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BSR Studies
Berlin/Potsdam
Germany

2003 Master
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Nordeuropa-Insititut Humboldt-Universität zu Berlin

Studying the Baltic Sea region in Germany

Wintersemester 2006/2007

Please note that all lectures and seminars listed below are given in German.

OSTSEE-KOLLEG BERLIN
BALTIC SEA SCHOOL BERLIN
Anschrift/postal address
Humboldt-Universität zu Berlin
Nordeuropa-Institut
Ostsee-Kolleg
Unter den Linden 6
D – 10099 Berlin

Besuchsadresse/
visiting address

Hegelplatz 2
Haus 3, Raum 222
10117 Berlin
(S- und U-Bahn Friedrichstr.)

E-Mail
ostseekolleg@rz.hu-berlin.de

Universität Bremen
   
Fachbereich Sozialwissenschaften
Institut für Geschichte
   
Philosophische Fakultät
Studiengang Kulturgeschichte Ost- und Ostmitteleuropa
   
Philosophische Fakultät
Studiengang Integrierte Europastudien
   
Universität Düsseldorf
   
Philosophische Fakultät
Historisches Seminar
   
Universität Freiburg
   
Philosophische Fakultät
Historisches Seminar für Mittlere, Neue und Neueste Geschichte
   
Universität Greifswald
   
Philosophische Fakultät
Caspar-David-Friedrich-Institut für Kunstwissenschaften
   
Philosophische Fakultät
Historisches Institut
   
Philosophische Fakultät
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Universität Hamburg
   
Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften
Historisches Seminar
   
Universität Kiel
   
Philosophische Fakultät
Historisches Seminar
   
Philosophische Fakultät
Kunsthistorisches Institut
   
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Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Institut für Ökonomische Bildung
   
Fachbereich Geschichte/Philosophie
Historisches Seminar
   
Universität Rostock
   
Philosophische Fakultät
Historisches Institut
   




Universität Bremen
Fachbereich Sozialwissenschaften
Institut für Geschichte

Internet
KVV

Wolfgang Eichwede
Die deutsch- sowjetischen Beziehungen im Rahmen des Versailler Systems, 1918/19 - 1933
Übung
Deutschland und Russland verstanden sich als "Outcasts" des Versailler Systems - das deutsche Reich war als Verlierer des Weltkrieges tatsächlich Objekt der Friedensordnung, die Sowjetunion als revolutionäre Macht wurde viele Jahre geächtet. Daher stellt sich die Frage nach der Abstimmung ihrer wechselseitigen Bezeichnungen in einem brisanten Spannungsfeld: Einerseits waren beide Mächte von unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen bestimmt, anderseits sahen sie sich aufeinander angewiesen. Zur Empörung der europäischen Öffentlichkeit verständigten sie sich im Vertrag von Rapallo (1922), um in den folgenden Jahren eine höchst komplexe Balance ihres, mit Mißtrauen von allen Seiten betrachteten, Verhältnisses aufzubauen.
Die diplomatischen Akten - alle sind publiziert- geben einen faszinierenden Einblick in dieses Netzwerk. Sie sind als Übungstexte für ein wissenschaftliches Studium geradezu ideal.

Literatur zur Vorbereitung: Geyer, D. (Hg.): Osteuropa - Handbuch. Sowjetunion. Verzeichnis der Quellen und Nachweise. Außenpolitik Bd.1. 1917-1956. Köln 1967.

Ingo Heidbrink
Maritime Wirtschaft im Ost-West Vergleich
Seminar

Die maritime Wirtschaft der ehemaligen DDR war entwickelte sich aufgrund der geographischen Lage und des politischen Systems grundsätzlich unterschiedlich zu derjenigen der Bundesrepublik. Innerhalb des Seminars werden die grundsätzlichen Entwicklungslinien der DDR-Seewirtschaft ebenso thematisiert, wie die Abhängigkeit der maritimen Wirtschaft von der UDSSR. Schwerpunktmäßig erfolgt die Analyse der Bereiche Schiffbau und Fischerei sowie Seerecht.
Ziel des Seminars ist die Erarbeitung derjenigen Strukturen, die zu der eigenständigen Entwicklung der DDR-Seewirtschaft führten, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Analyse der Beschränkungen dieser Entwicklungen durch die Einbindung in den Wahrschauer Pakt und den RGW liegen wird.

Literatur zur Vorbereitung: Strobel, Dietrich, Hahlbeck, Wulf-Heinrich: Hiev up : so war die Hochseefischerei der DDR. Hamburg 1997. Strobel,, Dietrich, Ortlieb, Werner: Volkswerft Stralsund : [1948-1998]. Hamburg 1998.Köppen, Peter u.a.: Schiffbauer, Seeleute und Hafenarbeiter machen Geschichte. Berlin 1979. Adler, Heinz: Vom Alex zum Eismeer : Erinnerungen an die Hochseefischerei der DDR. Hamburg 2000.

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Universität Bremen
Fachbereich Sozialwissenschaften
Studiengang Kulturgeschichte Ost- und Ostmitteleuropas

Internet
KVV

Stefan Garsztecki
Politische Milieus und Medienlandschaften in Polen
Seminar

Heiko Pleines
Wie lässt sich eine Demokratie lenken? Manipulationen demokratischer Verfassungen in postsowjetischen Staaten
Seminar

Nach dem Ende der Sowjetunion wurden in den meisten postsowjetischen Staaten demokratische Verfassungen eingeführt. Während in einigen Staaten, wie etwa Belarus, Turkmenistan oder Uzbekistan, weitgehend offen autoritäre Regime errichtet wurden, für die demokratische Prozesse nur eine Fassade sind, haben in anderen Staaten, wie etwa Russland, der Ukraine oder Georgien, demokratische Prozesse eine zentrale politische Bedeutung. In der zweiten Staatengruppe, die Gegenstand des Seminars ist, versuchen die jeweiligen herrschenden Eliten jedoch häufig, demokratische Beschränkungen der eigenen Macht zu umgehen. So werden Wahlkämpfe manipuliert, die Pressefreiheit wird eingeschränkt, die Zivilgesellschaft wird kontrolliert. In diesem Sinne wird etwa in Russland von einer gelenkten Demokratie gesprochen. Im Seminar soll untersucht werden, wie diese Manipulationen funktionieren und wie gross ihre Bedeutung für den politischen Prozess ist. Gleichzeitig sollen die Grenzen derartiger Manipulationen untersucht werden, etwa am Beispiel der Proteste gegen Wahlfälschungen in Georgien und der Ukraine, die als bunte Revolutionen bekannt wurden. Das Seminar soll so einerseits eine problemorientierte Einführung in das politische System der behandelten Staaten bieten und andererseits eine fallbasierte kritische Diskussion verschiedener demokratietheoretischer Konzepte ermöglichen.

Vorbereitungsliteratur: Ismayr, Wolfgang (Hg.): Die politischen Systeme Osteuropas, 2. Auflage, Opladen 2004 (Kapitel zu den im Seminar behandelten Staaten.) Heiko Pleines: Informelle Einflußnahme und Demokratie. Wirtschaftsakteure in Rußland und der Ukraine, in: Osteuropa 10/2005 (Jg. 55), S.99-108

Rüdiger Ritter
Die Wiederentdeckung regionaler Geschichtstraditionen im Raum zwischen Polen, Litauen, Belarus und Russland
Seminar

Nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems beschäftigte man sich in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion unter anderem auch vermehrt mit der Geschichte, und zwar mit ganz bestimmten Absichten: Geschichte sollte der Festigung nationaler Identität der neuen Staaten dienen. Dieser Prozeß blieb aber nicht auf die nationale Ebene beschränkt, sondern setzte sich nach unten in den einzelnen Regionen fort, je länger er anhielt. Im Ergebnis kann man heute eine Unterschiedlichkeit der Regionen beobachten, die noch zu sozialistischen Zeiten kaum vorstellbar schien. Beispiele sind der transformierte kresy-Mythos in Polen, der žemaitische Regionalismus in Litauen, der Versuch einer Pluralisierung der Abstammungsdebatte in Belarus und das Erwachen so traditionsreicher Regionen wie Novgorod oder Pskov in Russland, wo man teilweise bis zum Mittelalter (Stadtrepublik Novgorod die Große) zurückgeht. In der Veranstaltung werden einige ausgewählte Beispiele für die Revitalisierung regionaler Geschichtstraditionen vorgestellt, wobei die eigene Recherche der TeilnehmerInnen - auch im Internet - einen Schwerpunkt der Veranstaltung darstellt. Darüber hinaus soll nach dem Spannungsverhältnis von regionaler und nationaler Identitätsbildung gefragt werden. Schließlich geht es darum, die beobachteten regionalen Prozesse vor dem Hintergrund der gemeinsamen Geschichte der gesamten Region zu diskutieren.

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Universität Bremen
Fachbereich Sozialwissenschaften
Studiengang Integrierte Europastudien

Internet
KVV

Stefan Garsztecki
Die Entwicklung der Zivilgesellschaft in Ostmitteleuropa
Seminar


Claudia Schallenberg
Polenbegeisterung in Deutschland im. 19. Jh.
Seminar


Heiko Pleines
Wie lässt sich eine Demokratie lenken? Manipulationen demokratischer Verfassungen in postsowjetischen Staaten
Seminar

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Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Philosophische Fakultät
Historisches Seminar

Internet
KVV

Hans Hecker
Deutsch-osteuropäische Beziehungen in der Neuzeit
Vorlesung/Übung

Dass Deutschland und die Deutschen stets in einem besonders intensiven Verhältnis zu ihren Nachbarn im östlichen Europa gestanden haben, ergibt sich bereits aus der geographisch-politischen Struktur Mittel- und Osteuropas. Neben den politischen Beziehungen, die von Phasen der Verständigung und Zusammenarbeit bis zu schwersten gewaltsamen Konflikten reichten, gab es Wanderungsbewegungen in beide Richtungen, wissenschaftliche und künstlerische Kontakte sowie publizistische Betrachtungen und Auseinandersetzungen. Nationale Freund-Feindbilder und vorgefasste Urteile haben die öffentliche Meinung wie auch individuelle Einstellungen stark beeinflusst. Trotz aller wissenschaftlichen und pädagogischen Bemühungen gibt es auch jetzt noch eine bis in akademische Kreise hinein verbreitete Unkenntnis oder gar Ignoranz gegenüber diesem Thema, so dass die Beschäftigung mit dem Verhältnis zwischen den Völkern und Staaten Mittel- und Osteuropas noch lange eine wichtige Aufgabe bleiben wird - und sollte. In der Vorlesung, die sich auf die Zeit vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart konzentriert, werden Entwicklungslinien nachgezeichnet und Ereignisse von exemplarischer Bedeutung in ihrem jeweiligen Zusammenhang dargestellt.

Literatur: ROTH, H. (Hg.): Studienhandbuch Östliches Europa. Band 2: Geschichte Ostmittel- und Südosteuropas, 1999 BOHN, TH. / NEUTATZ, D. (Hg.): Studienhandbuch Östliches Europa. Band 2: Geschichte des Russischen Reiches und der Sowjetunion, 2002 STÖKL,G.: Osteuropa und die Deutschen. Geschichte und Gegenwart einer spannungsreichen Nachbarschaft, Oldenburg 1967 (weitere Auflagen) KOPELEW,L.(Hg.): West-östliche Spiegelungen. Russen und Russland aus deutscher Sicht und Deutsche und Deutschland aus russischer Sicht. Von den Anfängen bis zum 20. Jahrhundert. Reihe A Band 2-4. Reihe B Band 2-4 und Sonderbände, München 1987-2006 LISZKOWSKI, Uwe (Hg.): Russland und Deutschland, Stuttgart 1974.

