1) Die Drohnen entstehen aus unbefruchteten Eiern, sind also in ihren
Keimbahnzellen haploid. Drohnen stammen demnach nur aus der Mutter.
Sie sind in ihrer Gesamtheit mit ihrer Mutter genetisch identisch.
Drohnen kann man demnach genetisch als "fliegendes Sperma" ihrer Mutter
bezeichnen.
2) Die Königin paart sich unkontrolliert in der Luft mit mehreren
Drohnen, so dass in einem Bienenvolk mehrere Halbgeschwistergruppen
von Arbeitsbienen vorhanden sind. Nachkommen einer Königin und verschiedener
Drohnen haben nur 25% der Erbanlagen gemeinsam. Geschwister, die vom
selben Drohn abstammen haben durchschnittlich 75% ihrer Erbanlagen
gemeinsam.
3) Weibliche Individuen (Arbeitsbienen oder Königinnen) entstehen,
wenn am Geschlechtschromosom die Allele des Geschlechtsgens unterschiedlich
(heterozygot) sind. Es sind etwa 20 verschiedene Geschlechtsallele
bekannt.
4) Bei identischen (homozygoten) Sexallelen (verstärkt bei Inzucht)
entstehen diploide Drohnenlarven. Diese werden im Alter von wenigen
Stunden nach dem Schlupf aus dem Ei von den Pflegebienen erkannt und
beseitigt. Es entstehen Brutlücken. Bei Inzucht entstehen Brutausfälle.
Hierdurch ist die Honigbiene extrem inzuchtgefährdet.
5) Die Eigenschaften eines Bienenvolkes werden von zwei
Generationen, der Königin und ihren Töchtern, den Arbeitsbienen, beeinflusst.
Untersuchungen belegten für die Honigleistung und das Verhalten eine
negative Beziehung zwischen den Erbanlagen für Arbeiterinnen- und Königinneneigenschaften
dieser Merkmale.
Diese Besonderheiten machen die Selektion bei der Honigbiene besonders
kompliziert. Zuchtstrategien, genetische Modelle können von anderen
Tierarten nicht oder nur starkt modifiziert angewendet werden.
Andererseits erlauben diese Besonderheiten auch Ansätze, die bei andren
Tierarten nicht realisierbar sind, wie z. B.: