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	<title>Caroline von Humboldt Forum</title>
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		<title>„Wo magst Du wohl jetzt sein, ob Du schläfst oder wanderst?“ Briefe von Antonie an ihren Mann Adelbert von Chamisso</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Aug 2012 12:44:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schriftstellerinnen]]></category>

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		<description><![CDATA[Als er Ende Juni 1823 nach Greifswald zu einer Forschungsreise aufbricht, lässt Adelbert von Chamisso in Berlin seine Gattin Antonie und seine beiden Söhnen, Ernst und Max, jeweils 3 und 1 Jahr alt zurück. Die junge Frau (sie ist 23 &#8230; <a href="http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=452">mehr <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als er Ende Juni 1823 nach Greifswald zu einer Forschungsreise aufbricht, lässt Adelbert von Chamisso in Berlin seine Gattin Antonie und seine beiden Söhnen, Ernst und Max, jeweils 3 und 1 Jahr alt zurück. Die junge Frau (sie ist 23 Jahre alt, er 42) greift zur Feder und berichtet ihrem Mann sorgfältig über ihren Alltag. Aus diesem Sommer sind 18 Briefe von ihr in der Originalhandschrift erhalten, aufbewahrt werden sie in der Staatsbibliothek zu Berlin-PK. Den Briefwechsel zwischen den Eheleuten (denn Chamisso schreibt ebenfalls – zwar wesentlich kürzere, aber immerhin regelmäßige – Briefe an seine Frau) hat Henrike Both transkribiert und zur Grundlage ihrer derzeit entstehenden BA-Arbeit gemacht. Ihr sei herzlich gedankt dafür, dass sie mir ihre Transkription zur Lektüre überlassen hat.</p>
<p>Die Frau, die auf ihren Mann wartet und ihm schreibt – eine überstrapazierte Schreibsituation, bei der es schwer ist, auf neue Motive zu stoßen oder nicht das Gefühl zu haben, das alles hätte man schon tausendmal gelesen. Und doch! Natürlich schreibt Antonie über die Aufgaben, die sie für ihren Mann übernimmt (Besuche im Botanischen Garten, Einlegen von Blumen), über Ausflüge mit Verwandten, über das Zahnen und den Husten der Kinder, über das neue Dienstmädchen, über die gehörten Predigten. Aber sie schreibt auch anderes – über sich, über ihn und über ihre Beziehung.</p>
<p>„Das Schreiben wird mir jetzt des Abends recht sauer die Augen thun mir immer so weh“, und dennoch schreibt sie beinahe immer abends, nach erledigtem Tagespensum, wie es sich für eine gute Hausfrau geziemt. Dann, wenn die Augen zugehen und die Gedanken schon anderswo sind. So bewegen sich die Briefe auch oft in einer Welt des Traums: „Ich kann unmöglich zu Bett gehen ohne Dir eine gute Nacht zu wünschen“, ohne in Gedanken mit ihm zusammen ins Bett zu gehen, wie sie es auch von ihm im Gegenzug erwartet: „Träume von Deiner Dich innig und treu liebenden Antonie“. Denn auch in der Nacht, oder ausgerechnet in der Nacht, braucht Antonie den mehrfach heraufbeschworenen Schutz ihres Ehemannes. Sie schildert im ersten Teil der Briefe ihre erotischen Träume: „ich habe auf Varnhagens Schoß gesessen, und er hat mich zu meinem größten Ärger geliebkost; und in deiner Gegenwart Dann aber habe ich Dich umarmt – und wir waren recht froh als er uns verlassen hatte“; „Die Nacht habe ich sehr unangenehm geträumt, Heinrich hat ich mir zum Mann in deiner Abwesenheit genommen, und daß schmerzte mich“. Als die Rückkehr des Ehemanns näher rückt, ändern sich auch ihre Aussagen: „Heute habe ich eine bräutliche Sehnsucht nach Dir“, „ich habe oft eine solche Sehnsucht nach Dir“.</p>
<p>Dieses „Du“ ist sicherlich an erster Stelle der Mann, der sie zur Frau und Mutter gemacht hat und dem sie sich im üblichen Duktus der Zeit unterwirft: „immer war es in Ordnung daß die Frau im Mann eine Stütze findet, und die bist Du mir treulich gewesen, höre auch nie auf es zu sein, denn ich bedarf Deiner sehr ich bin wirklich nicht so selbständig als ihr glaubt und möchte es auch nicht sein“. Er ist aber auch der Mann, an und für den sie schreibt. Nun das Schreiben, das Schreiben für den Abwesenden, was ist das? Eben an diese Frage tastet sie sich heran. Will sie sich wirklich nur seinen Wünschen fügen, wenn sie schreibt: „Außerdem weist Du ja daß ich keine Schriftstellerin bin, öfter hast Du mir schon gesagt es wäre auch nicht Dein Wunsch, aber ich gestehe wohl der Wunsch ist sehr lebhaft in mir, daß ich einen ordentlichen Brief an Dich schreiben könnte, nicht um damit zu glänzen, nein gewiß nicht, nur für Dich, wie überhaupt Alles nur für Dich! Ach! Könnte ich Dir doch Alles sein, Alles? Wohl ein Wunsch, wenn ich Dir nur etwas bin, bin ich dann nicht glücklich“? Eine latente Forderung ist wohl auch mit dabei, dass sie selber schreiben darf:  „Wenn ich einen Aufsatz schreiben könnte“ – sie, oder vielleicht ihre Wunschtochter: „Versprich mir wenn wir noch mal eine Tochter haben, die etwas mehr lernen zu lassen, als ich gelernt habe, denn wir wollen ihr die Freude nicht verderben, ihrem Mann einen Brief zu schreiben und wenn es ihr einfallen sollte ein Gespräch, das im Winter gehalten worden ist […]“, nur schreiben können und sich im Schreiben frei entfalten, wobei Antonie mehrfach Enttäuschung darüber empfindet, dass sie ihren eigenen Schreibfluss nicht kontrolliert. Bei allem Frust aber: Das Schreiben ist ein anderes Leben. Und wenn der Mann wiederkommt, verschwindet es auch: „Für heut nur einen freundlichen Gruß und zwar zu guter letzt, ich muß ordentlich Abschied vom Schreiben nehmen“. Traum und Wanderung sind zu Ende.</p>
<p>Ein Beitrag von Anne Baillot.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Tagungsbeiträge des &#8216;Caroline von Humboldt Kolloquium&#8217;</title>
		<link>http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=352</link>
		<comments>http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=352#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 08:25:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tagungsbeiträge]]></category>

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		<description><![CDATA[Die folgenden Artikel wurden im Rahmen des wissenschaftlichen Kolloqiums zu Caroline von Humboldt im Sommer 2011 an der Humboldt Universität zu Berlin in Form von Vorträgen gehalten. Wir freuen uns sehr über die zustande gekommene Veröffentlichung der nachstehenden Texte und bedanken uns sehr herzlich bei den Autor_innen. <a href="http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=352">mehr <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>SOMMER 2011</p>
<ul>
<li><a title="Einführung" href="http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=326">Begrüßungsvortrag</a><br />
von Prof. Michael Kämper-van den Boogaart, Vizepräsident für Studium und Lehre  (HU-Berlin)<br />
<em><span style="text-decoration: underline;">Abstract:</span> Die Einführung thematisiert wichtige biographische Zusammenhänge Caroline von Humboldts und skizziert die Leitfragen des Kolloquiums.</em></li>
</ul>
<ul>
<li><a title="Federführend – oder wie intellektuell Frauen um 1800 sein können" href="http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=388">Federführend – oder wie intellektuell Frauen um 1800 sein können</a><br />
von Dr. Anne Baillot (HU-Berlin)<br />
<em><span style="text-decoration: underline;">Abstract:</span> Welche intellektuellen Spielräume konnten sich Frauen um 1800 &#8216;erschreiben&#8217; ganz im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen? Dieser Frage geht der Beitrag am Beispiel der Frauen Josephine von Sydow, Dorothea Tieck und Caroline von Humboldt nach.</em></li>
</ul>
<ul>
<li><a title="„zu liebenswürdig, als daß ich ein Urtheil über sie wagen sollte“ – Caroline von Humboldt als Gast und Gastgeberin geselliger Netzwerke. Momentaufnahmen 1788–1814." href="http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=380">„zu liebenswürdig, als daß ich ein Urtheil über sie wagen sollte“ &#8211; Caroline von Humboldt als Gast und Gastgeberin geselliger Netzwerke. Momentaufnahmen 1788–1814.</a><br />
von Hannah Lund (Frankfurt/Oder)<br />
<em><span style="text-decoration: underline;">Abstract:</span> Der Artikel beschäftigt sich mit der Frage nach dem Stellenwert des geselligen Engagements als Salonière in den verschiedenen Lebensphasen Caroline von Humboldts und welche Rückschlüsse dieser auf die Figur Caroline von Humboldt bietet.</em></li>
</ul>
<ul>
<li>Mäzenatentum und Freundschaft: Caroline von Humboldt und die Künstler<br />
von Ute Tintemann (BBAW, Berlin)<br />
Der Artikel ist bereits in gedruckter Form erschienen: <em>Forschungen zur Brandenburgischen und preussischen Geschichte</em>. Hrsg. v. Wolfgang Neugebauer und Frank-Lothar Kroll, 21. Band Heft 2., Berlin 2011.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Briefnetz</title>
		<link>http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=293</link>
		<comments>http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=293#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 28 Feb 2012 10:31:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Briefnetz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=293</guid>
		<description><![CDATA[Zahlreiche Briefautographen von Frauen aus der Zeit um 1800 liegen noch ungesichtet in den Archiven. Das Problem ist nicht immer ihre fehlende Existenz, sondern vielmehr dass sie in verschiedenen Archiven verstreut und  in den Nachlässen &#8216;versteckt&#8217; liegen. Nur wenige Frauen &#8230; <a href="http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=293">mehr <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript">// <![CDATA[
function openBriefnetz(){
	screens= window.open("http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/wp-content/uploads/briefnetz_kleiner.jpg","briefnetz","height=686,width=900,scrollbars=no,toolbar=no,menubar=no,statusbar=no,resizable=no");
	if(window.focus){
		screens.focus();
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	screens.moveTo(0,0);
}
// ]]&gt;</script></p>
