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Fachgebiete |
Koordinatorin |
KollegiatInnen |
Ehemalige
Ehemalige KollegiatInnen
Christina Altenstraßer | Dr. Ulrike Auga | Dr. des Corinna Bath | Sven Bergmann | Dr. Bettina Bock von Wülfingen | Jens Borcherding | Svea Bräunert | Dr. Claudia Brunner | Adrian de Silva | Dr. Anette Dietrich | Dr. Daniela Döring | Claude Draude | Maja Figge | Dr. Ute Frietsch | Dr. Sven Glawion | Dr. Sabine Grenz | Konstanze Hanitzsch | Levke Harders | Dr. Elahe Haschemi Yekani | Daniela Hrzán | Dr. Jana Husmann | Dr. Eva Johach | Jennifer John | Dr. Carsten Junker | Dr. des. Ute Kalender | Dr. des. Florian Kappeler | Anne Koch-Rein | Dr. Julia Köhne | Dr. Karolina Krasuska | Dr. des. Sabrina Kühn | Dr. Anke Langner | Lisa Malich | Dr. Beatrice Michaelis | Dr. des. Cornelia Möser | Marcia Moser | Aline Oloff | Dr. Sonja Palfner | Dr. Kathrin Peters | Kerstin Piepenstock | Patricia Purtschert | Dr. des. Julia Roth | Dr. des. Anne Stähr | Dr. des. Sarah Speck | Wibke Straube | Dr. des. Simon Strick | Dr. Nadine Teuber | Vojin Sasa Vukadinovic | Katharina Weikl | Daniela Wentz | Stefan Wünsch |
Im Rahmen ihres Dissertationsprojektes beschäftigt sich Christina Altenstraßer mit Konstruktionen von Wissen
über 'Geschlecht und Ökonomie am Beispiel der ersten Generation von Ökonominnen an der Friedrich-Wilhelms Universität Berlin 1896-1945'.
Dabei wird Wissenschaft als soziales Feld (Bourdieu) begriffen, das durch Konstruktions- und Definitionsmechanismen von Wissenschaft ,
von wissenschaftlichen Zugängen , von wissenschaftlichem Wissen wie auch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern
konstituiert ist, die wiederum auf feldspezifische Wissensformationen verweisen. Diese Wissensformationen finden ihren Ausdruck
in den feldspezifischen Logiken und Strukturen wie auch in der sozialen Praxis der Akteure und Akteurinnen. Ziel dieses Projektes
ist es, Konstruktionsprozesse von Wissen über Geschlecht einerseits und über Ökonomie andererseits zu identifizieren und deren
Wirkungsmacht auf die Positionierung von Ökonominnen in ihrer Wissenschaftsdisziplin zu analysieren.
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Corinna Bath
Im Zentrum des PostDoc-Projekts "Geschlechter- und Wissensordnungen im Semantic Web.
Zur Infrastruktur "verstŠndiger Maschinen" von Corinna Bath steht die Frage danach, wie sich die VerstŠndnisse von "Wissen" sowie die Epistemologien und Praktiken der Wissensproduktion im Zeitalter neuer Internettechnologien verŠndern. Fokussiert wird dabei die gegenwŠrtige Erstellung des "Semantic Web", mit dem versucht wird, das Internet technologisch mit "Bedeutung" anzureichern, um Maschinen (z.B. Suchmaschinen, persšnliche AssistentInnen) ein semantisches VerstŠndnis der dargebotenen Inhalte zu ermšglichen, damit jene die NutzerInnen stets mit passenden Informationen versorgen kšnnen.
Das Semantic Web beruht auf Ontologien, die das jeweils "relevante" Wissen formal-mathematisch erfassen sollen und damit im Verdacht stehen, traditionelle Wissens- und WahrheitsverstŠndnisse fortzuschreiben. Untersucht wird, inwieweit diese objektivistischen AnsprŸche durch EinflŸsse des Web 2.0 (soziale Software) und der Open Source-Gemeinschaft durchkreuzt oder eher aufrechterhalten werden.
Ziel des Projekts ist es, anhand empirischer/ ethnnografischer Untersuchungen herauszuarbeiten, welche Wissensordnung durch das "Semantic Web" etabliert wird und inwieweit diese mit der bestehenden Geschlechterordnung korreliert.
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CV
In ihrem Dissertationvorhaben "Die Vergeschlechtlichung
wissenschaftlicher Debatten über Selbstmordattentate" untersucht Claudia
Brunner aktuelle (Counter) Terrorismusforschung zum Thema
Selbstmordattentate hinsichtlich ihrer impliziten Konzeptionen von
Geschlecht und Gewalt. Im Zentrum des Forschungsinteresses steht das
Erklärenwollen selbst, das mit Grundannahmen über (inter)nationale
Ordnung und Gewaltmonopole und darin impliziten Vorstellungen von
Zivilisiertheit/Rückständigkeit, Rationalität/Irrationalität,
Legitmität/Illegitimität und schließlich auch mit Geschlechterordnungen
operiert. Geschlechterdifferenz wird u.a. über die Zuweisung von
Aktivität und Passivität hergestellt. Daher kann im Setting von
Selbstmordattentaten nach der Funktion von Geschlecht als
strukturierender und strukturierter Kategorie zwischen TäterInnen,
Opfern, zu interessierenden Dritten sowie der gewissermaßen auf sie
antwortenden Wissenschaft gefragt werden. Claudia Brunner hat
Politikwissenschaften in Wien und Paris studiert.
Link zur persönlichen Webseite an der Universität Klagenfurt
Das Promotionsprojekt von Daniela Döring "Mittelmaß und Durchschnittstypen. Zahlenschrift am Körper und ihre geschlechtlichen Codes"
widmet sich der Herstellung des geschlechtlich codierten Körpers
als Wissensobjekt unter dem besonderen Blickpunkt seiner
zahlenmäßigen Vermessung, Beschreibung und (kon)textualen
Beziehungen. Im Fokus der Untersuchung steht die Herausbildung von
verschiedenen Konzepten eines mittleren, durchschnittlichen und
typischen Körpers.
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Das Dissertationsprojekt von Konstanze Hanitzsch beschäftigt sich mit der Analyse genderspezifischer Rahmungen
des Selbst- und Elternbildes in deutschen Texten und Filmen der 'Nachtätergeneration', welche die Auseinandersetzungen mit
den nationalsozialistischen Vätern und Müttern zum Thema haben.
Konstanze Hanitzsch studierte Gender Studies und Neuere deutsche Literatur an der Humboldt Universität zu Berlin.
CV
Jana Husmann schloss im Juni 2009 ihr Promotionsverfahren an der Philosophischen Fakultät III der Humboldt-Universität zu Berlin mit "summa cum laude" ab.
Schwarz-Weiß-Symbolik. Dualistische Denktraditionen und die Imagination von 'Rasse'. Religion - Wissenschaft - Anthroposophie
In dem kulturwissenschaftlichen Promotionsprojekt wurde untersucht, auf welche verschiedene Art und Weise die abendländische Schwarz-Weiß-Symbolik im Kontext der europäischen Rassenkonstruktionen wirksam ist. Dabei fokussiert Jana Husmann zunächst den symbolgeschichtlichen Zusammenhang von dualistischer Farb- und Geschlechtssymbolik im Abendland, um in einem zweiten Schritt unterschiedliche Formen der Naturalisierung im deutschsprachigen Rassediskurs des 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts exemplarisch zu analysieren. Wissenschaftshistorisch werden Rudolf Steiners anthroposophische Rassentheorie, philosophische und naturwissenschaftlich orientierte Rassensystematiken diskursanalytisch bearbeitet. Der Zusammenhang von Farb- und Geschlechtssymbolik ist insbesondere in der Analyse geschlechtsspezifisch konstruierter Rassismen, Geschlecht als Wissenskategorie somit auf symbolischer und sozio-struktureller Ebene analytisch bedeutsam.Von Januar 2009 bis September 2011 verfolgte sie ihr Postdoc-Projekt im Rahmen des Graduiertenkollegs "Geschlecht als Wissenskategorie".
