für Jüngere, Pensionssysteme für Ältere, und Familien- und Hausarbeit für Frauen.
Literatur
Josef Ehmer/Toni Pierenkemper, Hg., Arbeit im Lebenszyklus / Work in the Life-Cycle (= Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte/Economic History Yearbook 2008-1), Berlin: Akademie Verlag 2008.
Josef Ehmer/Otfried Höffe, Hg., Bilder des Alters im Wandel. Historische, interkulturelle, theoretische und aktuelle Perspektiven, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft: Stuttgart 2009 (Nova Acta Leopoldina, NF 99, Nr. 363)
Josef Ehmer/Catharina Lis, Hg., The Idea of Work in Europe from Antiquity to Early Modern Times, Aldershot: Ashgate 2009.

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Gast des Direktors 2010/2011
Professor Baz Lecocq
Universität Gent
The "Awad el Djouh Affair". Slave Trade to Saudi Arabia, Human Rights, and the ILO (1948-1962).
ist Afrikahistoriker, der mit einem Doktortitel in Sozialwissenschaften (2002) der Universität Amsterdam ausgezeichnet wurde. Zwischen 2003 und 2007 hat er als Forschungsstipendiat am Zentrum Moderner Orient in Berlin über Zeitgenössische Geschichte der (arbeitsbedingten) Migration und Urbanisierung der Tuareg-Völker in der Mittelsahara (Libyen, Mali, Niger) geforscht. Seit 2007 hält er Vorlesungen in Afrikanischer Geschichte an der Universität Gent. Sein vollständiger Lebenslauf ist auf der Homepage der CCC (Communities, Comparisons, Connections) Forschungsgruppe der Gent-Universität zu finden.
Baz Lecocq wird sich mit Sklavenhandel aus dem französischen Westafrika zur arabischen Halbinsel gegen Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts befassen. In den 50-er Jahren hatte das Fortbestehen dieses Sklavenhandels die Aufmerksamkeit der weltweiten Medien auf sich gezogen. Dies wiederum beeinflusste die Debatten über Sklaverei, Sklavenhandel und Menschenrechte innerhalb der Communauté Française, der Internationalen Arbeitsorganisation und der Arbeitskommission, die mit dem Entwurf der Universellen Erklärung der Menschenrechte beauftragt wurde. Das Projekt verwendet die mediatisierten Mikrogeschichten über den Sklavenhandel als ein Vehikel zur Analyse des diskursiven Aufbaus der postkolonialen Welt in den Regionen Nordatlantik, Afrika und Mittlerer Osten. Die diskursive Geschichte entwickelt sich im Rahmen der den Kalten Krieg betreffenden „Fragen“, die ihr ihre Form verliehen haben: Arbeitsthemen, Entkolonisierungen in Afrika und die sich verändernde Geopolitik zwischen dem Nordatlantischen Raum und dem Mittlerer Osten. Methodologisch greift das Projekt die Arten auf, wie „Microstoria“, die Untersuchung der diskursiven Praxis, und „klassische“ Politikgeschichte kombiniert werden können, um historische Akteure über Maßnahmen, Politiken, Rechtssysteme und Kontinente hinweg zu einer einzigen globalen und translokalen Geschichte zu verflechten.

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Gast des Direktors 2009/2010
Professor Hagen Schulz-Forberg
Universität Aarhus
Conceptual History and Global Translations: The Euro-Asian Semantics of the Social and the Economic.
ist Historiker und promovierte am European University Institute in Florenz .Seit 2007 lehrt er internationale Geschichte an der Universität Aarhus. Ein vollständiger Lebenslauf findet sich auf den Seiten der Universität Aarhus.
Hagen Schulz-Forberg ist an einem größeren Projekt zur Globalgeschichte der Arbeit beteiligt: Conceptual History and Global Translations: The Euro-Asian Semantics of the Social and the Economic. Ziel dieses gemeinsam mit Bo Strath, Renvall Institute, Universität Helsinki, entwickelten Forschungsfeldes ist es, die Konzeption und Imagination des Sozialen und der Ökonomie in verschiedenen europäischen und asiatischen Sprachen zu untersuchen. Beide Begriffe sind semantisch in der westlichen Welt anzusiedeln, so dass ihr Gebrauch in einer globalen Welt ohne westliches Zentrum äußerst problematisch ist. Ziel des Projekts ist es, eine transnationale epistemologische Basis zu schaffen, die sowohl europäische als auch asiatische Vorstellungen und Konzeptionen beider Begriffe gleichberechtigt umfasst. Im Mittelpunkt steht die Frage, in welchem Maß die Dominanz westlich geprägter Begriffe und Konzepte zugunsten einer globalen Kommunikation über Kulturen und Zivilisationen hinweg überwunden werden kann. Es geht hierbei nicht darum, asiatische und europäische Perspektiven gegeneinander auszuspielen, sondern vielmehr darum, beide Blickwinkel in historischen Prozessen miteinander zu verknüpfen.
Literatur
(2010), with Bo Strath, The Political History of European Integration: The Hypocrisy of Democracy-through-market, Basingstoke: Routledge.
(forthcoming 2011) (ed.), Zero Hours. Conceptual Insecurities and Ideas of New Beginnings in the Interwar Period from a Global Perspective, Brussels et al.: P.I.E. - Peter Lang.
(forthcoming 2012), with Morakot Jewachinda-Meyer (eds.), Appropriating the Social and the Economic: Asian Translations, Conceptualizations and Mobilizations of European Key Concepts from the 1860s to the 1940s.
(2011), 'Before Integration: Human Rights and Post-War Europe', in Menno Spiering and Michael Wintle (eds.), European Identity and the Second World War, London: Palgrave, 37-54.
(forthcoming 2011), 'Which Way to the Good Society? The Liberal Crisis and the Birth of Neoliberalism after the First World War', in Hagen Schulz-Forberg (ed.), Zero Hours. Conceptual Insecurities and Ideas of New Beginnings in the Interwar Period from a Global Perspective, Brussels et al.: P.I.E. - Peter Lang.
(forthcoming 2012), 'Global Conceptual History - Theory and Practice of a New Research Field', in Hagen Schulz-Forberg and Morakot Jewachinda-Meyer (eds.), Appropriating the Social and the Economic: Asian Translations, Conceptualizations and Mobilizations of European Key Concepts from the 1860s to the 1940s.
(forthcoming 2012), 'Sovereignty', in Global Studies Encyclopedia, London: Sage.
(forthcoming 2012), 'Welfare State', in Global Studies Encyclopedia, London: Sage.
(forthcoming 2012), 'World Federalist Movement', in Global Studies Encyclopedia, London: Sage.







