Open Access Policies
Was gestatten Verlage bei der Selbstarchivierung im Open Access?
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Die RoMEO Farbcodes
Es werden vier Farbcodes verwendet, um die Open Access - Strategie der Verlage herauszuheben. Die Farbcodes wurden im Rahmen des RoMEO - Projektes entwickelt und unterscheiden die Selbstarchivierungs-Rechte.
Die Archivierung ist offiziell nicht erlaubt.
Das Archivieren von Pre-Print-Dokumenten (d.h. vor der Begutachtung erstellte Entwürfe) ist gestattet.
Das Archivieren von Pre-Print- und Post-Print-Dokumenten ist gestattet.
Das Archivieren von Post-Print-Dokumenten (d.h. nach der Begutachtung erstellte Endfassung) ist gestattet.
Bei der Ausgabe der Verlagsdaten wird der Verlagsname mit dem Farbcode hinterlegt.
Zu jedem Verlag werden auch die Bedingungen und Einschränkungen genannt, die der Selbstarchivierung auferlegt werden. Bedingungen sind als die Konditionen zu verstehen, welchen man sehr leicht entsprechen kann und die einen Autoren nicht daran hindern oder abschrecken, seine Arbeit zu archivieren. Eine typische Bedingung ist, dass ein Urheberrechtsvermerk des Verlages mit angegeben werden muss. Einschränkungen haben mehr einen Verbotscharakter. Typischerweise verlangen sie dem Autoren einige zusätzliche Maßnahmen ab. Dort, wo eine Einschränkung den Zugang zu einer elektronischen Publikation (ePrint) letztendlich verhindert, so wie beispielsweise im Falle einer Sperrfrist oder durch einen passwortgeschützten Zugang, wird das beschränkte Recht zur Selbstarchivierung zwar angegeben, jedoch nicht der entsprechenden Farbkategorie zugewiesen.
In der Open Access-Terminologie wird häfig von der "Goldenen" Strategie gesprochen. Diese Bezeichnung steht in keinem Zusammenhang mit den RoMEO Fabcodes. Sie wird gebraucht, um Verlage zu kennzeichnen, die eingenständige Open Access-Zeitschriften herausgeben. Da alle Open Access-Zeitschriften die Selbstarchivierung zwangsläfig erlauben, können sie getrost als RoMEO-"Grün" verstanden werden.
Einige größere Verlage verfolgen unterschiedliche Selbstarchivierungsstrategien bei ihren jeweiligen Zeitschriften. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn sie die Berichte einer Gelehrtengesellschaft / Akademie im Namen der Gesellschaft herausgeben. Beispielsweise könnte die Akademie unter Umständen auf eine sehr viel liberalere oder aber auch restriktivere Selbstarchivierungsstrategie Wert legen als der Verlag. Der RoMEO-Farbcode bezieht sich auf die allgemeinen Regeln des Verlages.
Pre-Print und Post-Print
Es gibt unterschiedliche Auffassungen, was unter den Ausdrücken Pre-Print und Post-Print zu verstehen ist. Das kann zu Verwechslungen und Unklarheiten führen.
Eine Auslegung des Begriffes Pre-Print bezeichnet damit den ersten Entwurf eines Artikels - noch vor der Begutachtung durch Fachkollegen und sogar noch vor dem ersten Kontakt mit einem Verleger. Diese Interpretation ist unter Akademikern, für welche der Moment der Diskussion in der Fachcommunity der entscheidende Moment der Veröffentlichung ist, am ehesten verbreitet.
Eine andere Auslegung des Begriffes Pre-Print sieht darin den inhaltlich fertiggestellten Artikel, der bereits sowohl geprüft und korrigiert, als auch zur Veröffentlichung angenommen wurde. Ihm fehlt lediglich die Formatierung und der Textsatz durch den Verlag. Diese Auslegung wird von Verlegern vertreten, für die die Herstellung der Druckvorlage der entscheidende Moment in der Entstehungskette des Artikels ist.
Solch unterschiedlichen Ansichten können natürlich zu Missverständnissen bei der Auslegung einer urheberrechtlichen Übereinkunft mit dem Verlag führen.
Hier versteht man unter Pre-Print die Version eines Textes vor der Begutachtung durch Fachkollegen. Mit Post-Print ist die korrigierte Version nach der Begutachtung gemeint.
Das bedeutet, dass hinsichtlich des Inhaltes Post-Prints dem publizierten Artikel entsprechen. Hinsichtlich des Erscheinungsbildes können sich die beiden Dokumente jedoch durchaus unterscheiden, da sich viele Verleger den eigenen Textsatz und die eigene Darstellung vorbehalten. In der Praxis bedeutet dies, dass ein Autor nicht dieselbe PDF-Datei benutzen darf, die der Verlag erstellt hat, sondern eine eigene PDF-Datei herstellen muss, bevor er diese an einen Dokumentenserver übergibt.
Genauso gut könnte es aber auch sein, dass einige Verleger sogar darauf bestehen, dass Autoren die vom Verlag erzeugte PDF-Datei verwenden. Vor allem dann, wenn sie darauf Wert legen, dass ihr Material als eine ihrem Hause stilistisch zuordenbare, professionell erzeugte PDF-Datei in Erscheinung tritt.
Die Darstellung hier versucht die unterschiedlichen Definitionen, Einschränkungen und Bedingungen, die sich durch die Auslegung der Begriffe innerhalb eines jeden Verlagsvertrages ergeben, einzeln darzustellen und entsprechend einzustufen.
Sämtliche Informationen sind möglichst genau zusammengetragen worden, dürfen aber nicht als verbindliche Rechtsberatung verstanden werden!