Universität Bremen
Fachbereich Sozialwissenschaften
Institut für Geschichte
Internet
KVV
Wolfgang Eichwede
Die deutsch- sowjetischen Beziehungen im Rahmen des Versailler
Systems, 1918/19 - 1933
Übung
Deutschland und Russland verstanden sich als "Outcasts"
des Versailler Systems - das deutsche Reich war als Verlierer des
Weltkrieges tatsächlich Objekt der Friedensordnung, die Sowjetunion
als revolutionäre Macht wurde viele Jahre geächtet. Daher
stellt sich die Frage nach der Abstimmung ihrer wechselseitigen
Bezeichnungen in einem brisanten Spannungsfeld: Einerseits waren
beide Mächte von unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen bestimmt,
anderseits sahen sie sich aufeinander angewiesen. Zur Empörung
der europäischen Öffentlichkeit verständigten sie
sich im Vertrag von Rapallo (1922), um in den folgenden Jahren eine
höchst komplexe Balance ihres, mit Mißtrauen von allen
Seiten betrachteten, Verhältnisses aufzubauen.
Die diplomatischen Akten - alle sind publiziert- geben einen faszinierenden
Einblick in dieses Netzwerk. Sie sind als Übungstexte für
ein wissenschaftliches Studium geradezu ideal.
Literatur zur Vorbereitung: Geyer, D. (Hg.): Osteuropa -
Handbuch. Sowjetunion. Verzeichnis der Quellen und Nachweise. Außenpolitik
Bd.1. 1917-1956. Köln 1967.
Ingo Heidbrink
Maritime Wirtschaft im Ost-West Vergleich
Seminar
Die maritime Wirtschaft der ehemaligen DDR war entwickelte sich
aufgrund der geographischen Lage und des politischen Systems grundsätzlich
unterschiedlich zu derjenigen der Bundesrepublik. Innerhalb des
Seminars werden die grundsätzlichen Entwicklungslinien der
DDR-Seewirtschaft ebenso thematisiert, wie die Abhängigkeit
der maritimen Wirtschaft von der UDSSR. Schwerpunktmäßig
erfolgt die Analyse der Bereiche Schiffbau und Fischerei sowie Seerecht.
Ziel des Seminars ist die Erarbeitung derjenigen Strukturen, die
zu der eigenständigen Entwicklung der DDR-Seewirtschaft führten,
wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Analyse der Beschränkungen
dieser Entwicklungen durch die Einbindung in den Wahrschauer Pakt
und den RGW liegen wird.
Literatur zur Vorbereitung: Strobel, Dietrich, Hahlbeck,
Wulf-Heinrich: Hiev up : so war die Hochseefischerei der DDR. Hamburg
1997. Strobel,, Dietrich, Ortlieb, Werner: Volkswerft Stralsund
: [1948-1998]. Hamburg 1998.Köppen, Peter u.a.: Schiffbauer,
Seeleute und Hafenarbeiter machen Geschichte. Berlin 1979. Adler,
Heinz: Vom Alex zum Eismeer : Erinnerungen an die Hochseefischerei
der DDR. Hamburg 2000.
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Universität Bremen
Fachbereich Sozialwissenschaften
Studiengang Kulturgeschichte Ost- und Ostmitteleuropas
Internet
KVV
Stefan Garsztecki
Politische Milieus und Medienlandschaften in Polen
Seminar
Heiko Pleines
Wie lässt sich eine Demokratie lenken? Manipulationen demokratischer
Verfassungen in postsowjetischen Staaten
Seminar
Nach dem Ende der Sowjetunion wurden in den meisten postsowjetischen
Staaten demokratische Verfassungen eingeführt. Während
in einigen Staaten, wie etwa Belarus, Turkmenistan oder Uzbekistan,
weitgehend offen autoritäre Regime errichtet wurden, für
die demokratische Prozesse nur eine Fassade sind, haben in anderen
Staaten, wie etwa Russland, der Ukraine oder Georgien, demokratische
Prozesse eine zentrale politische Bedeutung. In der zweiten Staatengruppe,
die Gegenstand des Seminars ist, versuchen die jeweiligen herrschenden
Eliten jedoch häufig, demokratische Beschränkungen der
eigenen Macht zu umgehen. So werden Wahlkämpfe manipuliert,
die Pressefreiheit wird eingeschränkt, die Zivilgesellschaft
wird kontrolliert. In diesem Sinne wird etwa in Russland von einer
gelenkten Demokratie gesprochen. Im Seminar soll untersucht werden,
wie diese Manipulationen funktionieren und wie gross ihre Bedeutung
für den politischen Prozess ist. Gleichzeitig sollen die Grenzen
derartiger Manipulationen untersucht werden, etwa am Beispiel der
Proteste gegen Wahlfälschungen in Georgien und der Ukraine,
die als bunte Revolutionen bekannt wurden. Das Seminar soll so einerseits
eine problemorientierte Einführung in das politische System
der behandelten Staaten bieten und andererseits eine fallbasierte
kritische Diskussion verschiedener demokratietheoretischer Konzepte
ermöglichen.
Vorbereitungsliteratur: Ismayr, Wolfgang (Hg.): Die politischen
Systeme Osteuropas, 2. Auflage, Opladen 2004 (Kapitel zu den im
Seminar behandelten Staaten.) Heiko Pleines: Informelle Einflußnahme
und Demokratie. Wirtschaftsakteure in Rußland und der Ukraine,
in: Osteuropa 10/2005 (Jg. 55), S.99-108
Rüdiger Ritter
Die Wiederentdeckung regionaler Geschichtstraditionen im Raum
zwischen Polen, Litauen, Belarus und Russland
Seminar
Nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems beschäftigte
man sich in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion unter anderem auch
vermehrt mit der Geschichte, und zwar mit ganz bestimmten Absichten:
Geschichte sollte der Festigung nationaler Identität der neuen
Staaten dienen. Dieser Prozeß blieb aber nicht auf die nationale
Ebene beschränkt, sondern setzte sich nach unten in den einzelnen
Regionen fort, je länger er anhielt. Im Ergebnis kann man heute
eine Unterschiedlichkeit der Regionen beobachten, die noch zu sozialistischen
Zeiten kaum vorstellbar schien. Beispiele sind der transformierte
kresy-Mythos in Polen, der emaitische Regionalismus in Litauen,
der Versuch einer Pluralisierung der Abstammungsdebatte in Belarus
und das Erwachen so traditionsreicher Regionen wie Novgorod oder
Pskov in Russland, wo man teilweise bis zum Mittelalter (Stadtrepublik
Novgorod die Große) zurückgeht. In der Veranstaltung
werden einige ausgewählte Beispiele für die Revitalisierung
regionaler Geschichtstraditionen vorgestellt, wobei die eigene Recherche
der TeilnehmerInnen - auch im Internet - einen Schwerpunkt der Veranstaltung
darstellt. Darüber hinaus soll nach dem Spannungsverhältnis
von regionaler und nationaler Identitätsbildung gefragt werden.
Schließlich geht es darum, die beobachteten regionalen Prozesse
vor dem Hintergrund der gemeinsamen Geschichte der gesamten Region
zu diskutieren.
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Universität Bremen
Fachbereich Sozialwissenschaften
Studiengang Integrierte Europastudien
Internet
KVV
Stefan Garsztecki
Die Entwicklung der Zivilgesellschaft in Ostmitteleuropa
Seminar
Claudia Schallenberg
Polenbegeisterung in Deutschland im. 19. Jh.
Seminar
Heiko Pleines
Wie lässt sich eine Demokratie lenken? Manipulationen demokratischer
Verfassungen in postsowjetischen Staaten
Seminar
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Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Philosophische Fakultät
Historisches Seminar
Internet
KVV
Hans Hecker
Deutsch-osteuropäische Beziehungen in der Neuzeit
Vorlesung/Übung
Dass Deutschland und die Deutschen stets in einem besonders intensiven
Verhältnis zu ihren Nachbarn im östlichen Europa gestanden
haben, ergibt sich bereits aus der geographisch-politischen Struktur
Mittel- und Osteuropas. Neben den politischen Beziehungen, die von
Phasen der Verständigung und Zusammenarbeit bis zu schwersten
gewaltsamen Konflikten reichten, gab es Wanderungsbewegungen in
beide Richtungen, wissenschaftliche und künstlerische Kontakte
sowie publizistische Betrachtungen und Auseinandersetzungen. Nationale
Freund-Feindbilder und vorgefasste Urteile haben die öffentliche
Meinung wie auch individuelle Einstellungen stark beeinflusst. Trotz
aller wissenschaftlichen und pädagogischen Bemühungen
gibt es auch jetzt noch eine bis in akademische Kreise hinein verbreitete
Unkenntnis oder gar Ignoranz gegenüber diesem Thema, so dass
die Beschäftigung mit dem Verhältnis zwischen den Völkern
und Staaten Mittel- und Osteuropas noch lange eine wichtige Aufgabe
bleiben wird - und sollte. In der Vorlesung, die sich auf die Zeit
vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart konzentriert, werden Entwicklungslinien
nachgezeichnet und Ereignisse von exemplarischer Bedeutung in ihrem
jeweiligen Zusammenhang dargestellt.
Literatur: ROTH, H. (Hg.): Studienhandbuch Östliches
Europa. Band 2: Geschichte Ostmittel- und Südosteuropas, 1999
BOHN, TH. / NEUTATZ, D. (Hg.): Studienhandbuch Östliches Europa.
Band 2: Geschichte des Russischen Reiches und der Sowjetunion, 2002
STÖKL,G.: Osteuropa und die Deutschen. Geschichte und Gegenwart
einer spannungsreichen Nachbarschaft, Oldenburg 1967 (weitere Auflagen)
KOPELEW,L.(Hg.): West-östliche Spiegelungen. Russen und Russland
aus deutscher Sicht und Deutsche und Deutschland aus russischer
Sicht. Von den Anfängen bis zum 20. Jahrhundert. Reihe A Band
2-4. Reihe B Band 2-4 und Sonderbände, München 1987-2006
LISZKOWSKI, Uwe (Hg.): Russland und Deutschland, Stuttgart 1974.
Oliver Kiechle
Die Revolutionen von 1989 in Ostmitteleuropa
Übung
Das Jahr 1989 brachte den Zusammenbruch der kommunistischen Diktaturen
in Ostmitteleuropa. Die oppositionellen Bewegungen in den ostmitteleuropäischen
Staaten konnten, unter anderem motiviert durch die Reformtendenzen
in der Sowjetunion einen meistens friedlich verlaufenden Systemwechsel
einleiten. In der Übung sollen zunächst die Entwicklungen
im so genannten Ostblock bis zum Jahr 1989 und die dadurch entstandene
Basis für die Umbruchsbewegungen betrachtet werden. Anhand
verschiedener Beispiele werden dann die jeweiligen Akteure und der
unterschiedliche Verlauf der Revolutionen in den ausgewählten
Ländern behandelt. Davon ausgehend soll der Blick aber auch
auf die Folgen des Systemwechsels und die damit verbundenen Schwierigkeiten
gerichtet werden.
Literatur: Elvert, Jürgen/ Salewski, Michael (Hrsg.):
Der Umbruch in Osteuropa, Stuttgart 1993. Fowkes, Ben: Aufstieg
und Niedergang des Kommunismus in Osteuropa, Mainz 1994. Kenney,
Padraic : A carnival of revolution, Princeton 2003. Saxonberg, Steven:
The Fall. A Comparative Study of the End of Communism in Czechoslovakia,
East Germany, Hungary and Poland, Amsterdam 2001.
Hans Hecker
Russland und Deutschland am Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts
Übung
Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert waren die kulturellen
und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland
so umfassend und intensiv wie kaum jemals sonst. Politisch jedoch
steuerten beide Mächte auf die Konfrontation des Ersten Weltkrieges
zu. Ihre innere Widersprüchlichkeit und Unsicherheit spiegelte
sich im Verhältnis zueinander wider. In der Übung werden
Texte der verschiedensten Art, von der Politik bis zur Philosophie
und Dichtung, darüber hinaus Formen künstlerischer Rezeption
und Zusammenarbeit (Malerei, Musik, Theater) vorgestellt und besprochen.
Spezielle Sprachkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.
