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Ziele des Forschungsprogramms
Das Forschungsprogramm begreift Geschlecht als eine grundlegende Kategorie, die für die Formierung der Wissenschaften und des wissenschaftlichen Wissens eine zentrale Bedeutung besitzt. Das Berliner Graduiertenkolleg befasst sich daher mit der Frage der Relevanz von Geschlecht für die Produktion wissenschaftlichen Wissens, seiner Rolle in der wissenschaftlichen Begriffsbildung und seinen Einschreibungen in die Wissensordnungen. Der Einbezug disziplinärer Geschlechtskategorien macht es notwendig, nicht vorschnell auf die heuristische Trennung von "sex" und "gender" zu rekurrieren. Es ist vielmehr zentrales Anliegen, die Unterscheidung einer kulturellen Geschlechtsprägung und einer biologisch-naturalistischen Geschlechtsdualität selbst als Ansatz zu nehmen, um die zahlreichen Querverbindungen, die zwischen den physiologischen und den kulturellen, historisch und sozial gewachsenen Geschlechtervorstellungen bestehen, deutlich zu machen.
In dem Graduiertenkolleg geht es darum, die Gemeinsamkeiten von Wissenschaftsgeschichte (insbesondere der Medizingeschichte) und der Geschichte der Geschlechterforschung produktiv zu machen. Dabei rückt die historische Dimension der Kategorie Geschlecht für die abendländische Wissensgeschichte in den Blick. Ohne die Berücksichtigung der in die Wissensgeschichte eingelagerten Geschlechterbilder und -codierungen wird sich weder eine Wissenschaftsgeschichte noch eine Geschlechtergeschichte erzählen lassen.

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