Literalismus und Geschlecht. Protestantischer Fundamentalismus in Deutschland 1900-1945Unter Fokussierung geschlechtertheoretischer Fragestellungen verfolgt das kulturwissenschaftliche Postdoc-Projekt kulturhistorische Entstehungshintergründe und nationalspezifische Ausprägungen des protestantischen Fundamentalismus in Deutschland. Dabei steht der Literalismus (d.h. der Glaube an die 'absolute Irrtumslosigkeit der Bibel', der die Heilige Schrift im buchstäblichen Sinne als unumstössliche Wahrheit Gottes versteht) als Basis des protestantischen Fundamentalismus im Zentrum der Analyse. Das Projekt führt hierfür kulturtheoretische, religions- und theologiegeschichtliche, wissenschaftshistorische, mediengeschichtliche und sozialpolitische Forschungsperspektiven zusammen und widmet sich sowohl der spezifischen Wissensform des Literalismus als auch spezifisch literalistischen Wissensproduktionen, die sich um Geschlecht, Nation, 'Rasse' und Religion zentrieren. Die Analyseebenen der Kategorie Geschlecht umfassen hiernach sowohl die symbolische als auch die sozio-politische Ebene. Fokussiert werden Aspekte religiöser Geschlechtssymbolik, geschlechtliche Verkörperungen des Mediums Schrift sowie Geschlecht als interdependente (soziale) Kategorie. Unter Berücksichtigung unterschiedlicher religiöser und säkularer Wissensformen wird 'Geschlecht' als Wissenskategorie relevant.
Das diskursanalytisch ausgerichtete Projekt bezieht methodisch/methodologisch Ansätze der feministischen Repräsentationskritik, Interdependenz-/Intersektionalitätstheorien, Konzepte der Critical Whiteness Studies/Kritischen Weissseinsforschung sowie des Kritischen Okzidentalismus ein.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage von Dr. Jana Husmann
Gegenstand des Postdoc-Projekts von Eva Johach sind die Formen des sozialen Zusammenlebens
im Tierreich, die als 'Staatenbildungen' bezeichnet und in erster Linie einigen Insekten zugesprochen
werden. Diese sogenannten sozialen Insekten (Bienen, Ameisen, Termiten, mit Einschränkung auch
Wespen und Hummeln) und ihre scheinbar so perfekt organisierten Gemeinwesen üben seit der
Antike starke Faszination aus, und die Identifikation des Menschen mit diesen natürlichen
Staatsformen hat vielfältige fabel-, gleichnis- und modellhafte Formen angenommen.
Aus einer Kombination methodischer Ansätze der Kulturwissenschaft, Gender Studies und
Wissenschaftsgeschichte soll diese Faszinationsgeschichte aufgearbeitet werden. Die Studie
widmet sich den Insektenstaaten als Gegenstand naturkundlicher, politischer und literarischer
Texte und fragt insbesondere danach, welche Rolle die dort beobachtete Geschlechterordnung
in dieser Faszinationsgeschichte spielt. Es zeigt sich, dass die Wissenskategorie Geschlecht
den gebrochenen Spiegelungsverhältnissen zwischen Insekten und Menschen ebenso in die
Quere kam wie wissensgenerierend wirksam wurde.
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Sven Glawion fragt in seiner Dissertation "Heterogenesis. Erzählungen heterosexueller Männlichkeit zwischen Emanzipation und Normativität in deutscher Literatur von 1968 bis 2000" nach der Erzählbarkeit heterosexueller Männlichkeit, ihrer Normierung und ihrer Normativität. Im Zentrum stehen literarische (P. Schneider, U. Plenzdorf, B. Vesper, Th. Brussig, B. Lebert), aber auch (populär)wissenschaftliche und bewegungspolitische Texte aus dem Kontext der 68er-Studentenbewegung, der DDR der 1970er Jahre sowie aus der Zeit des wiedervereinigten Deutschlands der 1990er Jahre. Charakteristisch für alle drei Kontexte waren Emanzipationsdiskurse, die sich in unterschiedlicher Weise auf verschiedene Wissensordnungen (besonders auf das Christentum, den Marxismus und die Psychoanalyse) bezogen.
Konstatiert wird, dass sich die Normativität heterosexueller Männlichkeit trotz dieser vielfältigen Rede von Emanzipation bis zum Ende des 20. Jahrhunderts als erstaunlich stabil erwiesen hat, was Fragen aufwirft: Welches Wissen macht heterosexuelle Männlichkeit erzählbar? Was wird narrativ verhandelt, wenn von der Emanzipation heterosexueller Männlichkeit die Rede ist? Was bewirkt die Stabilität von Heteronormativität? Mit diesen Fragen geraten einerseits die emanzipatorischen Aufbrüche heterosexueller Männer in den Blick, andererseits wird der Terminus "Heteronormativität" geschlechterhistorisch kontextualisiert und literaturwissenschaftlich konkretisiert. Er bezeichnet in der Dissertation die narrativen Strategien, mit denen heterosexuelle Männlichkeit sowohl zur Norm erhoben als auch selbst normiert wird.
Die Männeremanzipation der fokussierten Zeitspanne zielte, wie in der Dissertation herausgearbeitet wird, auf das Telos der 'guten Heterosexualität'. Die Wortschöpfung Heterogenesis pointiert die Sehnsucht, an diesen vermeintlich ursprünglich-paradiesischen Zustand der 'guten Heterosexualität' zu gelangen, gleichzeitig verdeutlich sie metaphorisch das normative Potential dieser Sinnproduktion. Heteronormativität reproduzierte sich folglich nicht trotz, sondern (auch) wegen der Emanzipationsdiskurse dieser Zeit. Dieses wird in der Dissertation nachgewiesen, indem drei narrative Kristallisationspunkte der Erzählungen Ursprung, Reife und Sauberkeit herausgearbeitet und kontextualisiert werden. Die Dissertation wurde im Juli 2011 verteidigt und ist im Büchner-Verlag erschienen.
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CV
Das Thema von "Novel Families: Literary variations on a queer national theme," dem
Dissertationsprojekt von Anne Koch-Rein, sind literarische, rechtliche und politische Re-Figurationen des Nexus
von Familie und queerness in den USA zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Der Ausgangspunkt, auf den bereits der doppeldeutige
Titel "Novel Families" verweist, ist dabei die Gleichzeitigkeit und Relation zweier diskursiver Ereignisse, nämlich einerseits
des gesellschaftlichen Redens über LGBT "novel families" und andererseits des Auftauchens queerer Präsenzen in neo-realistischen
"family novels" auf dem literarischen Feld. Konkret in den Blick genommen werden zum einen Gerichtsurteile (wie etwa die sog.
"Massachussetts Decision," Hillary Goodridge v. Department of Public Health) und rechtspolitische Debatten in ihrer Verhandlung
von Familie, zum anderen fiktionale Familien/Familienromane (von The Corrections bis Lipshitz Six) in ihrer Repräsentation von
queeren Stimmen und Figuren. Mit "Familie" sucht das Projekt einen zentralen Schauplatz der Wissensproduktion ?ber,
der Formatierung, Naturalisierung und Diskursivierung von Geschlecht und Sexualität auf und fragt nach den Funktionen und
Effekten des aktuell so virulenten Zusammentreffens von queerness und Familie in zwei verschiedenen diskursiven Arenen.
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In seinem Promotionsprojekt untersucht Carsten Junker das Genre des
Essays als Rahmen der Wissensproduktion. Anhand ausgewählter amerikanischer Essays des 20.
Jahrhunderts geht er der Frage nach, wie sich in Debatten zwischen Essays das Wissen um gender-
und race-spezifische Machtverhältnisse formt und umbildet. Zwei Aspekte sind dabei von besonderer
Bedeutung: Zum einen die Frage nach der Funktion, die der Essay als Genre zwischen Kunst und
Wissenschaft hat, Wissen verfügbar zu machen und zu autorisieren, zum anderen die Frage nach der
Interdependenz der Kategorien 'Rasse' und 'Geschlecht' für die Produktion von Wissen. Carsten
Junker hat Anglistik/Amerikanistik und Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin und am
Goldsmiths College at the University of London studiert.
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Jennifer John
White Cubes | Gendered Cubes
Eine Archäologie der Wissenskategorie - Geschlecht im Kunstmuseum Hamburger Kunsthalle
Kunsthistorisches Wissen wird durch verschiedene Institutionen hervorgebracht. Einer der bedeutendsten Orte für die Formierung von Kunstgeschichte ist die
Institution Kunstmuseum. Legitimiertes kunsthistorisches Wissen wird im Museum durch die Praktiken wie das Ausstellen und Sammeln fortgeschrieben. Zugleich
wird das kanonisierte Wissen durch museale Praktiken, die immer eine Interpretation beinhalten, auch transformiert. Die Institution Kunstmuseum stellt somit
keinen, wie häufig angenommen, kontextlosen Raum White Cube (Brian O Doherty ,1976) dar, der aus neutraler Perspektive Kunst präsentiere.
Das von der Institution Kunstmuseum hervorgebrachte kunsthistorische Wissen bildet den Untersuchungsgegenstand dieses Forschungsprojektes. Fokussiert
werden die Einschreibungen der Wissenskategorie Geschlecht in dieses Wissen. Das Kunstmuseum wird somit nicht als ein "White Cube", sondern als ein 'Gendered Cube'
betrachtet, dessen Wissen stets geschlechtlich codiert ist. Über den Zeitraum 1960 bis in die Gegenwart wird das vom Kunstmuseum hervorgebrachte W
issen untersucht um herauszufinden, inwiefern sich die geschlechtliche Codierung des kunstgeschichtlichen Wissens im Zuge der von der Frauenbewegung
wie auch der Gender und Queer Studies angeregten Debatten verändert hat.