<p>Zahlreiche Briefautographen von Frauen aus der Zeit um 1800 liegen noch ungesichtet in den Archiven. Das Problem ist nicht immer ihre fehlende Existenz, sondern vielmehr dass sie in verschiedenen Archiven verstreut und  in den Nachlässen &#8216;versteckt&#8217; liegen. Nur wenige Frauen haben um 1800 ihre Briefe systematisch gesammelt und aufbewahrt, wie es so viele ihrer männlichen Zeitgenossen getan haben.<br />
Die Briefe der Frauen, auch wenn sie evtl. selbst schriftstellerisch tätig waren,  wurden häufig erst dann interessant, wenn sie in Kontakt mit berühmten Männern der Literaturgeschichte standen. Vor diesem Hintergrund wurden die Briefe aufbewahrt und in der Regel dem Nachlass des berühmten Mannes zugeordnet. So nimmt es nicht wunder, dass die Briefe der Frauen vor allem hinsichtlich weiterer Hintergrundinformationen zum männlichen Autor und dessen Werk Interesse fanden. Zwar fehlen in den verschiedenen Brief- oder Gesamtausgaben der männlichen Literaten nicht die Briefe der weiblichen Korrespondentinnen, es fehlen jedoch nicht selten ausführliche Kommentare und Anmerkungen zu den in den Briefen aufgespannten Kontexten bzw. Hinweise zu einer Identifizierung der in den Briefen genannten Personen, Institutionen, Orte, Ereignisse etc.<br />
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts und zu Anfang des 20. wurden zahlreiche Briefeditionen, wenn auch stark gekürzt und redigiert, publiziert. Dabei lassen sich &#8216;Frauenbriefe&#8217; zuallererst in Liebes- und Ehebriefwechsel finden.</p>
<p>Noch heute gibt es von vielen Schriftstellerinnen aus dem 18. und 19. Jahrhundert nur selten eine Gesamtausgabe ihrer Werke und Schriften, geschweige denn ihrer Briefe. Hingegen sind die Briefe der schriftstellerisch tätigen Frauen in dem Durcheinander der zahllosen Teileditionen verteilt.</p>
<p>Eine Ausnahmeerscheinung bildet die Bearbeitung des Rahel Levin Varnhagen Nachlasses in Krakau durch Barbara Hahn, die eine komplette Aufarbeitung des umfangreichen Briefkonvolutes anstrebt. Zum anderen ist die Bearbeitung des Werk- und Briefkorpus von Therese Huber, zusammengetragen aus den vielen verschiedenen Archiven, durch Magdalene Heuser als bemerkenswert zu benennen.</p>
<p>Dass es durchaus lohnend ist, die wechselseitigen Beziehungen und Briefkorrespondenzen in den Blick zu nehmen und zwar mit dem Fokus auf die schreibenden Frauen, soll die hier vorgenommene Übersichtsskizze eines Briefnetzes nebst alphabetischer Literaturangaben zeigen.</p>
<p>Für weitere Hinweise und Anregungen zu nicht eingezeichneten Verbindungen zwischen den Schriftstellerinnen und darüber hinaus, wären wir sehr dankbar.</p>
<p><a href="javascript:openBriefnetz()">Hier befindet sich eine graphische Übersicht des Briefnetzes.</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>A</strong></h2>
<p><strong>Charlotte von Ahlefeld (1777-1849),</strong> <strong>PND: 118962590 </strong></p>
<ul>
<li>Gisela Schwarz, <em>Literarisches Leben und Sozialstrukturen um 1800. Zur Situation von Schriftstellerinnen am Beispiel von Sophie Brentano-Mereau geb. Schubart,</em> Frankfurt a.M. 1991. (Zwei Briefe in Auszügen von Charlotte von Ahlefeld an Sophie Mereau im Anhang)</li>
<li>Einzelne Briefe sind z.T. bei Dagmar v. Gersdorff zitiert, so z.B. an ihre Schwester Henriette Schubart, Charlotte von Ahlefeld, Bettina Brentano und an Sophie von La Roche.(Dagmar von Gersdorff, <em>Dich zu lieben kann ich nicht verlernen. Das Leben der Sophie Brentano-Mereau, </em>Frankfurt a.M. 1984.)</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Bettine von Arnim geb. Brentano (1785-1859),</strong> <strong>PND: 118504185 </strong></p>
<ul>
<li>Bettine von Arnim, <em>Werke und Briefe</em>,<em> </em>Hrsg. v. Johannes Müller, Frechen 1961, Bd. 5.</li>
<li>Waltraud Schade, <em>Bettine Brentano und Karoline von der Günderrode. Ein Gespräch, </em>Berlin 2006.</li>
<li>Karl August Varnhagen von Ense (Hrsg.), <em>Briefe von Stägemann. Metternich, Heine und Bettina von Arnim nebst Briefen, Anmerkungen und Notizen von Varnhagen von Ense,</em> Leipzig 1865.</li>
<li>Zwei Briefe in: Barbara Hahn (Hrsg.), <em>Rahel. Ein Buch des Andenkens,</em> Göttingen 2011, Bd. 5.</li>
<li>Bettine von Arnim: Werke und Briefe. Hrsg. v. Walter Schmitz u. Sibylle von Steinsdorff, 3 Bde., Frankfurt a. M. 1986-95.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Henriette von Arnstein (1780-1859), PND: 118809695  </strong></p>
<ul>
<li>Karen Schenk zu Schweinsberg (Hrsg.), <em>„Meine Seele ist bey euch geblieben.“ Briefe Sophie Brentanos an Henriette von Arnstein, </em>Weinheim 1985.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>B</strong><strong></strong></h2>
<p><strong>Friederike </strong>Sophie Christiane <strong>Brun, geb. Münter (1765-1835), PND: 118516051 </strong></p>
<ul>
<li>Ilse Foerst-Crato, <em>Frauen zur Goethezeit. Ein Briefwechsel, Caroline von Humboldt – Friederike Brun, </em>Düsseldorf 1975.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>C</strong></h2>
<p><strong>Helmina von Chézy, gesch. von Hastfer (1783-1856), PND: 119360659 </strong></p>
<ul>
<li>Jessica Kewitz, <em>„Kommen Sie, wir wollen &#8216;mal Hausmutterles spielen.“ Der Briefwechsel zwischen den Schriftstellerinnen Therese Huber (1764-1829) und Helmina von Chézy (1783-1856),</em> Marburg 2004.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>D</strong></h2>
<p><strong>Lucie Domeier geb. Esther Gad, gesch. Bernhard (1767-1836), PND: 116176024 </strong></p>
<ul>
<li>Briefwechsel mit Rahel Levin wird in <em>ERLV IV</em> erscheinen. (ERLV IV: Edition Rahel Levin Varnhagen. Rahel Levin Varnhagen, <em>Briefwechsel mit Freundinnen I,</em> Hrsg. v. Barbara Hahn. ca. 2012, Bd. 4.)</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>F</strong></h2>
<p><strong>Caroline de la Motte Fouqué (1773-1831), PND: 118692321 </strong></p>
<ul>
<li>Ludmilla Assing (Hrsg.), <em>Biographische Portraits aus dem Nachlaß Varnhagen&#8217;s von Ense. Nebst Briefen von Koreff, Clemens Brentano, Frau von Fouqué, Henri Campan und Scholz, </em>Leipzig 1871.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Regina Frohberg, geb. Rebecca Salomon, nachh. Saaling, gesch. Friedländer, auch bekannt unter Rebecca Friedländer (1783-1850), PND: 118833707 </strong></p>
<ul>
<li>Deborah Hertz, <em>Briefe an eine Freundin. Rahel Varnhagen an Rebecca Friedländer,</em> Köln 1988. (lediglich eine Auswahl der Briefe)</li>
<li>eine Auswahl von Briefen in: Barbara Hahn (Hrsg.), <em>Rahel. Ein Buch des Andenkens, </em>Göttingen 2011, Bd. 1.</li>
<li>der vollständige Briefwechsel zwischen Regina Frohberg und Rahel Levin wird in <em>ERLV IV</em> erscheinen. (ERLV IV: Edition Rahel Levin Varnhagen. Rahel Levin Varnhagen, <em>Briefwechsel mit Freundinnen I, </em>Hrsg. v. Barbara Hahn, ca. 2012, Bd. 4.)</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>G</strong></h2>
<p><strong>Karoline von Günderrode (1780-1806), PND: 118543202 </strong></p>
<ul>
<li>Karoline von Günderrode, <em>Sämtliche Werke und ausgewählte Studien. Historisch-kritische Ausgabe,</em> Hrsg. v. Walter Morgenthaler, 3 Bde., Basel 1990-91.</li>
<li>Karoline von Günderrode, <em>Gesammelte Werke der Karoline von Günderrode,</em> Hrsg. v. Leopold Hirschberg. 3 Bde., Berlin 1920-22.</li>
<li>Karoline von Günderrode, <em>Einstens lebt ich süßes Leben. Gedichte, Prosa, Briefe, Zeugnisse von Zeitgenossen,</em> Hrsg. m. d. Essay „Der Schatten eines Traumes“ v. Christa Wolf, Frankfurt a.M. 2006.</li>
<li>Birgit Weißenborn (Hrsg.), <em>„Ich sende Dir ein zärtliches Pfand“: Die Briefe der Karoline von Günderrode</em>, Frankfurt a.M./Leipzig 1992.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>H</strong></h2>
<p><strong>Henriette Herz, geb. de Lemos (1764-1847), PND: 118550152 </strong></p>
<ul>
<li>Briefwechsel zwischen Henriette Herz und Rahel Levin wird in <em>ERLV V</em> erscheinen. (ERLV V: Edition Rahel Levin Varnhagen. Rahel Levin Varnhagen, <em>Briefwechsel mit Freundinnen II, </em>Hrsg. v. Barbara Hahn, ca. 2013, Bd. 5.)</li>
<li>Zwei Briefe in: Barbara Hahn,<em> Rahel. Ein Buch des Andenkens, </em>Göttingen 2011, Bd. 4 u. 5.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Therese Huber, geb. Heyne, verw. Forster (1764-1804)</strong>, <strong>PND: 118883712 </strong></p>
<ul>
<li> Jessica Kewitz, <em>„Kommen Sie, wir wollen &#8216;mal Hausmutterles spielen.“ Der Briefwechsel zwischen den Schriftstellerinnen Therese Huber (1764-1829) und Helmina von Chézy (1783-1856), </em>Marburg 2004.</li>
<li>Therese Huber, <em>Briefe,</em> Hrsg. v. Magdalene Heuser und [ab Bd. 5] Petra Wulbusch, Bde. 1-9 [erschienen Bde. 1-6), Tübingen 1999ff.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Caroline von Humboldt, geb. von Dacheröden (1766-1829), PND: 118554719 </strong></p>
<ul>
<li>Albert Leitzmann, <em>Briefwechsel zwischen Karoline von Humboldt, Rahel und Varnhagen, </em>Weimar 1896.</li>
<li><em>Literarischer Nachlass der Frau Caroline von Wolzogen,</em> Hrsg. v. Abeken, 2 Teile, Leipzig 1849. Nachdruck: Hildesheim 1990. (Darin enthalten einige Briefstücke Caroline von Wolzogens an Caroline von Humboldt.)</li>
<li>Ilse Foerst-Crato, <em>Frauen zur Goethezeit. Ein Briefwechsel, Caroline von Humboldt – Friederike Brun, </em>Düsseldorf 1975.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>K  </strong></h2>
<p><strong> Charlotte von Kalb (1761-1843), PND: 11871483X </strong></p>
<p><strong>Juliane von Krüdener (1764-1824), PND: 119160145 </strong></p>
<p><strong> </strong><strong></strong></p>
<h2><strong>L</strong><strong></strong></h2>
<p><strong>Rahel Levin, Robert, konv. u. verh. Antonie Friederike Varnhagen von Ense (1771-  1833), PND: 118626175 </strong></p>
<ul>
<li>Albert Leitzmann, <em>Briefwechsel zwischen Karoline von Humboldt, Rahel und Varnhagen,</em> Weimar 1896.</li>
<li>Deborah Hertz, <em>Briefe an eine Freundin. Rahel Varnhagen an Rebecca Friedländer, </em>Köln 1988. (lediglich eine Auswahl der Briefe)</li>
