Metaregel

 

griech. μετα (meta) 'über', 'nach'; wörtl. 'Überregel'

 

Bezeichnung für >Regeln, die selbst Regeln erzeugen.

Metaregeln werden z.B. im Rahmen der >GPSG eingesetzt, um Regeln im >ID/LP-Format abzuleiten. Metaregeln erlauben, Beziehungen zwischen Mengen von Regeln zu erfassen. Beispielsweise erzeugt die Complement Omission Metarule ('Komplement-Auslassungs-Metaregel')

[+   N, BAR 1] → H, W  Þ  [+ N, BAR 1] → H

die Regel

[+ N, BAR 1] → H,

die nominalen Kategorien erlaubt, ihr Komplement auszulassen, wobei H (head) ein >Kopf und W eine Variable über eine Menge von Kategoriensymbolen ist. Die Regel erfasst das Faktum, dass (im Englischen) Ergänzungen von Nomen stets fakultativ sind, während Ergänzungen von entsprechenden Verben obligatorisch sein können, z.B.

the enemy's destruction vs. *The enemy destroyed.

 

Literatur

H. Uszkoreit, Constraints on Order. Linguistics 1986/24, 883–906.
M. Volk, Parsing German with GPSG: The Problem of Separable-Prefix Verbs. Diss. Univ. of Georgia 1988.
W. Weisweber, Direct Parsing with Metarules. KIT-Report 102, TUB 1992 [& Internationale Konferenz für Computerlinguistik (COLING), Nantes 1992, S. 1111–1115].

 

 

© Norbert Fries, Online Lexikon Linguistik. Berlin 2006 ff.
http://fries.anaman.de

last modified: Sat 01-Dec-2007