Jennifer John war
Stipendiatin im DFG-Graduiertenkolleg "Geschlecht als Wissenskategorie" (HU Berlin) von Januar 2005-März 2006.
Seit April 2006 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institute for Cultural Studies in the Arts (ICS), Zürcher Hochschule der Künste (zhdk) bei
Prof. Dr. Sigrid Schade;
Betreuung der Promotion: Prof. Dr. Sigrid Schade (Universität Bremen)
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Das Promotionsvorhaben "Depression und Geschlecht" von Nadine Teuber untersucht die Wirksamkeit von Geschlechternormen
und -konstuktionen in der "Entstehung, Aufrechterhaltung und Therapie von Depression". Erkenntnisse aus der klinischen
Depressionsforschung sollen mit Konzepten und Methoden der Geschlechterforschung verbunden und bestehende maskuline
Normen im Bereich der Depressionsforschung kritisch hinterfragt werden. Das Promotionsvorhaben basiert auf Interviews und
Fragebogenuntersuchungen chronisch depressiver PatientInnen, die in Kooperation mit einer Studie am Sigmund-Freud-Institut zur
Therapie chronischer Depression erhoben werden. Nadine Teuber hat Psychologie in Frankfurt am Main und London
studiert und ist seit 2007 in psychoanalytischer Ausbildung am Frankfurter Psychoanalytischen Institut (DPV).
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Anknüpfend an ihre Studienschwerpunkte innerhalb der Rehabilitationspädagogik
(soziologische und pädagogische Aspekte im Umgang mit Menschen mit geistiger Behinderung,
Sprachstörungen und Verhaltensabweichungen) setzt Anke Langner sich in ihrem
Dissertationsprojekt mit der Rolle der geschlechtlichen Codierung des Körpers bei der
Konstruktion einer geschlechtlichen Identität an Hand von Einzelfallstudien bei Menschen mit
geistiger Behinderung auseinander. Dabei wendet sie methodische Konzepte der Grounded Theory
an sowie soziologische und entwicklungspsychologische Methoden der Identitätsarbeit.
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In der Promotion von Màrcia Moser werden rezente religiöse Auseinandersetzungen um die Verwobenheit religiöser, sexueller und geschlechtlicher Identitäten verhandelt.
Aus der Perspektive religiöser Subjekte werden Spannungsfelder zwischen diesen identitären Ebenen herausgearbeitet und in einem weiteren Schritt
Harmonisierungsstrategien, z.B. Formen religiöser Neudeutungen, in den Blick genommen. Das besondere Interesse gilt hier individuellen Lösungen
einzelner religiöser Akteure.
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Dr. Beatrice Michaelis
schloss ihre Promotion Anfang 2010 ab.
Seit August 2009 ist sie Forschungskoordinatorin am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) der Justus-Liebig-Universität Gießen. Ihr aktuelles Postdoc-Projekt trägt den Titel Die Farbe des Glaubens? Proto-rassisierende Diskurse der Inklusion und Exklusion in mittelalterlichen und frühneuzeitlichen literarischen und wissenschaftlichen Texten .
(Dis-)Artikulationen von Begehren als Schweigeeffekte in wissenschaftlichen und literarischen Texten über sexuelles Begehren, Geschlecht und Körper des Hoch- und Spätmittelalters
Die Dissertation analysiert über die verbindende Betrachtung rhetorischer Strategien, narrativer Strukturen und diskursiver Formationen literarisches und wissenschaftliches (religiöses, naturphilosophisch-medizinisches, juristisches) Wissen von Geschlecht, sexuellem Begehren und Körpern. Beide Wissenskontexte sind an eine spezifische Ökonomie der Sprache gebunden, besonders dann, wenn über die "aufwerfende Verwerfung" nicht-normativer Praktiken normative Entwürfe hergestellt und stabilisiert werden. Diese Mechanismen der Aufwerfung und Verwerfung korrelieren mit Momenten des Redens und Schweigens, die sich wiederum in verschiedenen Darstellungsmodi der (Dis)Artikulation fassen lassen. Zugleich stehen Wissen, Sprache und Begehren in einem engen Zusammenhang.
Was wie gesagt werden kann, von wem und in welchem Kontext ist zutiefst bestimmt durch interagierende Stratifikationskategorien, die die (dis-)artikulierenden Subjekte konkreten Orten/Positionen der Sagbarkeit zuweisen. Der Prozess, welches Wissen wie, von wem und wo generiert und repräsentiert werden kann, vollzieht sich also in Abhängigkeit dieser Ordnung der Rede, die zugleich eine Ordnung der Macht ist. Die Verfasstheit von Institutionen, die Funktionen unterschiedlicher Genres/Textsorten, die Regeln der Diskurse folgen dabei einem Dispositiv der Reproduktion. Diese Vorgänge zeige ich u.a. an den Predigten Bertholds von Regensburg, den Schriften des Albertus Magnus und den Bekenntnissen des Richard von Hohenburg. Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser verschiedenen Diskursformen und Wissenskomplexe reflektierend lese ich im Hauptteil der Arbeit den Eneasroman, das Nibelungenlied, den Tristan und den Prosalancelot in Hinblick auf (Dis-)Artikulationen von Begehren.
Kontakt: Beatrice.Michaelis (at) gcsc.uni-giessen.de
Webpage: http://cultdoc.uni-giessen.de/wps/pgn/ep/cultdoc/beatricemichaelis/gcsc
Sonja Palfner schloss ihre Dissertation am 3.3.2008 mit "summa cum laude" ab. Seit Oktober 2008 ist sie Postdoc-Stipendiatin im interdisziplinäre DFG-Graduiertenkolleg *Topologie der Technik* an der Technischen Universität Darmstadt mit dem Projekt *Cyberinfrastrukturen in der Klimaforschung -- Eine lokale Studie über einen globalen Hybrid im Spannungsfeld von Technik und Raum.*
Gen-Passagen Eine Studie zu molekularbiologischen und medizinischen Praktiken im Gefüge der Brustkrebs-Gene.
Das Brustkrebs-Gen -- BRCA1, BRCA2, BRCAx: Was war und ist das für ein Gegenstand, der in und zwischen Forschung, Diagnostik, Beratung und Früherkennung, "zwischen Wissenschaft und Wissen" (Foucault 1981: 263), in den 1990er Jahren zu seiner Existenz kommen konnte und um den sich eine Vielzahl von Menschen, Dingen und Technologien, von Wissen und Praktiken gruppierten, sich auf spezifische Art und Weise stabilisierten und institutionalisierten und damit das Brustkrebs-Gen gleichsam hervorbrachten?Mit der Dissertation verfolge ich eine Analytik in Begriffen der Bewegung, des Relationalen und des Werdens. In Anlehnung an Arbeiten aus der Wissenschaftsgeschichte und den Science and Technology Studies (STS) gehe ich davon aus, dass das Brustkrebs-Gen keine singuläre, naturhafte und fixe Entität ist, sondern in einer wandelnden Vielheit existiert. Wie ein Blick in die Geschichte des Gen-Begriffs zeigt, kann das Gen zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten etwas anderes sein. Man muss also jene als natürlich angenommenen Gegenstände historisieren und pluralisieren und nach den jeweiligen Bedingungen ihrer Möglichkeit fragen.
In diesem Sinne schlage ich vor, das Brustkrebs-Gen weder ausschließlich als Produkt von vormals existierenden Zusammenhängen von Menschen, Dingen und Technologien oder von Wissen und Praktiken, noch diese Mannigfaltigkeiten als Produkte eines vormals existierenden Brustkrebs-Gens zu betrachten. Es gilt demnach, ihr wechselseitiges Werden zu verfolgen und dabei Prozesse der Stabilisierung und Institutionalisierung von Laborpraktiken, humangenetischen und gynäkologischen Praktiken herauszuarbeiten, aber auch Widerstände und Störungen sowie Prozesse der Destabilisierung von Gewissheiten und Gegenständen sichtbar zu machen.
Komplexität entfalten: Ich gehe davon aus, dass es für sozialwissenschaftliche Auseinandersetzungen mit den Naturwissenschaften und der Medizin wichtig ist, sich auf die zu untersuchenden und nicht selten als hermetisch geschlossen wahrgenommenen Forschungsfelder einzulassen. Es ist fruchtbar, den Versuch zu unternehmen "im immanenten Nachvollzug zu verstehen" (Narr 2006: 356), zu lernen, was in den -- vielfach für den Außenstehenden kaum verständlichen -- Alltagsgeschäften passiert. Damit ist nicht eine "Nacherzählung" der Wissenschaften gemeint; auch wenn der naturwissenschaftliche Sog ungeheuer stark ist und man sich nicht selten in dem Gefühl verliert, dem naturwissenschaftlichen Wissen nachzueilen, ohne es jemals einholen zu können.
