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BSR Studies
Berlin/Potsdam
Germany

2003 Master
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Nordeuropa-Insititut Humboldt-Universität zu Berlin

Studying the Baltic Sea region in Berlin

Wintersemester 2006/2007

Please note that all lectures and seminars listed below are given in German, with the exception of some courses in Danish at the Department for Northern European Studies at Humboldt University.

OSTSEE-KOLLEG BERLIN
BALTIC SEA SCHOOL BERLIN
Anschrift/postal address
Humboldt-Universität zu Berlin
Nordeuropa-Institut
Ostsee-Kolleg
Unter den Linden 6
D – 10099 Berlin

Besuchsadresse/
visiting address

Hegelplatz 2
Haus 3, Raum 222
10117 Berlin
(S- und U-Bahn Friedrichstr.)

E-Mail
ostseekolleg@rz.hu-berlin.de

Humboldt-Universität zu Berlin
   
Philosophische Fakultät I
Institut für Geschichtswissenschaft
   
Philosophische Fakultät II
Nordeuropa-Institut
   
Philosophische Fakultät III
Institut für Sozialwissenschaften
   
Philosophische Fakultät III
Kunstgeschichtliches Seminar
   
Freie Universität Berlin
   
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Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften
Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft
   
Universität Potsdam
   
Philosophische Fakultät
Historisches Institut
   

 





Humboldt-Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät II
Nordeuropa-Institut

Internet
KVV

Sten Berglund
Finnland im Licht der vergleichenden nordischen Politik
Übung

Zwischen Finnland und den drei skandinavischen Nachbarländern bestehen beträchtliche Unterschiede in sprachlicher, kultureller wie politischer Hinsicht. Finnland ist im nordischen Kontext ziemlich oft die Rolle des Außenseiters, die des abweichenden Falls, zugewiesen worden. Finnland leistet dadurch der nordischen vergleichenden Politikwissenschaft Beistand, denn ohne oder fast ohne Variationen zwischen den Ländern käme die vergleichende Politikwissenschaft nicht besonders weit. Ziel des Seminars ist es, die Studierenden mit den Politikbereichen vertraut zu machen, in denen Finnlands Sonderstellung am deutlichsten ist, darunter allerlei verfassungspolitische Fragen (Republik versus Monarchie), die Rolle des Präsidenten, das Schwedische im zweisprachigen Finnland und die Bündnispolitik Finnlands im Schatten der regionalen Großmächte.

Steen Bo Frandsen
De skandinaviske konglomeratstaters historie (1500-1864)
Vorlesung

Forelæsningen er en parallel-læsning af den dynamiske udvikling og rivalitet i Danmark-Norge (det oldenborgske monarki) og Sverige i nyere tid og frem til begyndelsen af det nittende århundrede. I modsætning til de nationale traditioners homogeniserende blik betoner tilgangen staternes territoriale og etniske kompleksitet. Statsbygningen i de to konglomeratstater følges komparativt lige som begge staters tætte forbindelser til Nordtyskland spiller en vigtig rolle.

Krister Hanne
Regionalismus und Region-Building in Nordeuropa
Übung

Zusammenarbeitsinitiativen unterschiedlichster Art gekennzeichnet. Bereits im 19. Jahrhundert entstanden im Zuge des Skandinavismus transnationale Verbindungen, deren politische Ziele sich jedoch nicht realisieren ließen. Die daran anschließenden zivilgesellschaftlichen Kontakte führten aber längerfristig zu einer Stärkung des regionalen Bewusstseins, die während des Ost-West-Konflikts schließlich auch in politische Strukturen mündete. Seit dem Ende des Ost-West-Gegensatzes sind im Zuge der Erweiterung des nordeuropäischen Raumes neue Kooperationszusammenhänge um die Ostsee und die Barentssee hinzugetreten. Auch grenzüberschreitende Zusammenarbeit hat eine lange Tradition, wurde hier früh institutionalisiert und hat nicht zuletzt in der Öresundregion zu greifbaren Ergebnissen geführt. Diese Veranstaltung möchte neben einem kursorischen Überblick über den Kosmos der internationalen und transnationalen Kooperationsbestrebungen in Nordeuropa an ausgewählten Beispielen die Formen und Strukturen verschiedener Regionalismen beleuchten sowie die dahinter liegenden Prozesse und Mechanismen des Region-building studieren.