Literatur: HELLMANN,M./ ZERNACK,K./SCHRAMM,G.(Hg.): Handbuch
der Geschichte Russlands, 3 Bände, Stuttgart 1976-2001, hier:
Band 3 STÖKL,G.: Russische Geschichte. Von den Anfängen
bis zur Gegenwart, 5.Aufl. Stuttgart 1990 KOPELEW,L.(Hg.): West-östliche
Spiegelungen. Russen und Russland aus deutscher Sicht und Deutsche
und Deutschland aus russischer Sicht. Von den Anfängen bis
zum 20. Jahrhundert. Reihe A Band 4: 19./20.Jahrhundert: Von der
Bismarckzeit bis zum Ersten Weltkrieg. Reihe B Band 4: 19./20. Jahrhundert:
Von den Reformen Alexanders II. bis zum Ersten Weltkrieg, München
2005-2006.
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Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Philosophische Fakultät
Historisches Seminar
Internet
KVV
Dietmar Neutatz
Die Sowjetunion im Ost-West-Konflikt 1945-1991
Hauptseminar
Der Ost-West-Konflikt bestimmte für ein halbes Jahrhundert
die internationale Politik und setzte dem außenpolitischen
Gestaltungsspielraum in Europa und besonders in Deutschland einen
engen Rahmen. Er hatte aber auch eine prägende Wirkung auf
die innere Entwicklung der Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg.
Im Seminar sollen beide Perspektiven zusammengeführt werden:
Wir werden die Geschichte des Kalten Krieges diskutieren, dabei
aber einen Schwerpunkt auf die Rolle der Sowjetunion und die Wechselwirkungen
zwischen ihrer Sicherheitspolitik und der Binnenentwicklung legen.
Dabei wird es nicht ausschließlich um politische Geschichte
gehen, sondern es werden auch wirtschaftliche, gesellschaftliche
und kulturelle Probleme behandelt. In diesem Seminar werden keine
Referate gehalten, sondern wir setzen uns mit dem Thema in Gruppenarbeiten,
Diskussionen und anderen Formen gemeinsamer Arbeit auseinander.
Literatur: Gaddis, John Lewis: We Now Know. Rethinking Cold
War History. Oxford 1997. Handbuch der Geschichte Rußlands.
Bd. 5: 1945-1991. Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Zusammenbruch
der Sowjetunion. Hg. v. Stefan Plaggenborg. Stuttgart 2002-2003.
Hildermeier, Manfred: Geschichte der Sowjetunion 1917-1991. Entstehung
und Niedergang des ersten sozialistischen Staates. München
1998. McCauley, Martin: Russia, America and the Cold War, 1949-1991.
London, New York 1998. Stöver, Bernd: Der Kalte Krieg. München
2003. Subok, Wladislaw und Konstantin Pleschakow: Der Kreml im Kalten
Krieg. Von 1945 bis zur Kubakrise. Hildesheim 1997. The Cold War:
The Essential Readings. Hg. v. Klaus Larres und Ann Lane. London
2001.
Ralf Meindl
Ostpreußen in der Zwischenkriegszeit. Zur politischen Radikalisierung
einer Grenzregion des Deutschen Reiches
Übung
Ostpreußen - heute ein "vergessenes Land", das alljährlich
zu Weihnachten in zahlreichen Fernsehdokumentationen zur Idylle
der dunklen Wälder und unzähligen Seen verklärt wird.
In der Weimarer Republik und im "Dritten Reich" wurde
der Mythos Ostpreußen jedoch vor allem politisch instrumentalisiert:
Die "abgeschnürte Provinz" wurde zum Inbegriff der
"blutenden Grenze" im Osten stilisiert, ihre wirtschaftlichen
Schwierigkeiten wurden als Beweis angeführt, dass eine Grenzrevision
notwendig sei. Ostpreußen geriet damit zu einem der zentralen
Topoi rechtsgerichteter Propaganda, was zusammen mit der prekären
wirtschaftlichen Lage auch zu einer inneren Radikalisierung führte.
Die Provinz avancierte daher nicht zufällig zu einer Hochburg
des Nationalsozialismus, an der Beispielhaft ein entscheidender
Zug der politischen Kultur der Weimarer Republik sowie die Instrumentalisierung
der regionalen Geschichte und ihrer Symbole durch die Nationalsozialisten
gezeigt werden soll.
Literatur: Kossert, Andreas: Ostpreußen. Geschichte
und Mythos; Berlin 2005; Martin, Bernd: Masuren. Mythos und Geschichte;
Karlsruhe 1998; Opgenoorth, Ernst (Hg.): Handbuch der Geschichte
Ost- und Westpreußens. Teil IV: Vom Vertrag von Versailles
bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1918-1945; Lüneburg 1997;
Rohrer, Christian: Nationalsozialistische Macht in Ostpreußen;
München 2006; Traba, Robert: Zur Grenzlandmentalität in
Ostpreußen in der Zwischenkriegszeit. Max Worgitzki (1884-1937);
in: Zeitschrift für die Geschichte und Altertumskunde Ermlands
50/2002, S. 91-99.
Julia Obertreis
Die Filme Andrzej Wajdas und die polnische Geschichte des 20.
Jahrhunderts
Übung
Der polnische Regisseur Andrzej Wajda (geb. 1926) hat wie kein anderer
die Geschichte Polens in seinen Filmen dargestellt und durch sein
Werk diese Geschichte mit geprägt. Die Übung setzt sich
zum Ziel, in die Grundlagen der Filmanalyse einzuführen und
darauf aufbauend einige von Wajdas Filmen eingehend zu analysieren.
Zugleich soll der historische Kontext der Sujets seiner Filme erarbeitet
werden, so z.B. zu "Der Kanal" (1956) über den Warschauer
Aufstand, zu "Asche und Diamant" (1958), der am Tag der
deutschen Kapitulation im Zweiten Weltkrieg spielt und die inneren
Kämpfe im Polen der unmittelbaren Nachkriegszeit andeutet und
zu "Der Mann aus Marmor" (1976), in dem Wajda die stalinistische
Periode des sozialistischen Polens, die erste Hälfte der 50er
Jahre, verarbeitet. Auch die Rezeption der Filme Wajdas in Polen
und im Ausland werden Gegenstand der Übung sein. Die Kenntnis
der polnischen Sprache und Geschichte ist nicht Voraussetzung für
die Teilnahme, aber erwünscht.
Literatur: Hickethier, Knut: Film- und Fernsehanalyse, Stuttgart
2001 (3. Aufl.); Korte, Helmut: Einführung in die Systematische
Filmanalyse: ein Arbeitsbuch, Berlin 2004 (3. Aufl.); Andrzej Wajda,
mit Beitr. von Klaus Eder u.a., München/Wien 1980 (Film; 23).
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Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Philosophische Fakultät
Caspar-David-Friedrich-Institut für Kunstwissenschaften
Internet
KVV
Michael Lissok
Die Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts in Finnland
Seminar
Finnlands Baukultur der vergangenen 200 Jahre ist sowohl durch eine
große Kontinuität als auch scharfe Umbrüche gekennzeichnet,
wobei Traditionsbewußtsein und Modernität in enger Wechselbeziehung
stehen. Aus den spezifischen Anforderungen und Bedürfnissen
eines Landes, in dem z. T. extreme klimatische Verhältnisse
herrschen und das um 1900 eine noch sehr dünne Infrastruktur
besaß sowie den Relationen zwischen einer alten, bäuerlichen
Volkskultur und einem jungen, fortschrittsorientierten Staatswesen
entwickelte sich eine Architektur, die typisch finnische Züge
trägt. Die Leistungen finnischer Architekten im 20. Jahrhundert
sind
beachtlich und nicht wenige von ihnen gehören zu den herausragenden
Vertretern der "klassischen" Moderne, wie beispielsweise
Eliel Saarinen, Alvar Aalto und Arne Ervi.
Zudem ist Finnlands Baufundus einer der jüngsten Europas, denn
mehr als 90 % der Bauten in diesem Land entstanden nach 1920! In
der Lehrveranstaltung werden nach einer Übersicht zum Baugeschehen
in Finnland seit etwa 1800 bedeutende bzw. charakteristische Einzelbauten
und Bauensembles durch die Seminarbeiträge näher vorgestellt
und danach besprochen.
Literatur: Nikula, Riitta: Bebaute Landschaft. Finnlands
Architektur im Überblick, Helsinki 1993. Ilonen, Arvi: Helsinki.
A Architectural Guide, Keuruu 1990. Stiller, Adolph (Hr.): Finnland.
Architektur im 20. Jahrhundert, München 2000. Koja, Stephan
(Hr.): Nordlicht. Finnlands Aufbruch zur Moderne 1890-1920, Prestel-Verlag
2005. Poole, Scott: Die neue finnische Architektur, Kohlhammer-Verlag
1992.
Bernfried Lichtnau
Zyklus Skandinavische Kunst, Norwegische Kunst Teil II - Bildende
Kunst nach 1900 bis in die Gegenwart
Vorlesung
Im II. und abschließenden Teil wird der Eintritt der norwegischen
Künstler in die klassische Moderne mit dem Expressionismus,
Konstruktivismus, der skandinavischen Form der Neuen Sachlichkeit
einen Schwerpunkt bilden. Wiederum wird das reife und späte
Werk Edvard Munchs einen Schwerpunkt bilden, ebenso das bildhauerische
Werk des herausragendsten norwegischen Bildhauers, Adolf Gustav
Vigeland, und sein Gesamtkunstwerk, der Frogner-Park in Oslo. Als
eines der späten Projekte der Rathaus-Neubauten in Skandinavien
wird der Bau und vor allem die künstlerische Ausgestaltung
des Rathauses in Oslo den Übergang zur Kunst der Jahre nach
dem II. Weltkrieg bieten. Im Kontext mit der Spätmoderne in
Europa und den USA werden die eigenständigen Beiträge
norwegischer Künstler ab der Pop Art über Postmoderne
bis zu neuen medialen Produktionen vorgestellt. Abschließend
wird der nicht geringe norwegische Beitrag zu dem international
anerkannten skandinavischen Design des Funktionalismus zur Diskussion
gestellt.
Literatur: Knut Berg: Norges Malerkunst, Band II. Ab 1900
bis zur Gegenwart. Oslo 1. Aufl. 1993, 2. Aufl. 2000. Katalog: Norge
idag/Norwegen heute. Kiel und Darmstadt 1981. Katalog: Norske Profiler.
Aktuelle Kunst aus Norwegen. Köln 1997. Katalog: Munch im Munchmuseum
Oslo. Oslo 1998. Katalog: Der Vigeland-Park dt.Oslo o.J. Charlotte
u. Peter Fiell. Skandinavisches Design. Köln 2002.
Michael Lissok
Mittelalterliche Architektur der Bettelorden in den
norddeutschen Backsteingebieten
Seminar
Die Lehrveranstaltung widmet sich den Bauten der Dominikaner-, Franziskaner-
und Augustiner-Eremiten-Mönche in den Städten Brandenburgs,
Mecklenburgs und Pommerns, die zwischen etwa 1230 und 1500 entstanden.
Dabei handelt es sich um Einzelbauten und Baukomplexe, die ordensspezifische
Eigenheiten aufweisen und nicht selten durch rigoros schlichte und
extrem unkonventionelle bzw. pragmatische Form- und Raumbildungen
auffallen. Zugleich wird an diesen Schöpfungen mittelalterlich-monastischer
Baukultur erkennbar, wie auch lokal- und regionaltypische Gestaltungsweisen
und normative Elemente zur Umsetzung gelangten, die von prägenden
Einflüssen anderer Bauträger, Werkgruppen und Baugattungen
zeugen. Somit ist die Bettelordensarchitektur zugleich als anpassungsfähig
und sehr flexibel zu charakterisieren. Auch mit diesen divergierenden
Wesenszügen, dem Schematismus wie der erstaunlichen Vielfalt
dieses Zweigs der klösterlichen Architektur des Mittelalters,
wird sich das Seminar unter Heranziehung von Beispielen der norddeutschen
Backsteingotik beschäftigen.
Literatur: Krautheimer, Richard: Die Kirchen der Bettelorden
in Deutschland, 1925. Fait, Joachim: Die norddeutsche Bettelordensarchitektur
zwischen Elbe und oder, Phil. Diss., Greifswald 1954. Ulpts, Ingo:
Die Bettelorden in Mecklenburg (Saxonia Franciscana 6), 1995. Müller,
Gottfried: Die Dominikanerklöster der Ordensprovinz Brandenburg,
Berlin 1915. Einhorn, Werinhard: Zur Architektur der Franziskanerklöster
in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, in: Berg (Hr.): Bettelorden
und Stadt, 1992.