Oliver Kiechle
Die Revolutionen von 1989 in Ostmitteleuropa
Übung

Das Jahr 1989 brachte den Zusammenbruch der kommunistischen Diktaturen in Ostmitteleuropa. Die oppositionellen Bewegungen in den ostmitteleuropäischen Staaten konnten, unter anderem motiviert durch die Reformtendenzen in der Sowjetunion einen meistens friedlich verlaufenden Systemwechsel einleiten. In der Übung sollen zunächst die Entwicklungen im so genannten Ostblock bis zum Jahr 1989 und die dadurch entstandene Basis für die Umbruchsbewegungen betrachtet werden. Anhand verschiedener Beispiele werden dann die jeweiligen Akteure und der unterschiedliche Verlauf der Revolutionen in den ausgewählten Ländern behandelt. Davon ausgehend soll der Blick aber auch auf die Folgen des Systemwechsels und die damit verbundenen Schwierigkeiten gerichtet werden.

Literatur: Elvert, Jürgen/ Salewski, Michael (Hrsg.): Der Umbruch in Osteuropa, Stuttgart 1993. Fowkes, Ben: Aufstieg und Niedergang des Kommunismus in Osteuropa, Mainz 1994. Kenney, Padraic : A carnival of revolution, Princeton 2003. Saxonberg, Steven: The Fall. A Comparative Study of the End of Communism in Czechoslovakia, East Germany, Hungary and Poland, Amsterdam 2001.

Hans Hecker
Russland und Deutschland am Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts
Übung

Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert waren die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland so umfassend und intensiv wie kaum jemals sonst. Politisch jedoch steuerten beide Mächte auf die Konfrontation des Ersten Weltkrieges zu. Ihre innere Widersprüchlichkeit und Unsicherheit spiegelte sich im Verhältnis zueinander wider. In der Übung werden Texte der verschiedensten Art, von der Politik bis zur Philosophie und Dichtung, darüber hinaus Formen künstlerischer Rezeption und Zusammenarbeit (Malerei, Musik, Theater) vorgestellt und besprochen. Spezielle Sprachkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

Literatur: HELLMANN,M./ ZERNACK,K./SCHRAMM,G.(Hg.): Handbuch der Geschichte Russlands, 3 Bände, Stuttgart 1976-2001, hier: Band 3 STÖKL,G.: Russische Geschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, 5.Aufl. Stuttgart 1990 KOPELEW,L.(Hg.): West-östliche Spiegelungen. Russen und Russland aus deutscher Sicht und Deutsche und Deutschland aus russischer Sicht. Von den Anfängen bis zum 20. Jahrhundert. Reihe A Band 4: 19./20.Jahrhundert: Von der Bismarckzeit bis zum Ersten Weltkrieg. Reihe B Band 4: 19./20. Jahrhundert: Von den Reformen Alexanders II. bis zum Ersten Weltkrieg, München 2005-2006.

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Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Philosophische Fakultät
Historisches Seminar

Internet
KVV

Dietmar Neutatz
Die Sowjetunion im Ost-West-Konflikt 1945-1991
Hauptseminar

Der Ost-West-Konflikt bestimmte für ein halbes Jahrhundert die internationale Politik und setzte dem außenpolitischen Gestaltungsspielraum in Europa und besonders in Deutschland einen engen Rahmen. Er hatte aber auch eine prägende Wirkung auf die innere Entwicklung der Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Seminar sollen beide Perspektiven zusammengeführt werden: Wir werden die Geschichte des Kalten Krieges diskutieren, dabei aber einen Schwerpunkt auf die Rolle der Sowjetunion und die Wechselwirkungen zwischen ihrer Sicherheitspolitik und der Binnenentwicklung legen. Dabei wird es nicht ausschließlich um politische Geschichte gehen, sondern es werden auch wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Probleme behandelt. In diesem Seminar werden keine Referate gehalten, sondern wir setzen uns mit dem Thema in Gruppenarbeiten, Diskussionen und anderen Formen gemeinsamer Arbeit auseinander.

Literatur: Gaddis, John Lewis: We Now Know. Rethinking Cold War History. Oxford 1997. Handbuch der Geschichte Rußlands. Bd. 5: 1945-1991. Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion. Hg. v. Stefan Plaggenborg. Stuttgart 2002-2003. Hildermeier, Manfred: Geschichte der Sowjetunion 1917-1991. Entstehung und Niedergang des ersten sozialistischen Staates. München 1998. McCauley, Martin: Russia, America and the Cold War, 1949-1991. London, New York 1998. Stöver, Bernd: Der Kalte Krieg. München 2003. Subok, Wladislaw und Konstantin Pleschakow: Der Kreml im Kalten Krieg. Von 1945 bis zur Kubakrise. Hildesheim 1997. The Cold War: The Essential Readings. Hg. v. Klaus Larres und Ann Lane. London 2001.

Ralf Meindl
Ostpreußen in der Zwischenkriegszeit. Zur politischen Radikalisierung einer Grenzregion des Deutschen Reiches
Übung

Ostpreußen - heute ein "vergessenes Land", das alljährlich zu Weihnachten in zahlreichen Fernsehdokumentationen zur Idylle der dunklen Wälder und unzähligen Seen verklärt wird. In der Weimarer Republik und im "Dritten Reich" wurde der Mythos Ostpreußen jedoch vor allem politisch instrumentalisiert: Die "abgeschnürte Provinz" wurde zum Inbegriff der "blutenden Grenze" im Osten stilisiert, ihre wirtschaftlichen Schwierigkeiten wurden als Beweis angeführt, dass eine Grenzrevision notwendig sei. Ostpreußen geriet damit zu einem der zentralen Topoi rechtsgerichteter Propaganda, was zusammen mit der prekären wirtschaftlichen Lage auch zu einer inneren Radikalisierung führte. Die Provinz avancierte daher nicht zufällig zu einer Hochburg des Nationalsozialismus, an der Beispielhaft ein entscheidender Zug der politischen Kultur der Weimarer Republik sowie die Instrumentalisierung der regionalen Geschichte und ihrer Symbole durch die Nationalsozialisten gezeigt werden soll.

Literatur: Kossert, Andreas: Ostpreußen. Geschichte und Mythos; Berlin 2005; Martin, Bernd: Masuren. Mythos und Geschichte; Karlsruhe 1998; Opgenoorth, Ernst (Hg.): Handbuch der Geschichte Ost- und Westpreußens. Teil IV: Vom Vertrag von Versailles bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1918-1945; Lüneburg 1997; Rohrer, Christian: Nationalsozialistische Macht in Ostpreußen; München 2006; Traba, Robert: Zur Grenzlandmentalität in Ostpreußen in der Zwischenkriegszeit. Max Worgitzki (1884-1937); in: Zeitschrift für die Geschichte und Altertumskunde Ermlands 50/2002, S. 91-99.

Julia Obertreis
Die Filme Andrzej Wajdas und die polnische Geschichte des 20. Jahrhunderts
Übung

Der polnische Regisseur Andrzej Wajda (geb. 1926) hat wie kein anderer die Geschichte Polens in seinen Filmen dargestellt und durch sein Werk diese Geschichte mit geprägt. Die Übung setzt sich zum Ziel, in die Grundlagen der Filmanalyse einzuführen und darauf aufbauend einige von Wajdas Filmen eingehend zu analysieren. Zugleich soll der historische Kontext der Sujets seiner Filme erarbeitet werden, so z.B. zu "Der Kanal" (1956) über den Warschauer Aufstand, zu "Asche und Diamant" (1958), der am Tag der deutschen Kapitulation im Zweiten Weltkrieg spielt und die inneren Kämpfe im Polen der unmittelbaren Nachkriegszeit andeutet und zu "Der Mann aus Marmor" (1976), in dem Wajda die stalinistische Periode des sozialistischen Polens, die erste Hälfte der 50er Jahre, verarbeitet. Auch die Rezeption der Filme Wajdas in Polen und im Ausland werden Gegenstand der Übung sein. Die Kenntnis der polnischen Sprache und Geschichte ist nicht Voraussetzung für die Teilnahme, aber erwünscht.

Literatur: Hickethier, Knut: Film- und Fernsehanalyse, Stuttgart 2001 (3. Aufl.); Korte, Helmut: Einführung in die Systematische Filmanalyse: ein Arbeitsbuch, Berlin 2004 (3. Aufl.); Andrzej Wajda, mit Beitr. von Klaus Eder u.a., München/Wien 1980 (Film; 23).

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Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Philosophische Fakultät
Caspar-David-Friedrich-Institut für Kunstwissenschaften

Internet
KVV

Michael Lissok
Die Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts in Finnland
Seminar

Finnlands Baukultur der vergangenen 200 Jahre ist sowohl durch eine große Kontinuität als auch scharfe Umbrüche gekennzeichnet, wobei Traditionsbewußtsein und Modernität in enger Wechselbeziehung stehen. Aus den spezifischen Anforderungen und Bedürfnissen eines Landes, in dem z. T. extreme klimatische Verhältnisse herrschen und das um 1900 eine noch sehr dünne Infrastruktur besaß sowie den Relationen zwischen einer alten, bäuerlichen Volkskultur und einem jungen, fortschrittsorientierten Staatswesen entwickelte sich eine Architektur, die typisch finnische Züge trägt. Die Leistungen finnischer Architekten im 20. Jahrhundert sind
beachtlich und nicht wenige von ihnen gehören zu den herausragenden Vertretern der "klassischen" Moderne, wie beispielsweise Eliel Saarinen, Alvar Aalto und Arne Ervi.
Zudem ist Finnlands Baufundus einer der jüngsten Europas, denn mehr als 90 % der Bauten in diesem Land entstanden nach 1920! In der Lehrveranstaltung werden nach einer Übersicht zum Baugeschehen in Finnland seit etwa 1800 bedeutende bzw. charakteristische Einzelbauten und Bauensembles durch die Seminarbeiträge näher vorgestellt und danach besprochen.

Literatur: Nikula, Riitta: Bebaute Landschaft. Finnlands Architektur im Überblick, Helsinki 1993. Ilonen, Arvi: Helsinki. A Architectural Guide, Keuruu 1990. Stiller, Adolph (Hr.): Finnland. Architektur im 20. Jahrhundert, München 2000. Koja, Stephan (Hr.): Nordlicht. Finnlands Aufbruch zur Moderne 1890-1920, Prestel-Verlag 2005. Poole, Scott: Die neue finnische Architektur, Kohlhammer-Verlag 1992.

Bernfried Lichtnau
Zyklus Skandinavische Kunst, Norwegische Kunst Teil II - Bildende Kunst nach 1900 bis in die Gegenwart
Vorlesung

Im II. und abschließenden Teil wird der Eintritt der norwegischen Künstler in die klassische Moderne mit dem Expressionismus, Konstruktivismus, der skandinavischen Form der Neuen Sachlichkeit einen Schwerpunkt bilden. Wiederum wird das reife und späte Werk Edvard Munchs einen Schwerpunkt bilden, ebenso das bildhauerische Werk des herausragendsten norwegischen Bildhauers, Adolf Gustav Vigeland, und sein Gesamtkunstwerk, der Frogner-Park in Oslo. Als eines der späten Projekte der Rathaus-Neubauten in Skandinavien wird der Bau und vor allem die künstlerische Ausgestaltung des Rathauses in Oslo den Übergang zur Kunst der Jahre nach dem II. Weltkrieg bieten. Im Kontext mit der Spätmoderne in Europa und den USA werden die eigenständigen Beiträge norwegischer Künstler ab der Pop Art über Postmoderne bis zu neuen medialen Produktionen vorgestellt. Abschließend wird der nicht geringe norwegische Beitrag zu dem international anerkannten skandinavischen Design des Funktionalismus zur Diskussion gestellt.