Jan Hecker-Stampehl
Außenpolitik Finnlands 1917-2007
Übung

In dieser Übung wollen wir uns mit der Außenpolitik Finnlands in den nahezu neun Jahrzehnten seiner Unabhängigkeit befassen. Eine Einführung wird die historischen Hintergründe und den Weg zur Unabhängigkeit beleuchten, danach wird es überblicksartig, aber mit je nach Thema wechselndem Fokus, um die wichtigsten Phasen der finnischen Außenpolitik gehen: die Randstaatenpolitik der 1920er Jahre, die Annäherung an den Norden in den 1930ern, die Bedrohung der Unabhängigkeit im Zweiten Weltkrieg, die schwierige Position im Kalten Krieg und schließlich die geglückte Neuorientierung auf die europäische Integration. Die Beziehungen zu Deutschland, zu Russland/der Sowjetunion und zu den nordischen Ländern stehen im Mittelpunkt.

Hendriette Kliemann-Geisinger
Stadtgeschichte im Ostseeraum
Übung

Die Geschichte des Ostseeraumes ist nicht zuletzt auch die Geschichte seiner Städte. Danzig, Lübeck und Visby zeugen vom merkantilen Netzwerk der Hanse, Karlskrona steht für die strategischen Bestrebungen der schwedischen Großmachtzeit, St. Petersburg symbolisiert die russische Öffnung nach Europa im 18. Jahrhundert und Helsinki und Stockholm geben Beispiele für die funktionalistische Architektur der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts. Anhand ausgewählter Städte sollen in dieser Veranstaltung kulturelle, politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen im Ostseeraum beleuchtet werden - deshalb wird diese Übung auch als "Einführung in die nordeuropäische Geschichte" geeignet sein. Gleichzeitig soll ein Überblick über verschiedene historische Quellengattungen (Urkunden, Stadtpläne, Reiseberichte etc.) gegeben und deren Interpretation geübt werden.

Carsten Schymik
Ausgewählte Probleme der Zusammenarbeit im Ostseeraum
Übung

Die Lehrveranstaltung wendet sich bevorzugt, wenngleich nicht ausschließlich, an Studierende mit Grundwissen über die Ostsee und ihre Anrainerstaaten. Sie bietet eine Einführung in die ideellen und institutionellen Grundlagen der Zusammenarbeit in der Ostseeregion und stellt zentrale Probleme und Handlungsfelder zur Bearbeitung und Diskussion durch die Übungsteilnehmer. Behandelt werden u. a. einzelne Politikfelder wie Umwelt, Energie, Minderheiten oder Bildung, aber auch übergreifende Fragestellung wie die nach dem Verhältnis zwischen regionaler Kooperation im Ostseeraum und europäischer Integration.

Henry Werner
Nation Branding und Public Diplomacy - Strategien für das Dänemark-Bild in Deutschland 1990 bis heute
Übung

Die Übung soll die Forschungs- und Lehrtätigkeit über nationale Auto- und Heterostereotypen, die eine wichtige Rolle im Lehrplan des Instituts spielt, auf eine praktische Ebene herunterbrechen. Anhand der dänischen Nation-Branding- und Public-Diplomacy-Strategien der vergangenen Jahre soll
1) die Unterschiede zwischen dänischer Eigen- und Fremdauffassung, aber auch die Unterschiede zwischen den Fremdauffassungen Dänemarks in verschiedenen Ländern, erlernt werden;
2) die Rolle von Staat und Interessenverbänden bei der Lenkung von Eigen- und Fremdauffassungen vermittelt werden (Branding-Initiativen);
3) Grundlagen der dänischen Diplomatie vermittelt werden.
Die Übung soll neben einer theoretischen Einführung in Nation Branding und Public Diplomacy praktisch ausgerichtet sein.

Bernd Henningsen
Der Norden und Europa
Hauptseminar

Der Teilung des europäischen Nordens (EU-Mitglieder und EU-Nichtmitglieder), so kann man den Diskurs der letzten Jahrzehnte verstehen, liegen unterschiedliche Konzepte zugrunde darüber, was "Europa" eigentlich ist ("Ja zu Europa, Nein zur Union"). Dies soll im Laufe des Semesters bearbeitet werden: Welche Vorstellungen von "Europa" kursieren (in historischer Perspektive) unter Politikern, Parteien, in Literatur und Wissenschaft …? Es sollen Texte vornehmlich des 20. (und 21.) Jahrhunderts gelesen und analysiert werden. Ein nicht unwesentlicher Aspekt wird auch sein, welche Vorstellungen vom Norden in Europa kursieren.