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Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Philosophische Fakultät
Historisches Institut
Internet
KVV
Felix Biermann
Archäologie der Hanse
Seminar
Zu den faszinierendsten Kapiteln in der Geschichte des Ostseeraums
gehört die Hanse, die viele Aspekte von Wirtschaft, Politik
und Kultur des späten Mit-telalters prägte. Archäologische
Quellen und Untersuchungen tragen zu die-sem Problemkreis neue Erkenntnisse
bei, was mit der Zunahme stadtkern- und unterwasserarchäologischer
Forschungen sowie einer inten-sivierten grenz-überschreitenden
wissenschaftlichen Diskussion seit 1990 zu tun hat. In dieser Lehrveranstaltung
soll neben einem Überblick über die Geschichte der Hanse
ein umfassendes Bild von Handel, Handwerk, Schiffsbau, Stadtkultur
und All-tagsleben im spätmittelalterlichen Ostseegebiet sowie
in den weiteren hansi-schen Handelsräumen erarbeitet werden.
Literatur: J. Bracker (Hrsg.), Die Hanse. Lebenswirklichkeit
und Mythos (Hamburg 1989). A. d'Haenens, Die Welt der Hanse. Antwerpen
(o. J. [1984]). - H. Jöns/ F. Lüth/ H. Schäfer (Hrsg.),
Archäologie unter dem Straßenpflaster. 15 Jahre Stadtkernarchäologie
in Mecklenburg-Vorpommern. Ausstellungskatalog (Schwerin 2005).
Werner Buchholz
Reformation und Konfessionalisierung im Ostseeraum im interregionalen
Vergleich im 16. und 17. Jahrhundert
Vorlesung
Die Vorlesung stellt neben der allgemeinen zentralen Bedeutung der
Konfessionalisierung für die europäische Geschichte der
Frühen Neuzeit deren konkrete Umsetzung in den Herrschaftsräumen
an der Ostsee vom Baltikum über Skandinavien, Schleswig-Holstein,
Lübeck, Mecklenburg, Pommern und Polen bis Ostpreußen
in vergleichender Perspektive vor. Welche Bedeutung hatte die Konfessionsfrage
für die Disziplinierung und Lenkung der Untertanen in den Herrschaftsräumen,
deren ökonomische und administrative Strukturen im Zuge und
mit Hilfe der Reformation an der Ostsee auf- und ausgebaut werden?
Dabei wird der Frage nach dem Weiterleben sowie dem Fortwirken naturreligiöser
Kult- und Glaubensformen ebenso nachgegangen werden wie der Frage,
inwieweit die reformatorischen Theologien überhaupt die breite
Masse der Bevölkerung, insbesondere der Landbevölkerung
erfasste. Hier setzt die aktuelle Forschung zur Reformation an,
deren Ergebnisse, soweit diese bereits vorliegen, in der Vorlesung
in besonderer Weise berücksichtigt werden sollen.
Literatur: Schindling, Anton/Ziegler, Walter (Hg.), Die Territorien
des Reiches im Zeitalter der Reformation und Konfessionalisierung.
Land und Konfession 1500 - 1600, 7 Bde., Münster 1989 - 1997.;
Dies. (Hg.), Dänemark, Norwegen und Schweden im Zeitalter der
Reformation und Konfessionalisierung. Nordische Königreiche
und Konfession 1500 - 1660, Münster 2003; Hoensch, Jörg
K., Geschichte Polens, Stuttgart 1990.
Jens E. Olesen
Geschichte Nordskandinaviens (Finnmark/Lappmark, Island, Färöer
Inseln, Grönland) von der Wikingerzeit bis zur Zeitgeschichte
Vorlesung
Die Vorlesung vermittelt einen Überblick über die Geschichte
Nordskandinaviens: Nord-Norwegen, Schweden und Finnland sowie Grönland,
Island und die Färöer Inseln von der Wikingerzeit bis
zur Zeitgeschichte. Behandelt werden Themen wie Wikingersiedlungen/Kolonisation,
Christentum, Geschichte Islands im Hochmittelalter, Samen und Finnen
in der Finnmark, Fischerei, Agrarwirtschaft und Handel, Grenzstreitigkeiten,
Hans Egede auf Grönland und der dänische koloniale Einfluss
im nordatlantischen Gebiet, Nationalismus auf Island im 19.-20.
Jahrhundert, Zweiter Weltkrieg, Färöer Inseln auf dem
Wege zum eigenen Staat, die moderne Entwicklung Grönlands.
Literatur: Sven Tägil (Hg.), Ethnicity and Nation Building
in the Nordic World, London 1995. Kirsten Hastrup, "Defining
a Society: the Idelandic Free State between two Worlds", Scandinavian
Studies LVI (1984). Aksel K. Sørensen, Danmark-Grønland
i det 20. årshundrede, Kopenhagen 1983. E. Baudou/ K.H. Dahlstedt
(Hg.), Nord-Skandinaviens historia i tvärvetenskaplig belysning,
Umeå 1980.
Christian Lübke
Geschichte Osteuropas in der Frühen Neuzeit
Vorlesung
Kriterien, die im Westen und in der Mitte Europas das Ende des Mittelalters
markieren (wie der Buchdruck, die Reformation oder die Entdeckung
der Neuen Welt), haben im Osten Eu-ropas weniger Geltung. So ist
die Frühe Neuzeit in vielem eine Epoche der Entfremdung Osteuropas
vom Westen, aber bald auch der Wiederentdeckung und Intensivierung
der Beziehungen, bis schließlich auf dem Wiener Kongress (1815)
Russland die Geschicke des ganzen Kontinents bestimmt. Die Vorlesung
behandelt die mächtepolitischen Veränderun-gen vom Ende
des 15. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, vermittelt aber auch
einen Eindruck von den strukturellen Wandlungen in Wirtschaft, Gesellschaft
und Kultur.
Zur Einführung empfohlene Literatur: Klaus Zernack,
Polen und Rußland. Zwei Wege in der europäischen Geschichte.
Berlin 1994; Christian Lübke, Michael Müller, Rudolf Jaworski,
Eine kleine Geschichte Polens, Frankfurt/M. 2000; Christoph Schmidt,
Russische Geschichte 1547-1917, München 2003.
Jens E. Olesen
Schwedische Großmachtzeit (1561-1721)
Hauptseminar
Ziel des Seminars ist die Analyse der schwedischen Großmachtzeit
von 1561 bis zum Ende des Großen Nordischen Krieges 1720.
Das Thema ist für die europäische und nordeuropäische
Geschichte der Frühen Neuzeit zentral. Wir wollen den Weg Schwedens
(und Finnlands als Provinz) zur Großmacht verfolgen - intern
als auch extern. Wie war diese Entwicklung für Schweden möglich?
Hintergrund bildet u. a. die Auflösung des Deutschen Ordens.
Gleich Schweden und anderer europäischer Staaten wurde auch
Dänemark als Machtstaat errichtet. Es werden Themen wie Heer
und Flotte, Adel und Militär, Verwaltung und Staatseinnahmen,
Staat und Kirche, Ständegesellschaft behandelt. Auch die Bedeutung
Finnlands für die schwedische Reichs- und Kriegsökonomie
und der Kampf um das "Dominium Maris Baltici" mit Dänemark-Norwegen
werden diskutiert.
Literatur (Auswahl): Robert I. Frost, The Northern Wars 1558-1721,
Harlow, London, New York 2000. David Kirby, Northern Europe in the
Early Modern Period. The Baltic World 1492-1772, London, New York
1990. Michael Roberts, The Swedish Imperial Experience, Cambridge
1979. Göran Rystad, Klaus-R. Böhme & Jesper Hansson
(Hg.), 1648 and European Security Proceedings, Stockholm 1999. Europe
and Scandinavia. Aspects of the 17th Century, Ed. Göran Rystad,
Lund 1983. Leon Jespersen, A Revolution from Above? The Power State
of 16th and 17th Century Scandinavia, Odense 2000.
Horst Wernicke
Hansegeschichtsschreibung im 19. und 20. Jahrhundert
Hauptseminar
Das Hauptseminar befasst sich mit der wissenschaftlich betriebenen
Hansegeschichtsforschung vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis 1970
und will deren Hauptgegenstände, Tendenzen und Leistungen im
Zusammenhang mit dem allgemeinen Gang der deutschen Geschichtsforschung
betrachten.
Literatur: Georg G. Iggers, Deutsche Geschichtswissenschaft:
eine Kritik der traditionellen Geschichtsauffassung von Herder bis
zur Gegenwart, Wien 1997. Ahasver von Brandt, Hundert Jahre Hansischer
Geschichtsverein. Ein Stück Sozial- und Wissenschaftsgeschichte,
in: Hansische Geschichtsblätter (HGBll) 88, 1970, S. 3ff. Sowie
mehrere Beiträge in den HGBll der Jahrgänge 1996 und 1998.
Werner Buchholz
Pommern und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Zentrum
und Peripherie in Europa
Hauptseminar
Das Hauptseminar stellt zunächst die Frage nach den Wegen und
Kanälen, auf denen die wirtschaftliche Entwicklung Westeuropas
die ökonomischen und gesellschaftlichen Strukturen Pommerns
und der benachbarten ostmitteleuropäischen Länder im Rahmen
der europäischen Arbeitsteilung, die sich seit dem Spätmittelalter
herausbildete, beeinflusst und zu deren Transformierung beigetragen
hat? Die konkreten Waren und Produkte, die zwischen Westeuropa,
dem Ostseeraum insgesamt und Pommern insbesondere ausgetauscht wurden,
sollen ebenso analysiert werden wie die damit verbundene Transformation
der pommerschen Gesellschaft und ihrer Herrschaftsordnung vom 16.
bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.
Literatur: Wallerstein, Immanuel, Das moderne Weltsystem.
Die Anfänge kapitalistischer Landwirtschaft und die europäische
Weltökonomie im 16. Jahrhundert. Dt. Erstausgabe Frankfurt
am Main 1986; Spahn, Martin, Verfassungs- und Wirtschaftsgeschichte
des Herzogtums Pommern von 1478 bis 1625 (Staats- und socialwissenschaftliche
Forschungen 14,1), Leipzig 1896.
Horst Wernicke
Mitgliedschaft in der Hanse
Proseminar
Das Proseminar geht der Frage nach den Rechten und Pflichten der
Mitglieder der Hanse nach. Es werden solche Fragen zu beantworten:
Wie konnte man Hansestadt werden und was beinhaltete die Verhansung?
Wie entwickelt sich die Mitgliedschaft im Verlauf der mehrhundertjährigen
Entwicklung der Hanse selbst?
Literatur: Klaus Friedland, Kaufleute und Städte als
Glieder der Hanse, in Hansische Geschichtsblätter 1958, S.
21ff. H. Wernicke, Die Städtehanse: 1280-1418; Genesis, Strukturen,
Funktionen, Weimar 1983 (Abhandlungen zur Handels. Und Sozialgeschichte
Bd. 22).
Joachim Krüger
Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648)
Proseminar
Der Dreißigjährige Krieg ist eines der zentralen Themen
in der frühneuzeitlichen Geschichte des Reichs und Skandinaviens
sowie weiterer Teile Europas. Er gilt als einer der Wendepunkte
in der Geschichte des Ostseeraumes. Behandelt werden die politischen
und religiösen Ursachen wie auch der eigentliche Kriegsverlauf.
Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Auseinandersetzungen zwischen
dem Reich, Dänemark und Schweden.
Literatur: Klaus Bußmann (Hrsg.), 1648: Krieg und
Frieden in Europa (Ausstellungskatalog), Münster 1998. Robert
Frost, The Northern Wars. War, state and Society in Northeastern
Europe 1558-1721, London 2000. Konrad Repgen, Dreißigjähriger
Krieg und Westfälischer Friede, Studien und Quellen, Paderborn
1998. Georg Schmidt, Der Dreißigjährige Krieg, 6. Aufl.,
München 2003.
Jörg Hackmann
Das Jahr 1956 in östlichen Europa
Proseminar
Die militärische Niederschlagung des ungarischen Aufstands
im Herbst 1956 zeigte, welche Grenzen das Tauwetter, das mit Stalins
Tod 1953 eingesetzt hatte, für eine gesellschaftliche Öffnung
in der sowjetischen Hemisphäre setzte. In dem Seminar werden
Voraussetzungen, Verlauf und Wirkungen der Entstalinisierung und
der Aufstände in Polen und Ungarn thematisiert.