Literatur: Knut Berg: Norges Malerkunst, Band II. Ab 1900 bis zur Gegenwart. Oslo 1. Aufl. 1993, 2. Aufl. 2000. Katalog: Norge idag/Norwegen heute. Kiel und Darmstadt 1981. Katalog: Norske Profiler. Aktuelle Kunst aus Norwegen. Köln 1997. Katalog: Munch im Munchmuseum Oslo. Oslo 1998. Katalog: Der Vigeland-Park dt.Oslo o.J. Charlotte u. Peter Fiell. Skandinavisches Design. Köln 2002.

Michael Lissok
Mittelalterliche Architektur der Bettelorden in den
norddeutschen Backsteingebieten

Seminar

Die Lehrveranstaltung widmet sich den Bauten der Dominikaner-, Franziskaner- und Augustiner-Eremiten-Mönche in den Städten Brandenburgs, Mecklenburgs und Pommerns, die zwischen etwa 1230 und 1500 entstanden. Dabei handelt es sich um Einzelbauten und Baukomplexe, die ordensspezifische Eigenheiten aufweisen und nicht selten durch rigoros schlichte und extrem unkonventionelle bzw. pragmatische Form- und Raumbildungen auffallen. Zugleich wird an diesen Schöpfungen mittelalterlich-monastischer Baukultur erkennbar, wie auch lokal- und regionaltypische Gestaltungsweisen und normative Elemente zur Umsetzung gelangten, die von prägenden Einflüssen anderer Bauträger, Werkgruppen und Baugattungen zeugen. Somit ist die Bettelordensarchitektur zugleich als anpassungsfähig und sehr flexibel zu charakterisieren. Auch mit diesen divergierenden Wesenszügen, dem Schematismus wie der erstaunlichen Vielfalt dieses Zweigs der klösterlichen Architektur des Mittelalters, wird sich das Seminar unter Heranziehung von Beispielen der norddeutschen Backsteingotik beschäftigen.

Literatur: Krautheimer, Richard: Die Kirchen der Bettelorden in Deutschland, 1925. Fait, Joachim: Die norddeutsche Bettelordensarchitektur zwischen Elbe und oder, Phil. Diss., Greifswald 1954. Ulpts, Ingo: Die Bettelorden in Mecklenburg (Saxonia Franciscana 6), 1995. Müller, Gottfried: Die Dominikanerklöster der Ordensprovinz Brandenburg, Berlin 1915. Einhorn, Werinhard: Zur Architektur der Franziskanerklöster in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, in: Berg (Hr.): Bettelorden und Stadt, 1992.


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Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Philosophische Fakultät
Historisches Institut

Internet
KVV

Felix Biermann
Archäologie der Hanse
Seminar

Zu den faszinierendsten Kapiteln in der Geschichte des Ostseeraums gehört die Hanse, die viele Aspekte von Wirtschaft, Politik und Kultur des späten Mit-telalters prägte. Archäologische Quellen und Untersuchungen tragen zu die-sem Problemkreis neue Erkenntnisse bei, was mit der Zunahme stadtkern- und unterwasserarchäologischer Forschungen sowie einer inten-sivierten grenz-überschreitenden wissenschaftlichen Diskussion seit 1990 zu tun hat. In dieser Lehrveranstaltung soll neben einem Überblick über die Geschichte der Hanse ein umfassendes Bild von Handel, Handwerk, Schiffsbau, Stadtkultur und All-tagsleben im spätmittelalterlichen Ostseegebiet sowie in den weiteren hansi-schen Handelsräumen erarbeitet werden.

Literatur: J. Bracker (Hrsg.), Die Hanse. Lebenswirklichkeit und Mythos (Hamburg 1989). A. d'Haenens, Die Welt der Hanse. Antwerpen (o. J. [1984]). - H. Jöns/ F. Lüth/ H. Schäfer (Hrsg.), Archäologie unter dem Straßenpflaster. 15 Jahre Stadtkernarchäologie in Mecklenburg-Vorpommern. Ausstellungskatalog (Schwerin 2005).

Werner Buchholz
Reformation und Konfessionalisierung im Ostseeraum im interregionalen Vergleich im 16. und 17. Jahrhundert
Vorlesung

Die Vorlesung stellt neben der allgemeinen zentralen Bedeutung der Konfessionalisierung für die europäische Geschichte der Frühen Neuzeit deren konkrete Umsetzung in den Herrschaftsräumen an der Ostsee vom Baltikum über Skandinavien, Schleswig-Holstein, Lübeck, Mecklenburg, Pommern und Polen bis Ostpreußen in vergleichender Perspektive vor. Welche Bedeutung hatte die Konfessionsfrage für die Disziplinierung und Lenkung der Untertanen in den Herrschaftsräumen, deren ökonomische und administrative Strukturen im Zuge und mit Hilfe der Reformation an der Ostsee auf- und ausgebaut werden? Dabei wird der Frage nach dem Weiterleben sowie dem Fortwirken naturreligiöser Kult- und Glaubensformen ebenso nachgegangen werden wie der Frage, inwieweit die reformatorischen Theologien überhaupt die breite Masse der Bevölkerung, insbesondere der Landbevölkerung erfasste. Hier setzt die aktuelle Forschung zur Reformation an, deren Ergebnisse, soweit diese bereits vorliegen, in der Vorlesung in besonderer Weise berücksichtigt werden sollen.

Literatur: Schindling, Anton/Ziegler, Walter (Hg.), Die Territorien des Reiches im Zeitalter der Reformation und Konfessionalisierung. Land und Konfession 1500 - 1600, 7 Bde., Münster 1989 - 1997.; Dies. (Hg.), Dänemark, Norwegen und Schweden im Zeitalter der Reformation und Konfessionalisierung. Nordische Königreiche und Konfession 1500 - 1660, Münster 2003; Hoensch, Jörg K., Geschichte Polens, Stuttgart 1990.

Jens E. Olesen
Geschichte Nordskandinaviens (Finnmark/Lappmark, Island, Färöer Inseln, Grönland) von der Wikingerzeit bis zur Zeitgeschichte
Vorlesung

Die Vorlesung vermittelt einen Überblick über die Geschichte Nordskandinaviens: Nord-Norwegen, Schweden und Finnland sowie Grönland, Island und die Färöer Inseln von der Wikingerzeit bis zur Zeitgeschichte. Behandelt werden Themen wie Wikingersiedlungen/Kolonisation, Christentum, Geschichte Islands im Hochmittelalter, Samen und Finnen in der Finnmark, Fischerei, Agrarwirtschaft und Handel, Grenzstreitigkeiten, Hans Egede auf Grönland und der dänische koloniale Einfluss im nordatlantischen Gebiet, Nationalismus auf Island im 19.-20. Jahrhundert, Zweiter Weltkrieg, Färöer Inseln auf dem Wege zum eigenen Staat, die moderne Entwicklung Grönlands.

Literatur: Sven Tägil (Hg.), Ethnicity and Nation Building in the Nordic World, London 1995. Kirsten Hastrup, "Defining a Society: the Idelandic Free State between two Worlds", Scandinavian Studies LVI (1984). Aksel K. Sørensen, Danmark-Grønland i det 20. årshundrede, Kopenhagen 1983. E. Baudou/ K.H. Dahlstedt (Hg.), Nord-Skandinaviens historia i tvärvetenskaplig belysning, Umeå 1980.

Christian Lübke
Geschichte Osteuropas in der Frühen Neuzeit
Vorlesung

Kriterien, die im Westen und in der Mitte Europas das Ende des Mittelalters markieren (wie der Buchdruck, die Reformation oder die Entdeckung der Neuen Welt), haben im Osten Eu-ropas weniger Geltung. So ist die Frühe Neuzeit in vielem eine Epoche der Entfremdung Osteuropas vom Westen, aber bald auch der Wiederentdeckung und Intensivierung der Beziehungen, bis schließlich auf dem Wiener Kongress (1815) Russland die Geschicke des ganzen Kontinents bestimmt. Die Vorlesung behandelt die mächtepolitischen Veränderun-gen vom Ende des 15. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, vermittelt aber auch einen Eindruck von den strukturellen Wandlungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur.

Zur Einführung empfohlene Literatur: Klaus Zernack, Polen und Rußland. Zwei Wege in der europäischen Geschichte. Berlin 1994; Christian Lübke, Michael Müller, Rudolf Jaworski, Eine kleine Geschichte Polens, Frankfurt/M. 2000; Christoph Schmidt, Russische Geschichte 1547-1917, München 2003.

Jens E. Olesen
Schwedische Großmachtzeit (1561-1721)
Hauptseminar

Ziel des Seminars ist die Analyse der schwedischen Großmachtzeit von 1561 bis zum Ende des Großen Nordischen Krieges 1720. Das Thema ist für die europäische und nordeuropäische Geschichte der Frühen Neuzeit zentral. Wir wollen den Weg Schwedens (und Finnlands als Provinz) zur Großmacht verfolgen - intern als auch extern. Wie war diese Entwicklung für Schweden möglich? Hintergrund bildet u. a. die Auflösung des Deutschen Ordens. Gleich Schweden und anderer europäischer Staaten wurde auch Dänemark als Machtstaat errichtet. Es werden Themen wie Heer und Flotte, Adel und Militär, Verwaltung und Staatseinnahmen, Staat und Kirche, Ständegesellschaft behandelt. Auch die Bedeutung Finnlands für die schwedische Reichs- und Kriegsökonomie und der Kampf um das "Dominium Maris Baltici" mit Dänemark-Norwegen werden diskutiert.

Literatur (Auswahl): Robert I. Frost, The Northern Wars 1558-1721, Harlow, London, New York 2000. David Kirby, Northern Europe in the Early Modern Period. The Baltic World 1492-1772, London, New York 1990. Michael Roberts, The Swedish Imperial Experience, Cambridge 1979. Göran Rystad, Klaus-R. Böhme & Jesper Hansson (Hg.), 1648 and European Security Proceedings, Stockholm 1999. Europe and Scandinavia. Aspects of the 17th Century, Ed. Göran Rystad, Lund 1983. Leon Jespersen, A Revolution from Above? The Power State of 16th and 17th Century Scandinavia, Odense 2000.

Horst Wernicke
Hansegeschichtsschreibung im 19. und 20. Jahrhundert
Hauptseminar

Das Hauptseminar befasst sich mit der wissenschaftlich betriebenen Hansegeschichtsforschung vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis 1970 und will deren Hauptgegenstände, Tendenzen und Leistungen im Zusammenhang mit dem allgemeinen Gang der deutschen Geschichtsforschung betrachten.

Literatur: Georg G. Iggers, Deutsche Geschichtswissenschaft: eine Kritik der traditionellen Geschichtsauffassung von Herder bis zur Gegenwart, Wien 1997. Ahasver von Brandt, Hundert Jahre Hansischer Geschichtsverein. Ein Stück Sozial- und Wissenschaftsgeschichte, in: Hansische Geschichtsblätter (HGBll) 88, 1970, S. 3ff. Sowie mehrere Beiträge in den HGBll der Jahrgänge 1996 und 1998.