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Humboldt-Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät III
Institut für Sozialwissenschaften

Internet
KVV

Dan Florin Popescu
Aktuelle Herausforderungen des osteuropäischen Arbeitsmarktes - der institutionelle
Wandel vor und nach dem EU-Beitritt

Seminar

Es wird analysiert wie die osteuropäischen Arbeitsmärkte sich verändert haben, welche neuen Risiken entstanden und dementsprechend welche neuen institutionellen Lösungen gefunden worden sind. Mittels einer komparativen Darstellung werden die osteuropäischen Arbeitsmärkte untersucht, um die unterschiedlichen Entwicklungspfade hervorzuheben. In einem zweiten Schritt wird der Arbeitsmarktablauf in Mittel- und Osteuropa nach dem EU-Beitritt erforscht. Es soll herausgefunden werden, wie die erweiterte europäische Union - sowohl die alte (EU 15) als auch die neuen Mitglieder (EU 10) - die neu entstandenen Aufgaben zu bewältigen versucht hat. Es wird dargestellt wie die EU Mitglieder die Arbeitskräftemigration von Ost nach West und die Abwanderung von westlichen Unternehmen Richtung Osteuropa zu bewältigen versuchen.

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Humboldt-Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät III
Kunstgeschichtliches Seminar

Internet
KVV


Adam Labuda
Die Malerei des 19. Jahrhunderts in Ostmitteleuropa (Polen, Böhmen, Ungarn) - Bildgattungen, Themen, historische Bedingtheiten
Seminar

Die Malerei in den Ländern Ostmitteleuropas im 19. Jahrhundert stellt ein vielschichtiges Gefüge an Themen, Formen und Gattungen dar, welches sich in das gesamteuropäische Bild der Kunst des modernen Zeitalters einbinden lässt. Dabei schuf die politische Unmündigkeit Polens, Tschechien-Böhmens und Ungarns einen spezifischen Entwicklungsrahmen, der zugleich die Dynamik des kulturellen Lebens stark und positiv beeinflusste. Für die Höhepunkte der ostmitteleuropäischen Malerei stehen gleichermaßen Künstlerindividualitäten (Matejko und Malczewski, Josef Mánes und Kaván, Munkácsy und Szineyi Merse) wie auch ein eigenständiger Umgang mit den allgemeineuropäischen Kunstströmungen (Historismus, Impressionismus, Symbolismus). Wenn die große Epoche der Malerei um 1900 in den o.g Ländern dank zahlreicher internationaler Ausstellungen in Deutschland verhältnismäßig gut bekannt und dokumentiert ist, warten die früheren Entwicklungsphasen der nationalromantischen und -historischen Malerei immer noch auf ihre Entdeckung und Würdigung. Im Seminar soll das Phänomen in der ganzen chronologischen Breite zur Darstellung gebracht und zur Diskussion gestellt werden. Wir werden uns mit den zentralen Künstlergestalten ebenso wie mit den für die unterschiedlichen Phasen relevanten Bildaufgaben wie Historiendarstellung, Landschaft und Porträt befassen. Auf die politisch-gesellschaftlichen Bedingtheiten des kulturellen Lebens und Wandels in der Region soll dabei beachtet werden.
Literatur: Steven A. Mansbach, Modern Art in Eastern Europe. From the Baltic to the Balkans ca. 1890-1939, Cambridge 1999; Böhmen im 19. Jahrhundert. Vom Klassizismus zur Moderne, hg. von Ferdinand Seibt, Frankfurt am Main 1995; Tschechische Kunst 1878-1914. Auf dem Weg in die Moderne, Ausstellungskatalog, Bd. 1-2, Darmstadt 1984; Vergangene Zukunft. Tschechische Moderne 1890 bis 1918, Verlag Gerd Hatje 1993; Jaromir Neumann, Die tschechische klassische Malerei des 19. Jahrhunderts, Prag 1955; Jaromir Neumann, Die neue tschechische Malerei und ihre klassische Tradition, Prag 1958; Jens Christian Jensen (Hg.), Polnische Malerei von 1830 bis 1914, Köln 1978; Jan Ostrowski, Die polnische Malerei vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Beginn der Moderne, München 1989; Agnieszka Morawiñska, Polnische Malerei von der Gotik bis zur Gegenwart, Warschau 1984; Krzysztof Rumiñski, Bildende Kunst, Politik und Geschichtsbewusstsein in Polen. Frankfurt am Main 1998; Impressionismus und Symbolismus. Malerei der Jahrhundrtwende aus Polen, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, Ausstellungskatalog, Baden-Baden 1997; Júlia Szabó, Die Malerei des 19. Jahrhunderts in Ungarn, Budapest 1985; Anna Szinyei Merse, Zsuzanna Bakó, Pleinair-Malerei in Ungarn. Impressionistische Tendenzen 1870-1910, Ausstellungskatalog, Osnabrück 1994; Ungarn und die Münchner Schule. Spitzenwerke aus der Nationalgalerie 1860 bis 1900, Ausstellungskatalog, München 1996; Budapest 1869-1914. Modernité hongroise et peinture européenne, Ausstellungskatalog, Dijon 1995.