<li>Barbara Hahn (Hrsg.), <em>Rahel. Ein Buch des Andenkens,</em> 6 Bde., Göttingen 2011.</li>
<li>Edition Rahel Levin Varnhagen: Rahel Levin Varnhagen, <em>Bd. I Briefwechsel mit Pauline Wiesel, </em>Hrsg. v. B. Hahn u. B. Bosold, München 1997; <em>Bd. IV Briefwechsel mit Freundinnen I</em>, Hrsg. v. B. Hahn. ca. 2012<em>; Bd. V Briefwechsel mit Freundinnen II, </em>Hrsg. v. B. Hahn. ca. 2013.</li>
</ul>
<p><strong><br />
</strong></p>
<h2><strong>M</strong></h2>
<p><strong> Sophie Mereau-Brentano, geb. Schubart (1770-1806), PND: 11858104X </strong></p>
<ul>
<li>Gisela Schwarz, <em>Literarisches Leben und Sozialstrukturen um 1800. Zur Situation von Schriftstellerinnen am Beispiel von Sophie Brentano-Mereau geb. Schubart,</em> Frankfurt a.M. 1991. (Briefe in Auszügen im Anhang)</li>
<li>Einzelne Briefe sind z.T. bei Dagmar v. Gersdorff zitiert, so z.B. an ihre Schwester Henriette Schubart, Charlotte von Ahlefeld, an Bettina Brentano und an Sophie von La Roche.(Dagmar von Gersdorff, <em>Dich zu lieben kann ich nicht verlernen. Das Leben der Sophie Brentano-Mereau,</em> Frankfurt a.M. 1984.)</li>
<li>Weitere Hinweise zu Briefen von und an Mereau lassen sich in Hammersteins Kommentar finden: Sophie Mereau-Brentano, <em>„Wie sehn‘ ich mich hinaus in die freie Welt.“ Tagebuch, Betrachtungen und vermischte Prosa,</em> Hrsg. u. kom. v. Katharina von Hammerstein, Frankfurt a. M. 1997, S. 302f.</li>
<li>Karen Schenk zu Schweinsberg, <em>„Meine Seele ist bey euch geblieben.“ Briefe Sophie Brentanos an Henriette von Arnstein, </em>Weinheim 1985.</li>
</ul>
<h2></h2>
<h2><strong>N</strong><strong></strong></h2>
<p><strong> Benedikte Naubert, geb. Hebenstreit (1756-1819), PND: 118586564 </strong></p>
<ul>
<li>Benedikte Naubert, <em>„Sich rettend aus der kalten Würklichkeit.“ Die Briefe Benedikte Nauberts. Edition – Kritik – Kommentar, </em>Frankfurt a.M./Bern/New York 1986.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>P</strong></h2>
<p><strong>Caroline Pichler, geb. Greiner (1769-1843), PND: 118742361 </strong></p>
<ul>
<li>Brigitte Leuschner (Hrsg.), <em>Schriftstellerinnen und Schwesterseelen. Der Briefwechsel zwischen Therese Huber (1764-1829) und Karoline Pichler (1769-1843), </em>Marburg 1995.</li>
</ul>
<p><strong> </strong></p>
<h2><strong></strong><strong>R</strong></h2>
<p><strong>Elisa von der Recke (1754-1833), PND: 118743627 </strong></p>
<ul>
<li>Paul Rachel (Hrsg.), <em>Tagebücher und Briefe aus ihren Wanderjahren, </em>2 Bde., Leipzig 1902.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>S</strong></h2>
<p><strong>Caroline Schlegel-Schelling, geb. Michaelis, gesch. Böhmer, gesch. Schlegel, verh.  Schelling (1763-1809), PND: 118607049 </strong></p>
<ul>
<li>Ernst Wieneke (Hrsg.), <em>Caroline und Dorothea Schlegel in Briefen,</em> Weimar 1914.</li>
<li>Erich Schmidt (Hrsg., nach Georg Waitz vermehrt),<em> Caroline. Briefe aus der Frühromantik,</em>  2 Bde., Leipzig 1913.</li>
<li>Sigrid Damm (Hrsg.), <em>Begegnungen mit Caroline. Briefe von Caroline Schlegel-Schelling,</em> Leipzig 1979.</li>
</ul>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Dorothea Schlegel geb. Brendel Mendelssohn, gesch. Veit (1764-1839), PND: 118607979 </strong></p>
<ul>
<li>alle Briefe in der <em>Kritischen Friedrich-Schlegel-Ausgabe</em> (KFSA), hrsg. v. Ernst Behler u.a. Paderborn/München/Wien 1958ff.</li>
</ul>
<ul>
<li>Ernst Wieneke (Hrsg.), <em>Caroline und Dorothea Schlegel in Briefen,</em> Weimar 1914.</li>
</ul>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Germaine de Staël (1766-1817), </strong><strong>PND: 118616617 </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<h2><strong>T</strong></h2>
<p><strong>Fanny Tarnow (1779-1862), PND: 118837052 </strong></p>
<ul>
<li>Briefwechsel zwischen Fanny Tarnow und Rahel Levin wird in <em>ERLV V</em> erscheinen. (ERLV V: Edition Rahel Levin Varnhagen. Rahel Levin Varnhagen, <em>Briefwechsel mit Freundinnen II, </em>Hrsg. v. Barbara Hahn, ca. 2013, Bd. 5.)</li>
<li>Einzelne Briefe in: Barbara Hahn (Hrsg.), <em>Rahel. Ein Buch des Andenkens, </em>Göttingen 2011, Bd. 4 u. 5.</li>
</ul>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Sophie Tieck, gesch. Bernhardi, verh. Knorring (1775-1833), PND: 118973665 </strong></p>
<ul>
<li>Gegenwärtig arbeitet Prof. Dr. Hannelore Scholz-Lübbering mit einem Team an einem Briefwechsel Sophie Tiecks mit wichtigen Persönlichkeiten ihrer Zeit.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>W</strong></h2>
<p><strong>Caroline von Wolzogen, geb. von Lengefeld, gesch. von Beulwitz (1763-1847), PND:</strong> <strong>118771272 </strong></p>
<ul>
<li><em>Literarischer Nachlass der Frau Caroline von Wolzogen, </em>Hrsg. v. Abeken, 2 Teile, Leipzig 1849. Nachdruck: Hildesheim 1990. (Darin enthalten einige Briefstücke Caroline von Wolzogens an Caroline von Humboldt.)</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Projektvorstellung: Die Korrespondenz der Constance de Salm</title>
		<link>http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=285</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 10:51:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Caroline von Humboldt]]></category>
		<category><![CDATA[Schriftstellerinnen]]></category>
		<category><![CDATA[Tagungsberichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Am vergangenen Montag besuchte Gudrun Gersmann, Direktorin des Deutschen Historischen Instituts in Paris (DHI Paris), das Doktorandenkolloquium der Nachwuchsgruppe ‚Berliner Intellektuelle 1800–1830‘ und stellte das Arbeitsprojekt ‚Die Korrespondenz der Constance de Salm‘ vor. Constance de Salm (1767–1845), verheiratet mit dem &#8230; <a href="http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=285">mehr <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Montag besuchte Gudrun Gersmann, Direktorin des Deutschen Historischen Instituts in Paris (DHI Paris), das Doktorandenkolloquium der Nachwuchsgruppe ‚Berliner Intellektuelle 1800–1830‘ und stellte das Arbeitsprojekt ‚Die Korrespondenz der Constance de Salm‘ vor.</p>
<p>Constance de Salm (1767–1845), verheiratet mit dem rheinischen Adligen Joseph Fürst Salm-Reifferscheidt-Dyck, lebte seit ihrer Verheiratung im halbjährlichen Wechsel jeweils in Paris und im Rheinland. Dieser besondere Umstand könnte als Voraussetzung für die umfangreiche Briefkorrespondenz von ca. 7500 Briefen gelten.<br />
Tatsächlich, so die Arbeitsthese des Projekts, ersetze die geführte Korrespondenz während der Monate im Rheinland sozusagen ‚virtuell‘ die in Paris geführten Salons und Zusammenkünfte. Constance de Salm war eine bekannte Figur und Akteurin des kulturellen Lebens in Paris:<br />
Ihre Rolle als frühfeministische Aktivistin während der Französischen Revolution ist bemerkenswert. Ihre Arbeiten als Schriftstellerin (sie verfasste<br />
Libretti, Theaterstücke und Romane) und ihr Einsatz auch Frauen das Recht auf Schreiben zuzugestehen sind ungewöhnlich. Ihre Briefkorrespondenz ist mit 7500 überlieferten Briefen, die sich über einen Zeitraum von 45 Jahren erstreckt, eine Fundgrube für interdisziplinär angelegte Projektvorhaben (Masterarbeiten, Dissertationen usf.). Dabei sind die Briefe, wenn sie als Egodokumente verstanden werden wollen, auch unter der Perspektive sozial-historischer Fragestellungen fruchtbar.</p>
<p>Mögliche Untersuchungen an der Korrespondenz könnten folgende Themen betreffen:</p>
<ul>
<li> Reflexionen über den Pariser Kultur- und Literaturbetrieb während der Französischen Revolution und der Ära Napoleons</li>
</ul>
<ul>
<li> Constance de Salms frühfeministische Rolle als Autorin</li>
</ul>
<ul>
<li> ihre Rolle als soziale und politische Akteurin während der Revolution und danach</li>
</ul>
<ul>
<li> interkulturelle Kommunikation</li>
</ul>
<ul>
<li> adlige Freimaurerei</li>
</ul>
<ul>
<li> etc.</li>
</ul>
<p>Ziel des Projekts ‚Die Korrespondenz der Constance de Salm‘ ist die Erfassung der Briefe mit ihren speziellen Rahmendaten bzw. Metadaten. Das heißt konkret:<br />
Die Briefe liegen zwar digitalisiert vor, sind aber nicht transkribiert.<br />
Unter Metadaten werden die Angaben zu Adressat und Absender (es sind jeweils Links zur PND-Datei geplant), zu Datum und Ort verstanden.<br />
Diese Metadaten sollen in ein Repository aufgenommen werden, das wiederum, das ist zumindest angedacht, an die Kalliope Datenbank angeschlossen sein soll. Das jeweilige Digitalisat der Briefe soll  über den DHI-Server abrufbar sein.</p>
<p>Weitere Hinweise zum Projekt können auf der Internetseite des DHI Paris nachgelesen werden. Bei Interesse und/oder Wunsch zur Mitarbeit und/oder Ideen zu Projektvorhaben, bitte wenden Sie sich an die Mitarbeiter des DHI Paris.</p>
<p><a href="http://www.dhi-paris.fr/de/home/forschung/19-jahrhundert/ein-virtueller-salon.html">http://www.dhi-paris.fr/de/home/forschung/19-jahrhundert/ein-virtueller-salon.html</a></p>
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		<title>&#8216;Tagesspiegel&#8217;-Artikel</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Aug 2011 09:39:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Caroline von Humboldt]]></category>
		<category><![CDATA[Kolloquium]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 02. August 2011 ist ein Artikel zu Caroline von Humboldt unter Erwähnung des Caroline von Humboldt Kolloquiums im Berliner &#8216;Tagesspiegel&#8217; erschienen. http://www.tagesspiegel.de/wissen/die-schillernde-gattin-des-universitaetsgruenders/4453272.html 02.08.2011 20:33 Uhr von Dorothee Nolte Caroline von Humboldt Die schillernde Gattin des Universitätsgründers Caroline von Humboldt, &#8230; <a href="http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=248">mehr <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 02. August 2011 ist ein Artikel zu Caroline von Humboldt unter Erwähnung des Caroline von Humboldt Kolloquiums im Berliner &#8216;Tagesspiegel&#8217; erschienen.</p>
