Senatsverwaltung für Wissenschaft und Forschung BERLIN
Presseerklärung
16. April 1993
Nr. 37Mori Ogai-Gedenkfonds errichtet Das Land Berlin, vertreten durch den Senator für Wissenschaft und Forschung, hat die Stiftung "Mori Ogai-Gedenkfonds" errichtet. Das Stiftungskapital in Höhe von 250.000 DM ist vom Japanischen Außenministerium und von der Firma Schering AG eingebracht worden. Zweck der Stiftung ist die Unterstützung sowie der Erhalt der Mori Ogai Gedenkstätte an der Humboldt-Universität zu Berlin, die für die Kulturbeziehungen zwischen Japan und der Bundesrepublik Deutschland eine wichtige Rolle spielt.
Mori Ogai (eigentlich Rintaro Mori, 1862 - 1922) gehörte zu den überragenden Persönlichkeiten im japanischen Geistesleben des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Er hat sich nach seinem Studienaufenthalt in Deutschland (1884 - 1888) als Mediziner, literarischer Übersetzer und Schriftsteller bleibende Verdienste um das Bekanntwerden deutscher Wissenschaft und Kultur in Japan erworben. Ihm ist die erste Übersetzung der vollständigen Fassung von Goethes "Faust" ins Japanische zu verdanken. Ferner hat er weitere Werke Goethes, Kleists, Rilkes, Hauptmanns, Hofmannthals etc. übersetzt.
Aus Anlaß der 100. Wiederkehr der Ankunft Mori Ogais in Deutschland wurde 1984 in der einzig erhaltenen Wohnstätte Ogais in Berlin, Luisenstraße 39, eine Gedenkstätte errichtet. Die Gedenkstätte genießt in Japan ein hohes Ansehen. In unmittelbarer Nähe von Reichstag, Brandenburger Tor, Robert-Koch-Museum und Naturkundemuseum gelegen ist sie ein beliebtes Ziel japanischer Politiker, Wissenschaftler und Touristen.
Der Senator für Wissenschaft und Forschung dankt dem Japanischen Außenministerium sowie dem Vorstand der Schering AG, daß sie durch ihre Zuwendung die Errichtung der Stiftung ermöglicht haben und damit zum Erhalt der Gedenkstätte beitragen.