Leitfrage und Fazit
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Historische Entwicklung
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Gropiusstadt

Neukölln

Zur Zeit der Bebauung war das Leitbild der „funktional gegliederten und aufgelockerten Stadt“ noch immer von großer Bedeutung: Die Wohngebiete sollten in sogenannte Nachbarschaften von 4000 bis 6000 Einwohner unterteilt werden, während die übrigen städtischen Funktionen (Arbeiten, Verkehr, und Erholung) in Anlehnung an die Forderungen der Charta von Athen möglichst nicht kleinräumig mit dem Wohnen vermischt, aber einander zugeordnet und städtebaulich-räumlich verbunden werden sollten. Die kurzen Wege zwischen den Arbeitstätten, Wohnorten und Erholungsgebieten sollten durch das Konzept der Bandstadt, mit seinen besonderen verkehrstechnischen Vorteilen (durch Vermeidung zentraler Verkehrsballungen) berücksichtigt werden (1). „Die ursprüngliche Absicht...,“ „die Funktionen zwar nicht kleinräumig zu vermischen aber dennoch mit möglichst kurzen Wegen zu verknüpfen, wurde bei den Planungen nur unzureichend berücksichtigt und führte für die (heutigen) BewohnerInnen der Siedlung schließlich u. a. zu (auch für Berliner Verhältnisse) vergleichsweise langen Wegen zu den Arbeitsplätzen.“ (1).
Obwohl die Fläche der zur Bebauung gehörenden Grünflächen in der Gropiusstadt noch immer größer ist, als in anderen städtischen Bereichen, muss dennoch erwähnt werden, dass ein weiterer erheblicher in der Planung vorgesehener Teil der Grünflächen auf Grund der baulichen Verdichtung, der Schaffung neuer Schulen und Kindertagesstätten sowie „Stellplatzgebäuden“ geopfert werden musste. Außerhalb des öffentlichen Grünzugs sind vorhandene Grünflächen oder Freiräume lediglich als Restgrünflächen zu erkennen.
Positiv hervorzuheben ist das Vorhandensein der verschiedenen U-Bahnstationen, die eine schnelle Verbindung der Gropiusstadt mit dem Zentrum Neuköllns (ca. 10 Minuten) und den Berliner Citys (ca. 30 Min.) ermöglichen. Ferner die guten Versorgungseinrichtungen, das 1976 eröffnete Gesundheitszentrum an der Lipschitzallee, das Fehlen jeglicher Industrie, die die Wohnraumqualität einschränken könnte, sowie die gute Ausstattung mit Wohnfolgeeinrichtungen.
Neben zahlreichen Umbau- und Rückbaumaßnahmen wie zum Beispiel siedlungsinternen Weiterentwicklungsstrategien, die Erweiterung und Attraktivierung der lokalen Einzelhandelszentren sowie der Gestaltung der Ladenzonen durch Glasüberdachungen, die Fassadenbepflanzung, die Verwendung hochwertiger Materialien bei der Gestaltung des öffentlichen Raums, Umbau und Erweiterung der Gropiuspassagen durch eine Disco, mehrere Kinos und gastronomische Einrichtungen sowie die Eröffnung eines Jugend- und Kulturzentrums kam es zu einer Reihe von Verbesserungsmaßnahmen des Wohnumfeldes in der Gropiusstadt, die nicht zu letzt von ihren Bewohnern mit organisiert wurden (2).

(1)Federbusch, K., 1997: Gropiusstadt- Entstehung und Entwicklung der Berliner Großwohnsiedlung. Kassel.
(2)Wörmer, M., et al, 1997 : Architekturführer Berlin. 5. Aufl, Berlin.

 

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