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Freie Universität Berlin
Osteuropa-Institut

Internet
KVV

Nikolai Genov
Rationalisierung von Organisationen in Osteuropa
Vorlesung/Übung

Der Mangel an organisatorischer Effizienz war der wichtigste Grund für den Kollaps des Staatssozialismus. Nun kann man eine Zwischenbilanz der Erfahrungen aus dem Wandel von Organisationen in der Region ziehen. Drei Typen von Strukturen und Prozessen stehen zur Debatte. Erstens, viele offene Fragen betreffen die Veränderungen der Organisation von Industriebetrieben nach der Privatisierungswelle. Wurde damit die soziale Rationalität der Mitbestimmung von der wirtschaftlichen Rationalität verdrängt? Zweitens, eine vergleichende Analyse soll zeigen, wo sich die Dezentralisierung des Entscheidungstreffens von staatlichen Organen als erfolgreich erwiesen hat und wo nicht. Die grundlegende Frage besteht darin, inwieweit sich das Subsidiaritätsprinzip auch in Osteuropa durchgesetzt hat. Drittens, eine Innovation ist die Übernahme staatlicher Funktionen der sozialen Sicherung von marktwirtschaftlichen Organisationen und Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs). Inwieweit hat sich diese Innovation in Osteuropa bewährt? Die Antworten auf diese und ähnliche Fragen sollen ein detailliertes Bild von Errungenschaften und Problemen der Rationalisierung von Organisationen in der Region vermitteln.

Literatur: Genov, Nikolai (1999) Managing Transformations in Eastern Europe. UNESCO/MOST, Genov, Nikolai. Ed. (2000) Continuing Transformation in Eastern Europe. Berlin:Trafo, Vergleichende Soziologie osteuropäischer Transformationen (2003) BOI, N19
Genov, N. Ed. (2005) Ethnicity and Educational Policies in South Eastern Europe. Münster: LIT.

Gertrud Pickhan
Das Gedächtnis der Nation. Polnische Malerei des 19. Jahrhunderts als Quelle
Vorlesung/Übung

Das Konzept der Nation wurde im 19. Jahrhundert zur wirkmächtigsten politischen Idee. Ihre Implementierung in die Gesellschaft erfolgte nicht zuletzt durch einen nationalen Bildercode, mit dem die gedanklichen Konstrukte imaginiert und popularisiert werden konnten. Wie insbesondere das polnische Beispiel zeigt, kam der Historienmalerei dabei eine besondere Bedeutung zu. Die Demütigung und das Trauma der Teilungszeit wurden kompensiert durch Bilder des Nationalen, die durch ihre emotionale Aufladung gleichzeitig gemeinschaftsstiftend wirkten. Die Ikonologie der nationalen Bildersprache Polens im 19. Jh. steht im Mittelpunkt dieser Vorlesung, in der gleichzeitig auch die Grundlagen des "iconic turn" in der Geschichtswissenschaft behandelt werden.

Einführende Literatur: Bernd Roeck, Das historische Auge. Kunstwerke als Zeugen ihrer Zeit. Göttingen 2004; Peter Burke, Augenzeugenschaft. Bilder als historische Quellen. Berlin 2003. Janusz Walek, Dzieje Polski w malarstwie i poezji. Warszawa 1991.

Rosalinde Sartori
Kulturgeschichte Osteuropas: Schwerpunkt Russland
Vorlesung/Übung

Ausgehend von unterschiedlichen Definitionen des Kulturbegriffs werden in dieser Vorlesung exemplarisch einzelne Etappen der russischen Kulturgeschichte beleuchtet. Die Vorlesung soll in kulturelle Ausdrucksformen, kulturelle Entwicklungen und Beziehungen Russlands bzw. der Sowjetunion und ihrer Nachfolgestaaten einführen. Dabei steht die Relevanz der historisch herausgebildeten Werte für die Gegenwart und die Verknüpfung von Politik und Kultur im Vordergrund.

