Altlitauisches etymologisches Wörterbuch

(ALEW)


Projektleitung: Prof. Dr. Wolfgang Hock

Mitarbeiter: Dr. Elvira-Julia Bukevičiūtė, Dr. Rainer Fecht, PD Dr. Anna Helene Feulner, PD Dr. Eugen Hill, PD Dr. Christiane Schiller, PD Dr. Dagmar S. Wodtko

Fördereinrichtung: DFG, 2007–2013
Subskriptionsangebot baar-Verlag




Projektbeschreibung:

Die Planung für das ALEW-Projekt am Lehrstuhl für Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin begann Ende 2003. Seit April 2007 wird das Vorhaben von der DFG gefördert; die zweite Förderphase begann im April 2010. Kooperationspartner ist das Institut für litauische Sprache (Vilnius).

Projektziel ist die Erstellung eines Altlitauischen etymologischen Wörterbuchs, das den Erb- und Lehnwortschatz des Litauischen vom Überlieferungsbeginn bis 1700 erfasst. Geplant ist ein Umfang von rund 4000 Artikeln in voraussichtlich zwei Bänden.

Der inhaltliche Schwerpunkt der Projektarbeit liegt in der vollständigen etymologischen Neuanalyse der altlitauischen Lexik auf dem gegenwärtigen Forschungsstand der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft. Damit wird die etymologische Erschließung des Litauischen an die in neueren einzelphilologischen und indogermanistischen Referenzwerken dokumentierten Ergebnisse und Standards etymologischer und historischer Wortforschung herangeführt. Gleichzeitig ersetzt das ALEW im Gesamtbereich der bereits im Altlitauischen nachgewiesenen Lexik das bislang einzige wissenschaftliche Etymologikon zum Litauischen, Fraenkels Litauisches Etymologisches Wörterbuch, dessen erste Lieferung nun schon mehr als 50 Jahre zurückliegt und das hinsichtlich Forschungsstand, Konzeption und Gestaltung völlig veraltet ist. Die Bedeutung des ALEW erschöpft sich jedoch nicht im Schließen einer lexikographischen Lücke. Es weist vielmehr eine Reihe eigenständiger Merkmale auf, die der altlitauischen Materialgrundlage in besonderer Weise Rechnung tragen:

Große Bedeutung wird der streng philologischen Belegerfassung und -dokumentation sowie der Angabe von Erstbelegen beigemessen. Die Voraussetzungen für eine solche philologische Fundierung haben sich seit Fraenkels Werk entscheidend verbessert: Zu zahlreichen Sprachdenkmälern sind Textausgaben, Wort- und Formenverzeichnisse sowie monographische Einzeluntersuchungen erschienen, die digitale Aufbereitung altlitauischer Texte ist weit fortgeschritten. Im Rahmen seiner primären Zielsetzung, der etymologischen Analyse auf philologisch gesicherter Materialbasis mit jederzeit nachprüfbarem Bezug zu den zugrundeliegenden Primärquellen, übernimmt das ALEW damit auch Aspekte eines – bislang nicht vorhandenen – historischen Wörterbuchs für den betrachteten Zeitraum.

Die Konzentration auf das Altlitauische erlaubt erstmals auch eine systematische Betrachtung des Lehnguts, das insbesondere die größtenteils aus dem Deutschen und Polnischen übersetzte geistliche Literatur dieses Zeitraums prägt und das noch nie in seiner Gesamtheit untersucht worden ist. Die vorliegenden Einzeluntersuchungen sind auch hier veraltet, lückenhaft und vielfach widersprüchlich.
Besonderer Wert wird auf eine strenge Systematik in Aufbau und Darstellung sowohl des gesamten Wörterbuchs als auch der einzelnen Artikel gelegt. Selektion, Lemmatisierung, Artikelaufbau und Verweisstrukturen folgen klaren Kriterien. Speziell für das Projekt wurde eine Datenbank programmiert, die nicht nur konkrete technische Unterstützung bei der Wörterbucharbeit liefert, sondern auch die Möglichkeit eröffnet, das gesammelte und klassifizierte Material nach Abschluss des Projekts der Fachöffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Einheitlichkeit der Darstellung und der gleichbleibend aktuelle Forschungsstand werden auch dadurch gewährleistet, dass das ALEW nicht sukzessive in Faszikeln, sondern am Ende der auf sechs Jahre veranschlagten Gesamtlaufzeit des Projekts als Ganzes erscheint.

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