Berliner Journal für Soziologie
 
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Die neue Online-Ausgabe des
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finden Sie unter:
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Berliner Journal für Soziologie
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Sozialwissenschaften
Unter den Linden 6
D-10099 Berlin
Tel.: 030-2093-4355/-4356/-4357
Fax: 030-2093-4365
BJournal@sowi.hu-berlin.de

 

 

 

Stand 29.04.2007

Archiv



Inhalt - Heft 1/2004



Frank Ettrich
Editorial    S. 3

Peter A. Hall/Daniel W. Gingerich
"Spielarten des Kapitalismus" und institutionelle Komplementaritäten in der Makroökonomie - Eine empirische Analyse    S. 5
          Zusammenfassung

Uwe Vormbusch
Accounting. Die Macht der Zahlen im gegenwärtigen Kapitalismus    S. 33
          Zusammenfassung

Günther Schmid
Gleichheit und Effizienz auf dem Arbeitsmarkt. Überlegungen zum Wandel und zur Gestaltung des "Geschlechtervertrags"    S. 51
          Zusammenfassung

Holger Lengfeld
Soziale Gerechtigkeit und der Wirkungsgrad der Mitbestimmung    S. 73
          Zusammenfassung

Stephan Manning
Public Private Partnership als "Negotiated Order" - Aushandlungsprozesse zwischen öffentlicher und privater Welt in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit    S. 95
          Zusammenfassung

Christoph Egle/Christian Henkes/Tobias Ostheim/Alexander Petring
Sozialdemokratische Antworten auf integrierte Märkte - Das Verhältnis von Markt und Staat, Hierarchie und Konsens    S. 113
          Zusammenfassung



Review Essay

Jan-Henrik Meyer
Gibt es eine Europäische Öffentlichkeit? Neuere empirische Studien zu Demokratiedefizit, Legitimation und Kontrolle in Europa    S. 135









Zusammenfassungen Heft 1/2004


 

Berliner Journal für Soziologie 14, Heft 1

Peter A. Hall/Daniel W. Gingerich
"Spielarten des Kapitalismus" und institutionelle Komplementaritäten in der Makroökonomie - Eine empirische Analyse

Der Beitrag geht der Frage nach, wie national unterschiedliche politökonomische Institutionen die Leistungskraft entwickelter Marktwirtschaften beeinflussen und ob institutionelle Komplementaritäten in der Makroökonomie existieren. Der Ansatz der "Spielarten des Kapitalismus" behauptet, dass es diese Komplementaritäten gibt und sich die Länder entsprechend dem in den ökonomischen Sphären vorherrschenden Modus der Koordination in klare Gruppen unterscheiden lassen. In dem Artikel werden die Kernaussagen des Ansatzes einer Reihe von empirischen Tests unterzogen, die auf einer zusammenfassenden Analyse einer Reihe von Fallbeispielen beruht. Die empirischen Ergebnisse bestätigen die Annahmen in überzeugender Weise. Die liberalen und koordinierten Marktwirtschaften variieren systematisch entsprechend dem relativen Verhältnis zwischen marktförmiger und strategischer Koordination. Institutionelle Komplementaritäten finden sich in beiden Typen, und sie bringen gesamtwirtschaftliche Leistungszuwächse hervor. Abschließend werden die Muster des institutionellen Wandels in den entwickelten politischen Ökonomien analysiert und einige politische Implikationen der Befunde diskutiert.
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Berliner Journal für Soziologie 14, Heft 1

Uwe Vormbusch
Accounting. Die Macht der Zahlen im gegenwärtigen Kapitalismus

Die Selbstbeschreibung gegenwärtiger kapitalistischer Gesellschaften beruht ebenso wie Prozesse ihrer Steuerung und Kontrolle auf kalkulativen Konstrukten wie dem Bruttosozialprodukt, der Arbeitslosenrate oder dem "return on investment". Die Macht der Zahlen besteht praktisch-politisch in ihrer institutionell abgesicherten Fähigkeit zur Definition bzw. Rekonstruktion der Erfolgsparameter gesellschaftlicher Leistungsprozesse. Gleichzeitig stellen die kalkulativen Praktiken des Accounting gesellschaftlich und individuell kaum mehr hintergehbare Muster der Problem- und Selbstwahrnehmung bereit - als relevanter Teil der Konstruktion gesellschaftlicher Wirklichkeit. Der Artikel skizziert einschlägige Aspekte der angelsächsischen Accountingforschung auf den Ebenen der Organisation, der Profession und des Subjekts und weist auf Forschungs- und Theoriedesiderate insbesondere der "postmodernen" Strömung der Accountingforschung hin. Die Untersuchung der kalkulativen Praktiken des Accounting füllt gleichwohl eine Leerstelle der gegenwärtigen Kapitalismusanalyse.
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Berliner Journal für Soziologie 14, Heft 1

Günther Schmid
Gleichheit und Effizienz auf dem Arbeitsmarkt. Überlegungen zum Wandel und zur Gestaltung des "Geschlechtervertrags"