Einführende Literaturhinweise: Hans Henning Hahn, Heinrich
Olschowsky (Hg.): Das Jahr 1956 in Ostmitteleuropa, Berlin: Akademie-Verlag,
1996; Jan Foitzig (Hg.): Entstalinisierungskrise in Ostmitteleuropa
1953 - 1956: Vom 17. Juni bis zum ungarischen Volksaufstand. Politische,
militärische, soziale und nationale Dimensionen, Paderborn:
Schöningh, 2001; George Schöpflin, Politics in Eastern
Europe 1945-1992, Oxford: Blackwell, 1993.
Jens E. Olesen
Nordeuropa in der Nachkriegszeit (1945-2006)
Proseminar
Das Proseminar behandelt anhand von Quellen und Literatur ausgewählte
Aspekte der skandinavischen Länder und Finnland nach dem Zweiten
Weltkrieg. Analysiert werden u. a. politische, wirtschaftliche und
soziale Impulse der Nachkriegszeit, Kalter Krieg, Dänemark
und Norwegen im Nato, schwedische Allianzfreiheit, im Schatten des
Koreakrieges, Finnland zwischen Ost und West, Ära Kekkonen,
Wohlfahrtsstaat und Konsumgesellschaft, Sozial- und Bildungspolitik,
Ölkrise und Krise der Wohlfahrtstaatspolitik, Europäische
Union.
Literatur: Zur ersten Orientierung wird auf Bücher und
Aufsätze inkl. Einer Reihe deutscher und englischer Studien
verwiesen. Zum Beispiel Länderstudien sowie Bernd Henningsen,
Der Wohlfahrtsstaat Schweden, Baden-Baden 1986. Rolf Danielsen u.
a., Norway: A History from the Vikings to Our Own Times, Oslo 1995.
Jon R. Hjalmarsson, Die Geschichte Islands, von der Besiedlung zur
Gegenwart, Reykjavik 1994. Osmo Jussila u. a., Politische Geschichte
Finnlands seit 1809. Vom Großfürstentum zur Europäischen
Union, Berlin 1999. Byron J. Nordstrom, Scandinavia since 1500,
Minneapolis-London 2000.
Christian Lübke
Ethnische Heterogenität in der Geschichte Osteuropas
Seminar
Ethnische und nationale Vielfalt blieb mindestens bis zum Zweiten
Weltkrieg, zum Teil darüber hinaus, ein charakteristisches
Kennzeichen des östlichen Europa. Das Seminar behandelt die
Ursachen dieses Phänomens, die daraus entstandenen Konflikte
und Regeln und Probleme des Zusammenlebens anhand ausgewählter
Beispiele.
Zur Einführung empfohlene Literatur: Frauke Kraas, Jörg
Stadelbauer (Hgg.), Nationalitäten und Minderheiten in Mittel-
und Osteuropa, Wien 2002.
Joachim Krüger
Exil in Nordeuropa
Übung
Willy Brandt, Herbert Wehner, Bertolt Brecht und viele weitere bekannte
und unbekannte Deutsche flohen vor der nationalsozialistischen Verfolgung
in das neutrale Schweden. Untersucht werden soll, wie der schwedische
Staat der Emigration aus Deutschland gegenüber eingestellt
war und welche Möglichkeiten es für Emigranten gab, politisch,
publizistisch oder auch literarisch tätig zu sein. Aufgrund
der nicht ganz einfachen Literaturlage richtet sich die Übung
vorwiegend an ältere Studierende. Die Bereitschaft zur Übernahme
von Referaten wird vorausgesetzt.
Literatur: Helmut Müssner, Exil in Schweden. Politische
und kulturelle Emigration nach 1933, München 1974. Michael
F. Scholz, Herbert Wehner in Schweden 1941-1946, Berlin 1997.
Jens E. Olesen
Geschichte Gotlands
Übung
Die Übung soll einen Einblick in die Geschichte Gotlands vermitteln.
Schwerpunkte sind u. a. Themen wie Bauern, Kaufleute und Handel,
Visby-Lübeck und der gemeine Kaufmann, Gotland und Schweden,
die dänischen Invasion auf Gotland 1361 und ihre Voraussetzungen,
Gotland als Brennpunkt im Ostseeraum im Spätmittelalter (Deutscher
Orden, Dänemark, Schweden, Erich von Pommern), Søren
Norby auf Gotland, die dänisch-schwedischen Kriege im 17. Jahrhundert,
Schonischer Krieg 1675-1679 und die Zerstörung Visborgs 1677
durch die Dänen, der große Nordische Krieg, die russische
Invasion auf Gotland 1808, Gotland im 19. Jahrhundert.
Literatur: Archiv und Geschichte im Ostseeraum, Festschrift
für Sten Körner, Frankfurt a. M. 1997. Klaus Friedland,
Die Hanse, Stuttgart 1991. Bengt Thordemann, Invasion på Got-land
1361, Stockholm 1944. Christian Tortzen, Gotland 1361, Forudsætningerne,
Overleveringen, Kopenhagen 1961, Sten Carlsson & Jerker Rosén,
Svensk Historia Bd. I-II, Göteborg 1970, Birgit A. Bäck,
Visborgs fall, Visby 1980, Acta Visbyensia I-XI.
Christian Lübke
Erinnerungskultur und Geschichtspolitik im östlichen Europa
Übung
Mit dem Epochenjahr 1989 erhielt die Rückbesinnung auf die
Geschichte, vor allem auf die vermeintlichen nationalen Wurzeln
der neu entstandenen Staaten, einen starken Schub. In der Übung
sollen Beispiele von "Erinnerungsorten" behandelt und
der Zusammenhang von Politik und nationaler Identität diskutiert
werden.
Zur Einführung empfohlene Literatur: Rudolf Jaworski
u. a. (Hgg.), Gedächtnisorte in Osteuropa. Vergangenheit auf
dem Prüfstand, Frankfurt/Main 2003; Andrei Corbea-Hoisie u.
a. (Hgg.), Umbruch im östlichen Europa. Die nationale Wende
und das kollektive Gedächtnis, Innsbruck 2004.
Sonja Birli
Die livländischen Städte im Mittelalter
Übung
Die Übung möchte sich den Besonderheiten livländischer
Städtegeschichte widmen. Anhand ausgewählter Quellen und
Texte sollen u. a. die allgemeine Entwicklung des Städtewesens
in Livland, die Bevölkerungs- und Sozialstruk-tur, der Handel
der livländischen Städte und ihre Bedeutung für die
Hanse sowie die Beziehungen der Städte zu den Bischöfen
und dem Deutschen Orden thematisiert werden. Besondere Berücksichtigung
soll der Metropole Riga eingeräumt werden.
Literatur: Baltische Länder, hrsg. v. Gert von Pistohlkors,
Berlin 1994 (Deutsche Geschichte im Osten Europas); Reinhard Wittram,
Baltische Geschichte. Die Ostseelande Livland, Estland, Kurland
1180-1918. Grundzüge und Durchblicke, München 1954; Aus
der Geschichte Alt-Livlands. Festschrift für Heinz von zur
Mühlen zum 90. Geburtstag, hrsg. v. Bernhart Jähnig u.
a., Münster 2004 (Schriften der Baltischen Historischen Kommission,
Bd. 12); Stadt und Orden. Das Verhältnis des Deutschen Ordens
zu den Städten in Livland, Preußen und im Deutschen Reich,
hrsg. v. Udo Arnold, Marburg 1993 (Quellen und Studien zur Geschichte
des Deutschen Ordens, Bd. 44).
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Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Philosophische Fakultät
Institut für Politikwissenschaft
Internet
KVV
Walter Rotholz
Modernisierung, Macht und Gewalt im Ostseeraum
Seminar
Diese Veranstaltung beschäftigt sich mit der Entstehung des
Politischen im Ostsee-raum und versucht, die Schwierigkeiten der
Modernisierungstheorie mit dem Problem von Revolution, Macht und
Gewalt analytisch in den Griff zu bekommen.
Literatur: Schorkowitz, Dittmar (Hrsg.), 2002: Transition
- Erosion - Reaktion: Zehn Jahre Transformation in Osteuropa, Frankfurt/Main
u.a.: Lang.
Walter Rotholz
Der Wohlfahrtsstaat im Ostseeraum
Seminar
Die Veranstaltung ist eine Fortsetzung der im letzten Semester begonnenen
Analyse des Phänomens des Wohlfahrtsstaates. Nach Abflauen
der geschichtsphilosophischen Utopien im östlichen Europa in
den 1970er Jahren wurde die Legitimation politischer Herrschaft
stark an das Versprechen von Wohlfahrt und sozialer Sicherheit gebunden.
Das war nicht unlogisch, sondern blieb durchaus im Rahmen der säkularen
Fortschrittsidee verhaftet.
Literatur: Thaa, Winfried, 1996: Die Wiedergeburt des Politischen:
Zivilgesellschaft und Legitimitätskonflikt in den Revolutionen
von 1989, Opladen: Leske + Budrich.
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Universität Hamburg
Fakultät für Geisteswissenschaften
Department Geschichtswissenschaft
Internet
KVV
Ralph Tuchtenhagen
Geschichte Polens III: 19. und 20. Jahrhundert
Vorlesung
Die Veranstaltung setzt die Vorlesung aus dem Sommersemester 2006
fort und behandelt die Geschichte der Polen und Polens vom Wiener
Kongress (1815) bis zum Zusammenbruch des "Ostblocks"
(1990). Zentrale Themen sind: Die Entwicklung der polnischen Teilungsgebiete
unter preußischer, russischer und habsburgischer Herrschaft,
Polen als "Nation", Erster Weltkrieg, Zwischenkriegszeit,
Zweiter Weltkrieg, Polen als "Volksrepublik", außerdem
sozioökonomische, konfessionelle und kulturelle Entwicklungen
im 19. und 20. Jahrhundert.
Literatur: P. WANDYCZ, The lands of partitioned Poland, 1795-1918,
Seattle-London 1974 (History of East Central Europe 7); A. KRZEMINSKI,
Polen im 20. Jahrhundert, München 1993.
Dirk Brietzke
Norddeutschland und die Französische Revolution
Übung
Die Französische Revolution stellte in ihren vielfältigen
und langfristigen Auswirkungen auch für die Territorien des
Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation eine Zäsur
von epochaler Bedeutung dar. Je nach politischer Position und eigenem
Interesse wurde sie zum positiven oder negativen Bezugspunkt der
weiteren Entwicklung zwischen Reaktion, defensiver Modernisierung,
aufklärerischem Engagement, sozialem Protest und revolutionärer
Aktion. Auch Literatur, Kunst und Philosophie waren in den Jahren
nach 1789 wesentlich vom Fanal der Revolution geprägt. Das
Seminar wird sich vor allem mit der Entwicklung in Norddeutschland
beschäftigen, zum Vergleich aber punktuell auch den süddeutschen
und rheinischen Raum einbeziehen. Besondere Berücksichtigung
soll die Rolle Hamburgs finden. Für den Scheinerwerb werden
regelmäßige aktive Mitarbeit, ein mündliches Referat
und eine schriftliche Hausarbeit erwartet.
Literatur: "Sie und nicht wir". Die Französische
Revolution und ihre Wirkung auf Norddeutschland und das Reich, hrsg.
v. A. Herzig/I. Stephan/H.-G. Winter, 2 Bde., Hamburg 1989; E. FEHRENBACH,
Vom Ancien Régime zum Wiener Kongress (Oldenbourg Grundriss
der Geschichte, Bd.12), 4., überarb. Aufl. München 2001.
Joachim Tauber
Deutsch-Sowjetische Beziehungen 1933-1945
Übung
Innerhalb von zwölf Jahren unterlagen die Beziehungen zwischen
dem Dritten Reich und der Sowjetunion dramatischen Wandlungen: von
der ideologischen Gegnerschaft über Partner der Aggression
bis zum Vernichtungskrieg. Von der Machtübernahme der Nationalsozialisten
ausgehend, soll im Rahmen der Übung die deutsche und sowjetische
Außenpolitik analysiert werden. Schwerpunkte bilden zum einen
der Hitler-Stalin-Pakt und die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges,
Hitlers Entscheidung zum Überfall auf die Sowjetunion, die
Planung und Umsetzung des am 22. Juni 1941 beginnenden Vernichtungskrieges,
zum anderen die sowjetische Außenpolitik 1939-1941, die Deutschlandpolitik
Stalins während des Krieges und auf den Konferenzen der Anti-Hitler-Koalition
in Teheran, Jalta und Potsdam.
