Leitfrage und Fazit
Lage
Historische Entwicklung
Wohnumfeld Charakteristik
Kartierung
Statistische Daten
Photos

Raoul-Wallenberg-Straße

Marzahn

von Johanna Schulze und Mathias Walther

Die gebietsspezifische Fragestellung:

Seit Ende der 1970er Jahre besteht die Großwohnsiedlung Marzahn. Sie wurde unter gesellschaftlichen und städtebaulichen Leitbildern der DDR errichtet: Soziale Gleichheit und funktionale Trennung („Charta von Athen“).
Nun haben sich seit 1989/90 die Ansprüche, persönlichen Präferenzen und Lebensstile gewandelt. Es entstand ein Wohnungsmarkt, der viel mehr Möglichkeiten und v.a. die freie Wohnungswahl bietet. Die Mobilität der Bevölkerung stieg. Das Bevölkerungswachstum sank teilweise stark ab.
In unserer Projektarbeit wird die gebietsspezifische Fragestellung behandelt, ob es Veränderungen gab, die dazu führten, dass das in den 1970er Jahren geschaffene Wohnumfeld heutigen Ansprüchen nicht mehr gerecht wird. Welche Probleme ergeben sich? Welche Lösungen gibt es?
Dazu werden im Folgenden die historische Entwicklung des Gebietes und die Charakteristik des Wohnumfeldes vor und nach 1990 dargestellt. Weiterhin werden mögliche Perspektiven aufgezeigt.
Auf der Karte sind Versorgungs- und Freizeiteinrichtungen des kurzfristigen Bedarfs, die im Rahmen des Projektes zu Charakterisierung des Wohnumfeldes erstellte worden sind, verzeichnet.
Weiterhin sind statistische Daten über die Bevölkerung und der Wohnungsversorgung des Teilgebiets zu finden.

Das Fazit:

Das Wohnumfeld des Teilgebiets Raoul-Wallenberg-Straße sowie das Bild gesamt Marzahns unterlag seit seiner Errichtung erheblichen Veränderungen. Konzipiert unter der Motivation den Einwohnern der DDR erschwinglichen und optimal ausgestatteten Wohnraum zu geben, wurden die Großwohnsiedlungen zum Wohnort für Familien. Alles zum alltäglichen Leben (Versorgungseinrichtungen, soziale Infrastruktur) wurde im Wohnumfeld (Wohnkomplex) bereitgestellt.
Nach der Wiedervereinigung veränderten sich die politischen, ökonomischen und sozio-demographischen Verhältnisse derart, dass das ursprüngliche Wohnumfeld nicht mehr den Ansprüchen gerecht wurde. Am deutlichsten wird dies am Leerstand der Wohnungen in der Großwohnsiedlung Marzahn sichtbar.
Die Ursachen des Wohnungsleerstands sind sehr vielfältig. Die Faktoren der Bevölkerungsbewegung, des Wohnungsmarktes, die Veränderung der Sozialstruktur, die demographischen Wellen stehen oft im Zusammenhang. Für die Personen, die Marzahn verließen mögen ein oder auch mehrere dieser Faktoren entscheidend gewesen sein. Umso wichtiger scheint es nun, ansässige Bewohner zu halten aber auch neue Bewohner zu gewinnen, ohne eine einseitige soziale oder auch demographische Struktur zu fördern.
Die Problematik ist sehr komplex. Die heute ansässige Bevölkerung entspricht weitgehend nicht mehr jener, für die das Gebiet errichtet worden war.
Etwa 47% der Bewohner des Teilgebiets sind über 45 Jahre alt. Teile der Bildungseinrichtungen werden nicht mehr benötigt. Der Bezirk altert. Es verlassen mehr Bewohner Marzahn als zuziehen, z.T. aber auch aufgrund der ökonomischen Schieflage der ostdeutschen Städte. Das Image ist sehr negativ. Das Angebot an Wohnungen entspricht in sehr geringem Maße dem Zuwachs an kleineren Haushalten.
Alles in allem mangelt es an Attraktivität. Zahlreiche Maßnahmen, wie z.B. Sanierungen und Modernisierung von Wohngebäuden, Freiflächengestaltung, wurden unternommen. Weiterhin soll nun mit Hilfe des Rückbaus dem Leerstand Abhilfe geschaffen werden. Einerseits um die Kosten für die leerstehenden Wohnungen zu verringern, andererseits um das äußere Bild zu differenzieren und die Monotonie der Plattenbauten zu nehmen.
Die Frage ist nun, inwiefern damit die Situation verbessert werden kann. Die Antwort darauf kann allerdings erst in einiger Zeit beantwortet werden.
Abschließend soll noch erwähnt werden, dass vielleicht die Leerstandsproblematik viel augenfälliger ist, weil dieses Teilgebiet im Vergleich zu den anderen viel größer ist und viel mehr Bewohner hat. Außerdem handelt es sich hier fast ausschließliches um ein Wohngebiet, in dem weniger Funktionen als in einem Innenstadtquartier vorhanden sind, die bei der Betrachtung im Rahmen des Projektes außen vor fallen.

 

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