Der Begriff der Passage steht für diesen, im Rahmen der Dissertation, entwickelten Zugang zum Forschungsfeld. Mit ihm sind zwei methodische Herangehensweisen verknüpft. Zum einen der ethnographische Einsatz der teilnehmenden Beobachtung (Tumorgenetik, humangenetische Beratung und gynäkologische Beratung/ Früherkennung) und zum anderen die historische Spurensuche, die über die Berliner Tumorgenetik am Max Delbrück Centrum für Molekulare Medizin hinausgeht und internationale Entwicklungen der Brustkrebs-Genforschung einbezieht.
Die Loci (im Schwerpunkt die Tumorgenetik mit Brustkrebs-Genforschung und molekularer Testung von BRCA1 und BRCA2) werden passagenartig durchkreuzt und geöffnet. So gelingt es, eine Vorstellung von den wissenschaftlichen und gen-medizinischen Prozessen -- die alles andere als fortschrittslogisch geradlinig verlaufen -- von den darin stattfindenden Ein- und Ausschlüssen und den damit verbundenen Effekten zu gewinnen. Diese setzen weit vor den Früherkennungsmaßnahmen im Falle des Familiären Brustkrebses und gesellschaftlich kaum wahrgenommen abseits der konjunkturell lärmenden Debatten um Stammzellen und Klone an. Im Verlauf der ersten Passagen verdichtet sich ein auf Wachstum angelegtes Zusammenspiel von (Mehr)-Leben, (Mehr)-Wissen und (Mehr)-Geld. Damit ist eine analytische Spur gelegt, entlang derer die kapitalistische Durchdringung der Loci ausgeleuchtet wird. So gelingt es auch, existierenden Uneindeutigkeiten, Spannungen, verwirrenden Gleichzeitigkeiten und Verwischungen zwischen "Forschung und Anwendung", den Prozessen der Grenzziehung zwischen ihnen, die wiederum ständig kontaminiert werden, auf die Spur zu kommen.
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In ihrem aktuellen Forschungsprojekt untersucht Patricia Purtschert das Konzept des Naturzustandes, einer
zentralen Begründungsfigur der politischen Philosophie. Gefragt wird, wie Vorstellungen von Geschlechter-, Sexualitäts-,
Rassen- und Kulturunterschiede durch den Rekurs auf den Naturzustand legitimiert werden. Umgekehrt geht es darum zu
verstehen, wie das Konzept des Naturzustandes durch den Einsatz von solchen Differenzen erst hervorgebracht und mit
Bedeutung gefüllt wird. Arbeitsthese ist, dass der Naturzustand einen Verdichtungspunkt darstellt, der es ermöglicht,
die Genese moderner Geschlechter- und Rassekonzeptionen herauszuarbeiten.
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Thema des Dissertationsprojektes "Transformationsstrategien in der Fotografie der siebziger Jahre" von
Sabrina Kühn ist das gender-bending in fotografischen Selbstdarstellungen der
siebziger Jahre.
Der Interessenschwerpunkt der Analyse liegt auf dem Zusammenhang von medialen Bedingungen der
Fotografie und darstellerischen Aspekten der Geschlechterinszenierung. Damit soll die Medialität des
gender-bendings in den Vordergrund gerückt werden. Durch Einbezug fototheoretischer Grundlagen
und Herausarbeitung konkreter fotografischer Praktiken (Doppelbelichtungen, Arbeit mit Serialität usf.) wird
eine Verortung der Fotografien in unterschiedlichen Diskursen geschlechtlicher Ambiguitäten, wie
beispielsweise dem Diskurs der Maskerade oder des Transvestismus, vorgenommen. Dabei soll einerseits
das Ineinanderwirken von Foto- und Gendertheorien bezüglich ihrer Formulierungen geschlechtlicher
Identitäten untersucht werden. Auf der künstlerisch-praktischen Ebene steht andererseits
die Frage nach den konkreten fotografischen Techniken zur Herstellung geschlechtlicher Ambivalenzen
im Zentrum. Hier sind die zentralen Fragen: Wie wird geschlechtliche Ambiguität fototechnisch erzeugt
und welches Identitätskonzept geschlechtlicher Ambivalenz wird damit bedingt? So soll durch die
Untersuchung, wie unter Einbezug der Fotografie das jeweilige gender-bending formuliert wird, das
Besondere einer fotografischen Darstellung von geschlechtlichen Ambiguitäten herausgearbeitet werden.
Sabrina Kühn hat Kunstgeschichte mit den Nebenfächern Neuere deutsche Literaturwissenschaft
und Linguistik an der Ruhr-Universität Bochum studiert.
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"Der Richtige Körper: Ökonomisierung des Geschlechts und der Materialität im Reality TV". Das Anliegen des Forschungsvorhabens von Simon Strick ist es,
die gegenwärtige Reformulierung von Geschlechterverhältnissen an Beispielen des
sogenannten Reality TV zu untersuchen. Es werden dabei insbesondere
zwei Formate untersucht, Shows zu Schönheitsoperationen, die ein
weibliches Publikum anlocken, und Shows zu Mutproben und demonstrativen
Schmerzerfahrungen, die ein juveniles männliches Publikum
interessieren. Die Reality-Formate bieten derzeit ein pointiertes
Beispiel für die gesellschaftliche Verhandlung und Diskussion
menschlicher Selbstführung: sie bieten Inszenierungen von "echten"
Individuen, deren private Körper- und Geschlechtsauffassungen
öffentlich ausgetragen werden. Für die Fragestellung sind diese
Sendungen deswegen interessant, weil sie den Körper - in den
Dimensionen des Geschlechts und des Materiellen - zum Austragungsort
von ritualhaften Handlungen machen, die Auskunft über die gegenwärtige
Verfassung und Revision von Geschlechterrollen und ihrer populären
Verbreitung geben können. Die Sendungen stellen Handlungsmodelle
bereit, die das geschlechtliche Selbst und sein Verhältnis zum Körper
thematisieren und für eine Untersuchung innerhalb der
Kulturwissenschaften aufschlussreich machen.
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Um die Entstehung der Psychiatrie ranken sich viele Meistererzählungen, die auf unterschiedlichsten Ebenen eine Erklärung für die
internationale Bewegung von ‚Irrenhaus’-Gründungen um 1800 suchen. Dabei kommen die Handlungsspielräume und Eigeninteressen der
Akteure meist zu kurz. Katharina Weikls Entdeckung eines sehr spannenden und umfassenden Quellenmaterials zu dem
Einzelfall ‚Jacob Endorfer’ in den weitgehend unbearbeiteten Archivalien der ersten ‚Irrenanstalt’ Bayerns macht
es möglich, das Forschungsprojekt "Der Fall Jacob Endorfer. Konstruktion von Wahnsinn im Spannungsfeld von katholischer Aufklärung,
Säkularisation und Entstehung der Psychiatrie in Bayern" stärker mikrohistorisch auszurichten und einen Einzelfall
ins Zentrum zu stellen. Zentrales Ziel der Arbeit ist es, die Transformationsprozesse in der Konstruktion und dem Umgang mit Wahnsinn durch die
Entstehung einer staatlich-medizinischen Institution zur Irrenbehandlung in den Blick zu nehmen.
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Ulrike Auga befasst sich in ihrem Projekt "Sexualität als
Wissensfeld am Ende des 20. Jahrhunderts" mit dem Begriff der Sexualität im Spannungsfeld
zwischen Kultur- und Naturwissenschaften. In diesem Zusammenhang wird auch die Frage der
sexuellen Rechte und der Universalgültigkeit der Menschenrechte erneuert aufgeworfen.
Ulrike Auga absolvierte ihr Studium der (Evangelischen) Theologie mit Fokus auf
Feministische Theologie in Berlin und in Cambridge (UK) und promovierte in
Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin.
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Dr. Kathrin Peters war von Juni bis Oktober 2006 mit einem Abschlussstipendium Mitglied des Kolleg. Sie ist im Mai 2007 am Kulturwissenschaftlichen Institut der Humboldt-Universität mit einer Dissertation über die medialen Praktiken der Geschlechtsbestimmung im ausgehenden 19. Jahrhundert promoviert worden. Die Arbeit ist unter dem Titel "Rätselbilder des Geschlechts. Körperwissen und Medialität um 1900" 2010 im diaphanes-Verlag erschienen. Seit dem Sommersemester 2011 ist sie Professorin für Geschichte und Theorie gegenwärtiger Medien an der Universität Oldenburg.
ab.
Homepage an der Universität Oldenburg
Levke Harders arbeitet über "Geschlecht - Disziplin - Geschichte"
als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin.
