Leitfrage und Fazit
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Historische Entwicklung
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Chamissoplatz

Kreuzberg

von Jan Dohnke und Martin Möller

Die gebietsspezifische Fragestellung:

Der Kreuzberger Chamissokiez repräsentiert einen Teil des sogenannten „Wilhelminischen Mietskasernengürtels“. Hinsichtlich des Wohnumfeldes verkörpert die Mietskaserne auch in diesem Gebiet ein schwieriges Erbe. In der kompakten Bebauung sind strukturelle städtebauliche Missstände bereits angelegt. Ziel der Ende der 70er Jahre beginnenden Stadterneuerung musste daher auch eine nachhaltige Verbesserung des Wohnumfeldes sein. Im Jahre 2003 kurz vor der Entlassung aus dem Status als förmliches Sanierungsgebiet stellt sich die Frage, wie sich die Bewohner mit ihrem „behutsam erneuerten“ Wohnumfeld identifizieren. Dabei ist Frage nach Unterschieden zwischen neuen Bewohnern und alt eingesessenen Mietern von Interesse.

Das Fazit:

Der Chamissokiez ist offensichtlich auch gerade wegen seines Wohnumfeldes und seiner gemischten Sozialstruktur ein sehr beliebtes Wohngebiet. Deshalb ist der Handlungszwang zur weiteren Verbesserung des Wohnumfeldes vergleichsweise gering. Die städtebaulich schlecht eingebundene Straße Am Tempelhofer Berg und das Gelände der ehemaligen Brauerei bergen städtebauliches Entwicklungspotential. Hier wäre eine weitere Durchgrünung, im begrenztem Umfang Einzelhandel und individuelles Wohnen in Industriearchitektur vorstellbar.
Die kompakte städtebauliche Struktur der Gründerzeit begrenzt weiterhin die Möglichkeiten zur Verbesserung des Wohnumfeldes. Aus Mangel an geeigneten Flächen bleibt ein Defizit hinsichtlich eines Parks, bzw. an größeren öffentlichen Grünflächen bestehen. Straßengrün könnte diesen Eindruck mindern. Außerdem sind weitere Teilabrisse von Seitenflügeln möglich und teilweise auch beantragt. Die freiwerdenden Flächen sollten entsiegelt und begrünt werden. Großstadttypische Probleme wie, Hundeverkotung und mangelnde Pflege von Grünanlagen existieren auch am Chamissokiez, ließen sich aber mit administrativen Mitteln des Senats beheben. Die prekäre Parkplatzsituation lässt sich dagegen nur langfristig über eine konsequente Politik zur Vermeidung von Individualverkehr lindern. Kurzfristig Abhilfe brächte eine Parkplatzbewirtschaftung.

 

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