<div><a href="http://www.tagesspiegel.de/wissen/caroline-von-humboldt-die-schillernde-gattin-des-universitaetsgruenders/4453272.html">http://www.tagesspiegel.de/wissen/die-schillernde-gattin-des-universitaetsgruenders/4453272.html</a></div>
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<div><a title="Der Tagesspiegel" href="http://www.tagesspiegel.de/"><img src="http://www.tagesspiegel.de/images/tsp_logo/3114/6.png?format=formatOriginal" alt="Quelle: " /></a></div>
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<p>02.08.2011 20:33 Uhr von Dorothee Nolte</p>
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<h2>Caroline von Humboldt<br />
Die schillernde Gattin des Universitätsgründers</h2>
<p>Caroline von Humboldt, die Frau Wilhelm von Humboldts, war Intellektuelle, Mäzenin – und in Liebesdingen äußerst modern. Dennoch ist sie eine schwierige Identifikationsfigur: War sie auch Antisemitin?</p>
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<div><img src="http://www.tagesspiegel.de/images/heprodimagesfotos87120110802cvhullstein-jpg/4453294/3.JPG?format=format1" alt="Italienische Reisen. Caroline von Humboldt nach einem Gemälde von Friedrich Wilhelm von Schadow (Ausschnitt). Foto: Ullstein Quelle: Foto: ullstein bild" /></div>
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<p class="postmetadata">Italienische Reisen. Caroline von Humboldt nach einem Gemälde von Friedrich Wilhelm von Schadow (Ausschnitt). Foto: Ullstein &#8211; Foto: ullstein bild</p>
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<p>Auch das kam vor im bewegten Leben der Caroline von Humboldt: „Sie ließ ihren Mann allein in Rom mit zwei kleinen Töchtern“, erzählt ihre Biographin Dagmar von Gersdorff, „und fuhr für ein Jahr zu ihrem Liebhaber nach Paris! Stellen Sie sich mal vor!“ In der Stimme von Dagmar von Gersdorff schwingt noch immer Staunen mit, wenn sie davon berichtet: Caroline von Humboldt (1766-1829), die Gattin Wilhelm von Humboldts, war eben eine in vieler Hinsicht ungewöhnliche Frau. Und so hat von Gersdorff ihrer kürzlich erschienenen, spannenden Biographie den Leitsatz vorangestellt: „Was für andere galt, galt nicht für sie.“</p>
<p>Ganz sicher traf das auf ihre Ehe zu.</p>
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<p>Caroline von Dacheröden begegnete Wilhelm von Humboldt im Jahre 1788; sie sollte fast vierzig Jahre lang, bis zu ihrem Tod 1829, mit dem preußischen Bildungsreformer, Sprachwissenschaftler und Gesandten verheiratet sein. Aus der Verbindung gingen acht Kinder hervor, von denen drei starben. Die Ehe war geprägt von tiefer Zuneigung, lebhaftem geistigen Austausch und großer Freiheit: Beide Partner akzeptierten klaglos die Affären des jeweils anderen. Schon zu Beginn der Ehe hatte Wilhelm ihr versprochen: „Sollte einer von uns nicht mehr in dem anderen, sondern in einem Dritten das finden, worin er seine ganze Seele versenken möchte; nun so werden wir beide genug wünschen einander glücklich zu sehen, und genug Ehrfurcht für ein so schönes, großes, wohltätiges Gefühl, als das der Liebe ist, besitzen.“ Für beide gehörten Freiheit und Liebe untrennbar zusammen – und Caroline berichtete ihrem Mann sogar in ihren Briefen ausführlich von ihren jeweiligen Flammen.</p>
<p>Das Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien an der Humboldt-Universität versuchte kürzlich, der schillernden Gattin des Universitätsgründers auf die Spur zu kommen. Im Colloquium „Caroline von Humboldt – Intellektuelle, Salonière, Mäzenin“ diskutierten von Gersdorff und viele Experten über diese Frau, die ihre Zeit in tausenden Briefen kritisch reflektierte, die die Kunst liebte und Künstler förderte, die eng mit Goethe und Schiller befreundet war und ihrem Ehemann eine ebenbürtige Gesprächspartnerin. Wie viel emanzipatorisches Potenzial steckt in ihrem Leben und ihren Schriften?</p>
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<p>War sie in Liebesdingen äußerst modern, so konnte sie doch in anderer Hinsicht nicht aus ihrer Zeit heraus. Es war damals nicht üblich, dass Frauen unter ihrem eigenen Namen Texte veröffentlichten. Das wurde, so die Germanistin und Expertin für intellektuelle Netzwerke, Anne Baillot, nur dann akzeptiert, wenn die jeweilige Frau aus Geldnot schrieb oder ihre Familie auf diese Weise ernähren musste. Die in komfortablen Verhältnissen lebende Frau von Humboldt konnte nur auf die damals übliche Weise intellektuell aktiv werden: als Salonière, als Briefeschreiberin, als Gesprächspartnerin. Wo auch immer sie lebte, wurde ihr Haus zum Treffpunkt für Künstler und Intellektuelle, wie Hanna Lotte Lund (Kleist-Museum, Frankfurt/Oder) berichtete. Ihre Gabe, Menschen zusammenzubringen, ihre Wärme und Herzlichkeit waren berühmt.</p>
<p>Und ihre Schreibkunst erschloss sich jedem, der einen Brief von ihr erhielt. Von einer Spanienreise schickte Caroline einige Beschreibungen von Raffael-Gemälden an den guten Freund Goethe. Der fand sie so bemerkenswert, dass er sie in der Jenaer Allgemeinen Literatur-Zeitung publizierte, allerdings ohne Nennung ihres Namens. Die Texte stammten, so war zu lesen, „von einer Person“.</p>
<p>Diese Texte sind die einzigen von ihr, die veröffentlicht wurden. Kann man sie, die über vier Jahrzehnte mit ihrem Mann und zahlreichen anderen brieflich korrespondierte, als deutsche Autorin bezeichnen? Der Germanist Cord-Friedrich Berghahn (TU Braunschweig) meint ja: Im Medium Brief sei um 1800 eine „ganz neue Art Autorschaft“ entstanden. Er plädiert dafür, ihre Texte als „Werk“ und Caroline von Humboldt als „Autorin“ zu betrachten: „Sie besitzen individuellen literarischen Rang.“ Viele der Briefe sind heute verloren, Carolines Korrespondenz mit Wilhelm jedoch wurde von ihrer Enkeltochter Anna von Sydow ab 1906 auf rund 3000 Seiten herausgegeben.</p>
<p>Kunst war die große Leidenschaft Caroline von Humboldts. Ihr Leben lang förderte sie die Kunst, wie Ute Tintemann (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften) zeigte. Ab 1802 lebten die Humboldts in Rom, denn Wilhelm war zum Preußischen Ministerresidenten am päpstlichen Hof ernannt worden. Nahe ihrem Haus an der Spanischen Treppe lebten auch einige deutsche Künstler. Sie förderte sie auf ganz unterschiedliche Weise: Sie lud sie zu sich nach Hause ein und gab Essen und Tees für die Künstler, sie kaufte ihre Werke oder gab Familienbildnisse bei ihnen in Auftrag, einige ließ sie bei sich wohnen und als Zeichenlehrer für die Töchter ein Zubrot verdienen. Im Jahr 1808 gaben die Humboldts pro Monat doppelt so viel für „Kunstsachen“ aus als für Miete und Erziehung der Kinder. Caroline genoss die Nähe zu den Künstlern: „Hier lebe ich entfernt von allen langweiligen Gesellschaftsverhältnissen“, schrieb sie 1818 an ihre <a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/ich-bin-von-aussen-ganz-verschuettet/4350548.html" target="_blank">Freundin Rahel Varnhagen</a>. „Am Abend kommen die Künstler zu mir, mit Thorwaldsen, Rauch, den beiden Schadow, Wach und mehreren anderen wohne ich in einem Hause.“</p>
<p>Die Humboldt-Universität ehrt die Gattin ihres Gründers auch mit dem „Caroline-von-Humboldt-Preis“ für exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen, der im 2010 zum ersten Mal vergeben wurde, an Anne Baillot. Schon bei der Verleihung und jetzt wieder auf dem Colloquium wurde deutlich: Eine ganz einfache Identifikationsgestalt ist Caroline von Humboldt nicht. Barbara Hahn, Expertin für die Geschichte weiblicher Intellektualität (Vanderbilt University/Humboldt-Universität), die soeben eine Biographie Rahel Levins veröffentlicht hat, sprach über die Beziehung der beiden Frauen miteinander: zuerst sehr eng und vertraut, dann von plötzlicher Distanz geprägt.</p>
<p>Caroline entzog Rahel gar das vertrauliche „Du“ und sprach sie mit „Sie“ an, was die andere sehr kränkte. Ein Ausdruck der Distanzierung gegenüber Juden? Während Wilhelm von Humboldt die rechtliche Gleichstellung der Juden vorantrieb, hat sich Caroline, die in ihren späten Lebensjahren immer mehr Sympathien für den Patriotismus äußerte, in Briefen despektierlich über Juden geäußert: Sie bedienten sich ihrer Bürgerrechte nur zum Schachern und Handeln, das Vermögen dieser Stadt sei in ihrer Hand. Die Juden seien „ein Flecken der Menschheit“. Äußerungen Caroline von Humboldts, die Barbara Hahn als „ziemlich ungeheuerlich“ und „modernen Antisemitismus“ qualifizierte: „Das sollte man nicht verharmlosen.“</p>
<p>In der Debatte waren auch andere Stimmen zu hören: Dagmar von Gersdorff gab zu bedenken, dass die Beziehung zu Rahel auch aus ganz anderen Gründen abgekühlt sei. Caroline von Humboldt habe bis ans Ende ihres Lebens enge Beziehungen zu Juden gehabt, ihre Äußerungen in jenem Brief seien „unter Niveau“, aber sollten nicht überbewertet werden. Oder, wie HU-Vizepräsident Michael Kämper-van den Boogaart zu Beginn des Colloquiums sagte: „Ihre Schwächen teilte sie mit ihrem Milieu, der Schöngeistigkeit.“ Jedenfalls bietet Caroline von Humboldts Leben und Denken viel Stoff zum Diskutieren – zum Beispiel im neuen Caroline-von-Humboldt-Forum, <a href="../" target="_blank">einem Blog</a>, der Erkenntnisse und Tagungsberichte über sie versammelt.</p>
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		<title>Fanny Lewald Tagung am 2. Juli 2011</title>
