DEUTSCHLAND
Neues Deutschland
»Die besondere Berliner Sicht auf den Norden« heißt
ein Beitrag von Stephanie Reisinger aus Anlaß des zehnjährigen
Bestehens des Nordeuropa-Instituts an der Humboldt-Universität,
in dem auch über die Go North! Konferenz berichtet wird:
»Absolventen des Nordeuropa-Instituts (NI) der Humboldt-Universität
(HU) gibt es fast überall.
Das ist nicht typisch für das Fach Skandinavistik, in dem
man sich eigentlich auf die Kernländer Skandinaviens konzentriert
und hier Sprach-, Literatur- und Mittelalterforschung betreibt.
Deutschlandweit bietet allein das Berliner Institut zusätzlich
das Fach Kulturwissenschaft an. Darin wurde zudem die Perspektive
für die ganze Fachrichtung auf den „weiten Norden“
erweitert. Das bedeutet, für das NI beginnt der Norden an
der südlichen Ostsee und reicht von dort bis nach Grönland
in die eine Richtung, über das Baltikum bis nach Rußland
in die andere.
Der Begriff des „weiten Nordens“ wurde nur zu deutlich
auf der vom NI organisierten Ostsee-Konferenz im Senatssaal der
Humboldt-Universität, die am Mittwoch zu Ende gegangen ist.
Teilnehmer und Referenten kamen aus Dänemark, Norwegen, aber
auch aus Rußland, Polen und Estland. Die Konferenz bildete
den Auftakt zu einer geplanten Serie von Veranstaltungen eines
neuen Projektes des am NI befindlichen Ostsee-Kollegs. Ziel dieses
neuen, EU-finanzierten Projektes mit dem Namen BalticStudyNet
ist es, Europa als Studien- und Wissenschaftsstandort attraktiver
zu machen.
Seit das NI vor zehn Jahren gegründet wurde, sind die Ostsee-Studien
kontinuierlich vorangetrieben worden. So weit, daß man heute
sagen kann, Berlin und die Humboldt-Universität profilieren
sich als Zentrum für Ostsee-Studien in Deutschland. Das neue
Projekt BalticStudyNet konnte sich im Förderwettbewerb der
EU als eines von sieben unter 57 Projektanträgen durchsetzen.
Nächstes Ziel der HU-Ostseeregion-Forscher ist die feste
Einrichtung eines englischsprachigen Master-Studienganges Baltic
Sea Region Studies, des ersten in Deutschland.«
[Auszug aus: Neues Deutschland vom 8. April 2005]
LITAUEN
universitas vilnensis
Unter dem Titel »Berlyne pradetas vykdyti naujas ES ERASMUS
MUNDUS programos projektas "BalticStudyNet"« (In
Berlin startete das neue ERASMUS MUNDUS Projekt "BalticStudyNet")
berichten Diana Šileikaite und Vaiva eimantiene, Lektorinnen
am Lehrstuhl der für Deutsche Philologie und Teilnehmerinnen
der Go North!-Konferenz, für die Zeitung der Universität
von Vilnius:
»Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die Schlüsselfrage:
„Wodurch ist der Ostseeraum attraktiv, wie könnte man
Interesse an dieser Region wecken und möglichst viele Studierende
aus verschiedenen Ländern der Welt anziehen?“ Es wurde
betont, daß sich jetzt, da schon fast alle Ostseestaaten
EU-Mitglieder sind, neue beachtenswerte Möglichkeiten eröffnet
haben. Für die anderen europäischen Länder könnte
der Ostseeraum als ein Vorbild der Zusammenarbeit in den Bereichen
Wirtschaft, Sozialpolitik, Bildung und Kultur gelten, eine Art
Labor, in dem verschiedene soziale und wirtschaftliche Probleme
gelöst werden und ein Dialog der Kulturen stattfinden könnten.
In dieser Hinsicht bringt die Zukunft neue Herausforderungen.
Das Ziel des BalticStudyNet besteht darin, ein Netzwerk der Hochschulen
im Ostseeraum und ein Internet-Portal zu schaffen, wo Informationen
über die Studien- und Forschungsmöglichkeiten im Ostseeraum,
der durch seine politischen, wirtschaftlichen und kulturellen
Realien für ausländische Studierende aus Drittländern
attraktiv sein könnte, veröffentlicht werden.«
[Auszug aus: universitas vilnensis Nr. 4/2005, S. 10;
Übersetzung durch die Autorinnen]
DEUTSCHLAND
Berliner Zeitung
Bereits im Vorfeld der Go North! Konferenz berichtete Henrike Schulte
unter dem Titel »Blick nach Norden«:
»Anfang der Neunzigerjahre, nach dem Zusammenbruch der
Sowjetunion, wurde im Ostseeraum mit bemerkenswertem Selbstverständnis
die Idee eines kulturell einheitlichen Territoriums wiederentdeckt
und ein Projekt ausgerufen, das die Kooperation und die gegenseitige
Verständigung zwischen den verschiedenen Staaten fördern
sollte. Die Prognosen einer glanzvollen Zukunft der Region als
eine Zone wirtschaftlichen Wachstums, technologischer Innovation,
hohen Bildungsstandes und wissenschaftlicher Kooperation, machten
sie zur Pilotregion in einer sich erweiternden Europäischen
Union. Trotz dieser Entwicklung ist das Wissen über die Ostseeregion
in Deutschland sehr gering; über den Mittelmeerraum beispielsweise
wissen wir weitaus mehr. Dabei weist die Geschichte Deutschlands
von jeher enge Verflechtungen und Beziehungen zu Skandinavien
und dem erweiterten Ostseeraum auf. Und bis heute existiert ein
reger Austausch auf politischer, kultureller und wirtschaftlicher
Ebene.
(...) Seit Januar 2005 wird das in das Nordeuropa-Institut integrierte
Ostsee-Kolleg mit seinem Projekt BalticStudyNet von der EU gefördert.
Das Kolleg lädt vom 4.-6. April zu einer internationalen
Konferenz über Stand und Perspektiven von Forschung und Lehre
über den Ostseeraum ein.«
[Auszug aus: Berliner Zeitung vom 30. März 2005]
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