Ines Koeltzsch
Einführung in die Geschichte Ostmitteleuropas. Teil I
Grundkurs

Der Begriff ‚Ostmitteleuropa' ist ebenso wenig selbstverständlich wie die geographische Eingrenzung dieser historischen Großregion. Welche historischen Strukturen und Entwicklungsverläufe lassen es dennoch sinnvoll erscheinen, von einem Ostmitteleuropa zu sprechen? Und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede kennzeichnen die ostmitteleuropäischen Länder (v. a. Polen, Böhmen und Ungarn) im Rahmen der europäischen Geschichte? Ziel der Lehrveranstaltung ist es, einen problemorientierten Einstieg in die Geschichte Ostmitteleuropas zu verschaffen, der die mittelalterlichen Grundlagen für die Herausbildung gemeinsamer Strukturmerkmale dieser Gesellschaften - insbesondere ethnische und religiöse Vielfalt - ebenso berücksichtigt wie deren spezifische Antworten auf die Moderne. Darüber hinaus werden auch bestimmte Raumentwürfe und -vorstellungen von Ostmitteleuropa in den Blick genommen.

Einführende Literatur und Materialien: Handreichung des Lehrstuhls für Geschichte Ostmitteleuropas am Osteuropa-Institut der FU Berlin (Homepage des Lehrstuhls); Harald Roth (Hrsg.): Studienhandbuch Östliches Europa, Bd. 1: Geschichte Ostmittel- und Südosteuropas, Köln u. a. 1999; Piotr S. Wandycz: The Price of Freedom. A History of East Central Europe from the Middle Ages to the Present, London/New York 1992.

Klaus Buchenau
Die "religiöse Renaissance" im postkommunistischen Osteuropa. Ursachen, Ausprägungen, Folgen
Proseminar

Als die sozialistischen Systeme Ende der 1980er Jahre reihenweise umfielen, trat die bislang marginalisierte Religion wieder als öffentlich sichtbarer Faktor in Erscheinung. Westliche Analytiker stellten damals fest, dass die Säkularisierung eben doch nicht so unaufhaltbar sei wie bislang angenommen, einige sprachen sogar von der "Rückkehr des Heiligen". In diesem Seminar soll versucht werden, einen Überblick über die religiöse Landschaft im Postsozialismus zu gewinnen und eine Typologie religiösen "Szene" zu entwerfen - von den ethnonationalen Mehrheitskirchen über die traditionellen Minderheitenreligionen bis hin zu den freikirchlichen Gemeinschaften und Sekten.

Ulf Karl Brunnbauer, Matthias Schwartz
Sowjetische Sozial- und Kulturgeschichte
Hauptseminar

Nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes und mit der Öffnung der sowjetischen Archive hat sich die Forschung in den letzen Jahren wieder vermehrt Fragen der Sozial- und Kulturgeschichte der UdSSR gewidmet. Das Interesse richtet sich hierbei zunehmend darauf, wie die sowjetische Gesellschaft funktioniert hat und welche kulturellen Praktiken das Leben und den Alltag der Menschen geprägt haben. Zur Diskussion steht insbesondere, ob es sich bei der Sowjetunion um ein spezifisches staatliches Gebilde handelte, in dem sich neuartige soziale und kulturelle Strukturen und Formen herausgebildet haben. Erklärungsmodelle reichen von der Fokussierung auf ein gesellschaftspolitisches "Gesamtkunstwerk" (Boris Groys) bis zu Forschungsansätzen, die eher die Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten mit (populär)kulturellen Erscheinungen in den hoch- und postindustriellen westlichen Gesellschaften betonen. Diese Thesen wollen wir in dem Seminar exemplarisch anhand signifikanter kultureller Phänomene (Avantgarde, Sozialistischer Realismus, Tauwetter, Samizdat, Estrade, Jugendkultur u.a.) erörtern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Interdependenzen zwischen Vergesellschaftungsprozessen und der künstlerischen Produktion in der Sowjetunion.