Die Arbeit wird zum einen die Disziplingeschichte der American Studies darstellen. Zum anderen rekonstruiert sie
die Situation von Akademikerinnen in den Disziplinen Germanistik in Deutschland und American Studies in den USA.
Levke Harders studierte Neuere deutsche Literatur, Kulturwissenschaften, Geschlechterstudien sowie Neuere und
Neueste Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2002 schloss sie ihr Magisterstudium mit der Arbeit über "Promovendinnen des Berliner Germanischen Seminars"
ab.
Zu diesem Thema hat sie 2004 eine
Ausstellung
kuratiert. 2004/05 vertrat sie die akademische Repräsentanz
der Humboldt-Universität zu Berlin in New York.
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Elahe Haschemi Yekani schloss ihre Dissertation Anfang 2009 mit "summa cum laude" ab.
Seit 2007 arbeitet sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Englische Kulturwissenschaft und Kulturgeschichte am Institut für Anglistik/Amerikanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin.
The Privilege of Crisis. Narrative Patterns of Masculinities in English Colonial and Postcolonial Literature, Photography and Film
Ausgehend von der These, dass der oft wiederholte Diskurs der "Krise der Männlichkeit" ein privilegierter ist, der weiße hegemoniale Männlichkeit ein ums andere Mal ins Zentrum rückt, beschäftigt sich diese Arbeit mit der Analyse narrativer Muster von Männlichkeiten in kolonialen Romanen Joseph Conrads, Rudyard Kiplings und H. Rider Haggards sowie kolonialer Fotografie. Während die kolonialen Quellen eine stärkere textuelle Eindämmung der Krise nahelegen, stellen die postkolonialen Quellen diese Krise der Männlichkeit selbstreflexiv aus. Nichtsdestotrotz lassen sich in beiden Perioden Privilegierungstendenzen beobachten. Neben Texten von Hanif Kureishi, Zadie Smith und J.M. Coetzee werden Filme von Stephen Frears und Neil Jordan analysiert. In dieser Gegenüberstellung treten die Kontinuitäten, aber auch Diskontinuitäten, in der Konstruktion britischer Männlichkeitsbilder zutage. Die Konzepte einer 'hegemonialen Männlichkeit' sowie einer 'marginalisierten Männlichkeit', aber auch ein womöglich als "Dritter Raum" gelesener 'hybride Körper' bilden einen Forschungsschwerpunkt.
Kontakt: eli.haschemi (at) staff.hu-berlin.de
Webpage
Daniela Hrzán untersucht in ihrer Dissertation US-amerikanische Diskurse über Female Genital Cutting (FGC). Sie hat Amerikanistik und Journalistik an der Universität Leipzig studiert und war Austauschstudentin im Africana Women's Studies Programm an der Clark Atlanta University (USA) im Rahmen eines Fulbright-Stipendiums. Von 2002-2008 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in den Gender Studies und in der Kulturwissenschaft an der HU Berlin. Von 2005-2007 war sie assoziiertes Mitglied des DFG-Graduiertenkollegs „Geschlecht als Wissenskategorie“
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In ihrem Promotionsprojekt "Grenzgängerinnen“. Gender und Poetik in
Gedichten von angloamerikanischen, polnischen und deutschen Schriftstellerinnen der
Moderne versucht Karolina Krasuska eine komparatistische
Interpretation der Werke, denen verschiedene transgressive Positionen
in separaten regionalen/nationalen (feministischen) Kanons
zugeschrieben werden. Durch die Lektüre der Texte quer durch die
regionalen Einschränkungen, sollen die Vernähungen in der Kategorie
„Geschlecht“, auf die sich die Konstruktionen von einzelnen Kanons
gründen, offen gelegt werden. Vor dem Hintergrund der jungen
mitteleuropäischen Gender Studies, will die Arbeit auch reflektieren,
welche Konsequenzen solch eine Konfrontation für die Strategien der
Vergleichenden Literaturwissenschaft und Gender Studies haben kann.
Karolina Krasuska hat ihr Studium an der Warschauer Universität mit
Magister in Germanistik, und Magister in Anglistik/Amerikanistik
abgeschlossen, ist Doktorandin an der Europa-Universität Viadrina,
Frankfurt (Oder) und Promotionsstipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung.
Kontakt
Das Dissertationsprojekt von Wibke Straube trägt den Arbeitstitel
"Orte der Intervention. Filmische Rezeption als Schnittstelle zwischen counter-kulturellen
Praxen und neoliberalen Herrschaftsformen". Am Beispiel von Crossdressing und Transgender Filmen
sollen kollektive Praxen der Wissensproduktion innerhalb der Kategorien race, class und gender
analysiert und mit dem neoliberalen Werte- und Strukturwandel kontexualisiert werden.
Das Projekt ist geleitet von der Annahme, dass filmische Lesarten und die daraus resultierenden
kulturellen Appropriationen in einem reflexiven Verhältnis zu gesellschaftlichen Veränderungen
stehen. Durch eine kritische Diskursanalyse und "Gruppendiskussionen" beabsichtigt das
Forschungsprojekt filmische Appropriationen im Hinblick auf mögliche intervenierende und
herrschaftskritische Praxen zu untersuchen.
Wibke Straube hat Gender Studies und Neuere Deutsche Literatur an der Humboldt-Universität
zu Berlin und an der Freien Universität Berlin sowie Gender and Media Studies an der
University of Sussex studiert.
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Untersuchungsgegenstand des Dissertationsprojektes "Frauentausch. Die Hausfrau in der Ökonomie des
Fernsehens" von Daniela Wentz sind zeitgenössische Fernsehformate, die sich der Figur der modernen
Hausfrau widmen. Die Arbeit verbindet aktuelle Ansätze der Medienwissenschaft mit Fragestellungen der
Geschlechterforschung. Kern der Untersuchung ist die Frage nach den Entstehungsbedingungen dominanter
medialer Geschlechterinszenierungen und Diskurse, und der Bedingung ihrer Stabilisation und hartnäckiger
Überlebenskraft, verbunden mit der Frage nach Gender als strukturierende Kategorie bei der kulturellen
Durchsetzung von (Medien-)Technologien.
Dass Fernsehen ebenso wenig ohne die "Hausfrau" zu denken ist wie die "Hausfrau" ohne das Fernsehen,
ist hierbei die zentrale Annahme der Untersuchung. Daniela Wentz absolvierte das integrierte
Studienprogramm Europäische Medienkultur der Bauhaus-Universität; Weimar und der
Universität Lumi?re, Lyon II. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Professur Medien-Philosophie an
der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität.
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Ute Frietschs Habilitationsprojekt trägt den Titel: "Generativitäts-Reflexionen
im Labor des Paracelsus". In dem Projekt werden aktuelle Ansätze der Wissenschaftsforschung
und der Geschlechterforschung methodisch verbunden. Gefragt wird nach den experimentellen
Praktiken der paracelsischen Arbeit der Medikamentenherstellung. Diese quasi-
naturwissenschaftlichen Praktiken des 16. Jahrhunderts werden analysiert in Hinblick auf
ihre geschlechtliche Codierung. Das Projekt ist situiert in der Kulturwissenschaft.
Ute Frietsch promovierte in Philosophie an der Freien Universität Berlin und an der Université
de Paris 8.
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Sabine Grenz befasst sich in ihrem Habilitationsprojekt mit
sexueller Gewalt in kriegerischen Auseinandersetzungen am Beispiel des zweiten Weltkriegs.
Anhand von Tagebucheintragungen und Interviews betroffener Frauen sollen die kulturellen
Einschreibungen von Geschlecht, ?Rasse' und Nation sowie die Bedeutsamkeit der zwei politischen
deutschen Nachkriegssysteme (BRD/DDR) herausgearbeitet werden. Dabei geht es auch darum, den
Zusammenhang von sexueller Gewalt als Kriegsmittel und der Geschichte(n) der Sexualität in der
Moderne zu erhellen. Sabine Grenz promovierte in Gender Studien an der Humboldt-Universität.
Zuvor absolvierte sie einen Masters-Studiengang an der LSE (London), wo sie während ihrer
Promotion immer wieder als Gast-Doktorandin zugegen war.
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Dr. des. Ute Kalender war im Jahr 2009 assoziierte Postdoktorandin. Seit 2010 ist sie Fellow am Institute of advanced studies on science, tehcnology and society (ias-sts) in Graz.
Webpage
CV (pdf)
Das Promotionsvorhaben von Claude Draude siedelt sich an den Schnittstellen
Kulturwissenschaft, Informatik und Kunst an. Unter dem Titel '"Hinter den Spiegeln..."
Auf den Spuren von Geschlecht und Ethnizität im Konstruktionsprozess digitaler Avatare.
