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Die gebietsspezifische Fragestellung:
Untersuchungsgegenstand der vorliegenden
Ausführung ist das Wohnumfeld in einem exemplarischen Wohngebiet
der 1950/60er Jahre in Berlin-Ost, nämlich dem Wohngebiet „Köpenicker
Landstraße“ in Treptow.
Die Altersstruktur der dort lebenden Bewohner ist durch einen großen
Anteil von Personen in den hohen Alterssegmenten gekennzeichnet. Demzufolge
wird auf absehbare Zeit eine größere Anzahl an Wohnungen
frei werden und neu vermietet werden müssen.
Im Rahmen des Studienprojektes soll das Wohnumfeld im Gebiet „Köpenicker
Landstraße“ näher betrachtet werden. Aus der eben beschriebenen
Tatsache ergibt sich die Frage, ob das Gebiet auch für die zukünftige
Bevölkerung attraktiv sein wird bzw. ob neue Bewohner andere Ansprüche
an das Wohnumfeld stellen werden. Im Folgenden soll daher zunächst
das Gebiet in seiner Entwicklung und Struktur vorgestellt werden, anschließend
Probleme im Wohnumfeld aufgezeigt werden und schließlich die Fragestellung
untersucht werden, ob die Möglichkeit besteht, das Wohngebiet auch
für die zukünftige Bevölkerung attraktiv zu gestalten.
Das Fazit:
Zusammenfassend ist zu sagen, dass
von Seiten der „Stadt und Land Wohnbauten GmbH“ die Sanierung
der Wohngebäude und die Gestaltung des Wohnumfeldes im Untersuchungsgebiet
abgeschlossen ist und keine weiteren Maßnahmen zu erwarten sind.
Der Gebäudebestand wurde umfassend modernisiert. Die Chancen, den
Bestand im Rahmen der Sanierung stärker an die Bedürfnisse
älterer Menschen anzupassen, wurden dabei nicht ausreichend genutzt.
So wurden z.B. viele Hauseingänge neu, jedoch nicht rollstuhlgerecht
gestaltet. Auch innerhalb der Wohnungen gibt es nach wie vor Barrieren,
wie z.B. zu kleine Bäder oder zu geringe Türbreiten. Aus Kostengründen
ist auch nicht mit einem nachträglichen Anbau von Aufzügen
an die viergeschossigen Gebäude zu rechnen.
Gerade die Gruppe der über 65jährigen, welche im untersuchten
Wohngebiet die größte Altersgruppe darstellt, ist durch eine
starke Bindung an die Wohngegend und durch eine eingeschränkte
Mobilität gekennzeichnet. Die eigene Wohnung und das nähere
Wohnumfeld sind zunehmend Lebensmittelpunkt älterer Bürger.
Für diese Altersgruppe fehlen jedoch entsprechende Wohnungsangebote.
Mit Blick auf Alters- und Haushaltstrukturen zukünftiger Bewohner
scheinen die Wohnungen mit ihren Grundrissen und den verhältnismäßig
geringen Wohnungsgrößen jedoch eher den Ansprüchen junger
und kleiner Haushalte zu genügen. Vorteile erlangt das Wohngebiet
sicherlich durch seine Nähe zu den großen Erholungsflächen.
Allerdings bleibt es fraglich, ob dies die Defizite in der Grundrissstruktur
der Gebäude sowie die fehlenden Freizeit- und Versorgungseinrichtungen
kompensieren kann.
Im Ergebnis einer kurzen Auswertung der in den letzten fünf Jahren
neu zugezogenen Mieter läßt sich feststellen, dass auch sie
im allgemeinen mit dem Wohngebiet zufrieden sind. Das bedeutete jedoch
nicht, dass die vorhandenen Einrichtungen ausreichend sind. Es ist anzunehmen,
dass die zukünftigen Bewohner eben solche Ansprüche an ein
besser ausgestattetes Wohnumfeld stellen werden, wie die derzeitigen
Bewohner. Die momentan vorhandenen Einrichtungen sind als Mindeststandard
nicht mehr akzeptabel.
In diesem Sinne ist das Vorhaben des Stadtplanungsamtes, ein Ortsteilzentrum
zu schaffen und damit Treffpunkte (Cafés, Gaststätten usw.),
Dienstleistungs- und Handelseinrichtungen zu etablieren, zu begrüßen.
Jedoch ist eine kurz- bis mittelfristige Umsetzung recht skeptisch zu
betrachten. Ein großes Problem stellen dabei die Besitzverhältnisse
in der Kleingartenanlage dar. Da die Gärten zumeist in privatem
Eigentum sind, müssen mit jedem Besitzer entsprechende Verhandlungen
geführt und Entschädigungen gewährleistet werden, was
einen hohen Zeit- und Kostenaufwand zur Folge hat. Eine weitere schwierige
Hürde besteht außerdem im Anwerben von Investoren für
die Neubauten. Es besteht zwar großer Bedarf an Dienstleistungseinrichtungen
im Untersuchungsgebiet und dessen Umgebung, nicht jedoch an den damit
verbundenen Wohnungsneubauten. Im Rahmen der gesamtstädtischen
Wohnraumentwicklung betrachtet, bleibt es ungewiss, ob das betrachtete
Gebiet einen interessanten Standort für Investoren darstellt. Bei
den Überlegungen des Stadtplanungsamtes handelt es sich daher um
eine längerfristige Planung, deren Umsetzung nicht gewährleistet
werden kann. Gelingt es langfristig jedoch, mehr Einrichtungen anzusiedeln,
trägt dies sicherlich zu einer höheren Zufriedenheit der Bewohner
mit dem Wohnviertel bei.
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