Literatur: A. Hillgruber, Der 2. Weltkrieg. Kriegsziele und
Strategien der großen Mächte, Stuttgart u.a. 1982; G.
Roberts, The Soviet Union and the Origins of the Second World War.
Russo-German Relations and the Road to War 1933-1941, Houndmills,
London 1995; G. R. Ueberschär/W. Wette (Hrsg.), "Unternehmen
Barbarossa". Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion
1941, Erstauflage Paderborn 1984.
Joachim Paschen
"Mit der Macht der Panzer" - Das Sowjetunion-Bild der
westdeutschen Wochenschauen 1953-1968
Übung
Wie wurde durch die filmische Berichterstattung aus dem Sowjetimperium
die Vorstellung von der Bedrohung durch die östliche Supermacht
geprägt? Im Mittelpunkt der Analysen stehen Wochenschau-Berichte
zu folgenden Schlüssel-Ereignissen und Revolutionsritualen:
Stalins Tod, Volksaufstand in Berlin 1953, Adenauers Besuch in Moskau
1955, Chruschtschows Abrechnung mit Stalin, Entstalinisierungskrisen
in Polen und Ungarn 1956, Einmarsch in die CSSR 1968 sowie Paraden
zum 1. Mai und zum Jahrestag der Oktoberrevolution. Neben der methodisch
adäquaten Nutzung des Films als historische Quelle geht es
auch darum, die Wirkung dieser Berichterstattung auf die Einstellung
der Westdeutschen zum sowjetischen Herrschaftssystem zu untersuchen.
Sabine Bamberger-Stammann
Helden, Schurken, Heilige II: Geschichte und Literatur im östlichen
Europa
Übung
Im Rahmen der Übung werden anhand von Texten unterschiedlicher
literarischer Gattungen, verschiedener Entstehungszeiten und regionaler
Herkunft Geschichte und Kultur des östlichen Europa erarbeitet.
Im Zentrum steht dabei die vergleichende Rezeption historischer,
sozialer, kultureller und nationaler Ereignisse und Faktoren durch
Autoren verschiedener Epochen, Regionen und Ethnien. In einem zweiten
Schritt wird das Nachwirken der Texte in ihrer Entstehungszeit oder
in späteren Zeiträumen und unter anderen Umständen
behandelt. Regionaler Schwerpunkt ist das östliche Mitteleuropa;
zeitlicher Entstehungsraum der Texte v.a. das 19. und 20. Jahrhundert.
Die Texte werden anhand von Themenbereichen bzw. anhand von Einzelbeispielen
bearbeitet.
Hans-Jürgen Bömelburg
Der Norden und Osten Europas und räumlich-kartographische
Europabilder
Übung
Die Lehrveranstaltung möchte kartographische Repräsentationen
von Europa in einem Zeitraum von über 500 Jahren durchmustern
und dabei insbesondere Raumvorstellungen vom Norden und Osten Europas
analysieren. Historisch waren in der Reflexion über Europa
insbesondere dessen nördliche und östliche - in der antiken
Welt wenig bekannten - Teile in ihrer Zugehörigkeit zum Kontinent
umstritten und mit irrigen geographischen Vorstellungen besetzt.
Später erschlossen die mittel- und osteuropäischen Imperien
die Großregion räumlich und kartographisch, jedoch blieb
die Zugehörigkeit des Nordens und Ostens zum "eigentlichen
Europa" weiterhin prekär. Als Schwerpunkte sind vorgesehen:
Das antike Kartenbild und die Vorstellung vom Norden und Osten Europas
(1450-1570); die Dongrenze und die Ex- bzw. Inklusion Russlands;
die kartographische Vermessung des nord- und osteuropäischen
Raums: Mapping the Empires; Europabilder in den Schulatlanten des
19. Jahrhunderts; Nord- und Osteuropa in der deutschen Kartographie
1900-1945; Raumdiskurse und Mental Maps in west- und osteuropäischen
Diskursen des 20. Jahrhunderts; 1989/90 und die Geographie Europas.
Literatur: J. Black, Maps and History. Constructing Images
of the Past,Nerw Haven, London 1997; L. Wolff, Inventing Eastern
Europe. The Map of Civilization on the Mind of Enlightenment,Stanford
1994.
Karsten Brüggemann
Russland an der Ostsee. Die Rolle des Baltikums in der Geschichte
des Russischen Reichs/der Sowjetunion
Übung
Das Russische Reich wie die Sowjetunion waren multinationale Imperien.
Während die Expansion in südliche und östliche Gebiete
(Ukraine, Krim, Mittelasien, Sibirien) meist auf nicht-russische
und nicht-christliche Ethnien traf, die zu Objekten einer Zivilisierungsmission
erklärt werden konnten, die Russland als genuin europäische
Macht auszeichnete, war das Baltikum in dieser Hinsicht "anders":
Hier, vor den Toren der russischen Hauptstadt, herrschte (bis 1917)
eine deutsche Oberschicht, die ihre Position ebenfalls mit einer
mission civilisatrice begründete. Bis in die späte Sowjetherrschaft
hinein chargierte das russische Baltikum-Bild zwischen der Idee
des "eigenen Westens" und einer unterschwelligen Reserve,
ja Angst. Die Übung wird diesen gegensätzlichen Vorstellungen
nachgehen und versuchen, die Genese des Imperiums aus einem eher
unüblichen Blickwinkel zu verfolgen.
Literatur: A. Kappeler, Rußland als Vielvölkerreich,
Entstehung, Geschichte, Zerfall, München 1992; G. Hosking,
Russland. Nation und Imperium 1552-1917, Berlin 2000; R.G. Suny/T.
Martin (Hrsg.), A State of Nations. Empire and Nation-Making in
the Age of Lenin and Stalin, Oxford u.a. 2001; R. Misiunas/R. Taagepera
(Hrsg.), The Baltic States. Years of Dependence 1940-1990, London
21993.
Andreas Lawaty
"Slawen" und "Germanen": Figuren historischer
und politischer Deutung in der Neuzeit
Übung
Die Vorstellungen von den Ursprüngen und der historischen
Rolle von "Slawen" und "Germanen" in Europa
(und Asien) gehören zum politischen und geschichtsphilosophischen
Arsenal der Auseinandersetzungen um Selbst- und Fremdbestimmung
in Prozessen kollektiver Identitätsbildung im Europa der Neuzeit.
In der Übung wird der Schwerpunkt auf Motive, Personen und
Texte gelegt, die im politischen Denken insbesondere von Deutschen,
Polen und Russen auf ihrer Suche nach der "unverfälschten
Ursprünglichkeit" und nach einem "historischen Auftrag"
eine wichtige Rolle gespielt haben. Dabei sollen in historisch vergleichender
Weise die verschiedenen Ebenen politischer, territorialer, religiöser,
philosophischer, ethnisch-rassischer, zivilisatorischer, etc. Argumentation
erarbeitet werden, die zur Deutung der jeweiligen Gegenwart und
zur Bestimmung der Erwartungshorizonte herangezogen wurden. "Slawen"
und "Germanen" erweisen sich dabei als - oft aufeinander
bezogene - Chiffren von Gemeinschaften, die sich national abgrenzen
und auch "imperial" denken und organisieren.
Literatur: K. von See, Barbar, Germane, Arier. Die Suche
nach der Identität der Deutschen. Heidelberg 1994; A. Walicki,
Slavophile controversy: history of a conservative utopia in nineteenth-century
Russian thought, Notre-Dame 1989; A. Nowak, From Empire Builder
to Empire Breaker, or there and back again: History and memory of
Poland's role in Eastern Europe, in: Ab Imperio 1/2004, S. 255-288;
T. Snyder, The reconstruction of nations: Poland, Ukraine, Lithuania,
Belarus 1569-1999, New Haven 2003.
Christina Deggim
Handwerk in nordeuropäischen Städten des Mittelalters
Proseminar
Dagmar Hemmie
Treklangstaten - Machtpolitik am Vorabend der skandinavischen
Union
Proseminar
Das beginnende 14. Jahrhundert ist für den skandinavischen
Raum eine sehr dynamische und unruhige Zeit, in der rascher Aufstieg
und Machtverfall eng beieinander lagen. Anhand einzelner Akteure
(u.a. Kristoffer II. von Dänemark, Herzogin Ingeborg von Schweden)
soll diese Periode nachgezeichnet werden).
Literatur: H.-W. Goetz, Proseminar MA, Stuttgart² 2000
(UTB 1719); A. v. Brandt, Werkzeug des Historikers, Stuttgart 131992
(Urban 33); A. Mohlin, Kristoffer II av Danmark. Förra delen:
Välmaktstiden, Lund 1960; A. E. Christensen, Kalmarunionen
og nordisk politik 1319-1439, Kopenhagen 1980; N. Bracke, Die Regierung
Waldemars IV. Eine Untersuchung zum Wandel von Herrschaftsstrukturen
im spätmittelalterlichen Dänemark, Frankfurt/Main 1999.
Gerhard Risch
"Störtebeker" - der Film
Proseminar
Ziel der Veranstaltung ist eine intensive Analyse des im Frühjahr
2006 im Fernsehen gesendeten zweiteiligen Spielfilms "Störtebeker",
wobei in erster Linie untersucht werden soll, wie viel historische
Wahrheit und wie viel Mythos sowohl hinsichtlich der historischen
Figur Klaus Störtebeker als auch der Hansezeit um 1400 dieser
Film enthält.
Literatur: Basis hierfür ist die relativ aktuelle Spezialpublikation
zu diesem Thema von M. Puhle, "Die Vitalienbrüder. Klaus
Störtebeker und die Seeräuber der Hansezeit", Frankfurt
/ New York 1992.
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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Philosophische Fakultät
Historisches Seminar
Internet
(mit KVV)
Hain Rebas
Von den Völkerwanderungen bis zur Reformation, Skandinavische
Geschichte I/IV: Mittelalter, 400-1500
Vorlesung
Eine einführende, chronologische, interdisziplinäre Darstellung
der wechselhaften Geschichte Skandinaviens, insbes. Schwedens (+Finnland),
mit Schwerpunkten in der umbruchsreichen sog. Wikingerzeit (800
1050, Christianisierung, Staatsbildungen, Handelsorte, Expansion),
der Zeit der dänischen Waldemare im Hochmittelalter (1157 1230er
Jahre), Gotland/Visby durchgehend und in der interskandinavischen
Kalmarer Union im 15. Jahrhundert, allerdings mit historiographischen
Exkursen.
Thomas Riis
Die Agrarreformen in Schleswig-Holstein
Vorlesung
Üblicherweise wird die Reformgesetzgebung der zweiten Hälfte
des 18. Jahrhunderts als der Beginn der Agrarreformen gesehen. Die
im Jahre 1991 erschienene Habilitationsschrift von Thorkild Kjærgaard
stellte diese Blickweise radikal in Frage, da er Agrarreformen auf
den einzelnen Gütern lange Zeit vor den Reformgesetzen feststellen
konnte. Nach seiner Auffassung sollten die Gesetze eher die Rechtsgrundlage
für die endgültige Durchsetzung der Reformen schaffen
dort, wo sie noch nicht stattgefunden hatten, und wo es noch Widerstände
gab. Dr. Kjærgaard hatte nur Dänemark nördlich der
Königsau berücksichtigt; in der Vorlesung soll untersucht
werden, ob seine Ergebnisse auch für Schleswig-Holstein zutreffen.
Empfohlene Literatur: Lit. Thorkild Kjærgaard: Den
danske Revolution 1500-1800. En økohistorisk tolkning, Kopenhagen
1991; engl. Übersetzung: The Danish Revolution 1500-1800: an
ecohistorical interpretation, Cambridge 1994.
Uwe Liszkowski
Nationale Frage und Nationalitätenpolitik in der Sowjetunion
Vorlesung
Die Sowjetunion war ein Vielvölkerstaat, in dem die Russen
unter über 100 Nationalitäten zum Schluß gerade
die Hälfte der Einwohner stellten. Aufgabe der Vorlesung wird
es sein, die verschiedenen Ziele, Wege und Methoden der bolschewistischen
Nationalitätenpolitik aufzuzeigen, die zwischen einer Förderung
der einzelnen Nationen und deren Verschmelzung zu einem "Sowjetvolk"
schwankte.
Empfohlene Literatur: Mark, R., Die Völker der Sowjetunion.