Werner Buchholz
Pommern und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Zentrum und Peripherie in Europa
Hauptseminar

Das Hauptseminar stellt zunächst die Frage nach den Wegen und Kanälen, auf denen die wirtschaftliche Entwicklung Westeuropas die ökonomischen und gesellschaftlichen Strukturen Pommerns und der benachbarten ostmitteleuropäischen Länder im Rahmen der europäischen Arbeitsteilung, die sich seit dem Spätmittelalter herausbildete, beeinflusst und zu deren Transformierung beigetragen hat? Die konkreten Waren und Produkte, die zwischen Westeuropa, dem Ostseeraum insgesamt und Pommern insbesondere ausgetauscht wurden, sollen ebenso analysiert werden wie die damit verbundene Transformation der pommerschen Gesellschaft und ihrer Herrschaftsordnung vom 16. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.

Literatur: Wallerstein, Immanuel, Das moderne Weltsystem. Die Anfänge kapitalistischer Landwirtschaft und die europäische Weltökonomie im 16. Jahrhundert. Dt. Erstausgabe Frankfurt am Main 1986; Spahn, Martin, Verfassungs- und Wirtschaftsgeschichte des Herzogtums Pommern von 1478 bis 1625 (Staats- und socialwissenschaftliche Forschungen 14,1), Leipzig 1896.

Horst Wernicke
Mitgliedschaft in der Hanse
Proseminar

Das Proseminar geht der Frage nach den Rechten und Pflichten der Mitglieder der Hanse nach. Es werden solche Fragen zu beantworten: Wie konnte man Hansestadt werden und was beinhaltete die Verhansung? Wie entwickelt sich die Mitgliedschaft im Verlauf der mehrhundertjährigen Entwicklung der Hanse selbst?

Literatur: Klaus Friedland, Kaufleute und Städte als Glieder der Hanse, in Hansische Geschichtsblätter 1958, S. 21ff. H. Wernicke, Die Städtehanse: 1280-1418; Genesis, Strukturen, Funktionen, Weimar 1983 (Abhandlungen zur Handels. Und Sozialgeschichte Bd. 22).

Joachim Krüger
Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648)
Proseminar

Der Dreißigjährige Krieg ist eines der zentralen Themen in der frühneuzeitlichen Geschichte des Reichs und Skandinaviens sowie weiterer Teile Europas. Er gilt als einer der Wendepunkte in der Geschichte des Ostseeraumes. Behandelt werden die politischen und religiösen Ursachen wie auch der eigentliche Kriegsverlauf. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Auseinandersetzungen zwischen dem Reich, Dänemark und Schweden.

Literatur: Klaus Bußmann (Hrsg.), 1648: Krieg und Frieden in Europa (Ausstellungskatalog), Münster 1998. Robert Frost, The Northern Wars. War, state and Society in Northeastern Europe 1558-1721, London 2000. Konrad Repgen, Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Friede, Studien und Quellen, Paderborn 1998. Georg Schmidt, Der Dreißigjährige Krieg, 6. Aufl., München 2003.

Jörg Hackmann
Das Jahr 1956 in östlichen Europa
Proseminar

Die militärische Niederschlagung des ungarischen Aufstands im Herbst 1956 zeigte, welche Grenzen das Tauwetter, das mit Stalins Tod 1953 eingesetzt hatte, für eine gesellschaftliche Öffnung in der sowjetischen Hemisphäre setzte. In dem Seminar werden Voraussetzungen, Verlauf und Wirkungen der Entstalinisierung und der Aufstände in Polen und Ungarn thematisiert.

Einführende Literaturhinweise: Hans Henning Hahn, Heinrich Olschowsky (Hg.): Das Jahr 1956 in Ostmitteleuropa, Berlin: Akademie-Verlag, 1996; Jan Foitzig (Hg.): Entstalinisierungskrise in Ostmitteleuropa 1953 - 1956: Vom 17. Juni bis zum ungarischen Volksaufstand. Politische, militärische, soziale und nationale Dimensionen, Paderborn: Schöningh, 2001; George Schöpflin, Politics in Eastern Europe 1945-1992, Oxford: Blackwell, 1993.

Jens E. Olesen
Nordeuropa in der Nachkriegszeit (1945-2006)
Proseminar

Das Proseminar behandelt anhand von Quellen und Literatur ausgewählte Aspekte der skandinavischen Länder und Finnland nach dem Zweiten Weltkrieg. Analysiert werden u. a. politische, wirtschaftliche und soziale Impulse der Nachkriegszeit, Kalter Krieg, Dänemark und Norwegen im Nato, schwedische Allianzfreiheit, im Schatten des Koreakrieges, Finnland zwischen Ost und West, Ära Kekkonen, Wohlfahrtsstaat und Konsumgesellschaft, Sozial- und Bildungspolitik, Ölkrise und Krise der Wohlfahrtstaatspolitik, Europäische Union.

Literatur: Zur ersten Orientierung wird auf Bücher und Aufsätze inkl. Einer Reihe deutscher und englischer Studien verwiesen. Zum Beispiel Länderstudien sowie Bernd Henningsen, Der Wohlfahrtsstaat Schweden, Baden-Baden 1986. Rolf Danielsen u. a., Norway: A History from the Vikings to Our Own Times, Oslo 1995. Jon R. Hjalmarsson, Die Geschichte Islands, von der Besiedlung zur Gegenwart, Reykjavik 1994. Osmo Jussila u. a., Politische Geschichte Finnlands seit 1809. Vom Großfürstentum zur Europäischen Union, Berlin 1999. Byron J. Nordstrom, Scandinavia since 1500, Minneapolis-London 2000.

Christian Lübke
Ethnische Heterogenität in der Geschichte Osteuropas
Seminar
Ethnische und nationale Vielfalt blieb mindestens bis zum Zweiten Weltkrieg, zum Teil darüber hinaus, ein charakteristisches Kennzeichen des östlichen Europa. Das Seminar behandelt die Ursachen dieses Phänomens, die daraus entstandenen Konflikte und Regeln und Probleme des Zusammenlebens anhand ausgewählter Beispiele.

Zur Einführung empfohlene Literatur: Frauke Kraas, Jörg Stadelbauer (Hgg.), Nationalitäten und Minderheiten in Mittel- und Osteuropa, Wien 2002.

Joachim Krüger
Exil in Nordeuropa
Übung

Willy Brandt, Herbert Wehner, Bertolt Brecht und viele weitere bekannte und unbekannte Deutsche flohen vor der nationalsozialistischen Verfolgung in das neutrale Schweden. Untersucht werden soll, wie der schwedische Staat der Emigration aus Deutschland gegenüber eingestellt war und welche Möglichkeiten es für Emigranten gab, politisch, publizistisch oder auch literarisch tätig zu sein. Aufgrund der nicht ganz einfachen Literaturlage richtet sich die Übung vorwiegend an ältere Studierende. Die Bereitschaft zur Übernahme von Referaten wird vorausgesetzt.

Literatur: Helmut Müssner, Exil in Schweden. Politische und kulturelle Emigration nach 1933, München 1974. Michael F. Scholz, Herbert Wehner in Schweden 1941-1946, Berlin 1997.

Jens E. Olesen
Geschichte Gotlands
Übung

Die Übung soll einen Einblick in die Geschichte Gotlands vermitteln. Schwerpunkte sind u. a. Themen wie Bauern, Kaufleute und Handel, Visby-Lübeck und der gemeine Kaufmann, Gotland und Schweden, die dänischen Invasion auf Gotland 1361 und ihre Voraussetzungen, Gotland als Brennpunkt im Ostseeraum im Spätmittelalter (Deutscher Orden, Dänemark, Schweden, Erich von Pommern), Søren Norby auf Gotland, die dänisch-schwedischen Kriege im 17. Jahrhundert, Schonischer Krieg 1675-1679 und die Zerstörung Visborgs 1677 durch die Dänen, der große Nordische Krieg, die russische Invasion auf Gotland 1808, Gotland im 19. Jahrhundert.

Literatur: Archiv und Geschichte im Ostseeraum, Festschrift für Sten Körner, Frankfurt a. M. 1997. Klaus Friedland, Die Hanse, Stuttgart 1991. Bengt Thordemann, Invasion på Got-land 1361, Stockholm 1944. Christian Tortzen, Gotland 1361, Forudsætningerne, Overleveringen, Kopenhagen 1961, Sten Carlsson & Jerker Rosén, Svensk Historia Bd. I-II, Göteborg 1970, Birgit A. Bäck, Visborgs fall, Visby 1980, Acta Visbyensia I-XI.

Christian Lübke
Erinnerungskultur und Geschichtspolitik im östlichen Europa
Übung

Mit dem Epochenjahr 1989 erhielt die Rückbesinnung auf die Geschichte, vor allem auf die vermeintlichen nationalen Wurzeln der neu entstandenen Staaten, einen starken Schub. In der Übung sollen Beispiele von "Erinnerungsorten" behandelt und der Zusammenhang von Politik und nationaler Identität diskutiert werden.

Zur Einführung empfohlene Literatur: Rudolf Jaworski u. a. (Hgg.), Gedächtnisorte in Osteuropa. Vergangenheit auf dem Prüfstand, Frankfurt/Main 2003; Andrei Corbea-Hoisie u. a. (Hgg.), Umbruch im östlichen Europa. Die nationale Wende und das kollektive Gedächtnis, Innsbruck 2004.

Sonja Birli
Die livländischen Städte im Mittelalter
Übung

Die Übung möchte sich den Besonderheiten livländischer Städtegeschichte widmen. Anhand ausgewählter Quellen und Texte sollen u. a. die allgemeine Entwicklung des Städtewesens in Livland, die Bevölkerungs- und Sozialstruk-tur, der Handel der livländischen Städte und ihre Bedeutung für die Hanse sowie die Beziehungen der Städte zu den Bischöfen und dem Deutschen Orden thematisiert werden. Besondere Berücksichtigung soll der Metropole Riga eingeräumt werden.

Literatur: Baltische Länder, hrsg. v. Gert von Pistohlkors, Berlin 1994 (Deutsche Geschichte im Osten Europas); Reinhard Wittram, Baltische Geschichte. Die Ostseelande Livland, Estland, Kurland 1180-1918. Grundzüge und Durchblicke, München 1954; Aus der Geschichte Alt-Livlands. Festschrift für Heinz von zur Mühlen zum 90. Geburtstag, hrsg. v. Bernhart Jähnig u. a., Münster 2004 (Schriften der Baltischen Historischen Kommission, Bd. 12); Stadt und Orden. Das Verhältnis des Deutschen Ordens zu den Städten in Livland, Preußen und im Deutschen Reich, hrsg. v. Udo Arnold, Marburg 1993 (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens, Bd. 44).


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Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Philosophische Fakultät
Institut für Politikwissenschaft

Internet
KVV

Walter Rotholz
Modernisierung, Macht und Gewalt im Ostseeraum
Seminar

Diese Veranstaltung beschäftigt sich mit der Entstehung des Politischen im Ostsee-raum und versucht, die Schwierigkeiten der Modernisierungstheorie mit dem Problem von Revolution, Macht und Gewalt analytisch in den Griff zu bekommen.

Literatur: Schorkowitz, Dittmar (Hrsg.), 2002: Transition - Erosion - Reaktion: Zehn Jahre Transformation in Osteuropa, Frankfurt/Main u.a.: Lang.

