Empirische Gerechtigkeitsanalyse der Bundesrepublik Deutschland 2000: Replikation und Panel (International Social Justice Project - ISJP)


Das ISJP ist ein Forschungsprogramm, an dem Sozialwissenschaftler aus zwölf Ländern beteiligt sind, mit dem Ziel, die Einstellungen zur sozialen Gerechtigkeit und sozialen Ungleichheit der Bevölkerungen in diesen zwölf Ländern vergleichend zu untersuchen. Kern des Projekts ist eine gleichlautende standardisierte allgemeine Bevölkerungsumfrage an geschichteten Zufallsstichproben in den Teilnehmerländern. Die erste Erhebung wurde 1991 vorgenommen und 1996 repliziert. Im Jahr 2000 wurde eine dritte Erhebung im Teilnehmerland BRD vorgenommen (ISJP III), sowie an einer regionalen Untergruppe eine Wiederholungsbefragung (Panel) in den Jahren 2001 und 2002. Der Schwerpunkt der Studie liegt auf den politischen, ökonomischen, sozialen und moralischen Gesichtspunkten und Bedingungen empfundener distributiver Gerechtigkeit. Fünf Schwerpunkte des aktuellen Projekts bilden Konkretisierungen dieser gemeinsamen Basis: 1. die Fortentwicklung der Methodik der Gerechtigkeitsforschung, die ein elaboriertes Instrumentarium zur Erforschung des Funktionierens des Gerechtigkeitssinns entwickelt hat; 2. die Fortsetzung der transitionstheoretischen Arbeiten des ISJP I und des ISJP II; 3. der Zusammenhang von Gerechtigkeitsvorstellungen und sozialpolitischen Arrangements; 4. die Verknüpfung von Gerechtigkeitswahrnehmung, politischer Kultur und politischem Handeln in Ost- und Westdeutschland; 5. schließlich bildet die panelanalytische Untersuchung von Gerechtigkeitseinstellungen mit Hilfe der Wiederholungsbefragungen einen besonderen Schwerpunkt. Die Panelstruktur erlaubt die Feststellung der Einstellungsstabilität - seit langem ein Desiderat der empirischen Gerechtigkeitsforschung -, die Analyse der Ursachen von Einstellungsstabilität bzw. -veränderung sowie durch den zeitlichen Ablauf die Klärung kausaler Zusammenhänge.
Schlagwörter

soziale Ungleichheit; Gerechtigkeitsforschung; vergleichende Sozialforschung
Projektleitung:

Prof. Dr. phil. Bernd Wegener
Philosophische Fakultät III
Institut für Sozialwissenschaften
Empirische Sozialforschung
Tel (030) 2093-4434
Fax (030) 2093-4430
E-Mail wegener@sowi.hu-berlin.de
Weitere Projektleitungen:

Prof. Guillermina Jasso, NYU
Laufzeit:

07/2000 - 10/2003
Fördereinrichtung:

DFG: Sachbeihilfe
Online-Informationen:

http://www.isjp.de/
Publikationen:

· Liebig, Stefan und Bernd Wegener 2004: Soziale Gerechtigkeitsforschung. Eine Einführung, Frankfurt/Main: Campus (in Vorbereitung).
· Jasso, Guillermina und Bernd Wegener 2003: Methods for Empirical Justice Analysis: Part II Basic Research Designs and Analytic Procedures, Social Justice Research (in Vorbereitung), presented at the IX. International Social Justice Conference, Skövde, Sweden, June 17-20, 2002.
· Wegener, Bernd 2003: Solidarity, Justice, and Social Change: Germany's Ten Years of Unification, in: Detlef Pollack, Jörg Jacobs, Olaf Müller und Gert Pickel (Hrsg.): Political Culture in Post-Communist Europe. Attitudes in New Democracies, Ashgate: Aldershot, 207-233.
· Lippl, Bodo 2002: Wahrgenommene Einkommensungerechtigkeit und Einstellungen zur sozialen Ungleichheit in wohlfahrtsstaatlichen Regimes. Analysen mit dem ISSP 1987, 1992 und 1999, erscheint in: Jutta Allmendinger (Hrsg.): Entstaatlichung und soziale Sicherheit. Verhandlungen des 31. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Leipzig 2002, 2 Bände + CD-ROM, Opladen: Leske + Budrich.
· Märker, Alfredo 2002: Die politische Relevanz von Gerechtigkeitsvorstellungen und Ungerechtigkeitserfahrungen, in: Stefan Liebig und Holger Lengfeld (Hrsg.): Interdisziplinäre soziale Gerechtigkeitsforschung: Zur Verknüpfung empirischer und normativer Perspektiven, Frankfurt/Main: Campus, 265-85.
· Mika, Tatjana 2002: Wer nimmt Teil an Panel-Befragungen? Untersuchung über die Bedingungen der erfolgreichen Kontaktierung für sozialwissenschaftliche Untersuchungen, ZUMA-Nachrichten, 51: 38-48.
· Mika, Tatjana 2002. "Recht auf Arbeit" - Eine internationale Forderung?, erscheint in: Jutta Allmendinger (Hrsg.): Entstaatlichung und soziale Sicherheit. Verhandlungen des 31. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Leipzig 2002, 2 Bände + CD-ROM, Opladen: Leske + Budrich.
· Mühleck, Kai 2002: Tut der Staat genug für soziale Gerechtigkeit? Ursachen von Einstellungen erscheint in: Jutta Allmendinger (Hrsg.): Entstaatlichung und soziale Sicherheit. Verhandlungen des 31. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Leipzig 2002, 2 Bän-de + CD-ROM, Opladen: Leske + Budrich.
· Mühleck, Kai und Bernd Wegener 2002: Ist der Markt gerecht? Ökonomische Wertvorstellungen in Ost und West, Humboldt-Spektrum, 9: 30-35.
· Lippl, Bodo 2001: Soziale Sicherheit durch den Sozialstaat? Einschätzungen zu Rente, Arbeitslosigkeit und Krankheit in Ost- und Westdeutschland, Informationsdienst Soziale Indikatoren (ISI), 26: 7-11.
· Wegener, Bernd 2001: Ist soziale Gerechtigkeit das, was die Leute dafür halten? Zum Verhältnis von normativer und empirischer Gerechtigkeitsforschung, in Peter Koller (Hrsg.): Gerechtigkeit. Ihre Bedeutung im politischen Diskurs der Gegenwart, Wien: Passagen Verlag, 123-164.
· Mason, David S., and James R. Kluegel with Ludmila Khakhulina, Petr Mateju, Antal Orkeny, Alexander Stoyanov, Bernd Wegener 2000: Marketing Democracy: Changing Opinion About Inequality and Politics in East Central Europe. Lanham, MD: Rowman and Littlefield.
· Wegener, Bernd 2000: Anmerkungen zum Verhältnis von normativer und empirischer Gerechtigkeitsforschung, in: Jutta Allmendinger (Hrsg.): Gute Gesellschaft? Verhandlungen des 30. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Köln, Teil B, Opladen: Leske + Budrich, 879-904.
· Wegener, Bernd 2000: Political Culture and Post-Communist Transition - A Social Justice Approach: Introduction, Social Justice Research, 13: 75-82.
· Wegener, Bernd und Stefan Liebig 2000: Is the "Inner Wall" Here to stay? Justice Ideolgies in Unified Germany, Social Justice Research, 13: 177-197.