Geschichte des Länderinstituts für Bienenkunde Hohen
Neuendorf e.V.
Ansicht des Institutsgebäudes um die Jahrhundertwende
1923 wurde an der damaligen Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin-Dahlem
ein Institut für Bienenkunde unter Leitung von Prof. Dr. Armbruster
(1886-1973) gegründet.
Nach der Teilung Deutschlands und Berlins wurde das auf Westberliner
Territorium gelegene, inzwischen von Prof. Dr. Elisabeth Schulz-Langner
geleitete Institut von der Humboldt-Universität zu Berlin (Ost) abgetrennt
und der Technischen Universität Berlin (West) zugeordnet.
1952 baute die Humboldt-Universität als Ersatz in Hohen Neuendorf
bei Berlin die von Prof. Dr. Grete Meyerhoff geleitete Abteilung Bienenkunde
und Seidenbau des Instituts für Geflügel- und Kleintierzucht (Direktor:
Prof. Dr. Jan Gerriets) auf. Bienenforschung und Bienenhaltung sind
mit diesem Standort seitdem fest verbunden.
1970 wurde am Hohen Neuendorfer Standort die Forschungsstelle für
Bienenwirtschaft gegründet. Nach Auflösung der Lehr- und Forschungsanstalt
für Bienenzucht in Tälermühle (Thüringen) wurden Teile dieses Instituts
(Planstellen, Inventar) nach Hohen Neuendorf verlagert und mit Teilen
der Abt. Bienenkunde (Personal, Gebäude) vereinigt, während die übrige
Universitätsabteilung bis zur Emeritierung Frau Prof. Meyerhoffs (1973)
abgewickelt wurde. Direktor der Forschungsstelle wurde Dipl.-Landwirt
Herbert Westphal. Das neue Institut war bis 1973 der VVB Tierzucht,
ab 1974 der VVB Saat- und Pflanzgut der DDR unterstellt. Es verfügte
über eine Imkerei mit ca. 500 Bienenvölkern und eine Wachsfabrik.
1990 mit der Wiedervereinigung Deutschlands wurde die Forschungsstelle
dem Agrarministerium des Landes Brandenburg (Institutsstandort) unterstellt.
Als außeruniversitäre Einrichtung war gemäß Einigungsvertrag auf Grund
einer Überprüfung durch den Wissenschaftsrat und der daraus resultierenden
Empfehlung zu entscheiden, ob und in welcher Form Existenzberechtigung
für eine Nachfolgeeinrichtung bestehen würde. Als geschäftsführender
Leiter der bis Ende 1991 abzuwickelnden Institution wurde Prof. Dr.
Pritsch eingesetzt.
1991 fand die Evaluierung des Instituts mit positivem Ergebnis statt.
Danach war als Mehrländeranstalt für die neuen Bundesländer ein Institut
zu gründen, das die vom Wissenschaftsrat bestätigten Schwerpunktthemen
zum Inhalt seiner künftigen Tätigkeit machen sollte: Züchtung gegen
Varroatose, Honigforschung, Untersuchungen zur Bedeutung der Bienen
als Umweltfaktor, Hochschullehre und imkerliche Beratung. Die Anzahl
der bisher bis zu 50 Mitarbeiter sollte künftig noch 11 betragen. Es
wurde ein 6-köpfiges Gründungskomitee namhafter Bienenwissenschaftler
der Bundesrepublik berufen, das der zu gründenden Einrichtung einen
neuen Namen gab und die Auswahl der künftigen Institutsangehörigen vornahm.
1992 erfolgte die Gründung des Länderinstituts für Bienenkunde Hohen
Neuendorf durch das Agrarministerium des Landes Brandenburg. Ein halbes
Jahr später wurde das Institut als gemeinnütziger Verein eingetragen.
Es wird durch die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt
und Thüringen projektgebunden gefördert. Die Mitglieder des Vereins
setzen sich aus den Vertretern der beteiligten Länder sowie Repräsentanten
der Imkerverbände und Forschung zusammen. Dem Institut steht ein Forschungsbeirat
zur Seite.
Ein bis drei Auszubildende und weitere Mitarbeiter in unterschiedlicher
Anzahl sind seitdem im Rahmen von Maßnahmen nach dem Arbeitsförderungsgesetz
befristet beschäftigt. Einzelne Forschungsprojekte werden von Gastwissenschaftlern
und Studenten bearbeitet. Im Zusammenhang mit Forschungs- und Züchtungsarbeiten
werden ca. 300 Bienenvölker gehalten.