Möglichkeiten der Re-Codierung.' untersucht Claude Draude die Verfasstheit von Avatartechnologien /
Technologien der Embodied Conversational Agents im Hinblick auf geschlechtliche und ethnische
Einschreibungen. Fokus der Analyse ist der Herstellungsprozess digitaler (Selbst)Repräsentationen
von Menschen und die Simulation menschlichen Verhaltens.
Kontakt
Stefan Wünsch
Das erkrankte Geschlecht. Medizin und Prostitution im Berlin des frühen 20. Jahrhunderts“
Das Dissertationsprojekt möchte in einer Lokalstudie über Berlin im frühen 20. Jahrhundert, jene Schnittpunkte zwischen Medizinern und Prostituierten untersuchen, an denen sexuelle Differenzen verhandelt und produziert wurden, um daran letztendlich aufzuzeigen, wie in unserer Kultur Menschen zu Subjekten gemacht wurden und werden. Die Fokussierung auf den Berührungspunkt dieser beiden Gruppen hat demnach zur Folge, dass nicht nach den sozioökonomischen Bedingungen für dieses Aufeinandertreffen gefragt wird, sondern dass danach geschaut wird, was an dieser Schnittstelle passiert. Das Erkenntnisinteresse der Arbeit liegt folglich in der Produktivität des Momentes und des Ortes des Aufeinandertreffens. Eine Stelle an der die heterogenen Wissenssysteme freigelegt werden können, die dem Prozess der geschlechtlichen Subjektivierung zu Grunde lagen. Die Problematik der Geschlechtskrankheiten wirkt für die Studie hierfür strukturierend, da über diese die interagierenden Subjekte der Kontrolle positioniert und sogleich geschlechtlich markiert wurden. Deshalb lautet die übergeordnete Fragestellung: Wie konstituierte sich ein geschlechtliches Selbst um die Geschlechtskrankheiten?
Methodisch ist das Vorhaben als das Schreiben einer Genealogie im Foucaultschen Sinne zu betrachten, die nicht nur bestrebt ist, Diskursformationen zu rekonstruieren und Welt zu erklären, sondern vor allem das eigene Schreiben als Prozess Wissensgenerierung stets mit reflektiert und diesbezüglich zugleich nach neuen Darstellungsweisen strebt. Das Ziel ist eine textliche Collage mit der den postmodernen Kritiken an der Geschichtswissenschaft entsprochen werden soll.
mehr...Svea Bräunert beschäftigt sich in ihrer Dissertation Das geerbte Phantom. Künstlerische Archivierungen des westdeutschen Terrorismus 1968-2008 mit literarischen, filmischen und bildkünstlerischen Positionen zum westdeutschen Linksterrorismus der 1970er-Jahre. Diese werden im Hinblick auf drei Aspekte untersucht: 1.) Die enge Bindung von Terrorismus und Massenmedien, die sich als ambivalente Figur zwischen Medienkritik, Medienutopie und Medienereignis nachvollziehen lässt und die Frage nahelegt, inwiefern Terrorismus inzwischen selbst zu einer Art Medium geworden ist. 2.) Die hieraus resultierenden Veränderungen für einen Erinnerungsprozess, der es nicht mehr mit einer traumatischen Lücke, sondern mit einem Überangebot von Bildern zu tun hat. Die Künste reagieren auf diese Situation, indem sie Kunst und Erinnern selbstreflexiv werden und mit Zusammenhängen wie Körper- und Geschlechterbildern interagieren lassen. 3.) Ein Verständnis der 1970er-Jahre als Archiv, dem sich die Kunst mit kriminalistischem Gespür zuwendet, wodurch ein metonymisch verschobener Blick auf die deutsche Kulturgeschichte nach 1945 und ihre multidirektionalen Verweise und mnemonischen Schichtungen entsteht.
Svea Bräunert ist Doktorandin am Institut für deutsche Literatur der Humboldt-Universität zu Berlin und war von 2009 bis 2010 am Graduiertenkolleg Geschlecht als Wissenskategorie assoziiert. Sie hat Neuere deutsche Literatur, Kulturwissenschaft und Neuere/ Neueste Geschichte an der Humboldt-Universität studiert. 2004/05 war sie als Fulbright Fellow zu Gast an der Washington University in St. Louis und 2010/11 arbeitete sie als Schurman Assistant an der Cornell University. Zu ihren Forschungsgebieten gehören Literatur, Film und bildende Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, Erinnerungsforschung sowie Gender- und Medientheorie.
Kontakt: sveabraeunert[at]aol.com
Das kultur- und medienhistorisch verortete Dissertationsprojekt Ausblendungen, Einblendungen, Überblendungen. (Wieder-)Herstellungsprozesse von Deutschsein im
bundesdeutschen Kino der 1950er Jahre von Maja Figge fragt nach der diskursiven und performativen Herstellung und Generierung von Weißsein und Geschlecht.
Ausgehend von der These, dass die in den Nachkriegsfilmen inszenierte Krise und Stabilisierung heteronormativer Geschlechterverhältnisse untrennbar mit der
filmischen Selbstvergewisserung von Weißsein verbunden ist, werden Weißsein und Geschlecht als interdependente Analysekategorien eingeführt. Im Zentrum stehen die
Figuren weißer deutscher Männlichkeit, da in ihnen das grundlegende Spannungsverhältnis von Krise und Stabilisierung prominent inszeniert wird.
Sie dienen, so die These, als Vehikel, um die (Wieder-)Herstellungsprozesse von Deutschsein in Gang zu halten. In vergleichenden Mikroanalysen werden
die narrativen, ästhetischen und technischen Aspekte einzelner Filme untersucht, um die widersprüchlichen, sich überlagernden filmischen und diskursiven
Bewegungen bzw. Aushandlungsprozesse für den historischen Zeitraum der Fünfziger Jahre nachzuzeichnen. Maja Figge hat an der Universität Bremen
und der Humboldt-Universität zu Berlin Kulturwissenschaft, Kunstgeschichte und Neuere und Neueste Geschichte studiert und ist derzeit Promotionsstipendiatin
der Nachwuchsförderung des Landes Berlin.
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Das Dissertationsprojekt von Florian Kappeler untersucht den Zusammenhang von Gender, Wissen und Poetik in
Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ (MoE) und in den zahlreichen wissenschaftlichen Texten, mit denen er in
Verbindung steht. Damit soll nicht nur die Rolle von Literatur für den Zusammenhang der Kategorien Wissen und Geschlecht diskutiert
werden, sondern zugleich ein Beitrag zur Erforschung historischer Wissens- und Geschlechterordnungen im frühen 20. Jahrhundert
geleistet werden.
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Das Promotionsvorhaben von Vojin Sasa Vukadinovic widmet sich Antifeminismus und Homophobie in bundesdeutschen Linksterrorismus-Diskursen der 1970er und 80er Jahre.
Untersucht werden v.a. staatliche und wissenschaftliche Publikationen, die von einer quasi- bis explizit feministischen Motivation hinter linksterroristischen
Aktivitäten ausgingen, sowie solche, die als deviant postulierte sexuelle Triebregungen hierfür verantwortlich sahen. Vor diesem Hintergrund ist das
diskursanalytische Projekt nicht nur als wissenschaftliche Aufarbeitung des Linksterrorismus, sondern auch als Geschichte des geschlechter- und
sexualpolitischen Backlashs in der BRD nach 1968 zu verstehen. Vojin Sasa Vukadinovic hat Geschichte, Germanistik und Geschlechterforschung in Freiburg und Basel studiert.
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Die Etablierung der Kategorie Gender als zentralem Forschungsansatz der Frauen- und Geschlechterforschung untersucht
Cornelia Möser hinsichtlich ihrer wissenschaftshistorischen und politischen Gewordenheit. Dabei spielten zum einen das Übernehmen
und kulturelle Übersetzen von Theorieansätzen aus den USA und Frankreich eine Rolle, zum anderen handelt es sich um das politische
Aushandeln von Hegemonien, die anhand der Debatten um den so genannten Paradigmenwechsel in der Geschlechterforschung geführt wurden.
Die binationale Perspektive der Arbeit die feministische Gender-Debatte in Frankreich und Deutschland ermöglicht das Betrachten der
pezifika der jeweiligen nationalen Debatten, zeigt darüber hinaus auch, unter dem Druck welcher Akzeptanzbedingungen die Gender und
Queer Forschung in Deutschland und Frankreich ihre heutigen Formen und Akzente angenommen haben.
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Julia Roth
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in ihrem Forschungsprojekt "Differenzdiskurs und Geschlechterkonzepte in Heines Lutezia" fragt Anne Stähr nach den Dimensionen der Schreibverfahren,
die Heine für seine ästhetisch arrangierten,
stets ambiguen Geschlechterkonzepte anwendet. Diese Konzepte sind nicht auf spezifische Schreiborte innerhalb der Lutezia beschränkt,
sondern werden vom Autor ebenso in die Personenportraits wie in die Reflexionen von Kunst, Kultur und Politik sowie in die Visualisierungsmomente
von Stadt und Landschaftsräumen eingeflochten. Auf diese Weise durchzieht die Rezeption der Geschlechterdiskurse eindringlich einen großen Anteil
der Lutezia-Texte und schafft so eine eigentümliche, weit in die Moderne hinaus weisende Topographie der Geschlechterdifferenz.
