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Eine kurze Geschichte des Späth-Arboretums

("arbor": lateinisch "der Baum", Arboretum: botanischer Garten, in dem überwiegend Holzpflanzen kultiviert werden) Landesökonomierat Franz SPÄTH (1839-1913)
1879
Franz SPÄTH, Besitzer der international bedeutenden Baumschule L. Späth, erweitert die Gartenanlage an seinem Wohnhaus in Berlin-Baumschulenweg zu einem parkartigen Arboretum, angelegt nach Plänen des Berliner Stadtgartendirektors Gustav MEYER im englischen Gartenstil. Dazu gehört auch eine separate Rosensammlung (Rosarium).
1928
Im Zentrum des Arboretums entsteht ein Steingarten als Tiefgarten. Originalzeichnung von G. KRÜSSMANN
1930
Erstmals wird ein Übersichtsplan publiziert. Fast 4500 verschiedene Arten und Formen werden zu dieser Zeit kultiviert. Namhafte Dendrologen (z. B. Gerd KRÜSSMANN 1935-1945) wirken hier.
1947
Nach dem Tode von Dr. Hellmut SPÄTH 1945 wird die Firma inclusive des Arboretums von der Treuhand verwaltet und 1949 in Volkseigentum überführt. Späth'sche Villa
1960
An der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin wird das Institut für Spezielle Botanik (Leitung Prof. Dr. Walter VENT) gegründet. Diesem Institut wird 1961 das Späth-Arboretum als Wirkungsstätte übergeben. Das 3,5 ha große Arboretum wird in die universitäre Lehre und Forschung einbezogen. Die 1874 errichtete Späth'sche Villa wird zu einem Institutsgebäude umgebaut.
1963
Es beginnt die jährliche Herausgabe des "Index Seminum", eines Samenkatalogs für den internationalen Saatguttausch, der an über 600 Botanische Gärten und Institutionen auf der ganzen Welt versandt wird. Das Rosarium wird zur "Abteilung System, Arznei- und Gewürzpflanzen" umgestaltet.
1966
Das Späth-Arboretum wird feierlich für die Bevölkerung eröffnet. Das begründet die Tradition der vier jährlichen Sonntagsführungen mit einleitendem Konzert. Viele weitere thematische Führungen für die verschiedensten Interessenten - vom Kindergarten bis zu Seniorengruppen - werden nach Anmeldung ermöglicht.
1969
Das Institut wird dem Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität als Bereich Botanik und Arboretum eingegliedert. Arbeiten im trockengelegten Arboretumsteich
1976
Der große Teich wird trockengelegt und durch Aufbringen einer Tonschicht auf den Grund neu abgedichtet. Er ist ein wichtiger Lebensraum für eine Vielzahl von kleinen und großen Wassertieren und besonders bedeutsam als Amphibienlaichgewässer.
1977
Der Magistrat beschließt die Aufnahme des Späth-Arboretums inclusive des Gebäudes in die Denkmalsliste der Hauptstadt der DDR, Berlin. Stadtbezirksbürgermeister SCHEEL (rechts) überreicht Prof. Dr. W. VENT symbolisch ein Modell der Plastik 'Megasporophyll von Cycas'
1979
Anlässlich des 100jährigen Bestehens findet eine wissenshaftliche Jubiläumstagung mit ca. 200 internationalen Gästen statt. Der Rat des Stadtbezirks Berlin-Treptow schenkt eine Metallplastik des Berliner Bildhauers Jan SKUIN "Megasporophyll von Cycas" (ein Fortpflanzungsorgan eines tropischen Nacktsamers). Sie wird 1980 vor dem Gebäude aufgestellt. 1981 Eine Briefmarkenserie "Seltene Gehölze" aus dem Arboretum (6 Werte mit Ersttagsumschlag) wird ausgegeben.
1995
Im Zuge der Umstrukturierung der Humboldt-Universität nach der Wiedervereinigung Deutschlands wird die personell stark reduzierte Einrichtung als Arbeitsgruppe in das Institut für Biologie der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät I eingegliedert. Anlässlich des 275jährigen Jubiläums der Späth'schen Baumschule wird durch den Bezirksbürgermeister eine Gedenktafel für Franz SPÄTH am ehemaligen Wohnhaus enthüllt. Die Ehrenplakette der IDS für das Späth-Arboretum
1998
Die International Dendrology Society verleiht dem Späth-Arboretum als bislang einzigem botanischen Garten Deutschlands ihre Ehrenplakette in Anerkennung seiner Besonderheit und als Zeichen der Erhaltenswürdigkeit.
1999
Zum 120-jährigen Jubiläum erscheint die Broschüre "120 Jahre Späth-Arboretum. Vom Späth'schen Hauspark zum Arboretum der Humboldt-Universität zu Berlin in Baumschulenweg 1879-1999".