		<link>http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=240</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Aug 2011 19:25:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tagungsberichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Tagung 200 Jahre Fanny Lewald – Neue Perspektiven der Forschung, die am 2. Juli 2011 an der Humboldt-Universität stattfand, behandelte sehr unterschiedliche Facetten der zu Lebzeiten so erfolgreichen Autorin; dabei wurden zum einen Themen und Texte diskutiert, die bisher &#8230; <a href="http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=240">mehr <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Tagung 200 Jahre Fanny Lewald – Neue Perspektiven der Forschung, die am 2. Juli 2011 an der Humboldt-Universität stattfand, behandelte sehr unterschiedliche Facetten der zu Lebzeiten so erfolgreichen Autorin; dabei wurden zum einen Themen und Texte diskutiert, die bisher in der Lewald-Forschung noch gar keine Rolle spielten &#8211; wie Fanny Lewalds Kunstkritik oder ihre Bezugnahme auf den Vernunftbegriff &#8211; oder die bisher nur ansatzweise geklärt wurden &#8211; wie ihre vielschichtige Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Christentum und Judentum. In zwei Vorträgen wurde zudem ausführlich auf den bislang unedierten Korpus von Briefen und Manuskripten zurückgegriffen, wodurch das bekannte Bild der Autorin neue Facetten gewann. Zum andern wurden Themenkomplexe noch einmal vertieft behandelt, die für die Deutung der Person und Schriftstellerin Fanny Lewald schon lange zentral sind, &#8211; wie ihre Haltung zu Emanzipation und Revolution. So wurde beispielsweise im Vortrag von CHRISTINA UJMA (Paderborn) und der anschließenden Diskussion der enge Zusammenhang zwischen emanzipativen und revolutionären Bestrebungen bei Lewald sehr deutlich herausgearbeitet. In Fanny Lewalds Beschreibung ihrer Paris-Reise im Jahr 1848 und der dort emphatisch von ihr miterlebten Revolution findet sich ein erstaunliches Zitat über die jüdische Schauspielerin Madame Rahel, die &#8211; die Marseillaise singend &#8211; von der Beobachterin als Verkörperung der Republik gedeutet wurde. Im Gegensatz zur abgeklärten Sicht des alternden Heinrich Heine sei Lewalds Blick auf diese Revolution frisch gewesen, ihre Darstellung changierend zwischen Verklärung (auch, um dem deutschen Lesepublikum eine gesellschaftliche Umwälzung nicht als Perhorreszendum vorzustellen) und gezielter Grenzüberschreitung im Hinblick auf Standes-, Konfessions- und Geschlechterordnungen.</p>
<p>Der Vortrag von GABRIELE SCHNEIDER (Düsseldorf), die unedierte Zeugnisse aus dem Lewald-Nachlass präsentierte, zeigte die Erfolgsautorin als selbstbewusste Geschäftsfrau, die auch die merkantile Seite des Schriftstellerberufs virtuos beherrschte und mit Freude betrieb, indem sie Verleger gegeneinander ausspielte, hart verhandelte und durch bewusste Öffentlichkeitsarbeit die Rezeption ihrer Werke steuerte. Trotzdem sei auch bei ihr ein Rollenkonflikt zwischen Schriftstellerin und Hausfrau erkennbar. In der Diskussion interessierte es die Zuhörer, ob sich die straffe Organisation und der Wille Lewalds, ihre Wirkung zu steuern, auch in der Ordnung des Nachlasses widerspiegelten.</p>
<p>Ebenfalls über unedierte Briefe sprach RENATE STERNAGEL (Berlin), die eine mit Spannung erwartete Edition des Briefwechsels Lewalds mit Adolf Stahr, ihrem Gefährten über drei Jahrzehnte, plant. RAINER ZUCH (Marburg) referierte im Anschluss über die Rolle der Kunstbetrachtungen in Lewalds Spätwerk.</p>
<p>ULRIKE STAMM (Berlin) betonte in ihrem Vortrag die Bedeutung der Kategorie Vernunft für das Werk Fanny Lewalds, die als Vertreterin der ‘äußeren’ Emanzipation zu sehen ist, im Gegensatz zu Ida Hahn-Hahn, die als Vertreterin der ‘inneren’ Emanzipation gilt. In diesem Sinne sei Vernunft als Axiom der Autorschaft und des Werks Fanny Lewalds zu verstehen: Lewald wolle nicht als sentimentale, sondern als vernünftige Schriftstellerin gelten. Ihre Texte seien in der Gegenwart verankert, bezögen z. T. konkret politisch Stellung und seien damit in der Nähe des programmatischen Realismus zu verorten. Die explizite Thematisierung der jüdischen Emanzipation sei aber, so Ulrike Stamm, im Werk Fanny Lewalds eher selten, vordringlich gehe es um Fragen der weiblichen Emanzipation und dies in praktischer Hinsicht.</p>
<p>In dem Vortrag von EVA LEZZI (Potsdam) stand die diskursive Dimension der Religion in der Figur der Konversion am Beispiel von Fanny Lewalds Roman ‚Jenny‘ im Vordergrund. Inhaltlich nehme dabei der Konversionszwang der weiblichen Protagonisten aufgrund der interreligiösen Eheschließung eine zentrale Rolle ein. Dies stelle ein Novum in der bisherigen Literaturgeschichtsschreibung dar. Fanny Lewald sei sich der Novität ihrer Thematik durchaus bewusst gewesen. Gerade das Ende des Romans verweise, so Lezzi, auf eine radikale Infragestellung des Christentums und des Judentums. Und selbst die Liebe als dritter Ort neben Christentum und Judentum sei letztlich ein christlich konnotierter Ort für die Protagonistin. In dieser Konsequenz scheitere die Liebe an ihrer Ortlosigkeit bzw. an der fehlenden ‚Neutralität‘.</p>
<p>JENNY WARNECKE (Freiburg i. B.) hat sich in ihrem Beitrag mit Louise Astons ‚Revolution und Contrerevolution‘ von 1849 auseinandergesetzt. Sie hat neben einführenden Bemerkungen zu Leben, Kontext und Werk der Autorin, vor allem auf die Form der Kolportage-Technik hingewiesen und diese als bewusstes Formelement der Autorin aufzuwerten gesucht. Gerade die Vielpersonenschaft, die verschlungenen Liebeständeleien, und die verschiedenen Gesellschaftsschichten, die im Text zueinander in Bezug gesetzt werden, seien in ihrer Varianz der Darstellung bemerkenswert und schaffen dadurch eine gewisse ‚Authentizität‘ und eine ganz eigene Ästhetik. Jenny Warnecke hat dabei das Bild der Kamerabewegung im Film bemüht, um die Schnelligkeit und detaillreiche Bilderfülle in Louise Astons Roman zu beschreiben.</p>
<p>Am Ende der Tagung wurde schließlich versucht, drei Modelle ‚weiblicher‘ Autorschaft in der Zeit des Vormärz zu unterscheiden; Ulrike Stamm beschrieb die mit Fanny Lewald befreundete Therese von Bacheracht als Autorin, die sich dezidiert als ‚weibliche‘ Autorin verstanden wissen wollte, indem sie ihre Texte in starker Selbstzurücknahme ‚als [bloße] Plauderei‘ bezeichnet und zugleich in ihren Romanen vornehmlich weibliche Opferschicksale schildert; dennoch gelinge es Bacheracht unter diesem Schutzschild einer minimalisierten weiblichen Autorschaft, sich nicht nur als erfolgreiche Autorin zu etablieren, sondern auch zahlreiche Reiseberichte und kritische Essays zu verfassen, in denen sie die gesellschaftlichen und auch die sexuellen Hierarchien in Frage stellt. Christina Ujma betonte dem gegenüber Fanny Lewalds kritische und entschlossene Auseinandersetzung mit Rollenerwartungen und Weiblichkeitskonzepten sowohl in ihren Romanen wie auch in ihren öffentlichen Briefen über gesellschaftspolitische Themen. Jenny Warnecke stellte Louise Aston als Autorin vor, die in der flammenden Sprache der Revolution vor allem starke Frauenfiguren und schwache Männerfiguren in ihren Texten entwarf. Tatsächlich habe sich Louise Aston einerseits gängigen Weiblichkeitsstrategien untergeordnet und stehe andererseits allein schon durch die Assoziation mit dem linkshegelianischen Milieu, in dem sie sich aufhielt, am Rand des Literaturbetriebs. Drei Spannungsfelder seien, nach Warnecke bei Louise Aston von besonderem Interesse: Zum Ersten die dargestellte Ordnung im Roman einerseits, die Grenzüberschreitung andererseits. Zum Zweiten die Spannung zwischen den Genres, zwischen sog. ‚kleiner‘ und ‚großer‘ Form und zum Dritten das programmatische Schreiben im Namen der Emanzipation und gleichzeitig eine tiefe Skepsis dieser Programmatik gegenüber.</p>
<p>Zusammenfassend wurde konstatiert, dass sich an den drei verglichenen Autorinnen zeigt, wie zahlreich die Momente und Räume des Aufbruchs für schreibende Frauen in der Zeit des Vormärz waren. Zugleich verdeutlicht die Gegenüberstellung dieser so unterschiedlichen Autorinnen, welche vielfältigen Möglichkeiten es in diesem historischen Zeitraum gab, das im 19. Jahrhundert problematische Verhältnis von Weiblichkeit und Autorschaft zu gestalten. Fanny Lewald steht dabei gewissermaßen in der Mitte, da sie sich einerseits an Konventionen anpasste, diese aber in ihren emanzipativen Schriften wie auch in ihren Romanen immer wieder in Frage stellte. Diese Vielschichtigkeit weiblichen Schreibens in der Zeit des Vormärz gelte es intensiver zu erforschen, sowohl durch eine Kontextualisierung, die die Besonderheiten einzelner Autorinnen deutlicher konturieren kann, wie auch am Beispiel noch wenig interpretierter Texte und unter Bezug auf noch unentdeckte Vormärzautorinnen.</p>
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		<title>Neuerscheinung</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Aug 2011 10:31:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliographie]]></category>

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		<description><![CDATA[Soeben ist das Buch &#8216;Vom guten Leben. Adelige Frauen im 19. Jahrhundert&#8217; in der Reihe &#8216;Elitenwandel in der Moderne&#8217; (Bd. 12) von Monika Kubrova im Akademie Verlag erschienen. Im Folgenden soll die Buchbeschreibung des Verlags Auskunft über den Inhalt geben. &#8230; <a href="http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=236">mehr <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Soeben ist das Buch &#8216;Vom guten Leben. Adelige Frauen im 19. Jahrhundert&#8217; in der Reihe &#8216;Elitenwandel in der Moderne&#8217; (Bd. 12) von Monika Kubrova im Akademie Verlag erschienen. Im Folgenden soll die Buchbeschreibung des Verlags Auskunft über den Inhalt geben. Nachzulesen auch unter folgendem Link:<br />
<a href="http://www.oldenbourg-verlag.de/akademie-verlag/vom-guten-leben/9783050050010" target="_blank">http://www.oldenbourg-verlag.de/akademie-verlag/vom-guten-leben/9783050050010</a></p>
<p>&#8220;<em>In diesem Buch geht es um die Selbstpräsentationen adeliger Frauen im  Medium der Autobiographik um 1900. Die Autorin verbindet, und das ist  für die Adelsforschung neu, nahezu gleichgewichtig Fragestellungen und  Methoden der Adels- und der Geschlechtergeschichte. </em><br />