Das Projekt ist interdisziplinär angelegt und korrespondiert mit den theoretischen Achsen der Literaturwissenschaft, der Philosophie
sowie der Cultural Studies mit dem Schwerpunkt Gender.
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Sarah Speck
Arbeitstitel: "Die Re-Produktion von Mutterschaft. Eine empirische Studie zu den SOS-Kinderdorfmüttern"
Das Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit Diskurs und Praxis einer international operierenden Hilfsorganisation, den SOS-Kinderdörfern, hinsichtlich der Kategorie Geschlecht. Dabei geht es im empirischen Teil der Arbeit zum einen darum, die in der Organisation re-produzierte Semantik von Mutterschaft zu rekonstruieren und kulturhistorisch als spezifische Wissensformation zu situieren. Zum zweiten geht die Arbeit der Frage nach, welche subjektiven Deutungsmuster Personen, die in diesem Beruf arbeiten, entwickeln. Dabei rekurriert die Analyse auf Datenmaterial aus zwei verschiedenen soziokulturellen Kontexten: Österreich und Bolivien. Welche Selbstverständnisse als SOS-Kinderdorfmutter tauchen auf? Welche Herrschafts- und Widerstandsmomente sind zu finden? Wie gestaltet sich die Praxis einer Organisation, die auf Basis eines vermeintlich universellen Modells von Familie und Mutterschaft operiert, in einem differenten kulturellen Kontext?
Kontakt
In ihrem Dissertationsprojekt Geschlecht als interdependente Wissenskategorie fragt
Kerstin Piepenstock nach expliziten wie impliziten Konnexionen von Gewalt und Geschlecht im Feld erziehungswissenschaftlicher Schulgewaltforschung.
Die doppelte Untersuchungsperspektive richtet sich zum einen auf die Vergeschlechtlichungen des Wissensobjekts Gewalt an Schulen u.a. auf der Ebene von
Terminologien, Theorien und Methoden. Zum anderen stehen geschlechterbezogene Norm- und Normalitätskonstruktionen im Untersuchungsfokus, die auf der
Ebene der Kategorisierung, Bedeutungsbelegung und Interdependenz von Ge-schlecht mit weiteren Kategorien sozialer Ungleichheit analysiert werden.
Um epistemischen wie sozialen Machtwirkungen der Wissenskategorie Geschlecht nachzuspüren, werden Ansätze linguistischer und soziologischer Diskursforschung kombiniert.
CV
Aline Oloff untersucht die Verhandlungen von Rassismus in feministischen Politiken und Wissensproduktionen in Frankreich. Indem gefragt wird, wie der lokale und historische Kontext des postkolonialen Frankreichs politische Debatten und theoretische Reflexionen strukturiert, geht es zum einen darum, die Produktion lokal und historisch situierten Wissens nachzuvollziehen. Zum anderen interessiert die der Wissensproduktion innewohnende Dynamik zwischen politischer Bewegung und akademisch gewordenem Feminismus.
Ausgangspunkt der Untersuchung ist die Feststellung einer politischen wie epistemischen Wende in der ersten Hälfte der 2000er Jahre, die gegenwärtig im Feld feministischer Forschung und den Gender Studies in Frankreich diskutiert und die häufig mit jüngeren politischen Debatten (Prostitution, Kopftuch, Gewalt) sowie mit der verstärkten Rezeption in erster Linie us-amerikanischer Theorien in Verbindung gebracht wird. Gegenstand der "Erneuerung" ist die Reflexion auf das Verhältnis von Rassismus und Sexismus, dass, so die Vertreterinnen der Erneuerungsthese, bislang als Analogie, nun aber als Verschränkung, als ineinandergreifend gedacht werde. Das Dissertationsprojekt begibt sich auf Spurensuche und fragt nach den Thematisierungen von Rassismus in der feministischen Wissensproduktion in Frankreich. Untersucht werden Bewegungskontext (graue Literatur, Zeitschriften), akademischer Feminismus (Zeitschriften, Tagungsbände, Einführungen) sowie prominente Theorieproduktionen (Beauvoir, materialistischer Feminismus). Um Transformationen wie Kontinuitäten nachzuspüren, werden zudem aktuelle Debatten nachvollzogen und Entwürfe, wie verschiedene Dominanzverhältnisse in ihrer Verschränkung gedacht werden können, diskutiert. In beiden Fällen geht es darum, Resonanzen zwischen politischen Ereignissen und darum kreisenden Diskussionen und der Ebene der Wissensproduktion aufzuspüren und zu verstehen, inwiefern und auf welche Weise politische Herausforderungen Wissensproduktionen antreiben und sich auf der epistemischen Ebene der Gegenstände und Wissensobjekte niederschlagen.
Aline Oloff hat Gender Studies und Romanistik in Berlin und Paris studiert.
Kontakt
Das Promotionsvorhaben "Transnationaler Fertilitäts-Tourismus" von Sven
Bergmann ist eine Ethnographie der Routen, Ökonomien und Praktiken der
Keimzellspende in Europa. Erkenntnisinteresse dieser praxistheoretischen
Studie ist dabei sowohl, welche transnationalen Räume und globalen Gefüge
von biomedizinischen Ökonomien und biosozialen AkteurInnen entstehen, als
auch, wie in der konkreten medizinischen Praxis (in Infertilitäts-Kliniken
und Spermabanken) mit der politischen Dimension der Besonderheit von
Keimzellen umgegangen wird, wie dort Materialität, Sozialität, Gender- und
Verwandtschafts-Verhältnisse verhandelt werden. Sven Bergmann hat
Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie, Lateinamerikastudien und
Soziologie in Franfurt am Main studiert.
CV
Jens Borcherding
Das Ziel meines Promotionsprojekts ist es, Transgender Theory bzw. Studies als
akademisches Feld der Wissensverhandlung und Wissensartikulation von Gender-Wissen«
im skandinavischen Raum zu untersuchen: Was wird als relevant für Transgender Theory
im Vergleich zwischen den USA, UK, Skandinavien und Deutschland hergestellt und von
wem?Welche Autor_Innen werden als zentral und relevant hergestellt? Welche Ebenen von
Wissensformierungen wieder Trans*-Bewegung,Trans*-Theorie,des akademischen Wissens
sind in den Prozess der Wissensherstellung von Transgender Theory involviert?
Anhand des Transgender Studies Readers und anderen akademischen Quellen, in denen
Wissen zu Transgender Theory produziert wird, z.B. Konferenzen, Seminare, Workshops
und Fachzeitschriften, möchte ich analysieren, welche Konzepte und Verständnisse von
Gender durch Transgender Theory/Studies re/produziert werden. Die Dissertation wird aus
zwei zentralen Apekten bestehen: Im ersten Teil analysiere ich den Umgang mit
bestehenden akademischen Disziplinen und zentralen Schlüsselkonzepten, die für
Transgender Theorie als relevant hergestellt werden: Welches disziplinäres Wissen wird
aufgegriffen, z.B. Medizin, Jura, etc. und wie werden Konzepte marginalisiert bzw.
autorisiert. Der zweite Aspekt wird sich mit der Etablierung von neuem Wissen in Bezug
auf Transgender Studies auseinandersetzen.
Kontakt
Das Dissertationsprojekt von Adrian de Silva ist eine politikwissenschaftliche Analyse der Generierung hegemonialen Wissens über Geschlecht
und Geschlechterregime am Beispiel der Gesetzgebungsprozesse zum deutschen Transsexuellengesetz (TSG, 1981) und zum britischen Gender Recognition Act (2004).
Hierbei wird historisch und politisch vergleichend untersucht, auf welche medizinisch-rechtlichen Konzepte und Vorstellungen aus den Transbewegungen von
Geschlecht, insbesondere Transsexualität bzw. gender dysphoria, die beteiligten staatlichen Akteure zurückgriffen und wie diese im Verlaufe
der legislativen Prozesse übernommen, modifiziert oder „herausorganisiert“ wurden.
CV
Lisa Malich
Hormonelle Gefühle - gefühlte Hormone:
Zur historischen Formation hormoneller Emotionalität in der Schwangerschaft (Arbeitstitel)
In heutigen Konzeptionen von Gravidität gelten nicht nur der schwangere Körper sondern oft auch die schwangere Psyche als vollständig von hormonellen Prozessen bestimmt. Demgemäß wird auch die erhöhte Emotionalität in der Schwangerschaft, die in populären wie wissenschaftlichen Darstellungen häufig postuliert wird, auf diese Weise erklärt: ob die berühmt-berüchtigten Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft, ob eine generelle Ängstlichkeit oder eine tiefe Zuneigung zum ungeborenen Kind ein Verweis auf 'die Hormone' ist aus diesbezüglichen Beschreibungen kaum wegzudenken.