Walter Rotholz
Der Wohlfahrtsstaat im Ostseeraum
Seminar

Die Veranstaltung ist eine Fortsetzung der im letzten Semester begonnenen Analyse des Phänomens des Wohlfahrtsstaates. Nach Abflauen der geschichtsphilosophischen Utopien im östlichen Europa in den 1970er Jahren wurde die Legitimation politischer Herrschaft stark an das Versprechen von Wohlfahrt und sozialer Sicherheit gebunden. Das war nicht unlogisch, sondern blieb durchaus im Rahmen der säkularen Fortschrittsidee verhaftet.

Literatur: Thaa, Winfried, 1996: Die Wiedergeburt des Politischen: Zivilgesellschaft und Legitimitätskonflikt in den Revolutionen von 1989, Opladen: Leske + Budrich.

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Universität Hamburg
Fakultät für Geisteswissenschaften
Department Geschichtswissenschaft

Internet
KVV

Ralph Tuchtenhagen
Geschichte Polens III: 19. und 20. Jahrhundert
Vorlesung

Die Veranstaltung setzt die Vorlesung aus dem Sommersemester 2006 fort und behandelt die Geschichte der Polen und Polens vom Wiener Kongress (1815) bis zum Zusammenbruch des "Ostblocks" (1990). Zentrale Themen sind: Die Entwicklung der polnischen Teilungsgebiete unter preußischer, russischer und habsburgischer Herrschaft, Polen als "Nation", Erster Weltkrieg, Zwischenkriegszeit, Zweiter Weltkrieg, Polen als "Volksrepublik", außerdem sozioökonomische, konfessionelle und kulturelle Entwicklungen im 19. und 20. Jahrhundert.

Literatur: P. WANDYCZ, The lands of partitioned Poland, 1795-1918, Seattle-London 1974 (History of East Central Europe 7); A. KRZEMINSKI, Polen im 20. Jahrhundert, München 1993.

Dirk Brietzke
Norddeutschland und die Französische Revolution
Übung

Die Französische Revolution stellte in ihren vielfältigen und langfristigen Auswirkungen auch für die Territorien des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation eine Zäsur von epochaler Bedeutung dar. Je nach politischer Position und eigenem Interesse wurde sie zum positiven oder negativen Bezugspunkt der weiteren Entwicklung zwischen Reaktion, defensiver Modernisierung, aufklärerischem Engagement, sozialem Protest und revolutionärer Aktion. Auch Literatur, Kunst und Philosophie waren in den Jahren nach 1789 wesentlich vom Fanal der Revolution geprägt. Das Seminar wird sich vor allem mit der Entwicklung in Norddeutschland beschäftigen, zum Vergleich aber punktuell auch den süddeutschen und rheinischen Raum einbeziehen. Besondere Berücksichtigung soll die Rolle Hamburgs finden. Für den Scheinerwerb werden regelmäßige aktive Mitarbeit, ein mündliches Referat und eine schriftliche Hausarbeit erwartet.

Literatur: "Sie und nicht wir". Die Französische Revolution und ihre Wirkung auf Norddeutschland und das Reich, hrsg. v. A. Herzig/I. Stephan/H.-G. Winter, 2 Bde., Hamburg 1989; E. FEHRENBACH, Vom Ancien Régime zum Wiener Kongress (Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Bd.12), 4., überarb. Aufl. München 2001.

Joachim Tauber
Deutsch-Sowjetische Beziehungen 1933-1945
Übung

Innerhalb von zwölf Jahren unterlagen die Beziehungen zwischen dem Dritten Reich und der Sowjetunion dramatischen Wandlungen: von der ideologischen Gegnerschaft über Partner der Aggression bis zum Vernichtungskrieg. Von der Machtübernahme der Nationalsozialisten ausgehend, soll im Rahmen der Übung die deutsche und sowjetische Außenpolitik analysiert werden. Schwerpunkte bilden zum einen der Hitler-Stalin-Pakt und die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges, Hitlers Entscheidung zum Überfall auf die Sowjetunion, die Planung und Umsetzung des am 22. Juni 1941 beginnenden Vernichtungskrieges, zum anderen die sowjetische Außenpolitik 1939-1941, die Deutschlandpolitik Stalins während des Krieges und auf den Konferenzen der Anti-Hitler-Koalition in Teheran, Jalta und Potsdam.

Literatur: A. Hillgruber, Der 2. Weltkrieg. Kriegsziele und Strategien der großen Mächte, Stuttgart u.a. 1982; G. Roberts, The Soviet Union and the Origins of the Second World War. Russo-German Relations and the Road to War 1933-1941, Houndmills, London 1995; G. R. Ueberschär/W. Wette (Hrsg.), "Unternehmen Barbarossa". Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion 1941, Erstauflage Paderborn 1984.

Joachim Paschen
"Mit der Macht der Panzer" - Das Sowjetunion-Bild der westdeutschen Wochenschauen 1953-1968
Übung

Wie wurde durch die filmische Berichterstattung aus dem Sowjetimperium die Vorstellung von der Bedrohung durch die östliche Supermacht geprägt? Im Mittelpunkt der Analysen stehen Wochenschau-Berichte zu folgenden Schlüssel-Ereignissen und Revolutionsritualen: Stalins Tod, Volksaufstand in Berlin 1953, Adenauers Besuch in Moskau 1955, Chruschtschows Abrechnung mit Stalin, Entstalinisierungskrisen in Polen und Ungarn 1956, Einmarsch in die CSSR 1968 sowie Paraden zum 1. Mai und zum Jahrestag der Oktoberrevolution. Neben der methodisch adäquaten Nutzung des Films als historische Quelle geht es auch darum, die Wirkung dieser Berichterstattung auf die Einstellung der Westdeutschen zum sowjetischen Herrschaftssystem zu untersuchen.

Sabine Bamberger-Stammann
Helden, Schurken, Heilige II: Geschichte und Literatur im östlichen Europa
Übung

Im Rahmen der Übung werden anhand von Texten unterschiedlicher literarischer Gattungen, verschiedener Entstehungszeiten und regionaler Herkunft Geschichte und Kultur des östlichen Europa erarbeitet. Im Zentrum steht dabei die vergleichende Rezeption historischer, sozialer, kultureller und nationaler Ereignisse und Faktoren durch Autoren verschiedener Epochen, Regionen und Ethnien. In einem zweiten Schritt wird das Nachwirken der Texte in ihrer Entstehungszeit oder in späteren Zeiträumen und unter anderen Umständen behandelt. Regionaler Schwerpunkt ist das östliche Mitteleuropa; zeitlicher Entstehungsraum der Texte v.a. das 19. und 20. Jahrhundert. Die Texte werden anhand von Themenbereichen bzw. anhand von Einzelbeispielen bearbeitet.

Hans-Jürgen Bömelburg
Der Norden und Osten Europas und räumlich-kartographische Europabilder
Übung

Die Lehrveranstaltung möchte kartographische Repräsentationen von Europa in einem Zeitraum von über 500 Jahren durchmustern und dabei insbesondere Raumvorstellungen vom Norden und Osten Europas analysieren. Historisch waren in der Reflexion über Europa insbesondere dessen nördliche und östliche - in der antiken Welt wenig bekannten - Teile in ihrer Zugehörigkeit zum Kontinent umstritten und mit irrigen geographischen Vorstellungen besetzt. Später erschlossen die mittel- und osteuropäischen Imperien die Großregion räumlich und kartographisch, jedoch blieb die Zugehörigkeit des Nordens und Ostens zum "eigentlichen Europa" weiterhin prekär. Als Schwerpunkte sind vorgesehen: Das antike Kartenbild und die Vorstellung vom Norden und Osten Europas (1450-1570); die Dongrenze und die Ex- bzw. Inklusion Russlands; die kartographische Vermessung des nord- und osteuropäischen Raums: Mapping the Empires; Europabilder in den Schulatlanten des 19. Jahrhunderts; Nord- und Osteuropa in der deutschen Kartographie 1900-1945; Raumdiskurse und Mental Maps in west- und osteuropäischen Diskursen des 20. Jahrhunderts; 1989/90 und die Geographie Europas.

Literatur: J. Black, Maps and History. Constructing Images of the Past,Nerw Haven, London 1997; L. Wolff, Inventing Eastern Europe. The Map of Civilization on the Mind of Enlightenment,Stanford 1994.

Karsten Brüggemann
Russland an der Ostsee. Die Rolle des Baltikums in der Geschichte des Russischen Reichs/der Sowjetunion
Übung

Das Russische Reich wie die Sowjetunion waren multinationale Imperien. Während die Expansion in südliche und östliche Gebiete (Ukraine, Krim, Mittelasien, Sibirien) meist auf nicht-russische und nicht-christliche Ethnien traf, die zu Objekten einer Zivilisierungsmission erklärt werden konnten, die Russland als genuin europäische Macht auszeichnete, war das Baltikum in dieser Hinsicht "anders": Hier, vor den Toren der russischen Hauptstadt, herrschte (bis 1917) eine deutsche Oberschicht, die ihre Position ebenfalls mit einer mission civilisatrice begründete. Bis in die späte Sowjetherrschaft hinein chargierte das russische Baltikum-Bild zwischen der Idee des "eigenen Westens" und einer unterschwelligen Reserve, ja Angst. Die Übung wird diesen gegensätzlichen Vorstellungen nachgehen und versuchen, die Genese des Imperiums aus einem eher unüblichen Blickwinkel zu verfolgen.

Literatur: A. Kappeler, Rußland als Vielvölkerreich, Entstehung, Geschichte, Zerfall, München 1992; G. Hosking, Russland. Nation und Imperium 1552-1917, Berlin 2000; R.G. Suny/T. Martin (Hrsg.), A State of Nations. Empire and Nation-Making in the Age of Lenin and Stalin, Oxford u.a. 2001; R. Misiunas/R. Taagepera (Hrsg.), The Baltic States. Years of Dependence 1940-1990, London 21993.

Andreas Lawaty
"Slawen" und "Germanen": Figuren historischer und politischer Deutung in der Neuzeit
Übung

Die Vorstellungen von den Ursprüngen und der historischen Rolle von "Slawen" und "Germanen" in Europa (und Asien) gehören zum politischen und geschichtsphilosophischen Arsenal der Auseinandersetzungen um Selbst- und Fremdbestimmung in Prozessen kollektiver Identitätsbildung im Europa der Neuzeit. In der Übung wird der Schwerpunkt auf Motive, Personen und Texte gelegt, die im politischen Denken insbesondere von Deutschen, Polen und Russen auf ihrer Suche nach der "unverfälschten Ursprünglichkeit" und nach einem "historischen Auftrag" eine wichtige Rolle gespielt haben. Dabei sollen in historisch vergleichender Weise die verschiedenen Ebenen politischer, territorialer, religiöser, philosophischer, ethnisch-rassischer, zivilisatorischer, etc. Argumentation erarbeitet werden, die zur Deutung der jeweiligen Gegenwart und zur Bestimmung der Erwartungshorizonte herangezogen wurden. "Slawen" und "Germanen" erweisen sich dabei als - oft aufeinander bezogene - Chiffren von Gemeinschaften, die sich national abgrenzen und auch "imperial" denken und organisieren.

