Die Kolleg-Forschergruppe „Bildakt und Verkörperung“ zielt auf eine umfassende Revision von der Abbild- hin zur Bildakttheorie. Inhaltliche Schwerpunkte bilden die Untersuchung der besonderen Form von Bildern, das Phänomen ihrer Lebendigkeit sowie die Substitution von Körper und Bild. Diese Themen werden durch zwei Forschungsperspektiven im Verbund untersucht: die “Theorie des Bildaktes” (Prof. Bredekamp) und die “Verkörperungstheorie” (Prof. Krois)
Das Ziel der Forschergruppe wird durch eine Reihe von Fallstudien angestrebt, die in enger Kooperation zwischen den Disziplinen Kunstgeschichte und Philosophie entstehen. Da die Ergebnisse nicht auf einzelne Epochen oder methodische Fragestellungen begrenzt sind, wurden exemplarische Beispiele von den ersten Bildern überhaupt bis hin zu zeitgenössischen Werken ausgewählt. Analog verfahren die philosophischen Ansätze, die erkenntis-, emotions- und handlungstheoretische Probleme miteinander verbinden. Es geht nicht um die medienspezifische Abgrenzung von alten oder neuen Bildverfahren, sondern um historisch begründete Praktiken der Bilder von der Höhlenmalerei bis zu computergestützten Simulationsverfahren der Gegenwart und hiermit verbundener kognitionswissenschaftlicher Überlegungen.
Zentrale Thesen sind, erstens dass in jeder Bilderkennung die Augen nicht als Wahrnehmungsorgan isoliert werden können, sondern dass der gesamte Körper wahrnimmt und zweitens dass Bilder niemals nur abbilden, sondern immer auch im Bildakt erzeugen, was sie darstellen.
Die Kolleg-Forschergruppe ist assoziiert mit dem Institut für Philosophie und dem Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt Universität zu Berlin.