<em> Sie wertete 36 Lebenserinnerungen adeliger Frauen aus und stellt die  Frage nach dem „guten Leben“, das heißt nach dem Zusammenhang von  gesellschaftlichen Normen, Werten und individuellen Erfahrungen, wobei  sie die Geschichte adeliger Frauen konsequent als Subjektgeschichte  begreift. Im Zentrum der Untersuchung stehen Bindungs- und  Beziehungsgefüge zwischen Frauen und ihren Familien, die Auskunft  darüber geben, welche (Un)Möglichkeiten eines guten Lebens für weibliche  Adelige bestanden haben. Hierüber knüpft die Arbeit an einen  allgemeinen Befund der jüngeren Adelshistoriographie an, wonach die  adelige Familie relevante Handlungsorientierungen bereitstellte, um den  Herausforderungen der Moderne zu begegnen und prüft ihn am konkreten  Gegenstand.&#8221;</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>„German Women Writing in its European Context, 1700-1900“</title>
		<link>http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=209</link>
		<comments>http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=209#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 Jul 2011 20:01:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schriftstellerinnen]]></category>
		<category><![CDATA[Tagungsberichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Internationale Tagung im Rahmen der Womens Writers of the Eighteenth and Nineteenth Centuries Conference Series der University of London, der Swansea University, der University of Sheffield und des Austrian Cultural Forum; Institute for Germanic and Romance Studies der University of &#8230; <a href="http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=209">mehr <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p lang="en-US"><strong>Internationale Tagung im Rahmen der <em>Womens Writers of the Eighteenth and Nineteenth Centuries Conference Series</em> der University of London, der Swansea University, der University of Sheffield und des Austrian Cultural Forum; Institute for Germanic and Romance Studies der University of London, 25. und 26. November 2010</strong></p>
<p>Über dreißig Forscherinnen und Forscher aus den USA, Kanada und Europa fanden sich zu der an Themen und Vorträgen reichen Tagung an der University of London ein, die einen lebhaften Verlauf nahm:</p>
<p>Die genderorientierte Literaturwissenschaft fasst seit einigen Jahren komparative und interkulturelle Aspekte stärker ins Auge. Dabei interessieren nicht nur Vergleiche von Selbst- und Fremdwahrnehmungen von SchriftstellerInnen und von Produktions- und Rezeptionsbedingungen von Literatur in verschiedenen Sprachräumen und Nationen, sondern vor allem auch tatsächliche Einflüsse, Transfer und produktive Auseinandersetzung mit Ideen, Bildern, Formen über die nationalen Grenzen hinweg. Das führte HILARY BROWN in ihrer Einleitung zur der Tagung aus, die in einer Reihe von Tagungen über weibliche Autoren stand und diesmal Schriftstellerinnen aus dem deutschsprachigen Raum ins Visier nahm. Dementsprechend zog sich der Aspekt des Kulturtransfers als roter Faden durch die Tagungsbeträge, wobei oftmals die Vermittlungsleistung grade durch weibliche Autoren hervorgehoben wurde (etwa im traditionell stark weiblich besetzen Feld der Übersetzung, durch Rezeption ausländischer Autorschafts- und Rollenmodelle, auf Reisen und im Exil und deren literarischer Verarbeitung, als Leserinnen).</p>
<p>In der ersten Sektion unter der Überschrift <span style="text-decoration: underline;">Literary Models</span> führte ELISABETH LENCKOS (Chicago) aus, wie Werke der englischen Romantik, unter anderem der englischen Schriftstellerin Felicia Hemans, zunächst für das Schaffen der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff als Elixier gegen das deutsche Dilemma des gefühlten Epigonentums dienten. Des Weiteren zeigte LENKOS, wie das Rollenvorbild der Felicia Hemans für die Droste Rezeption nach deren Tod produktiv genutzt wurde: Zunächst bedienten sich Anhänger Drostes des Vergleiches mit der englischen Autorin, um Droste zu einer anerkannten Dichterin einer kosmopolitischen, liberalen Gemeinschaft zu stilisieren. Nachdem England ab den 1860er Jahren nicht mehr vor allem als fortschrittliches Ideal für das nach nationaler Einheit strebende Deutschland, sondern zunehmend als Konkurrent wahrgenommen wurde, sei es im Droste-Hemand-Vergleich schließlich darum gegangen, die Dichterinnen gegeneinander auszuspielen und Drostes Superiorität zu behaupten. SYLVIA BÖNING (Jena) beschäftigte sich mit dem Rollenmodell, als das Mme de Staehl den deutschen Frauen gedient habe durch ihre Person, vor allem aber durch ihr Buch <em>De l‘ Allemagne. </em>Zwar verwahrten sich die Rezipientinnen fast durchweg gegen de Staehls Abwertung der deutschen Kultur, jedoch ermöglichte die Vorlage einer Frau, die schon lang im europäischen Kontext politisch aktiv war, den deutschen Frauen eine eigene Stellungnahme zu Nationalcharakteren in Verbindung mit Frauenrollen. Das Selbstbewusstsein als deutsche Frau zu schreiben, werde dabei in Texten sehr unterschiedlich gestellter Frauen gleichermaßen inszeniert. Als Beispiele dienten die Adelige Caroline de la Motte-Fouqué, die Jüdin Esther Domeier und die unverheiratete Lehrerin Betty Gleim.</p>
<p>Die zweite Sektion zu <span style="text-decoration: underline;">Travel and Exile</span><em> </em>begann mit dem Vortrag von AGATHA SCHWARZ (Ottawa) über das kurze aber bewegte Leben der Schriftstellerin Juliane Déry zwischen Ungarn, Wien, Paris und Berlin, zwischen jüdischer Geburt, Konversion zum Katholizismus und frühem Feminismus, zwischen schillernden Rollenzuschreibungen, Maskerade und Einsamkeit. In ihren Schriften wies SCHWARZ den Einfluss und zugleich die Abgrenzung vom Naturalismus nach, insbesondere von Émile Zola, den Déry in Paris kennenlernte, und hob die Antizipation moderner Hybriditätskonzepte hervor, mit denen Déry dem Nationalismus ihrer Zeit begegnet. Im zweiten Vortrag verglich CINDY K. RENKER (Texas) die drei Gedichtsammlungen von Friederike Bruhn von 1795, 1812 und 1820 und konnte nachweisen, wie sich die politische Implikation der Gedichte durch die Erfahrungen der Autorin, vornehmlich auf ihren Reisen durch Südeuropa und ihre Kontakte dort, maßgeblich veränderte: von einem emphatischen Republikanismus, wie er sich in der „Grabschrift auf Georg Forster“ 1795 äußert, über einen dezidierten (dänischen) Nationalismus, gerichtet gegen die Hegemonialansprüche Frankreichs und Englands, hin zur Verklärung des Idealbilds eines friedlich vereinten Paneuropas. Zum Schluß der Sektion widmete sich RENATA FUCHS den Briefen Rahel Levin Varnhagens aus der Zeit ihres Exils in Prag 1813 als historischer Quelle zu den Befreiungskriegen. Rahel Levin organisierte dort Hilfsaktionen für Flüchtlinge und Kriegsversehrte, ohne in einen nationalistischen Chauvinismus einzustimmen. Vielmehr habe sie durch die Erfahrung gelingender Wirksamkeit durch die Zusammenarbeit von Frauen den Traum einer gemeinsamen übernationalen Kriegsverweigerung aller europäischen Frauen entwickelt.</p>
<p>Den Keynote-Vortrag hielt MAGDALENE HEUSER (Berlin), Herausgeberin der Briefe Therese Hubers in neun Bänden, auf Basis der neu oder noch nicht edierten Briefe Therese Hubers, zu deren bislang unterschätzter Rolle als Kulturvermittlerin, insbesondere in ihrer langjährigen Funktion als Redakteurin von Cottas <em>Morgenblatt für gebildete Stände</em>.</p>
<p>Die Vorträge der dritten Sektion, <span style="text-decoration: underline;">Readers and Mediators of European Literature</span>, stellten drei sehr unterschiedliche Schriftstellerinnen ins Zentrum. Zunächst beleuchtete ISABEL HERÁNDEZ (Madrid) die besondere Bedeutung von Cecilia Böhl de Faber (Pseudonym: Fernán Caballero) bei der Herausbildung der spanischen Nationalliteratur. Durch ihren deutschen Vater und die deutschsprachige Erziehung vermochte sie die Impulse der deutschen Romantik aufzunehmen und nach Spanien weiterzugeben, besonders die Besinnung auf Volkstümliches, das Sammeln von Volksliedern und –märchen. In Spanien war die Sehnsucht nach einer nationalen Identität nach der langen französischen Fremdherrschaft ähnlich stark ausgeprägt wie im nach Einheit strebenden Deutschland. LINDA KRAUS WORLEY (Kenntucky) wandte sich in ihrem Vortrag Marie Ebner-Eschenbach zu und zwar als Leserin europäischer Literatur: Die Schriftstellerin habe ihre vielfältige Lektüre detailliert in Merkbüchern aufgelistet und kommentiert, ebenso Anregungen und Leseberichte ihrer Freunde, etwa der Autorin Betty Paoli, die dem Freundeskreis auch die russische Literatur nah brachte. Ebner-Eschenbachs Interesse an der Literatur sei dabei von dezidiert handwerklichem Charakter, nicht auf kulturelle Kontexte gerichtet gewesen. Ebenfalls um die Rezeption europäischer Literatur, jedoch durch die genau 100 Jahre vor Ebner-Eschenbach geborene Sophie von La Roche, ging es im Vortrag von ELYSTAN GRIFFITHS (Birmingham). In ihrer Zeitschrift für Frauen <em>Pomona für Teutschlands Töchter</em> bildeten die Rezensionen europäischer (vornehmlich französischsprachiger) Literatur einen wichtigen Schwerpunkt. Jedoch, so legte GRIFFITHS dar, verengte der pädagogische Anspruch den Blick auf die vorgestellte Literatur. Mit dem Ziel, ein spezifisch weibliches Lese- und Schreibverhalten zu konstruieren und zu proklamieren, instrumentalisierte La Roche die rezensierte Literatur und schuf dabei ebenso viele neue Grenzen wie sie alte öffnete. Die anschließende Diskussion kreiste um Fragen nach der Janusköpfigkeit weiblichen Selbstverständnisses im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert: Die emanzipative Thematisierung von Frauenrollen habe immer zugleich enge Grenzen gesteckt; die dringend ersehnten Bildungsmöglichkeiten für Frauen etwa sollten auf keinen Fall „gelehrte Frauen“ hervorbringen. Selbst kämpferische Schriftstellerinnen hätten immer eine Maskerade betrieben und ein „doppeltes Schreiben“ gepflegt.</p>