Zur Einführung: Hildermeier, Manfred: Geschichte der Sowjetunion 1917-1991. Entstehung und Niedergang des ersten sozialistischen Staates, München 1998. Kelly, Katriona; Shepherd, David (Hg.): Russian Cultural Studies. An Introduction, Oxford 1998. Plaggenborg, Stefan: Experiment Moderne. Der sowjetische Weg, Frankfurt a.M. 2006

Jan Behrends
Polnische Geschichte 1939/44-1989. Politik, Gesellschaft, Kultur
Übung

Im Seminar sollen die Grundlagen der polnischen Gesellschaftsgeschichte zwischen der ommunistischen Machtübernahme in den vierziger Jahren bis zur Ausrufung des Kriegsrechtes 1981 gemeinsam erarbeit werden. Besondere Schwerpunkte bilden dabei die Hypotheken von Besatzungsherrschaft, Holocaust und ethnischem Konflikt, der Stalinismus in Polen, die Herrschaftskrisen von 1956, 1968 und 1970 und die Entstehung einer politischen Opposition. Neben der politischen Geschichte wird auch die Entwicklung von Wirtschaft und Kultur behandelt und die Interpretation verschiedener Quellen geübt werden.

Literatur: Adam Krzeminski: Polen im 20. Jahrhundert, München 1998; Andrzej Kaluza: Der polnische Parteistaat und seine politischen Gegner, Frankfurt 1998; Timothy Garton Ash: The Polish Revolution: Solidarity, London 1983; Anbdrzej Friszke: Polska. Losy Panstwa i Narodu, 1939-1989, Warschau 2003.

Bernhard Wiaderny
Polen während der Teilungen (1789-1918)
Übung

Die als Ergänzung zu der Vorlesung vom "Bild als historische Quelle" (G. Pickhan) gedachte Übung wird sich mit den in der polnischen Malerei des 19.Jh.s thematisierten Ereignissen wie die Aufstände 1831 und 1863, die Emigration und Verbannung beschäftigen sowie politische Prozesse untersuchen, die die Rahmenbedingungen für die Entwicklung der polnischen Malerei bildeten, wie z. B. die Ausbreitung des Nationalbewußtseins und die Entwicklung der politischen Autonomie in Galizien seit den 70er Jahren des 19 Jh.s.
Literaturhinweise: Davies N., Im Herzen Europas. Geschichte Polens, München 2000; Hoensch J. K., Geschichte Polens, Stuttgart, 1998.

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Freie Universität Berlin
Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften
Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft

Internet
KVV

Jan Menzer
Sicherheitspolitik in Osteuropa
Proseminar

Beziehungen. Nach der Auflösung der Sowjetunion und dem Ende des Warschauer Paktes galt dies insbesondere für die Staaten Mittel- und Osteuropas. Während Russland in einer Stärkung der OSZE die Lösung sah, entschieden sich die ehemaligen Mitglieder des Warschauer Paktes schnell für einen Beitritt zur NATO und zur Europäischen Union, um das Sicherheitsdilemma zu beheben. Das Problem der westlichen Staatengemeinschaft bestand nun zum einen darin, dem Wunsch der osteuropäischen Staaten nach einer Mitgliedschaft in der transatlantischen Allianz zu entsprechen, weil sie Schutz vor Russland suchen und andererseits Russland zu erklären, die Erweiterung der NATO richte sich nicht gegen Moskau. Weiterhin haben NATO und EU die Aufgabe, die zwischenzeitlich erfolgten Erweiterungsprozesse so zu vollziehen, dass sie mit Blick auf die nicht beitrittsfähigen Staaten der GUS oder des Balkans keine neuen Trennlinien in Europa schaffen. Das Seminar möchte die Tätigkeit internationaler Sicherheitsinstitutionen in Osteuropa diskutieren. Zum einen werden die theoretischen Grundlagen internationaler Organisationen zur Behebung des
Sicherheitsdilemmas sowie deren praktische Umsetzung erarbeitet. Zum anderen werden Länderstudien durchgeführt, so zum Beispiel sollen die Rolle Russlands oder der Vereinigten Staaten von Amerika beim Aufbau einer gesamteuropäischen Sicherheitsarchitektur im Zuge der Erweiterung von NATO und EU analysiert werden. Zudem soll der Unterscheidung kollektiver Sicherheits- und kollektiver Verteidigungsorganisationen nachgegangen werden und der Frage, ob das Sicherheitsdilemma in unserer Zeit immer noch ein rein militärisches Problem darstellt oder ob auch nicht-militärische Risiken den Sicherheitsbegriff definieren.

