Wissenschaftliches Kolloquium: Caroline von Humboldt. Intellektuelle – Salonière – Mäzenin
14. Juni 2011 von Dierk
Termin: Freitag, 24. Juni 2011, 10-17.30 Uhr
Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Kommode (Bebelplatz 1), Raum E25
Caroline von Humboldt (1766-1829), fast 40 Jahre lang mit Wilhelm von Humboldt verheiratet, war gebildet, kunstliebend, selbstbewusst, stand als Ministergattin in Kriegszeiten ihrem Mann zur Seite und erzog ihre Kinder zum Teil selbst. Als geistreiche Briefautorin, Mäzenin und Salonière avancierte sie zu einer profilierten kritischen Beobachterin ihrer Zeit, die sich in politischen und religiösen Fragen inmitten aktueller Debatten bewegte. Nach ihrem Tod wurde sie zum Muster einer deutschen Ehefrau stilisiert, deren mütterliche Fürsorge der Familie, der Kunst und der Nation gegolten habe.
Je nachdem, unter welchem Blickwinkel Caroline von Humboldt untersucht wird, erscheint sie traditionell oder unkonventionell, ihre Spielräume einschränkend oder erweiternd. Die neuere Forschung interessiert sich gerade für dieses Spannungsfeld zwischen Rollenerwartung und Selbstbestimmung und fragt nach dem emanzipatorischen Potential in Caroline von Humboldts Schriften und ihrer Biographie, aber auch nach dem Stellenwert ihrer patriotischen und antijüdischen Äußerungen.
Die Humboldt-Universität verleiht seit 2010 den Caroline-von-Humboldt-Preis an exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen. (Plakat, Karte)
Programm
10.15 Begrüßung
Michael Kämper-van den Boogaart, Vizepräsidenten für Studium und Lehre der HU
10.30 Anne Baillot (Humboldt-Universität zu Berlin):
Federführend – oder wie intellektuell Frauen um 1800 sein können
11.15 Hannah Lund (Berlin):
„zu liebenswürdig, als dass ich ein Urtheil über sie wagen wollte – Caroline von Humboldt als Gast und Gastgeberin geselliger Netzwerke in Berlin, Paris und Rom
12.00 Kaffeepause
12.15 Barbara Hahn (Vanderbilt University / Humboldt-Universität zu Berlin):
„Mich Sie anstatt du nennend“ – Caroline von Humboldt brüskiert Rahel Levin
13.00 Mittagspause
14.30 Ute Tintemann (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften):
Mäzenatentum und Freundschaft: Caroline von Humboldt und die Künstler
15.15 Cord-Friedrich Berghahn (TU Braunschweig):
Caroline von Humboldts Brief-Werk
16.00 Kaffeepause
16.30 Lesung
Dagmar von Gersdorff liest aus ihrer Biographie über Caroline von Humboldt (März 2011)
Organisiert von:
Anne Baillot (Institut für deutsche Literatur)
Ursula Fuhrich-Grubert (Frauenbeauftragte der HU)
Gabriele Jähnert (Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien)
Ulrike Vedder (Institut für deutsche Literatur)