Literatur: K. von See, Barbar, Germane, Arier. Die Suche nach der Identität der Deutschen. Heidelberg 1994; A. Walicki, Slavophile controversy: history of a conservative utopia in nineteenth-century Russian thought, Notre-Dame 1989; A. Nowak, From Empire Builder to Empire Breaker, or there and back again: History and memory of Poland's role in Eastern Europe, in: Ab Imperio 1/2004, S. 255-288; T. Snyder, The reconstruction of nations: Poland, Ukraine, Lithuania, Belarus 1569-1999, New Haven 2003.

Christina Deggim
Handwerk in nordeuropäischen Städten des Mittelalters
Proseminar

Dagmar Hemmie
Treklangstaten - Machtpolitik am Vorabend der skandinavischen Union
Proseminar

Das beginnende 14. Jahrhundert ist für den skandinavischen Raum eine sehr dynamische und unruhige Zeit, in der rascher Aufstieg und Machtverfall eng beieinander lagen. Anhand einzelner Akteure (u.a. Kristoffer II. von Dänemark, Herzogin Ingeborg von Schweden) soll diese Periode nachgezeichnet werden).

Literatur: H.-W. Goetz, Proseminar MA, Stuttgart² 2000 (UTB 1719); A. v. Brandt, Werkzeug des Historikers, Stuttgart 131992 (Urban 33); A. Mohlin, Kristoffer II av Danmark. Förra delen: Välmaktstiden, Lund 1960; A. E. Christensen, Kalmarunionen og nordisk politik 1319-1439, Kopenhagen 1980; N. Bracke, Die Regierung Waldemars IV. Eine Untersuchung zum Wandel von Herrschaftsstrukturen im spätmittelalterlichen Dänemark, Frankfurt/Main 1999.

Gerhard Risch
"Störtebeker" - der Film
Proseminar

Ziel der Veranstaltung ist eine intensive Analyse des im Frühjahr 2006 im Fernsehen gesendeten zweiteiligen Spielfilms "Störtebeker", wobei in erster Linie untersucht werden soll, wie viel historische Wahrheit und wie viel Mythos sowohl hinsichtlich der historischen Figur Klaus Störtebeker als auch der Hansezeit um 1400 dieser Film enthält.

Literatur: Basis hierfür ist die relativ aktuelle Spezialpublikation zu diesem Thema von M. Puhle, "Die Vitalienbrüder. Klaus Störtebeker und die Seeräuber der Hansezeit", Frankfurt / New York 1992.

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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Philosophische Fakultät
Historisches Seminar

Internet (mit KVV)

Hain Rebas
Von den Völkerwanderungen bis zur Reformation, Skandinavische Geschichte I/IV: Mittelalter, 400-1500
Vorlesung

Eine einführende, chronologische, interdisziplinäre Darstellung der wechselhaften Geschichte Skandinaviens, insbes. Schwedens (+Finnland), mit Schwerpunkten in der umbruchsreichen sog. Wikingerzeit (800 1050, Christianisierung, Staatsbildungen, Handelsorte, Expansion), der Zeit der dänischen Waldemare im Hochmittelalter (1157 1230er Jahre), Gotland/Visby durchgehend und in der interskandinavischen Kalmarer Union im 15. Jahrhundert, allerdings mit historiographischen Exkursen.

Thomas Riis
Die Agrarreformen in Schleswig-Holstein
Vorlesung

Üblicherweise wird die Reformgesetzgebung der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als der Beginn der Agrarreformen gesehen. Die im Jahre 1991 erschienene Habilitationsschrift von Thorkild Kjærgaard stellte diese Blickweise radikal in Frage, da er Agrarreformen auf den einzelnen Gütern lange Zeit vor den Reformgesetzen feststellen konnte. Nach seiner Auffassung sollten die Gesetze eher die Rechtsgrundlage für die endgültige Durchsetzung der Reformen schaffen dort, wo sie noch nicht stattgefunden hatten, und wo es noch Widerstände gab. Dr. Kjærgaard hatte nur Dänemark nördlich der Königsau berücksichtigt; in der Vorlesung soll untersucht werden, ob seine Ergebnisse auch für Schleswig-Holstein zutreffen.

Empfohlene Literatur: Lit. Thorkild Kjærgaard: Den danske Revolution 1500-1800. En økohistorisk tolkning, Kopenhagen 1991; engl. Übersetzung: The Danish Revolution 1500-1800: an ecohistorical interpretation, Cambridge 1994.

Uwe Liszkowski
Nationale Frage und Nationalitätenpolitik in der Sowjetunion
Vorlesung

Die Sowjetunion war ein Vielvölkerstaat, in dem die Russen unter über 100 Nationalitäten zum Schluß gerade die Hälfte der Einwohner stellten. Aufgabe der Vorlesung wird es sein, die verschiedenen Ziele, Wege und Methoden der bolschewistischen Nationalitätenpolitik aufzuzeigen, die zwischen einer Förderung der einzelnen Nationen und deren Verschmelzung zu einem "Sowjetvolk" schwankte.

Empfohlene Literatur: Mark, R., Die Völker der Sowjetunion. Ein Lexikon, 1989; Pipes, R., The Formation of the Soviet Union, Cambridge, Mass. 1957; Simon, G., Nationalismus und Nationalitätenpolitik in der Sowjetunion. Von der totalitären Diktatur zur nachstalinistischen Gesellschaft. Baden-Baden 1986; Halbach, U., Das sowjetische Vielvölkerimperium. Nationalitätenpolitik und nationale Frage Mannheim ; Leipzig ; Wien ; Zürich 1992 (=Meyers Forum, Bd. 3 ).

Rudolf Jaworski
Geschichte Polens im 20. Jahrhundert
Vorlesung

Die Geschichte Polens im "kurzen" 20. Jahrhundert ist von einer besonderen Dramatik, Wechselhaftigkeit und von mehrfachen radikalen Umbrüchen gekennzeichnet, wobei die beiden Weltkriege zwar wichtige, aber keinesfalls die einzigen Zäsuren dargestellt haben. Äußere Gefährdungen bis hin zum Souveränitätsverlust im Zweiten Weltkrieg, schwierige innere Konsolidierungsaufgaben, Minderheitenfragen und Wirtschaftsprobleme haben dieses Land immer wieder extremen Belastungen ausgesetzt und dementsprechend die politische Kultur geprägt. In dieser Vorlesung sollen alle diese Aspekte berücksichtigt und in einem Überblick zusammengefasst werden.

Empfohlene Literatur: Manfred Alexander: Kleine Geschichte Polens. Leipzig 2003; Rudolf Jaworski u.a.: Eine kleine Geschichte Polens. Frankfurt/M. 2000.

Ulrich Lange
Geschichte Schleswig-Holsteins Teil III: Schleswig-Holstein seit 1945
Vorlesung

Im Rahmen einer Überblicksvorlesung von 1100 bis heute sind das 13. Jahrhundert, das 16. Jahrhundert und wenige Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts Zeiten bedeutsamen strukturellen Wandels. Alles in den Schatten stellt in dieser Beziehung aber die Zeit von etwa 1955 bis 1975. Sie ist gekennzeichnet durch einen grundstürzenden Wandel der gesamten Lebensverhältnisse des Bundeslandes Schleswig-Holstein. Dieser Wandel binnen weniger Jahrzehnte ist Gegenstand der Überblicksvorlesung.

Empfohlene Literatur: Ulrich Lange (Hrsg.), Geschichte Schleswig-Holsteins, 2. [erw. u. verb.] Auflage, Neumünster 2003.

Martin Aust
Die Epoche der Nordischen Kriege 1558-1809
Proseminar

Die Frühe Neuzeit läßt sich im Ostseeraum als Epoche der Nordischen Kriege bezeichnen. Sie ist geprägt zum einen von der kontinuierlichen Bedeutung des Ostseehandels für den Warenaustausch zwischen West und Ost und zum anderen von der Entstehung des frühmodernen Staates wie auch der militärischen Revolution. Dies alles überlagert die Auseinandersetzung um das dominium maris baltici zwischen Polen-Litauen, Schweden und Rußland. Nachdem Polen-Litauen als die Großmacht im Nordosten des 16. Jahrhunderts zu gelten hatte und das 17. Jahrhundert von der Vormachtstellung Schwedens gekennzeichnet war, dominierte Rußland das 18. Jahrhundert, das in den Teilungen Polen-Litauens und schließlich 1809 in der rußländischen Annexion Finnlands kulminierte. Das Proseminar führt anhand dieser Themen in das Studium der neuen Geschichte ein.

Empfohlene Literatur: Klaus Zernack, Das Zeitalter der Nordischen Kriege von 1558 bis 1809 als frühneuzeitliche Geschichtsepoche, in: Zeitschrift für historische Forschung 1 (1974), S. 55-79. Robert Frost, The Northern Wars. War, State, and Society in Northeastern Europe 1558-1721, Harlow 2000.

Andreas Fülberth
Litauische Geschichte zwischen 1795 und 1991
Proseminar

Die Jahreszahlen 1795 und 1991 stehen für den Verlust respektive das Wiedererlangen von Eigenstaatlichkeit: Als Teil des polnisch-litauischen Gesamtstaates büßte Litauen diese 1795 im Zuge der Dritten Polnischen Teilung ein; und vor nunmehr eineinhalb Jahrzehnten gewann es sie - nach zwischenzeitlich lediglich zwei Jahrzehnten staatlicher Unabhängigkeit von 1918 bis 1940 - zum zweiten Mal zurück. Prozentual höher als bei vielen anderen Nationen war im Falle der Litauer während jener 200 Jahre der Anteil derer, die ihre Heimat verließen; Auswanderung bzw., soweit es die Sowjetzeit ab 1940 betrifft, Wege ins Exil bilden daher eines der Themen, die im Zusammenhang mit dem Litauen des 19. und 20. Jahrhunderts Behandlung verdienen. Prägnante Besonderheiten in der Geschichte dieses Landes sind darüber hinaus zum Beispiel ein zu Zeiten seiner Zugehörigkeit zum Zarenreich erlassenes jahrzehntelanges Druckverbot für die litauische Sprache oder, bezogen auf die 1920er und 1930er Jahre, der fehlende Zugriff auf das als Hauptstadt beanspruchte, seinerzeit jedoch von Polen vereinnahmte Wilna. Auch die Zeit des Ersten Weltkriegs stellt eine Episode ganz eigener Art dar, denn im Gefolge der Besetzung durch deutsche Truppen kamen Gedanken auf, Litauen nach Kriegsende eng an das Deutsche Reich anzubinden.

Ulrike Hanssen-Decker
Schweden im 20. Jahrhundert
Proseminar

Das Proseminar führt in die Neuzeithistoriographie am Beispiel Schwedens im 20. Jahrhundert ein. Thematisch soll ein weiter Bogen von Fragen der Innen- und Außenpolitik (z.B. Parteien, Regierungssystem, Neutralität, europäische Integration) bis hin zu Aspekten des schwedischen Sozialstaats (Stichwort "Volksheim") sowie kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen gespannt werden.

Thomas Riis
Geschichte der Landschaft Schleswig 700-1200
Proseminar

Im Proseminar werden wir die Geschichte der Landschaft Schleswig seit der Anlage des ältesten Danewerks bis zur Gründung des Herzogtums Schleswig untersuchen. Die Lage der Landschaft als dänische Grenzprovinz verknüpfte deren Geschichte mit der Entwicklung unter den slawischen Nachbarvölkern sowie im Reich, was zu wiederholten Konflikten führte.