Larissa Lissjutkina
Formalität, Informalität und Kriminalität: Zum Wandel der Geschlechterverhältnisse in den Transformationsprozessen Mittel- und Osteuropas
Proseminar

Ziel des Seminars ist es, die Geschlechterrollen in den Bereichen des Öffentlichen/Staatlichen/Rechtlichen und des Privaten/Informellen zu vergleichen. Die Miteinbeziehung der Kriminalität (u. a. Kriminalisierung der Homosexualität und der Abtreibung) ist notwendig weil im Laufe des Transformationsprozesses die Grenze zwischen der Kriminalität und Informalität neu definiert ist. Im Seminar sollen u. a. folgende Fragen behandelt werde: Führen verschiedene institutionelle Rahmungen und Wohlfahrtstaatsregime tatsächlich zu unterschiedlichen Geschlechterkulturen? Welche informelle/kulturelle Mechanismen werden von den politischen Kreisen instrumentalisiert? Kann man nach bald 20 Jahren des Reformprozesses über die Herausbildung einer neuen Geschlechterkultur in Osteuropa sprechen? Entwickelt sich die Frauenbewegung nach westlichem Muster oder gibt es Abweichungen von den klassischen westlichen Emanzipationsstrategien? Was sind progressive und traditionelle Elemente, Strategien und Politikmittel? Wie werden Fraueninteressen vertreten: durch politische Parteien, NGOs, Lobbies, kulturelle Strömungen?

Literatur: Brigitta Godel. Auf dem Wege zur Zivilgesellschaft. Frauenbewegung und Wertewandel in Russland. Campus Verlag, 2002; S. 11 - 32. Friedrich von Halem. Recht oder Gerechtigkeit. Rechtsmodelle in Ost und West von der Antike bis zur Moderne. Eine Aufsatzsammlung. Böhlau Verlag, 2004; S. 6-11; S. 203-229. Elena Zdravomyslova. Die Konstruktion der "arbeitender Mutter" und die Krise der Männlichkeit. Zur Unterscheidung der Öffentlichkeit und Privatheit im Kontext der Geschlechterkonstruktion im spätsowjetischen Russland. In: Feministische Studien, Nr.17(1), 1999. S. 23-34. Bourdieu, Pierre (1997): Die männliche Herrschaft, in: Dölling, Irene/ Krais, Beate: Ein alltägliches Spiel. Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Frankfurt/Main. S. 153-218.

Karin Pieper
Einführung in die Politik Osteuropas
Proseminar

Dieser Kurs richtet sich an Studienanfänger und versteht sich als Einführung in das Studium der Politik am Beispiel der Transformation in Osteuropa. Der Kurs gibt einen Überblick über zentrale Problemfelder der Transformationsräume in Europas Osten (Einführung in Transformationstheorien, Systemwechsel und Demokratisierung, politische Ökonomie der Transformation, Europäisierung). Diese Themen werden anhand einzelner Politikfelder und im Ländervergleich analysiert. Den Abschluss bildet eine Diskussion über aktuelle Entwicklungen in Osteuropa, z.B. zur Rolle der neuen Mitgliedstaaten in der Europäischen Union und zum Beitrittsstatus weiterer südosteuropäischer Länder. Zudem werden zentrale wissenschaftsmethodische Kenntnisse in praxisorientierter Weise vermittelt.

Ognian Hishow
Nach der Osterweiterung. Die Politische Ökonomie der Integration der MOEL
Hauptseminar