Keines der idealtypischen Modelle des Wohlfahrtsstaates befriedigt als richtungsweisende Vision für die Reform des Geschlechtervertrages. In Ländern, die dem liberalen Modell nahe kommen, gehen die bemerkenswerten Gewinne der Frauen in der Geschlechtergleichheit auf dem Arbeitsmarkt zunehmend zu Lasten gering verdienender Frauen und Familien. Im konservativen Modell ist vor allem die mangelnde Flexibilität der Beschäftigungsverhältnisse, die hohe vertikale Segregation zuungunsten der Frauen und die geringe Nutzung des weiblichen Humankapitals zu beklagen. Die Kosten des sozialdemokratischen Modells sind in erster Linie in der hohen horizontalen Segregation des Arbeitsmarktes zu suchen. Diese ernüchternde Bilanz fordert zu einer grundsätzlicheren Analyse der institutionellen Bedingungen gerechter und effizienter Arbeitsmarktorganisation heraus. Der Beitrag zeigt, dass die Möglichkeiten zur Verbesserung der Wettbewerbssituation der Frauen auf Arbeitsmärkten nicht ausgeschöpft werden. Häufig lassen sich die Bedingungen eines fairen Wettbewerbes auf Arbeitsmärkten aber auch durch eine konsequente Antidiskriminierungspolitik nicht herstellen. Aufgrund der faktisch nach wie vor einseitigen Verteilung familiärer Verpflichtungen erfüllen vor allem Frauen die Bedingung der Angebotselastizität nicht. Andere Spielregeln müssen dann institutionalisiert werden, um Anreize zur effektiven Kooperation zu schaffen. Neben dem Wettbewerb werden deshalb drei weitere Spielregeln der Gerechtigkeit identifiziert: Solidarität, Chancengleichheit und egalitäre Gleichheit. Für alle vier Spielregeln werden konkrete Beispiele für eine zukunftsweisende Gleichstellungspolitik entwickelt.
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Berliner Journal für Soziologie 14, Heft 1

Holger Lengfeld
Soziale Gerechtigkeit und der Wirkungsgrad der Mitbestimmung

Der Beitrag diskutiert die Frage, warum Betriebsräte in Unternehmen mit ähnlicher rechtlicher, ökonomischer oder organisatorischer Struktur in jeweils unterschiedlichem Ausmaß an den Entscheidungen ihrer Geschäftsleitungen beteiligt sind. Im Anschluss an eine kritische Diskussion der motivationalen Basisannahmen des Mitbestimmungshandelns wird behauptet, dass Gerechtigkeitseinstellungen zur Formierung und zur Legitimation von Interessen gegenüber der Verteilung von Gütern und Lasten im Unternehmen beitragen. Je nachdem, in welcher Konstellation ergebnis- und ordnungsbezogene Gerechtigkeitseinstellungen von einer Belegschaft vertreten werden, ergibt sich eine andere Machtposition des Betriebsrats und somit ein anderer Wirkungsgrad der Mitbestimmung im jeweiligen Unternehmen. Inwiefern die postulierten Zusammenhänge empirisch Bestand haben, wird unter Rückgriff auf Daten aus einer Beschäftigtenbefragung untersucht, die 1999 in 21 Unternehmen der deutschen Metallindustrie durchgeführt wurde.
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Berliner Journal für Soziologie 14, Heft 1

Stephan Manning
Public Private Partnership als "Negotiated Order" - Aushandlungsprozesse zwischen öffentlicher und privater Welt in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Der Beitrag versteht Public Private Partnership (PPP) als negotiated order - als Produkt Kontext gebundener Aushandlungsprozesse zwischen Akteuren der öffentlichen und privaten Welt. Am Beispiel der vorvertraglichen Phase von drei Entwicklungspartnerschaften der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) werden auf Grundlage der Negotiated-Order-Theorie drei zentrale Thesen herausgestellt: PPP-Aushandlungsprozesse sind durch informelle Vorverständigungen gekennzeichnet, in denen Legitimationsanforderungen beider Welten frühzeitig auf spezifische Handlungskontexte abgestimmt werden. Diese Vorleistung wird von bridging agents erbracht, die als Vertreter öffentlicher und privater Organisationen und einer gemeinsamen Fachwelt Handlungskontexte interpretieren und damit Verhandlungsspielräume schaffen, aber auch beschränken "to get things done". Sie orientieren sich dabei an kontextbezogenen Praktiken der Zusammenarbeit, die den Charakter - die negotiated order - einer jeden PPP prägen. Bewähren sich diese Praktiken im Rahmen einer PPP, so gehen diese in die Vorstellungswelt der Akteure im Alltag über und geben eine Vorlage für zukünftige (PPP-)Kooperationen.
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Berliner Journal für Soziologie 14, Heft 1

Christoph Egle/Christian Henkes/Tobias Ostheim/Alexander Petring
Sozialdemokratische Antworten auf integrierte Märkte - Das Verhältnis von Markt und Staat, Hierarchie und Konsens

Der Beitrag untersucht die Frage, inwieweit sechs sozialdemokratische Regierungsparteien sowohl programmatisch als auch in der umgesetzten Politik einen gemeinsamen Weg beschreiten. Ausgangspunkt ist dabei die Feststellung, dass unter den Herausforderungen der global und europäisch integrierten Märkte die Sozialdemokratie ihre traditionellen Ziele in der Fiskal-, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik nur noch erschwert verfolgen kann. Die Untersuchung der verfolgten Politik in den sechs Ländern ergibt, dass sozialdemokratische Parteien in unterschiedlichem Ausmaß eine Politik der Marktöffnung betrieben haben. Konvergenzen lassen sich Länder übergreifend bei der von Sozialdemokratien betriebenen Politik der Haushaltskonsolidierung und bei der Aktivierung der Arbeitsmarktpolitik erkennen, wohingegen in der Sozialpolitik die Divergenzen am größten sind. Auf den beiden erstgenannten Politikfeldern zeichnet sich ein gemeinsames sozialdemokratisches Politikmodell ab. Erklärungskräftig sowohl für die umgesetzte Politik als auch für die dabei verfolgte Strategie sind der nationale Handlungskontext, besonders der Parteienwettbewerb und das Verhältnis zwischen Gewerkschaften und Sozialdemokratie.
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