Die historische Formation der Verknüpfung von schwangerer Emotionalität mit hormonellen Faktoren soll das Thema meines Dissertationsprojekts darstellen. Dabei werden weder das Konzept der Hormone noch das der schwangerschaftstypischen Gefühle als naturgegeben und universell betrachtet. Vielmehr möchte ich aufzeigen, dass Zuschreibungen emotionaler Zustände der Schwangerschaft im westlichen Kulturraum keineswegs konstant blieben und stets mit kulturellen Vorstellungen zu Körper und Geschlecht verwoben waren. Zu diesem Zweck sollen Transformationen und Konstitutionsbewegungen diesbezüglicher Aussagesysteme rekonstruiert werden und zwar in der Zeit ab 1900 bis hin zu Darstellungen in aktuellen Diskursen. Durch eine Diskursanalyse von Texten aus den empirischen Wissenschaften, von Hebammenliteratur und Schwangerschaftsratgebern sollen drei Hauptfragen beantwortet werden: Welche Brüche und Kontinuitäten lassen sich in Darstellungen schwangerschaftstypischer Emotionalität finden? In welchem Verhältnis dazu stehen historische Konzeptionen von Hormonen? Und welche Orte und Mechanismen der Wissensproduktion sind mit diesen Kategorien verbunden?
CV
Bettina Bock von Wülfingen:
“Economies and the cell conception and heredity around 1900 und 2000“
This project follows the idea that the relationship between conception, growth and development on one hand and heredity on the other is conceived corresponding to the historically contingent concepts of economy of the respective times.
Accordingly, the idea of the (gendered) division of labor in a productive and a reproductive force as discussed since the 1850s latest, enters the cell around 1900: many models of heredity started to attribute a productive part to the nucleus and a reproductive part to the cell plasma (which goes hand in hand with the contemporaneous talk about a supposed split between early genetics and other scientific fields that work on reproduction).
In contrast, the end of the 20th century proclaims the end of the separation of economic labor division into production and reproduction. Contemporary analyses indicate a falling together of production and reproduction. This can be aligned with the modeling in fields such as stem cell research, synthetic biology and especially reproductive genetics, which supposedly appear to bring together genetics/genomics and the reproductive sciences.
“Ökonomie und die Zelle - Zeugung und Vererbung um 1900 und 2000“
In dem Projekt wird die These verfolgt, dass das Verhältnis zwischen Zeugung und Vererbung, sowie die diesen Funktionen zugeschriebenen Bestandteile der Zelle und des Körpers, in Abhängigkeit von den jeweiligen historisch kontingenten Konzepten der Ökonomie entworfen werden.
Dabei findet sich also um 1900 die Idee der ökonomischen Arbeitsteilung, in Produktion und Reproduktion, auch in der Zelle wieder: das Chromatin (die als solche ausgemachte Vererbungsmasse im Zellkern) wird dem Produktiven, das Zellplasma dem Reproduktiven (Erhaltenden) zugeordnet und eine Trennung beider Sphären auch in verschiedene disziplinäre Zuständigkeiten denkbar.
Ende des 20. Jahrhunderts dagegen wird die Auflösung der Grenzen zwischen den Arbeitsbereichen Produktion und Reproduktion volkswirtschaftlich denkmöglich. Es ist in diesem Zusammenhang zu verstehen, dass auch zelluläre Produktion und Reproduktion nun in eins fallen, etwa in der Stammzellforschung oder synthetischen Biologie. Zugleich werden in biologischen Modellen genetische und zellplasmatische Aspekte scheinbar stärker zusammengebracht; und die gemeinsame Bearbeitung der den Funktionen der Vererbung und der Zeugung zugewiesenen Zellbestandteile in interdisziplinären Feldern wie etwa Reproduktionsgenetik behauptet.
Diese Phänomene werden in dem Projekt als (Un-)gleichzeitigkeiten bestimmter historisch situierter Vorverständnisse und Denkbarkeiten bearbeitet.
Dr. Anette Dietrich
Vergeschlechtlichte Repräsentationen des Nationalsozialismus im Film. Erinnerungs¬dis¬kurs und Geschlecht im Vergleich Deutschland - Israel - USA.
Das Forschungsprojekt untersucht die Repräsentation des Nationalsozialismus im deutschen, israelischen und US-amerikanischen Spielfilm insbesondere seit den 1980er Jahren im Kontext ihres jeweiligen nationalen und sich zunehmend globalisierenden Erinnerungsdiskurses. Wie stellt sich dieses Verhältnis zwischen nationalem Erinnerungsdiskurs und globalisierten Deutungsmustern dar? Wie schlägt sich das in der filmischen Repräsentation nieder und wie sind die Filme im jeweiligen Erinnerungsdiskurs kontextualisiert? Welche kulturellen Deutungsmuster werden in den Filmen aufgegriffen, variiert, verschoben oder neu konstruiert? Fokus der Analyse ist die Kategorie Geschlecht: Diese strukturiert die Erinnerung an den Nationalsozialismus und ist eine zentrale Kategorie der filmischen Darstellung. Geschlechterkonstruktionen prägen oft unbewusst und implizit die Wahrnehmung, Beschreibung, Bewertung und Interpretation des Nationalsozialismus.
Die Auseinandersetzung mit den Filmen in ihrem jeweiligen historischen und politischen Entstehungskontext wird aus dekonstruktivistisch-diskurstheoretischer Perspektive und mit Methoden der Genderforschung, Cultural Studies und mit (feministischer) Filmtheorie geführt. Zentrale Fragestellung ist, welche Funktion die Kategorie Geschlecht in der medialen Repräsentation des Nationalsozialismus im Kontext der jeweiligen Erinnerungsdiskurse hat.
Kontakt
Dr. Julia Barbara Köhne
Genies. Wissenschaftliche Figurationen um 1900 und filmische Repräsentationen um 2000
(vorläufiger Titel)
Das Habilitationsprojekt widmet sich der Wissensfigur des Genies in zwei diskursiven und medialen Settings: wissenschaftlichen Texten und Spielfilmen. Die Analyse umfasst verschiedene Perspektiven, die kultur-, literatur- und filmwissenschaftlich sowie wissenschafts- und geschlechtergeschichtlich orientiert sind. Im ersten Teil werden wissenschaftliche Texte aus unterschiedlichen - teilweise auch erst entstehenden - Wissenschaften wie der Soziologie und Psychologie, Psychiatrie und Geschichtswissenschaft sowie literarische und philosophische Texte vornehmlich zwischen 1898 und 1918 untersucht, die sich mit der artifiziellen/fiktiv-virtuellen, scheinbar immer erst posthum erforschbaren Figur des Genies beschäftigen. Fokussiert wird einerseits der Wettstreit der Wissensdisziplinen um die möglichst genaue Beschreibung, Definition, Konzeptualisierung, Deutung und auch Funktionalisierung dieser rätselhaften Wissensgestalt. Andererseits wird gefragt, inwiefern der Rekurs auf die Geniefigur für die wissenschaftlichen Diskurse selbstlegitimierende Funktionen produziert. Seit den 1910er Jahren wurde die Geniefrage immer stärker mit vererbungs- und rassetheoretischen sowie volkshygienischen Diskursen verknüpft; die Kategorien des "Jüdischen", "Weiblichen" und "Massenhaften" galten prinzipiell als nicht-genial.
Der zweite Teil des Projekts nimmt filmische Repräsentationen von Genies seit den 1980er Jahren in den Blick, die Elemente der etwa hundert Jahre zuvor entworfenen theoretischen Geniekonzeptionen teils repetieren, teils transformieren. Insgesamt wird diesen Fragen nachgegangen: Inwiefern transportieren die Geniekonzeptionen Vorstellungen von Maskulinität, Seltenheit, Exklusivität und Hybris, aber auch negative anthropologische und kulturelle Implikationen? Welche kollektiven Ängste und Bedrohungsszenarien sowie soziokulturellen Versprechen, Hoffnungen und Zukunftsphantasien der Jahrhundertschwellen um 1900 und 2000 sind in den wissenschaftlichen und filmischen Codierungen des "Genies" gespeichert? Was wird dabei - in einer symptomatischen Lesart - über den Status Quo, den Selbstentwurf und die Visionen der beiden Zeitphasen deutscher/westlicher Kultur und Identität sichtbar? Diffundieren die Partikel des wissenschaftlichen Geniediskurses in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts? Und: Von welchen Konzepten werden sie aufgespeist: Starkult, Medienkulturen etc.?
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