Die Späte Republik

(um 100 v.Chr.)

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Die Zeit der Späten Republik (um 100 v.Chr.)

 

Um 100 v.Chr. präsentierte sich das Forum als eine weitläufige und eindrucksvolle Platzanlage. Ihre Pracht war der historischen Bedeutung Roms angemessen - war doch die Stadt mittlerweile zu der weltpolitisch führenden Metropole im antiken Mittelmeerraum aufgestiegen.

 

Große Hallenbauten von anspruchsvoller Architektur, die Basiliken, rahmten das Forum an verschiedenen Seiten – und verliehen dem Platz eine neue Monumentalität. Auch manche der Tempel erstrahlten in einem neuen monumentalen Stil. Finanziert waren diese Prachtbauten von Politikern der führenden Familien Roms, die durch die Baustiftungen Ansehen und Macht für sich zu gewinnen erhofften. Damals erhielt das Konkurrieren der Politiker untereinander eine neue Qualität: auch ambitionierte Bauprojekte dienten jetzt als Waffen im machtpolitischen Wettkampf. Entsprechend repräsentierten sich viele Familien der Senatsaristokratie nun im Spiegel der monumentalen Pracht am Forum.

 

In der Nordwest-Ecke der Platzanlage lagen die altehrwürdigen Stätten der politischen Entscheidungsfindung: der Sitz des Senats, die Curia, und die Stätte der Volksversammlung, das Comitium mit den Rostra, der Rednertribüne. Gegenüber in der Südostecke lagen wichtige sakrale Bauten wie die Regia und der Tempel der Vesta und der Dioskuren. Hier entstand ein zweiter Versammlungsraum der Bürger am Forum.

 

Aber auch wenn man es dem Platz nicht sofort ansieht: das Forum war damals im Umbruch. Zwei Platzkonzepte, der Vergangenheit wie der Zukunft, rieben sich aneinander. Viele Jahrhunderte zuvor war das Areal des Forums zweigeteilt durch einen offenen Kanal, der mitten durch den Platz führte (die sog. Cloaca maxima). Hierher rührte die Trennung des Areals in die beiden Zentren in den Ecken. Nachdem dieser Kanal um 200 v.Chr. überdeckt worden war, wuchs das Forum zu einer zusammenhängenden Platzfläche in Ost-West-Ausrichtung zusammen. Diesem Platzkonzept, dem auch die prächtigen Architekturen am Rand folgten, sollte die Zukunft gehören. Ein Relikt der Vergangenheit war hingegen die Ausrichtung von Curia und Comitium / Rostra schräg zum Forumsplatz hin. Der alte Versammlungsplatz hatte um 100 v.Chr. seine Bedeutung verloren, da er für die wachsende Bürgerzahl zu klein geworden war. Die Redner drehten sich auf der Tribüne nun um und sprachen zur eigentlichen Forumsfläche, wo sich nun die Bürger versammelten. Ideal war dies für die Kommunikation zwischen Politikern und Bürgern freilich nicht. Aber schon bald sollten sich mächtige Politiker wie Caesar und Augustus des Forums erneut annehmen und die begonnene Entwicklung am Forum konsequent fortführen.

 

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