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Bild Schrift Zahl

Alphabete

Workshop am Hermann von Helmholtz-Zentrum, Abteilung Bild Schrift Zahl
Humboldt-Universität zu Berlin, 8. Juli 2005, Raum 3031
Konzeption und Durchführung: Wolfgang Coy, Eva Cancik-Kirschbaum, Moritz Wedell

Programm · Abstract & Programm (WorkshopAlphabete.pdf, ca. 80 KB.)

Abstract

Das Alphabet, dessen Name auf seine griechische Vollendung hinweist, hat eine lange Vorgeschichte in den altorientalischen Silbenschriften. Mit der griechischen Erfindung der subsyllabischen Buchstaben wird eine vielseitig einsetzbare Struktur geschaffen, die zum Schreiben und Zählen dient, aber auch allgemeiner zur Notation von Musik und anderem verwendbar ist. Das griechische Alphabet erweist sich als allgemeines Notationsschema, das viele Nachfolger in anderen Sprachen findet. Erst die irischen Missionare entdecken, dass seine lateinische Variante zur Notation sehr unterschiedlicher Sprachen, etwa auch des Gälischen oder Englischen eingesetzt werden kann. Die gleichfalls mittelalterliche Entdeckung, dass die inhärente Aufzählstruktur der Alphabetlettern als Index genutzt werden kann, wird zum Baustein einer Manuskriptkultur, die den Buchdruck in den beiden Jahrhunderten vor Gutenbergs epochaler Erfindung vorbereiten hilft.

Zwar hat die Kryptographie den instrumentellen Charakter des Alphabets schon zu römischen Zeiten genutzt, aber erst Francis Bacon beschreibt eine Methode, mittels derer jede geschriebene Nachricht nur zwei Lettern a und b kodiert werden kann. John Napier und Gottfried Wilhelm Leibniz zeigen, wie man mit diesem binären Alphabetskode auch rechnen kann – eine Erfindung, die im 20. Jahrhundert zur Basis der Computer und der digitalen Informationstechnik wird. Das Binäralphabet der Informatik erlaubt eine gleichartige Speicherung, Übertragung und Verarbeitung unterschiedlichster medialer Formen, vom Text bis zum Film in den modernen Rechenmaschinen mit ihren Weltweiten Netzen.

Programm

Wolfgang Coy
Einleitung

Grégory Chambon/ Eva Cancik-Kirschbaum
Was ist eigentlich ein Alphabet?

Thomas Macho
Die Bäume des Alphabets

Horst Wenzel
Figurenalphabete. Die Vitalität der Zeichen oder die Magie der Verlebendigung

Mittagspause

Friedrich Kittler
Die Elemente bei Aristoteles

Gloria Meynen
Malen nach Buchstaben. Der alphanumerische Code der Diagramme

Kaffeepause

Jens Gulden
Alphabete als Bausteine formaler Modelle. Turing Maschinen für Experimente zum Zeichengebrauch beim Modellieren

Volker Grassmuck
Die japanischen Alphabete. Ursprünge, Mechanisierung, Digitalisierung

Werner Kogge/ Gernot Grube/ Sybille Krämer
Alphabet und Schriftbegriff

Moritz Wedell
Schlusswort

gemeinsames Abendessen


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