<p>Der zweite Keynote-Vortrag, gehalten von NORBERT BACHLEITNER (Wien), widmete sich der Entwicklung und Ausdifferenzierung der Postitionen weiblicher Übersetzer im literarischen Feld vom frühen achtzehnten bis zum späten neunzehnten Jahrhundert. Zunächst wies er mit sozialgeschichtlichem Ansatz die rasante Steigerung des Angebots an übersetzten Werken auf dem Buchmarkt nach, eine regelrechten „Take off“-Phase der Übersetzungen. Dann setzte er dies in Zusammenhang mit sechs Einzelstudien zur Praxis übersetzender Frauen (Huber, Gottsched, Forkel, Tieck, Tarnow, von Weißenthurn), wie viele Seiten sie jeweils durchschnittlich verkauften, zu welchem Preis und mit welchem Selbstverständnis sie sich über ihre Tätigkeit äußerten. Die Entwicklung, die BACHLEITNER dabei nachzeichnete, führte vom Bild der Amateurübersetzerin in der Freizeit über das der Assistentin des Vaters, Ehemannes etc. mit professionellem Leistungsbewusstsein aber kaum Veröffentlichungen im eigenen Namen zum Berufsbild der kommerziellen Übersetzerin. Zur Entwicklung gehörig sei auch die Ausdifferenzierung zwischen Qualitätsübersetzungen und Massenproduktion.</p>
<p>Die anschließende lebhafte Diskussion kreiste vor allem um den letzten Aspekt, nicht nur in Bezug auf Übersetzungen: Ob es bei der Beschäftigung mit Literatur von Frauen erforderlich sei, endlich möglicherweise ideologische Werturteile wie „trivial“ und „ästhetisch wertvoll“ zu verabschieden, oder ob im Gegenteil die Frage nach einem Kanon auch für Literatur weiblicher Autoren schärfer zu stellen sei, über den bloßen Versuch hinaus, vergessene Schriftstellerinnen wiederzuentdecken.</p>
<p>Die folgende Sektion über <span style="text-decoration: underline;">Translation and Adaption</span><em> </em>begann mit dem Vortrag von CAROL TULLY (Bangor) über die ersten Calderon-Übersetzungen von weiblichen Übersetzern in Deutschland, nämlich Helmina von Chézys, die eigens zu diesem Zweck spanisch lernt, darüber viel mit von Malsburg korrespondiert und besonders wirkungsvolle Szenen aus den Dramen herauslöst, und Wilhelmine von Schmidts (geb. Nauen), Gattin des Romanisten F.W.V. von Schmidt, die ganze Dramen Calderons übersetzt. Ihre Übersetzungen werden zum Teil, wenn auch nicht unter ihrem Namen, in die Calderon- Werkausgabe von Gries 1850 aufgenommen. OLIVIA LANDRY (Indiana) analysierte im Anschluss exemplarisch einige Übersetzungen Dorothea Tiecks von Shakespeare-Sonetten, die Tieck als erste in Deutschland komplett übersetzte (im Rahmen der Shakespeare- Werkausgabe ihres Vaters und in seinem Namen). Im Gegensatz zu Äußerungen Dorothea Tiecks über ihre eigene Arbeit, in denen sie abwertend über ihre Leistung spricht und keinerlei Mitsprache an irgendetwas beansprucht, zeigten ihre Übersetzungen durch subtile Positionierungen des Lyrischen Ichs durchaus die eigene Stimme der Übersetzerin. Auch sei an vielen Stellen die homoerotische Ambibuität Shakespeares zu Gunsten eines weiblichen Sprechens aufgelöst worden, es zeige sich hier ein überraschendes, aktives und kreatives Ausfüllen des Raumes, den Übersetzungen Frauen geboten hätten. Die anschließende Diskussion brachte zur Sprache, dass die Beispiele aus beiden Vorträgen Fälle präsentiert hatten, in denen Frauen durch die Wahl der übersetzten Autoren sich den (männlich tradierten) Kanon erarbeiteten und anverwandelten. Die Frage, ob Dorothea Tiecks kühne Ambiguität intendiert gewesen sei, wurde scharf zurückgewiesen wie die Bewertungskategorie Intentionalität überhaupt.</p>
<p>In der Sektion <span style="text-decoration: underline;">Discovering Europe</span>, die gleichzeitig stattfand,<em> </em>gab es nur einen Vortrag. KERSTIN WIEDEMANN (Nancy) und ELISA MÜLLER-ADAMS (Trier und Sheffield) stellten das europäische Kooperationsprogramm <em>Womes Writers in History: Towards a New Understanding of European Literary Culture </em>vor und präsentierten dann dessen transnationalen Ansatz am Beispiel von Ida Gräfin Hahn-Hahn, den Übersetzungen ihrer Werke in England und Frankreich, ihrer Rezeption dort und die Rückwirkung dieser Rezeption nach Deutschland.</p>
<p>Die folgende Sektion stand unter der Überschrift <span style="text-decoration: underline;">Women Writers and European Politics</span><em>.</em> Werke dreier Autorinnen aus drei aufeinanderfolgenden Generationen wurden nacheinander behandelt. Zunächst widmete MICHAEL PENZOLD (Weingarten) seinen Vortrag am Beispiel der späten Schriften Bettina von Arnims der Frage, inwieweit gerade in der Praxis des Vernetzens von Poesie und Politik eine weibliche Schreibstrategie aufscheine, am politischen Diskurs teilzunehmen. LORIE A. VANCHENA (Kansas) erarbeitete an zwei Erzählungen mit historischem Stoff der Autorin Marie von Roskowska, wie diese die historischen europäischen Ereignisse geschickt instrumentalisierte, um Stellung zu den zeitgenössischen Fragen zu beziehen, insbesondere zum Komplex um nationale Einheit und Identität. Der dritte Vortrag von JOHANN GEORG LUGHOFER (Ljubljana) behandelte den einzigartigen internationalen Erfolg des pazifistischen Emanzipations- und Tendenzromans von Bertha Suttner <em>Die Waffen nieder! </em>von 1889, der ihr 1905 als erster Frau einen (Friedens-)Nobelpreis einbrachte.</p>
<p>Gleichzeitig fand die Sektion <span style="text-decoration: underline;">Finding European Role Models?</span><em> </em>statt, in der NINA VON ZIMMERMANN (Berne) über die Kollektivbiographie <em>Die Frauen des 19. Jahrhunderts </em>von Lina Morgenstern sprach, MIRJAM TRUWANT (Leuven) einen Vortrag über die biographische Repräsentation Georg Eliots in Texten deutschsprachiger Schriftstellerinnen hielt (unter anderem auch der zuvor behandelten Morgenstern) und abschließend ANNETTE BÜHLER-DIETRICH (Stuttgart) die Rezeption und produktive Auseinandersetzung mit den provokanten Monographien der Schwedin Ellen Key untersuchte, besonders im Kreis um Lou Andreas-Salomé und Rilke und im Zirkel von Hedwig Dohm.</p>
<p>Die Tagung endete mit dem Keynote-Vortrag von SUSANNE KORD (London), die die Begriffe „Frau“ und „Arbeit“  problematisierte, Begriffe, die durch die Aufklärung und die Industrielle Revolution Neudefinitionen erfahren hätten: Durch die Auslagerung von Produktionsprozessen aus den Wohnräumen und die damit einsetzende Identifikation des Haushalts mit der Privatspäre, sei „Arbeit“ außerhalb des Bereichsfeldes der ans Haus gebundenen Frauen gerückt. Mit „Frauen“ seien in den Diskursen ab der Aufklärung vor allem weiße Frauen der gesellschaftlichen Mittelschicht (gehobenes Bürgertum und niederer Adel) gemeint gewesen. Der Begriff sei immer stärker mit Konnotationen der guten Seele des Hauses, der „schönen Seele“ allgemein verbunden worden. Schreiben von Frauen sei keinesfalls als Arbeit anerkannt worden, nur als ein Zeitvertreib, der oft genug in die Kritik geriet, die Frauen von ihren „natürlichen“ Aufgaben der Mutterschaft und des Haushalts abzuhalten. An vielen Beispielen aus England und Deutschland zeigte KORD, wie schreibende Frauen in ihrer Selbstinszenierung versuchten, der geforderten Rolle einer mit ungelehrter Natürlichkeit intuitiv und nicht professionell schreibenden Autorin zu entsprechen, wie zudem mittellose Schriftstellerinnen nicht für ihre Arbeit bezahlt, sondern aus wohltätiger Geste heraus finanziell unterstützt wurden. Als abschließende Frage stellte KORD in den Raum, ob die verweigerte Anerkennung der Schriften als ernst zu nehmende Arbeit nachträglich den Werken angedeihen könnte, ob also die Rezeption die Inzeption überwinden könne: Kann die Forschung heute, dass was als „Hausarbeit“ verfasst wurde als bedeutende Kunst untersuchen? KORD appellierte, das Werturteil der ästhetischen Qualität als ideologische Kategorie zu verabschieden.</p>
<p>Tagungsbericht von Selma Jahnke</p>
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		<title>Neues umfangreiches Nachschlagewerk zu Autorinnen im 19. Jahrhundert von Gudrun Wedel: &#8216;Autobiographien von Frauen. Ein Lexikon&#8217;</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jul 2011 19:48:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bibliographie]]></category>
		<category><![CDATA[Schriftstellerinnen]]></category>

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		<description><![CDATA[Gudrun Weldel hat in den letzten Jahrzehnten Pionierarbeit geleistet. Das neu erschienene Nachschlagewerk  &#8216;Autobiographien von Frauen. Ein Lexikon&#8217; macht diese Arbeit jetzt für ein breites Publikum und die Wissenschaft zugänglich. Die von Marleen von Bargen (Historisches Seminar an der Universität &#8230; <a href="http://www2.hu-berlin.de/carolinevonhumboldt/?p=196">mehr <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gudrun Weldel hat in den letzten Jahrzehnten Pionierarbeit geleistet. Das neu erschienene Nachschlagewerk  &#8216;Autobiographien von Frauen. Ein Lexikon&#8217; macht diese Arbeit jetzt für ein breites Publikum und die Wissenschaft zugänglich. Die von Marleen von Bargen (Historisches Seminar an der Universität Hamburg) veröffentlichte Rezension für H-Soz-u-Kult soll im Folgenden Aufschluss über das DFG geförderte Projekt geben:</p>
<p><em>Seit rund 40  Jahren sucht und sammelt die Historikerin Gudrun Wedel mit großer  Leidenschaft autobiographische Texte von Frauen. Nun ist ein  umfangreiches Nachschlagewerk erschienen, in dem erstmals über 2.000  Autorinnen, die zwischen 1800 und 1900 im deutschsprachigen Raum geboren  wurden, samt ihren autobiographischen Schriften vorgestellt werden. Für  dieses von der DFG geförderte Projekt erhielt Wedel im Jahre 2000 den  Margherita-von-Brentano-Preis.</em></p>
<p><em>Ziel des Lexikons ist es, die „Fülle und Vielfalt“ von  publizierten autobiographischen Texten von Frauen aufzuzeigen und  darzulegen, aus welchen Gründen und in welchem Ausmaß autobiographische  Texte entstanden sind (S. VII). So wurden neben bekannten auch bislang  unbekannte und anonyme Frauen aus verschiedenen gesellschaftlichen  Schichten in das Lexikon aufgenommen. Eine weitere Zielsetzung sieht  Wedel darin, autobiographisches Schreiben in weiblichen Lebensläufen  sichtbar zu machen und dieses mit Ereignisgeschichte sowie Publikations-  und Rezeptionsgeschichte zu verknüpfen, um das Wirken einzelner  Autobiographinnen bis in die Gegenwart hinein rekonstruieren zu können.  Wedel legt hierbei einen „weite[n] Begriff von Autobiographie zugrunde,  um die Formenvielfalt und Komplexität von autobiographischen Texten in  den Blick zu bekommen“ (S. VII). Unter der Bezeichnung Selbstzeugnisse  summiert Wedel unterschiedliche literarische Textformen, die in  verschiedenen inhaltlichen Zusammenhängen autobiographische  Informationen beinhalten.</em></p>