Ein Lexikon, 1989; Pipes, R., The Formation of the Soviet Union,
Cambridge, Mass. 1957; Simon, G., Nationalismus und Nationalitätenpolitik
in der Sowjetunion. Von der totalitären Diktatur zur nachstalinistischen
Gesellschaft. Baden-Baden 1986; Halbach, U., Das sowjetische Vielvölkerimperium.
Nationalitätenpolitik und nationale Frage Mannheim ; Leipzig
; Wien ; Zürich 1992 (=Meyers Forum, Bd. 3 ).
Rudolf Jaworski
Geschichte Polens im 20. Jahrhundert
Vorlesung
Die Geschichte Polens im "kurzen" 20. Jahrhundert ist
von einer besonderen Dramatik, Wechselhaftigkeit und von mehrfachen
radikalen Umbrüchen gekennzeichnet, wobei die beiden Weltkriege
zwar wichtige, aber keinesfalls die einzigen Zäsuren dargestellt
haben. Äußere Gefährdungen bis hin zum Souveränitätsverlust
im Zweiten Weltkrieg, schwierige innere Konsolidierungsaufgaben,
Minderheitenfragen und Wirtschaftsprobleme haben dieses Land immer
wieder extremen Belastungen ausgesetzt und dementsprechend die politische
Kultur geprägt. In dieser Vorlesung sollen alle diese Aspekte
berücksichtigt und in einem Überblick zusammengefasst
werden.
Empfohlene Literatur: Manfred Alexander: Kleine Geschichte
Polens. Leipzig 2003; Rudolf Jaworski u.a.: Eine kleine Geschichte
Polens. Frankfurt/M. 2000.
Ulrich Lange
Geschichte Schleswig-Holsteins Teil III: Schleswig-Holstein seit
1945
Vorlesung
Im Rahmen einer Überblicksvorlesung von 1100 bis heute sind
das 13. Jahrhundert, das 16. Jahrhundert und wenige Jahrzehnte des
19. Jahrhunderts Zeiten bedeutsamen strukturellen Wandels. Alles
in den Schatten stellt in dieser Beziehung aber die Zeit von etwa
1955 bis 1975. Sie ist gekennzeichnet durch einen grundstürzenden
Wandel der gesamten Lebensverhältnisse des Bundeslandes Schleswig-Holstein.
Dieser Wandel binnen weniger Jahrzehnte ist Gegenstand der Überblicksvorlesung.
Empfohlene Literatur: Ulrich Lange (Hrsg.), Geschichte Schleswig-Holsteins,
2. [erw. u. verb.] Auflage, Neumünster 2003.
Martin Aust
Die Epoche der Nordischen Kriege 1558-1809
Proseminar
Die Frühe Neuzeit läßt sich im Ostseeraum als Epoche
der Nordischen Kriege bezeichnen. Sie ist geprägt zum einen
von der kontinuierlichen Bedeutung des Ostseehandels für den
Warenaustausch zwischen West und Ost und zum anderen von der Entstehung
des frühmodernen Staates wie auch der militärischen Revolution.
Dies alles überlagert die Auseinandersetzung um das dominium
maris baltici zwischen Polen-Litauen, Schweden und Rußland.
Nachdem Polen-Litauen als die Großmacht im Nordosten des 16.
Jahrhunderts zu gelten hatte und das 17. Jahrhundert von der Vormachtstellung
Schwedens gekennzeichnet war, dominierte Rußland das 18. Jahrhundert,
das in den Teilungen Polen-Litauens und schließlich 1809 in
der rußländischen Annexion Finnlands kulminierte. Das
Proseminar führt anhand dieser Themen in das Studium der neuen
Geschichte ein.
Empfohlene Literatur: Klaus Zernack, Das Zeitalter der Nordischen
Kriege von 1558 bis 1809 als frühneuzeitliche Geschichtsepoche,
in: Zeitschrift für historische Forschung 1 (1974), S. 55-79.
Robert Frost, The Northern Wars. War, State, and Society in Northeastern
Europe 1558-1721, Harlow 2000.
Andreas Fülberth
Litauische Geschichte zwischen 1795 und 1991
Proseminar
Die Jahreszahlen 1795 und 1991 stehen für den Verlust respektive
das Wiedererlangen von Eigenstaatlichkeit: Als Teil des polnisch-litauischen
Gesamtstaates büßte Litauen diese 1795 im Zuge der Dritten
Polnischen Teilung ein; und vor nunmehr eineinhalb Jahrzehnten gewann
es sie - nach zwischenzeitlich lediglich zwei Jahrzehnten staatlicher
Unabhängigkeit von 1918 bis 1940 - zum zweiten Mal zurück.
Prozentual höher als bei vielen anderen Nationen war im Falle
der Litauer während jener 200 Jahre der Anteil derer, die ihre
Heimat verließen; Auswanderung bzw., soweit es die Sowjetzeit
ab 1940 betrifft, Wege ins Exil bilden daher eines der Themen, die
im Zusammenhang mit dem Litauen des 19. und 20. Jahrhunderts Behandlung
verdienen. Prägnante Besonderheiten in der Geschichte dieses
Landes sind darüber hinaus zum Beispiel ein zu Zeiten seiner
Zugehörigkeit zum Zarenreich erlassenes jahrzehntelanges Druckverbot
für die litauische Sprache oder, bezogen auf die 1920er und
1930er Jahre, der fehlende Zugriff auf das als Hauptstadt beanspruchte,
seinerzeit jedoch von Polen vereinnahmte Wilna. Auch die Zeit des
Ersten Weltkriegs stellt eine Episode ganz eigener Art dar, denn
im Gefolge der Besetzung durch deutsche Truppen kamen Gedanken auf,
Litauen nach Kriegsende eng an das Deutsche Reich anzubinden.
Ulrike Hanssen-Decker
Schweden im 20. Jahrhundert
Proseminar
Das Proseminar führt in die Neuzeithistoriographie am Beispiel
Schwedens im 20. Jahrhundert ein. Thematisch soll ein weiter Bogen
von Fragen der Innen- und Außenpolitik (z.B. Parteien, Regierungssystem,
Neutralität, europäische Integration) bis hin zu Aspekten
des schwedischen Sozialstaats (Stichwort "Volksheim")
sowie kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen gespannt
werden.
Thomas Riis
Geschichte der Landschaft Schleswig 700-1200
Proseminar
Im Proseminar werden wir die Geschichte der Landschaft Schleswig
seit der Anlage des ältesten Danewerks bis zur Gründung
des Herzogtums Schleswig untersuchen. Die Lage der Landschaft als
dänische Grenzprovinz verknüpfte deren Geschichte mit
der Entwicklung unter den slawischen Nachbarvölkern sowie im
Reich, was zu wiederholten Konflikten führte.
Empfohlene Literatur: Lit. Von Thorsberg nach Schleswig hrsg.
von Klaus Düwel, Edith Marold & Christiane Zimmermann,
Berlin-New York 2001; Haithabu und die frühe Stadtentwicklung
im nördlichen Europa hrsg. von Klaus Brandt, Michael Müller-Wille
und Christian Radtke (Schriften des Archäologischen Landesmuseums
8), Neumünster 2002.
Stefanie Robl
Schleswig-Holstein im Zeitalter der Aufklärung
Proseminar
Im Verlauf des 18. Jahrhunderts vollzog sich die völlige Integration
der Herzogtümer in den dänischen Gesamtstaat, zu dem neben
den Herzogtümern und Dänemark u.a. auch Norwegen sowie
Kolonien in Westindien und an der westafrikanischen und ostindischen
Küste gehörten. Dieser zählte aufgrund der Aufhebung
der Leibeigenschaft 1788 und des Sklavenhandelsverbotes 1792 sowie
weiteren Reformen u.a. im Gesundheitswesen zu den Musterstaaten
des Aufgeklärten Absolutismus. Zu den Zentren der Aufklärung
im dänischen Gesamtstaat zählten neben Kopenhagen, wo
der "deutsche Kreis" die Ideen der Aufklärung verbreitete,
auch die Universität Kiel sowie die Herrenhäuser Emkendorf
und Knoop. Durch die im Zuge der Aufklärung in Schleswig und
Holstein durchgeführten Reformen im Agrarbereich sowie im Schul-
und Armenwesen standen die Herzogtümer auch an der Spitze der
deutschen Entwicklung. Im Proseminar beschäftigen wir uns mit
den Ideen der Aufklärung und deren Auswirkungen auf Schleswig
und Holstein wie etwa dem Bau des Schleswig-Holsteinischen Kanals
sowie den wichtigsten Personen wie Bernstorff, Struensee oder Voß.
Empfohlene Literatur: Bohnen, Klaus/Jørgensen, Sven-Aage
(Hrsg.): Der dänische Gesamtstaat. Kopenhagen, Kiel, Altona,
Tübingen 1992 (Wolfenbütteler Studien zur Aufklärung,
18). - Feldbæk, Ole: Den lange fred 1700-1800, København
2003 (Danmarks historie, 9). - Heinzelmann, Eva/Riis, Thomas/Robl,
Stefanie (Hrsg.): Der dänische Gesamtstaat. Ein unterschätztes
Weltreich? Kiel 2006. - Klose, Olaf/Degn, Christian (Hrsg.): Die
Herzogtümer im Gesamtstaat 1721-1830, Neumünster 1960
(Geschichte Schleswig-Holsteins, 6). - Lange, Ulrich (Hrsg.): Geschichte
Schleswig-Holsteins. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, 2.
Auflage, Neumünster 2003. - Lehmann, Hartmut/Lohmeier, Dieter
(Hrsg.): Aufklärung und Pietismus im dänischen Gesamtstaat:
1770-1820, Neumünster 1983.
Hain Rebas
Das nordeuropäische Mittelalter in der schönen Literatur
Vorlesung
Anhand der "Klassiker" wie H.K.Laxness' "Gerpla"
und Frans G.Bengtssons "Röde Orm" über die Wikingerzeit,
Sigrid Undsets "Kristin Lavransdatter" über das Hochmittelalter
sowie M.Waltaris "Mikael der Finne" und Jaan Kross' "Vier
Monologe..." über das Spätmittelalter (plus Vorschläge
noch?) decken wir das gesamte Nordeuropa, von Island weit weg im
Nordwesten bis Reval/Tallinn an der estnischen Nordküste, von
der Wikingerzeit über das gesamte bunte Mittelalter bis zur
Reformation, ab.
Rolf Hammel-Kiesow
Die Verwaltung einer spätmittelalterlichen Hansestadt
Proseminar
Die schriftlichen Quellen des Verwaltungshandelns sind die wichtigste
Überlieferung für unsere Kenntnis früherer Zustände
und Entwicklungen in den Städten. Aus ihnen lässt sich
der Aufbau der Verwaltungsstruktur, die Aufgaben und das Personal
der einzelnen Bereiche ermitteln. Ziel der Übung ist es, anhand
des reichen Fundus' des Archivs der Hansestadt Lübeck einen
Einblick in die seit dem 14. Jahrhundert sich zunehmend differenzierende
Verwaltung des spätmittelalterlichen Lübeck zu bekommen.
Vergleichsbeispiele aus anderen Städte werden herangezogen.
Eine Exkursion ins Archiv der Hansestadt Lübeck ist vorgesehen.
Literatur zur Einführung: Antjekathrin Graßmann,
Die städtische Verwaltung, in: Die Hanse - Wirklichkeit und
Mythos, hg. von Jörgen Bracker, Bd. 1, Hamburg 1989, S. 350-360.
[Neudruck in: Die Hanse. Lebenswirklichkeit und Mythos, hg. von
Jörgen Bracker, Volker Henn und Rainer Postel, 2. Aufl. des
Textbandes, Lübeck 1998, S. 479-496. - 3. Aufl. Lübeck
1999].
Ulrike Hanssen-Decker
Geschichten über Finnland - Finnische Historiographie im
19. und 20. Jahrhundert
Übung
Ausgehend von den wohl ziemlich unbeachteten Beständen der
Seminarbibliothek soll analysiert werden, welche Bilder über
Finnland in Übersichtswerken des 19. und 20. Jahrhunderts gezeichnet
wurden und warum. Von Interesse ist weiterhin zu untersuchen, wie
diese sich im Laufe der Zeit gewandelt haben, und sie mit offiziellen
Darstellungen über Finnland, wie sie gerade seit dem finnischen
EU-Beitritt 1995 von Seiten der Regierung und des Außenministeriums
publiziert werden, zu kontrastieren. Welche Inhalte und Konzepte
wären bei einer "Finnischen Geschichte" für
Studierende an unserem Seminar zu berücksichtigen? Im Zentrum
der Betrachtung stehen Werke deutscher und (finnland-)schwedischer
Autoren. Werke finnischer Autoren (z.B. Max Jakobson, Matti Klinge,
Eino Jutikkala werden wir in deutscher bzw. englischer Übersetzung
bearbeiten.
