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Maria Kolaxidi-Kothe, Annette Upmeier zu Belzen
Förderung von Modellkompetenz durch szenische Modellbildung biologischer Prozesse

Im naturwissenschaftlichen Unterricht gewinnen szenisch-darstellende Methoden vor allem im Hinblick auf den Erwerb prozeduralen Wissens, (meta-)kognitiver sowie motivationaler Aspekte zunehmend an Bedeutung (Dorion 2009; Braund, 2015). Diverse Interventionsstudien setzten szenische Methoden im naturwissenschaftlichen Unterricht bereits erfolgreich zur Förderung von Fachwissen und affektiver Faktoren ein (u.a. Hendrix, Eick & Shannon, 2012; Toonders, Verhoeff & Zwart, 2016). Es gibt bereits Ansätze zum Einsatz szenischer Methoden zur Förderung von Erkenntnisgewinnung, diese fokussieren einen emotionalen Zugang zu naturwissenschaftlichen Themen (Toonders et al., 2016; Brummel et al., 2010). Empirische Untersuchungen zur Wirksamkeit solcher Methoden gibt es bisher jedoch kaum oder sie sind wenig aussagenkräftig (Lee et al., 2015).
In Bezug auf die Förderung von Erkenntnisgewinnung mit Modellen existiert bislang ein aussichtsreicher Ansatz (Saari & Viiri, 2003), der Modellbildungsprozesse zum Fokus hat. In dieser Studie stand das Modellverständnis und weniger wissenschaftsmethodische Kompetenzen im Vordergrund.
Modelle werden von Schüler_innen nach wie vor primär als Medien zur Veranschaulichung fachlicher Aspekte betrachtet und weniger als Forschungs- und Denkwerkzeuge zur Generierung neuer Erkenntnisse (Grünkorn, Upmeier zu Belzen & Krüger, 2014). Dabei sind Modellbildungsprozesse zur Erkenntnisgewinnung in den Naturwissenschaften konstitutiv (Passmore, Gouvea & Giere, 2014) und werden für das Fach Biologie explizit gefordert (KMK, 2004; LISUM, 2015). Dem selbstständigen Planen, Durchführen und Auswerten von Untersuchungen wird im Rahmen der naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung eine wesentliche Bedeutung zugeschrieben (Mayer, 2007; Hodson, 1996). Prozessorientierte Modellbildung beinhaltet dabei das Entwickeln, Testen und Ändern von Modellen (Campbell & Oh, 2015; Justi & Gilbert, 2002). Auf dem Modell der Modellkompetenz (Upmeier zu Belzen & Krüger, 2010) basierende Unterrichtskonzepte zur Förderung von Modellkompetenz wurden bereits erprobt und ausgewertet (Fleige, et al., 2012). Diese fokussieren bislang gegenständliche Modelle und Modelle in Textform. Inwiefern szenische Methoden zur Entwicklung von Modellkompetenz beitragen können, ist noch offen. In der vorliegenden experimentellen Studie wird untersucht, inwiefern ein Ansatz mit szenischer Modellbildung (Drama-based Modeling: Kolaxidi-Kothe, Krüger & Upmeier zu Belzen, FdDB angenommen) wissenschaftsmethodische Modellkompetenz sowie Lernmotivation fördert. 18 Schüler_innen sollen ein szenisches Modell planen, ausführen und evaluieren. Sie werden nach der Intervention retrospektiv zu den Aspekten von Modellkompetenz interviewt. Das Fachwissen, die Lernmotivation und die kognitiven Grundfähigkeiten werden im Prä-/Postdesign schriftlich erhoben. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für eine gezielte Förderung von Modellkompetenz im Biologieunterricht dienen.

zuletzt geändert: 01.10.18 JH
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