<p><em>Die einzelnen Artikel gliedern sich in verschiedene Unterpunkte.  Nach dem Namen bzw. der Namensform folgt eine Kurzbiographie der  Autobiographin. In der Kurzbiographie befinden sich zusätzliche Hinweise  zu Nachlassstandorten und Lexika, die weiterführende biographische  Informationen liefern. Am Ende dieses Abschnitts werden andere  Autobiographinnen aus dem Lexikon aufgeführt, die mit der vorgestellten  Autorin in persönlicher Beziehung standen. So wird nicht nur ein  „umfangreiches internes Netz der Autobiographinnen“ (S. XI) erkennbar,  sondern auch eine Grundlage für weiterführende Untersuchungen zu  Frauennetzwerken geschaffen. Darüber hinaus können diese Angaben den  Ausgangspunkt für Einordnungen der einzelnen Autorinnen in bestimmte  Kontexte und gesellschaftliche Diskursfelder bilden.</em></p>
<p><em>Im anschließenden Hauptteil der Artikel werden ausführlich die  autobiographischen Publikationen – insgesamt erfasst das Lexikon über  6.000 Titel – in chronologischer Reihenfolge angeführt. Durch eine  Auflistung der behandelten Themen in Stichworten gewinnen Leser/innen  einen ersten Eindruck von dem Inhalt der autobiographischen  Publikationen, die als Bücher bzw. als Beiträge in Sammelbänden oder  Periodika einer größeren oder kleineren Öffentlichkeit zugänglich  gemacht worden sind. Weitere Hinweise, die etwa die  Entstehungssituation, die Auflagenhöhe oder Rezensionen betreffen,  ermöglichen Einsichten in den Prozess des autobiographischen Schreibens  und in die Rezeption der autobiographischen Texte. Tagebücher, Briefe  und Reisebeschreibungen werden gesondert als “weitere publizierte  Selbstzeugnisse“ aufgeführt. Die Trennung begründet Wedel damit, dass  letztere in geringen zeitlichen Abständen zum Erlebten aufgeschrieben  wurden und meist nicht den gesamten Lebenslauf abdecken. Außerdem werden  noch weitere publizierte Werke angeführt, die „dem Titel nach einen  autobiographischen Bezug vermuten lassen“ (S. XIII) sowie  “Selbstzeugnisse im Umfeld“ der jeweiligen Autobiographin. Hinweise auf  weiterführende Sekundärliteratur beschließen die einzelnen Artikel.</em></p>
<p><em>Die Zuordnung der Selbstzeugnisse innerhalb der  Artikelunterpunkte verdeutlicht, dass eine klare Trennung der Texte nach  Art und Umfang der autobiographischen Informationen kaum vollzogen  werden kann.<a name="note1top" href="http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2011-3-016#note1">[1]</a> So wird es aber für die Selbstzeugnisforschung durchaus gewinnbringend  sein, wenn Texte ergänzend hinzugezogen werden, die üblicherweise nicht  in den Fokus biographischer Untersuchungen rücken würden. Als Beispiel  sei das für Anna Siemsen als autobiographische Publikation gelistete  Buch „Erziehung im Gemeinschaftsgeist“ angeführt, das in der Regel nur  als pädagogisch-philosophische Abhandlung untersucht wird.</em></p>
<p><em>Neben einem Quellen- und Literaturverzeichnis bietet das Lexikon  zudem ein Personen-, Orts- und Sachregister, so dass auch nach anderen  Kriterien als dem Namen gesucht werden kann. Statt einer Einleitung  werden Hinweise zur Benutzung gegeben, in denen nur knapp Ziele und  Schwerpunkte des Lexikons umrissen werden. Anschließend erläutert Wedel  im Wesentlichen die Quellen und die Struktur der Artikel. Eine  Einleitung, in der das Lexikon in größere Forschungskontexte, wie zum  Beispiel in die Autobiographie- und Selbstzeugnisforschung oder in die  Frauen- und Geschlechtergeschichte eingeordnet und seine Bedeutung für  die interdisziplinäre Forschung herausgestellt würde, fehlt jedoch.  Wedel formuliert allenfalls, dass die von ihr gesammelten  autobiographischen Schriften „einen bedeutenden Teil der  Erinnerungskultur“ darstellen und in den „Übergangsbereich vom  ,kommunikativen‘ […] zum ,kulturellen‘ Gedächtnis“ (S. VIII)  hineinreichen würden, ohne jedoch näher auf diesen  forschungstheoretischen Ansatz einzugehen.</em></p>
<p><em>Dabei leistet Wedel mit dem Lexikon einen wesentlichen Beitrag,  eine große Lücke in der Autobiographie- und Selbstzeugnisforschung zu  schließen. Das Lexikon zeigt, dass autobiographische Texte von Frauen  aufgrund ihrer literarischen Mischformen eben nicht dem „klassischen“  Gattungsbegriff entsprechend klassifiziert werden können. Dies ist  zunächst keine neue Erkenntnis. Seit den 1980er-Jahren wurden vor allem  aus literaturwissenschaftlicher Sicht vermehrt Kritik an dem Ausschluss  von Frauen aus der Geschichte der Autobiographie sowie Forderungen nach  einer Revision der kanonischen Grenzziehungen laut. Hinterfragt wurde  die traditionelle Definition der Autobiographie, die sich  gattungsgeschichtlich an dem sich selbst historisierenden männlichen,  bürgerlichen Subjekt orientierte, das auf ein in sich geschlossenes  Leben zurückblickt. Hierfür hatte vor allem Goethes Selbstinszenierung  in seinen Lebenserinnerungen “Dichtung und Wahrheit“ Vorbildcharakter  erlangt. Die sich aus weiblichen Lebens- und Handlungsbedingungen  ergebenen Formen des autobiographischen Schreibens von Frauen wurden  daher aus dem gattungsgeschichtlichen Kanon ausgeklammert.<a name="note2top" href="http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2011-3-016#note2">[2]</a> Wedels Sammlung verschiedener autobiographischer Schriften von Frauen  zeigt erstmals neben bereits existierenden exemplarischen Einzelstudien  in einer Zusammenschau die Vielfalt dieser Texte auf und ermöglicht  damit künftigen Forschungen, „das Spektrum der behandelten Themen  auszuloten, Standardthemen sichtbar zu machen und dabei die Varianten  der formalen Gestaltung festzuhalten“ (S. VII).</em></p>
<p><em>Daneben ist das Lexikon auch für geschlechtergeschichtliche und  kulturgeschichtliche Fragestellungen relevant. Autobiographische Texte  entstanden immer dann, wenn ein Individuum sich seiner Selbst  vergewissern und seinem Leben eine bestimmte Sinndeutung verleihen  wollte. Autobiographische Texte geben daher Aufschluss über  Sinnstiftungsprozesse und Identitätskonstruktionen in Auseinandersetzung  mit gesellschaftlichen Strukturen. Insbesondere Krisen oder  Umbruchsituationen vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen  Modernisierungs- und Individualisierungsprozesse beförderten gegen Ende  des 19. Jahrhunderts das Verfassen autobiographischer Texte von  Personen, die verschiedenen gesellschaftlichen Schichten angehörten.  Gerade auch Frauen beteiligten sich in steigender Anzahl an dieser  Praxis. Die damals entstehenden Schreibformen der autobiographischen  Texte lassen den Schluss zu, dass es veränderte Selbstwahrnehmungen,  Lebensbedingungen und Handlungsspielräume waren, die einer Sinngebung  und spezieller Ausdrucksmöglichkeiten bedurften.<a name="note3top" href="http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2011-3-016#note3">[3]</a> Vor diesem Hintergrund mag sich auch Wedels Vorgehen erklären,  autobiographische Texte von jenen Frauen zu sammeln, die zwischen 1800  und 1900 geboren wurden. Angesichts der seit dem Mittelalter  überlieferten autobiographischen Texte von Frauen ist eine zeitliche  Einengung auch für ein Lexikon unumgänglich und sinnvoll. Dennoch hätte  eine Begründung für die zeitliche Eingrenzung erfolgen können.</em></p>
<p><em>Gudrun Wedels Lexikon ist eine Pionierarbeit, die trotz des  stolzen Preises von 179 Euro Wissenschaftler/innen, die zu  biographischen oder geschlechtergeschichtlichen Themen arbeiten, zur  Anschaffung empfohlen sei. Zu guter Letzt ist noch Wedels Vorhaben, eine  Internet-Datenbank zu erstellen, positiv hervorzuheben. Hierfür soll  das in gedruckter Form vorliegende Lexikon als Basis dienen. Die  Internet-Datenbank soll nicht nur autobiographische Texte aus dem 19.  und 20. Jahrhundert von Frauen, sondern auch von Männern beinhalten.  Damit kann ein Grundstein gelegt werden, autobiographische Texte von  Frauen nicht länger als randständige Erscheinung der  Autobiographie-Forschung zu betrachten, sondern männliche wie weibliche  Autobiographien nebeneinander zu stellen, um auf diese Weise neue  Einsichten und weitergehende Erkenntnisse für die  (Auto-)Biographieforschung insgesamt zu gewinnen.</em></p>
<p>Anmerkungen:<br />
<a name="note1" href="http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2011-3-016#note1top">[1]</a> Zur Diskussion des Begriffes „Selbstzeugnis“ in der Forschung siehe die  DFG-Forschergruppe „Selbstzeugnisse in transkultureller Perspektive“  unter &lt;<a href="http://www.fu-berlin.de/dfg-fg/fg530/" target="_blank">www.fu-berlin.de/dfg-fg/fg530/</a>&gt; (23.05.2011).<br />
<a name="note2" href="http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2011-3-016#note2top">[2]</a> Exemplarisch: Michaela Holdenried, Einleitung, in: dies. (Hrsg.),  Geschriebenes Leben. Autobiographik von Frauen, Berlin 1995, S. 9-20,  bes. S. 9f.<br />
<a name="note3" href="http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2011-3-016#note3top">[3]</a> Charlotte Heinritz, Auf ungebahnten Wegen. Frauenautobiographien um  1900 (Aktuelle Frauenforschung), Königstein im Taunus 2000, bes. S.  10-16.</p>
<div><a id="citation" name="zitation">Zitierweise</a>Marleen von Bargen: Rezension zu: <em>Wedel, Gudrun: Autobiographien von Frauen. Ein Lexikon. Köln 2010</em>, in: H-Soz-u-Kult, 07.07.2011, &lt;<a href="http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2011-3-016" target="_blank">http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2011-3-016</a>&gt;.</div>
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		<title>Ihre Beiträge</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Jun 2011 20:24:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Caroline von Humboldt]]></category>

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