Rudolf Jaworski
Polnische Zeitgeschichte in Film und Fernsehen
Übung
An Hand ausgewählter westlicher wie polnischer Film- und Fernsehdokumente
sollen filmische Bearbeitungs- und Darstellungweisen der polnischen
Zeitgeschichte nachgezeichnet werden. Realhistorische Tatbestände
sowie ihre mediale Umsetzung werden hierbei gleichermaßen
zu berücksichtigen sein. Die Veranstaltung versteht sich über
den konkreten Untersuchungsgegenstand hinaus somit auch als eine
Einführung in die Techniken solcher moderner Geschichtsverwertung.
Harm von Seggern
Lübeck als Zentrum des Fernhandels, 14. - 15. Jahrhundert
Hauptseminar
Lübeck gilt als Haupt der Hanse. In diesem Seminar soll es
jedoch weniger um die Verfassungsgeschichte der Hanse als vielmehr
um die Wirtschaftsgeschichte gehen. Wie sich bei einer näheren
Betrachtung zeigen wird, gibt es jedoch nicht besonders viele Quellen
aus dem Wirtschaftsleben, so dass man doch wieder auf die Quellen
aus dem rechtlichen Bereich angewiesen ist. Bei der Frage nach den
Wirtschaftsbeziehungen sind an erster Stele die anderen Hansestädte
zu nennen, vor allem die des näheren wendischen Hanseviertels
wie Hamburg, Lüneburg, Wismar, sodann aber auch die der weiter
entfernten Hansestädte und nicht zuletzt die fernen Hansekontore
in Brügge, London, Bergen und Nowgorod. Der Handel reichte
dabei sogar über Brügge hinaus in den atlantischen Raum,
es sei nur auf das Baiensalz verwiesen. Ein wichtiger Indikator
für die Weite des Lübecker Handels stellt die Anwesenheit
von Italienern um die Mitte des 15. Jahrhunderts dar. Eine der wichtigsten
Methoden der modernen Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters besteht
in der Prosopographie. Bei einem personengeschichtlichen Ansatz
geht es darum, zunächst möglichst viele Nachrichten zusammenzutragen,
um aus ihnen beispielsweise die Handelsaktivitäten eines Kaufmanns
zu erschließen.
Empfohlene Literatur: Antjekathrin Graßmann: Lübeckische
Geschichte. Lübeck 31997. - Gunter Hirschfelder: Kölner
Fernhandel im Spätmittelalter (= Veröffentlichungen des
Kölnischen Stadtmuseums, 10). Köln 1994.
Ekkehard Klug
Russland und Europa 1650-1725
Hauptseminar
Im Zeitraum zwischen 1650 und 1725 vollzog sich in und für
Russland sowohl hinsichtlich seiner äußeren Stellung
als auch seiner inneren Verhältnisse ein grundlegender Wandel.
Aus dem europäischen Randstaat wurde eine der Großmächte
Europas. Das Moskauer Zartum erfuhr zugleich einen - wenn auch nur
partiellen - inneren Modernisierungsprozess, in dessen Verlauf sich
das Land beim Aufbau neuer staatlicher Institutionen und in kultureller
Hinsicht an westlichen Mustern zu orientieren begann. Diese Entwicklungen,
aber auch die Frage nach allfällig verbleibenden russischen
Kontinuitätslinien sollen im Rahmen der hier angekündigten
Veranstaltung untersucht werden.
Empfohlene Literatur: Lindsey Hughes, Russia in the Age of
Peter the Great. New Haven, London 1998; Walter Leitsch, Wirtschaftliche
Leistungsfähigkeit und soziale Tragfähigkeit Rußlands
vor den petrinischen Reformen. In: Forschungen zur osteuropäischen
Geschichte 38 (1986), S. 336 - 352; Werner Philipp, Russia: The
Beginning of Westernization. In: The New Cambridge Modern History,
Bd. 5. Cambridge 1961, S. 571 - 591. Wiederabgedruckt in: Forschungen
zur osteuropäischen Geschichte 33 (1983), S. 63-80; Klaus Zernack,
Das Zeitalter der nordischen Kriege von 1558-1809 als frühneuzeitliche
Geschichtsepoche. In: Zeitschrift für historische Forschung
1 (1974), S. 55-79; Klaus Zernack, Polen und Rußland. Zwei
Wege in der europäischen Geschichte. Frankfurt a.M., Berlin
1994.
Rudolf Jaworski
Autoritäre Regime und faschistische Bewegungen in Osteuropa
Hauptseminar
Die Einführung parlamentarisch-demokratischer Verhältnisse
in Osteuropa nach dem Ersten Weltkrieg war von Anfang an mit erheblichen
Schwierigkeiten verbunden, so dass sich bereits in den zwanziger
Jahren autoritäre Regime wie z.B. in Ungarn, Polen oder in
Litauen etablieren konnten, welche in einer doppelten Frontstellung
gegen rechts- und linksextreme Kräfte zunächst als "Erziehungsdiktaturen"
starteten, um dann freilich eine eigene Dynamik zu entwickeln. In
manchen Ländern wie z.B. in Rumänien konkurrierten hierzu
faschistoide Bewegungen, welche sich zuerst an Italien, später
dann vor allem am Dritten Reich orientiert haben. In diesem Hauptseminar
sollen die innen- wie außenpolitischen Rahmenbedingungen dieser
Erscheinungen untersucht und die Verlaufsprozesse der Entdemokratisierung
in diesem Teil Europas rekonstruiert werden.
Empfohlene Literatur: Ernst Nolte: Die faschistischen Bewegungen.
München 1969; Erwin Oberländer u.a. (Hg.): Autoritäre
Regime in Ostmittel- und Südosteuropa im Vergleich. Paderborn
2001.
Hain Rebas
Neutralität und totalitäre Aggression. Nordeuropa im
2. Weltkrieg 1939-1945
Hauptseminar
Dänemark und Norwegen - besetzt vom Deutschen Reich, Schweden
(angeblich) neutral, Finnland - ein Mal überfallen von der
UdSSR (Winterkrieg 1939 40), danach Waffenbruder des Deutschen Reiches
(1941 44), Estland Opfer des Hitler Stalin Paktes, annektiert von
der UdSSR 1940 41, 1944 1991 und besetzt vom Deutschen Reich 1941
44; verschieden waren die Schicksale der nördlicheren Völker
Europas im 2. Weltkrieg. Sie im breiteren historischen und im quellenkritischen
Kontext zu analysieren, auch um die darauf folgende Zeiten und Mentalitäten
zu verstehen, ist Ziel des Hauptseminars.
Empfohlene Literatur: Einführende Literatur: Gängige
Übersichtswerke, nationale Darstellungen, Projekt SUAV (Sverige
under andra världskriget / Sweden during the second world war),
Internet; Bohn, Robert/ Elvert, Jürgen/ Rebas, Hain/Salewski,
Michael: Neutralität und totalitäre Aggression. Stuttgart
1991.
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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Philosophische Fakultät
Kunsthistorisches Institut
Internet
KVV
Uwe Albrecht
Mittelalterliche Kunst und Architektur im westlichen Ostseeraum
Proseminar
Uwe Albrecht
Wandmalerei in Lübeck
Hauptseminar
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Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Institut für Ökonomische Bildung
Internet
KVV
Thomas Apolte
Europäische Integration und Osterweiterung
Seminar
In dem Seminar werden die ökonomischen Auswirkungen der EU-Erweiterung
behandelt. In der sechsten Erweiterungsrunde 2004 wurden acht ost-
und mitteleuropäische Länder (MOEL) sowie die beiden Mittelmeerinseln
Malta und Zypern als Mitglieder in die Europäische Union (EU)
aufgenommen. Des Weiteren werden im kommenden Jahr in der siebten
Erweiterungsrunde Bulgarien und Rumänien der EU beitreten.
Den Status als Beitrittskandidaten haben zurzeit neben den im kommenden
Jahr beitretenden Ländern Kroatien, Mazedonien und die Türkei.
Da die MOEL sich seit dem Zusammenbruch des Ostblocks seit Anfang
der 90er in einem Transformationsprozess von einer ehemals zentralwirtschaftlichen
hin zu einer markwirtschaftlichen Struktur befinden, weisen diese
Länder andere ökonomische Strukturen auf als die seit
langem durch marktwirtschaftliche Strukturen gekennzeichneten westeuropäischen
Länder. Da die der EU beitretenden Länder bei Erfüllung
der Konvergenzkriterien der Europäischen Währungsunion
beitreten werden, ist die Betrachtung der realen und monetären
Integration von besonderer Bedeutung. Nur bei einer hohen realen
und monetären Integration wird der Beitritt zur EWU problemlos
ablaufen. In der Öffentlichkeit besteht oftmals die Befürchtung,
die Bedingungen am Arbeitsmarkt würden sich in Folge des Beitritts
der MOEL verschlechtern. Daher wird neben der monetären und
der realen Integration die Integration der Arbeitsmärkte betrachtet.
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Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Fachbereich Geschichte/Philosophie
Historisches Seminar
Internet
KVV
Lothar Maier
Einführung in die polnische Geschichte der Neuzeit
Vorlesung
Von der Christianisierung und Staatsgründung im 10. Jahrhundert
an war Polen mit Deutschland in wechselvollen Beziehungen verbunden,
die keineswegs nur von Antagonismus bestimmt waren, wie die Verbrechen
und Tragödien des 20. Jahrhunderts suggerieren. Was die zentralen
Problemfelder der frühen Neuzeit - Konfessionalisierung und
Überwindung des Ständestaates - betrifft, durchlief Polen
eine dem westeuropäischen Modell gegenläufige Entwicklung.
Im langen 19. Jahrhundert" gelang den Polen der Übergang
von der ständischen zur modernen Nationsgesellschaft unter
den Bedingungen von Teilung und Fremdherrschaft. Diese historischen
Erfahrungen prägten nicht nur dauerhaft Mentalität und
politische Kultur Polens, sondern bestimmten auch sein Verhältnis
zum Nachbarn Deutschland. Zwar ist es auch Ziel der Vorlesung einen
kurzen Faktenüberblick bis 1989 zu geben, in erster Linie soll
aber in die strukturellen Besonderheiten der polnischen Geschichte
eingeführt werden.
Zur ersten Einführung geeignet: Rudolf Jaworski, Christian
Lübke, Michael Müller, Eine kleine Geschichte Polens (=
Edition Suhrkamp 2179). Frankfurt/ Main 2000.
Lothar Maier, Alfred Sproede, Rainer Stichel
Zwangsmigrationen in den Grenzräumen der östlichen
Welt
Vorlesung
Anhand von Fallstudien soll das Problem der Vertreibungen und erzwungenen
Bevölkerungsverschiebungen in Ostmitteleuropa beleuchtet werden
- ein unlängst durch die Debatte über ein Europäisches
Zentrum bzw. eine Gedenkstätte auch wieder öffentlich
virulent gewordenes Thema. Im Mittelpunkt werden die Migrationen
infolge des Zweiten Weltkrieges und die Verarbeitung ihrer Konsequenzen
stehen, die vor allem Deutsche, Polen und Ukrainer betrafen. Ergänzend
werden Beispiele aus der Geschichte Rußlands und des Nahen
Ostens herangezogen; aus der jüngsten Geschichte werden außerdem
die Grenzverschiebungen und ethnischen Säuberungen"
nach dem Zerfall Jugoslawiens kritisch untersucht. Die Beiträge
zur Ringvorlesung kommen von Fachvertretern aus den Gebieten Allgemeine
und Osteuropäische Geschichte, Kirchengeschichte, Rechtswissenschaft
(Völkerrecht), Politologie, Byzantinistik und Literaturwissenschaft.
Zu Beginn des Semesters wird ein Programm verteilt; die Vortragenden
werden weiterführende Literatur zu ihren jeweiligen Themen
vorschlagen.
Einführende Literatur: Forced Migration in Central
and Eastern Europe, 1939-1950, ed. by Alfred J. Rieber, London 2000;
Redrawing Nations. Ethnic Cleansing in East-Central Europe, 1944-1948,
ed. by Philipp Ther, Ana Siljak, Lanham et al. 2001; Vertreibungen
europäisch erinnern? Historische Erfahrungen - Vergangenheitspolitik
- Zukunftsperspektiven, hrsg. von Dieter Bingen et al., Wiesbaden
2003.