Die Lehrveranstaltung stellt auf die These ab, dass nach der Osterweiterung 2004 der Ausgang des wirtschaftlichen Integrationsprozess in der EU Konvergenz oder Divergenz sein kann. Damit ist die gegenwärtige Lage von dem transformationsbedingten Wachstumsschub der 90er Jahre und den damit verbundenen Anpassungsreaktionen in West- und Osteuropa zu unterscheiden. Die MOE-Marktwirtschaften haben nicht die Garantie, dass sie in überschaubaren Zeiträumen den ökonomischen Anschluss an Westeuropa schaffen. Dass dabei kein Konvergenzautomatismus vorliegt, belegt zum einen die Erfahrung der Südmitglieder der EU-15. Zum anderen leiden die Kernländer der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) an Wachstumsschwäche, die den MOEL-Aufholprozess erschwert. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wirtschaftsintegration in der EU sollen in drei etwa gleich großen Themenrunden behandelt werden. In einem ersten Block "EU-Wachstumsstrategien" sollen die Bestimmungsgründe eines aufholenden Wachstums vor dem Hintergrund der großen Ost-West-Entwicklungslücke erörtert werden. Dazu Vor- und Nachteile nationaler bzw. EU-harmonisierter Wirtschaftstrategien und -instrumente (Steuerpolitik, Kohäsionspolitik, Lissabon-Agenda, EU-Haushalt); ferner realistische Voraussetzungen für eine F&Ebasierte Entwicklung in den Beitrittsländern. Im zweiten Sitzungsblock zum WWU-Beitritt der MOEL soll ausgehend von den volkswirtschaftlichen
Erfahrungen der EU-15 mit der gemeinsamen Währung ein Reality check der Idee "One market - one money" durchgeführt werden. Weitere Aspekte: Kosten-Nutzen-Saldo der Aufgabe der monetären Autonomie durch Länder im Catch-up - Prozess; Vor- und Nachteile des Stabilitätspakts für den Erfolg der WWU; wirtschaftspolitische Empfehlungen zum Policy mix in einem nicht optimalen Währungsraum mit Entwicklungsgefälle; die Implikationen des WWU-Projekts für die weltwirtschaftlichen Ambitionen der EU (WWU hinderlich oder förderlich ist für die internationale Stellung der EU bzw. für eine multipolare Welt).
Ein dritter Block soll den Platz der MOEL im europäischen Sozialmodell untersuchen. Konkurrierende nordund kontinentaleuropäische, sowie angelsächsische Wirtschafts- und Sozialmodelle sollen auf ihre Eignung für die MOEL vor dem Hintergrund erforderlicher langer Konvergenzzeiträume diskutiert werden. Schwerpunkte: Das Sozialmodell/die MOEL in der EU-Verfassungsdebatte; Sozial- und wirtschaftspolitische Standpunkte: Sozialdumping /freier Wettbewerb; Binnenmarktvollendung/Protektionismus; Regulierung/Liberalisierung.


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Universität Potsdam
Philosophische Fakultät
Historisches Institut

Internet
KVV

Bernhard R. Kroener
Europäische Militärgeschichte II: Vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Ende des Nordischen Krieges 1618-1720
Vorlesung

Ausgehend von der säkularen Katastrophe des Dreißigjährigen Krieges werden am Beispiel der französischen Heeresreformen unter Le Tellier und Louvois Wirkung und Intensität der wechselseitigen Beeinflussung von Heeresverfassung und Staatsverfassung untersucht. Die Beschäftigung mit den militärpolitischen und strategischen Optionen einer Koalitionskriegführung unter den Bedingungen von Hegemonie und Gleichgewicht rückt die Auseinandersetzungen an der Peripherie des europäischen Kriegstheaters ins Blickfeld der Betrachtung. Das Schicksal der schwedischen Großmachtpolitik im Ostseeraum und die Rolle des osmanischen Reiches als Gegner und Partner der europäischen Mächte werden in ihren militärgeschichtlich relevanten Bezügen behandelt.

Literatur: M. Howard, Der Krieg in der europäischen Geschichte. Vom Ritterheer zur Atomstreitmacht, München 1981; J. Black, European Warfare 1660-1815, London 1994; F. Tallett, War and Society in Early Modern Europe, 1495-1715, London 1992; M. S. Anderson, War and Society in Europe of the Old Regime, 1618-1789, Leicester 1988; E. Wolfrum, Krieg und Frieden in der Neuzeit. Vom Westfälischen Frieden bis zum Zweiten Weltkrieg, Darmstadt 2003.


Manfred Görtemaker
Bismarck und der Osten
Hauptseminar

Das Hauptseminar behandelt die Ostpolitik Otto von Bismarcks - vor allem gegenüber Russland und Polen - und soll zu einer besseren Kenntnis des Bismarckschen Denkens und Handelns gegenüber Osteuropa sowie zu einem vertieften Verständnis der strukturellen Zusammenhänge der deutschen Ostpolitik von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart verhelfen. Nach einer Einführung in Potsdam wird das Seminar in Kooperation mit der Otto-von-Bismarck-Stiftung (Friedrichsruh) als Blockveranstaltung in der Europäischen Akademie Külz-Kulice (Polen) abgehalten.

Literatur: G. A. Craig: Deutsche Geschichte 1866-1945, München 1980; L. Gall: Bismarck. Der weiße Revolutionär, Frankfurt am Main u. a. 1980; D. Hertz-Eichenrode: Deutsche Geschichte 1871-1890. Das Kaiserreich in der Ära Bismarck, Stuttgart u. a. 1992; M. Stürmer: Das ruhelose Reich. Deutschland 1866-1918, Berlin 1983.


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Last update: November 21, 2006