Empfohlene Literatur: Lit. Von Thorsberg nach Schleswig hrsg. von Klaus Düwel, Edith Marold & Christiane Zimmermann, Berlin-New York 2001; Haithabu und die frühe Stadtentwicklung im nördlichen Europa hrsg. von Klaus Brandt, Michael Müller-Wille und Christian Radtke (Schriften des Archäologischen Landesmuseums 8), Neumünster 2002.

Stefanie Robl
Schleswig-Holstein im Zeitalter der Aufklärung
Proseminar

Im Verlauf des 18. Jahrhunderts vollzog sich die völlige Integration der Herzogtümer in den dänischen Gesamtstaat, zu dem neben den Herzogtümern und Dänemark u.a. auch Norwegen sowie Kolonien in Westindien und an der westafrikanischen und ostindischen Küste gehörten. Dieser zählte aufgrund der Aufhebung der Leibeigenschaft 1788 und des Sklavenhandelsverbotes 1792 sowie weiteren Reformen u.a. im Gesundheitswesen zu den Musterstaaten des Aufgeklärten Absolutismus. Zu den Zentren der Aufklärung im dänischen Gesamtstaat zählten neben Kopenhagen, wo der "deutsche Kreis" die Ideen der Aufklärung verbreitete, auch die Universität Kiel sowie die Herrenhäuser Emkendorf und Knoop. Durch die im Zuge der Aufklärung in Schleswig und Holstein durchgeführten Reformen im Agrarbereich sowie im Schul- und Armenwesen standen die Herzogtümer auch an der Spitze der deutschen Entwicklung. Im Proseminar beschäftigen wir uns mit den Ideen der Aufklärung und deren Auswirkungen auf Schleswig und Holstein wie etwa dem Bau des Schleswig-Holsteinischen Kanals sowie den wichtigsten Personen wie Bernstorff, Struensee oder Voß.

Empfohlene Literatur: Bohnen, Klaus/Jørgensen, Sven-Aage (Hrsg.): Der dänische Gesamtstaat. Kopenhagen, Kiel, Altona, Tübingen 1992 (Wolfenbütteler Studien zur Aufklärung, 18). - Feldbæk, Ole: Den lange fred 1700-1800, København 2003 (Danmarks historie, 9). - Heinzelmann, Eva/Riis, Thomas/Robl, Stefanie (Hrsg.): Der dänische Gesamtstaat. Ein unterschätztes Weltreich? Kiel 2006. - Klose, Olaf/Degn, Christian (Hrsg.): Die Herzogtümer im Gesamtstaat 1721-1830, Neumünster 1960 (Geschichte Schleswig-Holsteins, 6). - Lange, Ulrich (Hrsg.): Geschichte Schleswig-Holsteins. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, 2. Auflage, Neumünster 2003. - Lehmann, Hartmut/Lohmeier, Dieter (Hrsg.): Aufklärung und Pietismus im dänischen Gesamtstaat: 1770-1820, Neumünster 1983.

Hain Rebas
Das nordeuropäische Mittelalter in der schönen Literatur
Vorlesung

Anhand der "Klassiker" wie H.K.Laxness' "Gerpla" und Frans G.Bengtssons "Röde Orm" über die Wikingerzeit, Sigrid Undsets "Kristin Lavransdatter" über das Hochmittelalter sowie M.Waltaris "Mikael der Finne" und Jaan Kross' "Vier Monologe..." über das Spätmittelalter (plus Vorschläge noch?) decken wir das gesamte Nordeuropa, von Island weit weg im Nordwesten bis Reval/Tallinn an der estnischen Nordküste, von der Wikingerzeit über das gesamte bunte Mittelalter bis zur Reformation, ab.

Rolf Hammel-Kiesow
Die Verwaltung einer spätmittelalterlichen Hansestadt
Proseminar

Die schriftlichen Quellen des Verwaltungshandelns sind die wichtigste Überlieferung für unsere Kenntnis früherer Zustände und Entwicklungen in den Städten. Aus ihnen lässt sich der Aufbau der Verwaltungsstruktur, die Aufgaben und das Personal der einzelnen Bereiche ermitteln. Ziel der Übung ist es, anhand des reichen Fundus' des Archivs der Hansestadt Lübeck einen Einblick in die seit dem 14. Jahrhundert sich zunehmend differenzierende Verwaltung des spätmittelalterlichen Lübeck zu bekommen. Vergleichsbeispiele aus anderen Städte werden herangezogen. Eine Exkursion ins Archiv der Hansestadt Lübeck ist vorgesehen.

Literatur zur Einführung: Antjekathrin Graßmann, Die städtische Verwaltung, in: Die Hanse - Wirklichkeit und Mythos, hg. von Jörgen Bracker, Bd. 1, Hamburg 1989, S. 350-360. [Neudruck in: Die Hanse. Lebenswirklichkeit und Mythos, hg. von Jörgen Bracker, Volker Henn und Rainer Postel, 2. Aufl. des Textbandes, Lübeck 1998, S. 479-496. - 3. Aufl. Lübeck 1999].

Ulrike Hanssen-Decker
Geschichten über Finnland - Finnische Historiographie im 19. und 20. Jahrhundert
Übung

Ausgehend von den wohl ziemlich unbeachteten Beständen der Seminarbibliothek soll analysiert werden, welche Bilder über Finnland in Übersichtswerken des 19. und 20. Jahrhunderts gezeichnet wurden und warum. Von Interesse ist weiterhin zu untersuchen, wie diese sich im Laufe der Zeit gewandelt haben, und sie mit offiziellen Darstellungen über Finnland, wie sie gerade seit dem finnischen EU-Beitritt 1995 von Seiten der Regierung und des Außenministeriums publiziert werden, zu kontrastieren. Welche Inhalte und Konzepte wären bei einer "Finnischen Geschichte" für Studierende an unserem Seminar zu berücksichtigen? Im Zentrum der Betrachtung stehen Werke deutscher und (finnland-)schwedischer Autoren. Werke finnischer Autoren (z.B. Max Jakobson, Matti Klinge, Eino Jutikkala werden wir in deutscher bzw. englischer Übersetzung bearbeiten.

Rudolf Jaworski
Polnische Zeitgeschichte in Film und Fernsehen
Übung

An Hand ausgewählter westlicher wie polnischer Film- und Fernsehdokumente sollen filmische Bearbeitungs- und Darstellungweisen der polnischen Zeitgeschichte nachgezeichnet werden. Realhistorische Tatbestände sowie ihre mediale Umsetzung werden hierbei gleichermaßen zu berücksichtigen sein. Die Veranstaltung versteht sich über den konkreten Untersuchungsgegenstand hinaus somit auch als eine Einführung in die Techniken solcher moderner Geschichtsverwertung.

Harm von Seggern
Lübeck als Zentrum des Fernhandels, 14. - 15. Jahrhundert
Hauptseminar

Lübeck gilt als Haupt der Hanse. In diesem Seminar soll es jedoch weniger um die Verfassungsgeschichte der Hanse als vielmehr um die Wirtschaftsgeschichte gehen. Wie sich bei einer näheren Betrachtung zeigen wird, gibt es jedoch nicht besonders viele Quellen aus dem Wirtschaftsleben, so dass man doch wieder auf die Quellen aus dem rechtlichen Bereich angewiesen ist. Bei der Frage nach den Wirtschaftsbeziehungen sind an erster Stele die anderen Hansestädte zu nennen, vor allem die des näheren wendischen Hanseviertels wie Hamburg, Lüneburg, Wismar, sodann aber auch die der weiter entfernten Hansestädte und nicht zuletzt die fernen Hansekontore in Brügge, London, Bergen und Nowgorod. Der Handel reichte dabei sogar über Brügge hinaus in den atlantischen Raum, es sei nur auf das Baiensalz verwiesen. Ein wichtiger Indikator für die Weite des Lübecker Handels stellt die Anwesenheit von Italienern um die Mitte des 15. Jahrhunderts dar. Eine der wichtigsten Methoden der modernen Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters besteht in der Prosopographie. Bei einem personengeschichtlichen Ansatz geht es darum, zunächst möglichst viele Nachrichten zusammenzutragen, um aus ihnen beispielsweise die Handelsaktivitäten eines Kaufmanns zu erschließen.

Empfohlene Literatur: Antjekathrin Graßmann: Lübeckische Geschichte. Lübeck 31997. - Gunter Hirschfelder: Kölner Fernhandel im Spätmittelalter (= Veröffentlichungen des Kölnischen Stadtmuseums, 10). Köln 1994.

Ekkehard Klug
Russland und Europa 1650-1725
Hauptseminar

Im Zeitraum zwischen 1650 und 1725 vollzog sich in und für Russland sowohl hinsichtlich seiner äußeren Stellung als auch seiner inneren Verhältnisse ein grundlegender Wandel. Aus dem europäischen Randstaat wurde eine der Großmächte Europas. Das Moskauer Zartum erfuhr zugleich einen - wenn auch nur partiellen - inneren Modernisierungsprozess, in dessen Verlauf sich das Land beim Aufbau neuer staatlicher Institutionen und in kultureller Hinsicht an westlichen Mustern zu orientieren begann. Diese Entwicklungen, aber auch die Frage nach allfällig verbleibenden russischen Kontinuitätslinien sollen im Rahmen der hier angekündigten Veranstaltung untersucht werden.

Empfohlene Literatur: Lindsey Hughes, Russia in the Age of Peter the Great. New Haven, London 1998; Walter Leitsch, Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und soziale Tragfähigkeit Rußlands vor den petrinischen Reformen. In: Forschungen zur osteuropäischen Geschichte 38 (1986), S. 336 - 352; Werner Philipp, Russia: The Beginning of Westernization. In: The New Cambridge Modern History, Bd. 5. Cambridge 1961, S. 571 - 591. Wiederabgedruckt in: Forschungen zur osteuropäischen Geschichte 33 (1983), S. 63-80; Klaus Zernack, Das Zeitalter der nordischen Kriege von 1558-1809 als frühneuzeitliche Geschichtsepoche. In: Zeitschrift für historische Forschung 1 (1974), S. 55-79; Klaus Zernack, Polen und Rußland. Zwei Wege in der europäischen Geschichte. Frankfurt a.M., Berlin 1994.

Rudolf Jaworski
Autoritäre Regime und faschistische Bewegungen in Osteuropa
Hauptseminar

Die Einführung parlamentarisch-demokratischer Verhältnisse in Osteuropa nach dem Ersten Weltkrieg war von Anfang an mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden, so dass sich bereits in den zwanziger Jahren autoritäre Regime wie z.B. in Ungarn, Polen oder in Litauen etablieren konnten, welche in einer doppelten Frontstellung gegen rechts- und linksextreme Kräfte zunächst als "Erziehungsdiktaturen" starteten, um dann freilich eine eigene Dynamik zu entwickeln. In manchen Ländern wie z.B. in Rumänien konkurrierten hierzu faschistoide Bewegungen, welche sich zuerst an Italien, später dann vor allem am Dritten Reich orientiert haben. In diesem Hauptseminar sollen die innen- wie außenpolitischen Rahmenbedingungen dieser Erscheinungen untersucht und die Verlaufsprozesse der Entdemokratisierung in diesem Teil Europas rekonstruiert werden.

Empfohlene Literatur: Ernst Nolte: Die faschistischen Bewegungen. München 1969; Erwin Oberländer u.a. (Hg.): Autoritäre Regime in Ostmittel- und Südosteuropa im Vergleich. Paderborn 2001.