Eduard Mühle
Einführung in das Studium der mittelalterlichen Geschichte:
Das piastische Polen
Proseminar
Das Proseminar soll Einblicke in die mittelalterliche polnische
Geschichte von den Anfängen der großräumigen Herrschaftsbildung,
dem Reich der Piasten, im 10. Jahrhundert bis zum Tode Kasimirs
des Großen, des letzten in der Hauptlinie herrschenden Piasten,
im Jahr 1370 eröffnen. Am thematischen Gegenstand werden dabei
exemplarisch Arbeitsweisen, Methoden und Hilfsmittel des Mediävisten
vorgestellt und eingeübt. Von den Teilnehmern wird neben regelmäßiger
Teilnahme und individueller (u.a. schriftlicher) Sitzungsvorbereitung
das Bestehen der Propädeutik-Klausur und die Abfassung einer
schriftlichen Hausarbeit erwartet.
Literatur: H.-W. Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter
(UTB 1719), Stuttgart 1993 bzw. ²2000; Kap. I-VI in Gotthold
Rhode: Geschichte Polens. Ein Überblick, Darmstadt 1980 und
Christian Lübke: Frühzeit und Mittelalter, in: Rudolf
Jaworski u.a.: Eine kleine Geschichte Polens, Frankfurt a. M. 2000,
S. 20-125.
Oliver Näpel
Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Der kalte
Krieg
Proseminar
Der sich im Kalten Krieg verschärfende Ost-West-Konflikt prägte
die bipolaren Grundlagen internationaler Beziehungen für mehr
als ein halbes Jahrhundert. Der heutigen Jugend ist der Kalte Krieg
aber nur noch Geschichte', seine Feindbilder und Fremdstereotype,
wie sie z.B. in der Populärkultur verbreitet wurden und mehrere
Generationen prägten, sind nicht mehr präsent. Nicht nur
die Gegner James Bonds haben ihre Nationalität gewechselt,
auch die rote Gefahr', der Griff nach Europa', selbst
der Kampf dem Atomtod' und die Ostermärsche der Friedensbewegung
erscheinen heute fern. Nicht nur aber besonders für die deutsch-deutsche
Geschichte war diese Epoche dabei prägend und hat bis heute
an ihrer nachhaltigen Wirkung nur wenig eingebüßt: Besatzung
und Teilung, Wiederbewaffnung und Eingliederung in antagonistische
Bündnissysteme, Westintegration und Ostpolitik, die Geschichte
zweier Staaten und Überwindung der Teilung, Ressourcenvernichtung
und ökonomischer Zusammenbruch etc. Die bis in die Gegenwart
und absehbare Zukunft reichenden Schwierigkeiten des Zusammenwachsens
Deutschlands sind ohne die Kenntnis ihrer Ursachen im Kalten Krieg
nicht verstehbar, mehr noch: kaum überwindbar.
Als einführende Literatur wird empfohlen: Kleßmann,
Christoph: Zwei Staaten, eine Nation. Deutsche Geschichte 1955-1970.
Bonn 1997; Stöver, Bernd: Der Kalte Krieg. München 2003;
Weber, Jürgen: Kleine Geschichte Deutschlands seit 1945. München
2001.
Raoul Zühlke
Weltgeschichte - Imperien, Räume, Systeme 13.-19. Jh. Mittel-
und Osteuropa als Katalysator globaler Entwicklungen?
Seminar
Die Europäer waren nicht klüger als die Inder und
nicht militärischer als die Azteken. Sie haben nicht mehr Technologien
entwickelt als die Chinesen und nicht härter gearbeitet als
die Afrikaner [...]. Warum steht Europa 1815 so groß da und
stürzt 1914 so tief in den Abgrund?" Dies ist eine der
Kernfragen des bekannten Osteuropahistorikers Hans-Heinrich Nolte,
der einer der Wegbereiter einer modernen Weltgeschichte in Deutschland
ist. Analog zu dieser Fragestellung soll im Kurs erörtert werden,
welche Faktoren für die Entstehung bestimmter Systeme und Imperien
ursächlich sind. Ein Fokus wird dabei auf der Rolle Mittel-
und Osteuropas bei der Entstehung der einen Welt" liegen.
Ziel der Veranstaltung ist es ferner eine Einführung in den
Globalisierungsdiskurs unter dem Aspekt der Ablösung der World
History" durch die New Global History" zu geben.
Literatur: Hans-Heinrich Nolte: Weltgeschichte. Imperien,
Religionen und Systeme, Wien 2005. Robert Bartlett: Die Geburt Europas
aus dem Geist der Gewalt, Berlin 1996.
Eduard Mühle
Das sozialistische Osteuropa 1945-1991
Seminar
Den Zielsetzungen eines Kurses entsprechend sollen in einem diachronen,
faktenorientierten Durchgang durch die Nachkriegszeit anhand von
grundlegender Literatur sowie in der Beschäftigung mit zentralen
Quellen (Schlüsseldokumenten) die Grundzüge der politischen
und gesellschaftlichen Entwicklung des östlichen Europa vom
Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Auflösung des Ostblocks"
erarbeitet werden.
Einführende Literatur: Handbuch der Geschichte Russlands.
Band 5: 1945-1991. Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Zusammenbruch
der Sowjetunion, hrsg. von Stefan Plaggenborg, Stuttgart 2002-2003;
Berent, Ivan T.: Central and Eastern Europe 1944-1993. Detour from
the periphery to the periphery. Cambridge 1996; Rothschild: Return
to Diversity. A Politcal History of East Central Europe since World
War II, New York³ 2000.
Lothar Maier
Vom Polenrausch" zum gesunden Volksegoismus".
Die polnische und die deutsche Nation 1830 - 1850
Übung
Polen und Deutsche konstruierten ihre Identität und Integration
stiftende Nationalidee gleichzeitig und unter vergleichbaren äußeren
Bedingungen. Für beide Nationalbewegungen waren in ihrer emanzipatorischen
Phase die drei Teilungsmächte Russland, Österreich und
Preußen gemeinsame Feinde. Dies führte zu einer engen
deutsch-polnischen Verbindung, die von dem naiven Glauben getragen
war, dass die gemeinsame Freiheit und friedliche Nachbarschaft gesichert
seien, sobald nur die Völker" anstelle der Monarchen
die europäische Politik bestimmten. Anhand von zeitgenössischen
Texten soll in die Problematik der liberalen Polenfreundschaft auf
deutscher und der Bündnisangebote auf polnischer Seite eingeführt
und der Übergang zu einem von Konkurrenz und Feindschaft geprägten
deutsch-polnischem Verhältnis in der zweiten Hälfte des
19. Jahrhunderts erläutert werden.
Literatur: Karl-Ernst Jeismann (Hrg.), Die deutsch-polnischen
Beziehungen 1831 - 1848: Vormärz und Völkerfrühling
(= Schriftenreihe des Georg-Eckert-Instituts für Internationale
Schulbuchforschung. Bd. 22/II). Braunschweig 1979.
Eduard Mühle
Deportation, Flucht und Vertreibung in Ostmitteleuropa. Methodendiskussion
und Quellenlektüre
Übung
Flucht und Vertreibung" in bzw. aus Ostmitteleuropa sind
in der (deutschen) Forschung bislang überwiegend als Ereignisse
beschrieben worden, die am Ende des Zweiten Weltkriegs vor allem
eine deutsche Bevölkerung betroffen haben. In Wirklichkeit
ist es im östlichen Mitteleuropa im weiteren Kontext des Zweiten
Weltkriegs in Gestalt von Umsiedlungen, Evakuierungen, Deportationen,
Fluchten und Vertreibungen zu einer Vielzahl verschiedenster Zwangsmigrationen
gekommen, von denen Angehörige aller ostmitteleuropäischen
Nationen betroffen waren. In der Übung sollen die methodischen
Grundlagen für eine vergleichende Erforschung dieser Zwangsmigrationen
diskutiert und einschlägige Quellen analysiert werden.
Einführende Literatur: Forced Migration in Central
and Eastern Europe, 1939-1950, ed. by Alfred J. Rieber, London 2000;
Redrawing Nations. Ethnic Cleansing in East-Central Europe, 1944-1948,
ed. by Philipp Ther, Ana Siljak, Lanham et al. 2001; Vertreibungen
europäisch erinnern? Historische Erfahrungen - Vergangenheitspolitik
- Zukunftsperspektiven, hrsg. von Dieter Bingen et al., Wiesbaden
2003.
Stefan Lehr
Die Sowjetisierung" Ostmitteleuropas in der stalinistischen
Ära (1945-1953)
Übung
Die Übung wird sich mit der Machtübernahme der Kommunisten
und der Etablierung des sowjetisch-stalinistischen Modells in den
ostmitteleuropäischen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg befassen.
Am Beispiel der einzelnen Länder werden die Prädispositionen
für die Sowjetisierung" sowie Unterschiede, Gemeinsamkeiten
und Alternativen im Verlauf dieses Prozesses untersucht. Außer
den Auswirkungen auf das politische System werden auch die Veränderungen
in der Sozial-, Bildungs- und Wirtschaftspolitik behandelt. Zudem
gilt es, die innenpolitische Entwicklung in den außenpolitischen
Kontext des sich bildenden Kalten Krieges" zu stellen.
Einführende Literatur: Berent, Ivan T.: Central and
Eastern Europe 1944-1993. Detour from the periphery to the periphery.
Cambrigde 1996; Connelly, John: Captive university: the Sovietization
of East German, Czech, and Polish higher education 1945-1956. London
u.a. 2000; Hoensch, Jörg K.: Sowjetische Osteuropapolitik 1945-1975.
Kronberg 1974; Kenney, Padraic: Rebuilding Poland. Workers and Communists
1945-1950. London 1997; Lemberg, Hans (Hg.): Sowjetisches Modell
und nationale Prägung. Kontinuität und Wandel in Ostmitteleuropa
nach dem Zweiten Weltkrieg. Marburg 1991; Naimark, Norman - Gibianskii,
Leonid (Hg.): The Establishment of Communist Regimes in Eastern
Europe 1944-1949. Oxford 1997; O'Sullivan, Donal: Stalins "cordon
sanitaire". Die sowjetische Osteuropapolitik und die Reaktionen
des Westens 1939-1949. Paderborn 2003; Schmidt-Hartmann, Eva (Hg.):
Kommunismus und Osteuropa. Konzepte, Perspektiven und Interpretationen
im Wandel. München 1994.
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Universität Rostock
Philosophische Fakultät
Historisches Institut
Internet
(mit KVV)
Manfred Jatzlauk
Deutschland und Russland im 19. Jahrhundert
Proseminar
Im Rahmen dieses Proseminars werden bedeutsame Determinanten der
deutsch-russischen Beziehungen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert
in ihrer Entwicklung, Kontinuität, Veränderlichkeit und
Wertigkeit untersucht und beurteilt. In die Analyse und Bewertung
der Beziehungen wird grundsätzlich die gesamteuropäische
Dimension einbezogen und gewichtet.
Literatur: Horst Müller-Link, Industrialisierung und
Außenpolitik. Preußen-Deutschland und das Zarenreich
von 1860 bis 1890, Stuttgart 1977. Preußen-Deutschland und
Rußland vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Mit Beiträgen
von Winfried Baumgart u.a., Berlin 1991. Ludmilla Thomas/Dietmar
Wulff (Hrsg.), Deutsch-russische Beziehungen. Ihre welthistorischen
Dimensionen vom 18. Jahrhundert bis 1917, Berlin 1992. Dagmar Herrmann/
Alexander L. Ospovat, Deutsche und Deutschland aus russischer Sicht.
19. Jahrhundert: Von der Jahrhundertwende bis zu den Reformen Alexanders
II., München 1998.
Dörte Putensen
Die politischen Systeme in den nordischen Ländern
Proseminar
Anhang der Analyse verschiedener Quellen wird die Entstehung und
Wirkungsweise der politischen Systeme in den nordischen Ländern
untersucht.
Literatur: Verfassungen Schwedens, Dänemarks, Norwegens,
Finnlands und Islands; Wolfgang Ismayr (Hrsg.) Die politischen Systeme
Westeuropas, Opladen 1999; Nordeuropa-Handbuch, Greifswald 1992.
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