Hain Rebas
Neutralität und totalitäre Aggression. Nordeuropa im 2. Weltkrieg 1939-1945
Hauptseminar

Dänemark und Norwegen - besetzt vom Deutschen Reich, Schweden (angeblich) neutral, Finnland - ein Mal überfallen von der UdSSR (Winterkrieg 1939 40), danach Waffenbruder des Deutschen Reiches (1941 44), Estland Opfer des Hitler Stalin Paktes, annektiert von der UdSSR 1940 41, 1944 1991 und besetzt vom Deutschen Reich 1941 44; verschieden waren die Schicksale der nördlicheren Völker Europas im 2. Weltkrieg. Sie im breiteren historischen und im quellenkritischen Kontext zu analysieren, auch um die darauf folgende Zeiten und Mentalitäten zu verstehen, ist Ziel des Hauptseminars.

Empfohlene Literatur: Einführende Literatur: Gängige Übersichtswerke, nationale Darstellungen, Projekt SUAV (Sverige under andra världskriget / Sweden during the second world war), Internet; Bohn, Robert/ Elvert, Jürgen/ Rebas, Hain/Salewski, Michael: Neutralität und totalitäre Aggression. Stuttgart 1991.

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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Philosophische Fakultät
Kunsthistorisches Institut

Internet
KVV

Uwe Albrecht
Mittelalterliche Kunst und Architektur im westlichen Ostseeraum
Proseminar

Uwe Albrecht
Wandmalerei in Lübeck
Hauptseminar

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Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Institut für Ökonomische Bildung

Internet
KVV

Thomas Apolte
Europäische Integration und Osterweiterung
Seminar

In dem Seminar werden die ökonomischen Auswirkungen der EU-Erweiterung behandelt. In der sechsten Erweiterungsrunde 2004 wurden acht ost- und mitteleuropäische Länder (MOEL) sowie die beiden Mittelmeerinseln Malta und Zypern als Mitglieder in die Europäische Union (EU) aufgenommen. Des Weiteren werden im kommenden Jahr in der siebten Erweiterungsrunde Bulgarien und Rumänien der EU beitreten. Den Status als Beitrittskandidaten haben zurzeit neben den im kommenden Jahr beitretenden Ländern Kroatien, Mazedonien und die Türkei. Da die MOEL sich seit dem Zusammenbruch des Ostblocks seit Anfang der 90er in einem Transformationsprozess von einer ehemals zentralwirtschaftlichen hin zu einer markwirtschaftlichen Struktur befinden, weisen diese Länder andere ökonomische Strukturen auf als die seit langem durch marktwirtschaftliche Strukturen gekennzeichneten westeuropäischen Länder. Da die der EU beitretenden Länder bei Erfüllung der Konvergenzkriterien der Europäischen Währungsunion beitreten werden, ist die Betrachtung der realen und monetären Integration von besonderer Bedeutung. Nur bei einer hohen realen und monetären Integration wird der Beitritt zur EWU problemlos ablaufen. In der Öffentlichkeit besteht oftmals die Befürchtung, die Bedingungen am Arbeitsmarkt würden sich in Folge des Beitritts der MOEL verschlechtern. Daher wird neben der monetären und der realen Integration die Integration der Arbeitsmärkte betrachtet.

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Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Fachbereich Geschichte/Philosophie
Historisches Seminar

Internet
KVV


Lothar Maier
Einführung in die polnische Geschichte der Neuzeit
Vorlesung

Von der Christianisierung und Staatsgründung im 10. Jahrhundert an war Polen mit Deutschland in wechselvollen Beziehungen verbunden, die keineswegs nur von Antagonismus bestimmt waren, wie die Verbrechen und Tragödien des 20. Jahrhunderts suggerieren. Was die zentralen Problemfelder der frühen Neuzeit - Konfessionalisierung und Überwindung des Ständestaates - betrifft, durchlief Polen eine dem westeuropäischen Modell gegenläufige Entwicklung. Im „langen 19. Jahrhundert" gelang den Polen der Übergang von der ständischen zur modernen Nationsgesellschaft unter den Bedingungen von Teilung und Fremdherrschaft. Diese historischen Erfahrungen prägten nicht nur dauerhaft Mentalität und politische Kultur Polens, sondern bestimmten auch sein Verhältnis zum Nachbarn Deutschland. Zwar ist es auch Ziel der Vorlesung einen kurzen Faktenüberblick bis 1989 zu geben, in erster Linie soll aber in die strukturellen Besonderheiten der polnischen Geschichte eingeführt werden.

Zur ersten Einführung geeignet: Rudolf Jaworski, Christian Lübke, Michael Müller, Eine kleine Geschichte Polens (= Edition Suhrkamp 2179). Frankfurt/ Main 2000.


Lothar Maier, Alfred Sproede, Rainer Stichel
Zwangsmigrationen in den Grenzräumen der östlichen Welt
Vorlesung

Anhand von Fallstudien soll das Problem der Vertreibungen und erzwungenen Bevölkerungsverschiebungen in Ostmitteleuropa beleuchtet werden - ein unlängst durch die Debatte über ein Europäisches Zentrum bzw. eine Gedenkstätte auch wieder öffentlich virulent gewordenes Thema. Im Mittelpunkt werden die Migrationen infolge des Zweiten Weltkrieges und die Verarbeitung ihrer Konsequenzen stehen, die vor allem Deutsche, Polen und Ukrainer betrafen. Ergänzend werden Beispiele aus der Geschichte Rußlands und des Nahen Ostens herangezogen; aus der jüngsten Geschichte werden außerdem die Grenzverschiebungen und „ethnischen Säuberungen" nach dem Zerfall Jugoslawiens kritisch untersucht. Die Beiträge zur Ringvorlesung kommen von Fachvertretern aus den Gebieten Allgemeine und Osteuropäische Geschichte, Kirchengeschichte, Rechtswissenschaft (Völkerrecht), Politologie, Byzantinistik und Literaturwissenschaft. Zu Beginn des Semesters wird ein Programm verteilt; die Vortragenden werden weiterführende Literatur zu ihren jeweiligen Themen vorschlagen.

Einführende Literatur: Forced Migration in Central and Eastern Europe, 1939-1950, ed. by Alfred J. Rieber, London 2000; Redrawing Nations. Ethnic Cleansing in East-Central Europe, 1944-1948, ed. by Philipp Ther, Ana Siljak, Lanham et al. 2001; Vertreibungen europäisch erinnern? Historische Erfahrungen - Vergangenheitspolitik - Zukunftsperspektiven, hrsg. von Dieter Bingen et al., Wiesbaden 2003.


Eduard Mühle
Einführung in das Studium der mittelalterlichen Geschichte: Das piastische Polen
Proseminar

Das Proseminar soll Einblicke in die mittelalterliche polnische Geschichte von den Anfängen der großräumigen Herrschaftsbildung, dem Reich der Piasten, im 10. Jahrhundert bis zum Tode Kasimirs des Großen, des letzten in der Hauptlinie herrschenden Piasten, im Jahr 1370 eröffnen. Am thematischen Gegenstand werden dabei exemplarisch Arbeitsweisen, Methoden und Hilfsmittel des Mediävisten vorgestellt und eingeübt. Von den Teilnehmern wird neben regelmäßiger Teilnahme und individueller (u.a. schriftlicher) Sitzungsvorbereitung das Bestehen der Propädeutik-Klausur und die Abfassung einer schriftlichen Hausarbeit erwartet.

Literatur: H.-W. Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB 1719), Stuttgart 1993 bzw. ²2000; Kap. I-VI in Gotthold Rhode: Geschichte Polens. Ein Überblick, Darmstadt 1980 und Christian Lübke: Frühzeit und Mittelalter, in: Rudolf Jaworski u.a.: Eine kleine Geschichte Polens, Frankfurt a. M. 2000, S. 20-125.


Oliver Näpel
Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Der kalte Krieg
Proseminar

Der sich im Kalten Krieg verschärfende Ost-West-Konflikt prägte die bipolaren Grundlagen internationaler Beziehungen für mehr als ein halbes Jahrhundert. Der heutigen Jugend ist der Kalte Krieg aber ‚nur noch Geschichte', seine Feindbilder und Fremdstereotype, wie sie z.B. in der Populärkultur verbreitet wurden und mehrere Generationen prägten, sind nicht mehr präsent. Nicht nur die Gegner James Bonds haben ihre Nationalität gewechselt, auch ‚die rote Gefahr', der ‚Griff nach Europa', selbst der ‚Kampf dem Atomtod' und die Ostermärsche der Friedensbewegung erscheinen heute fern. Nicht nur aber besonders für die deutsch-deutsche Geschichte war diese Epoche dabei prägend und hat bis heute an ihrer nachhaltigen Wirkung nur wenig eingebüßt: Besatzung und Teilung, Wiederbewaffnung und Eingliederung in antagonistische Bündnissysteme, Westintegration und Ostpolitik, die Geschichte zweier Staaten und Überwindung der Teilung, Ressourcenvernichtung und ökonomischer Zusammenbruch etc. Die bis in die Gegenwart und absehbare Zukunft reichenden Schwierigkeiten des Zusammenwachsens Deutschlands sind ohne die Kenntnis ihrer Ursachen im Kalten Krieg nicht verstehbar, mehr noch: kaum überwindbar.

Als einführende Literatur wird empfohlen: Kleßmann, Christoph: Zwei Staaten, eine Nation. Deutsche Geschichte 1955-1970. Bonn 1997; Stöver, Bernd: Der Kalte Krieg. München 2003; Weber, Jürgen: Kleine Geschichte Deutschlands seit 1945. München 2001.


Raoul Zühlke
Weltgeschichte - Imperien, Räume, Systeme 13.-19. Jh. Mittel- und Osteuropa als Katalysator globaler Entwicklungen?
Seminar

„Die Europäer waren nicht klüger als die Inder und nicht militärischer als die Azteken. Sie haben nicht mehr Technologien entwickelt als die Chinesen und nicht härter gearbeitet als die Afrikaner [...]. Warum steht Europa 1815 so groß da und stürzt 1914 so tief in den Abgrund?" Dies ist eine der Kernfragen des bekannten Osteuropahistorikers Hans-Heinrich Nolte, der einer der Wegbereiter einer modernen Weltgeschichte in Deutschland ist. Analog zu dieser Fragestellung soll im Kurs erörtert werden, welche Faktoren für die Entstehung bestimmter Systeme und Imperien ursächlich sind. Ein Fokus wird dabei auf der Rolle Mittel- und Osteuropas bei der Entstehung der „einen Welt" liegen. Ziel der Veranstaltung ist es ferner eine Einführung in den Globalisierungsdiskurs unter dem Aspekt der Ablösung der „World History" durch die „New Global History" zu geben.

Literatur: Hans-Heinrich Nolte: Weltgeschichte. Imperien, Religionen und Systeme, Wien 2005. Robert Bartlett: Die Geburt Europas aus dem Geist der Gewalt, Berlin 1996.


Eduard Mühle
Das sozialistische Osteuropa 1945-1991
Seminar

Den Zielsetzungen eines Kurses entsprechend sollen in einem diachronen, faktenorientierten Durchgang durch die Nachkriegszeit anhand von grundlegender Literatur sowie in der Beschäftigung mit zentralen Quellen (Schlüsseldokumenten) die Grundzüge der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung des östlichen Europa vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Auflösung des „Ostblocks" erarbeitet werden.

Einführende Literatur: Handbuch der Geschichte Russlands. Band 5: 1945-1991. Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion, hrsg. von Stefan Plaggenborg, Stuttgart 2002-2003; Berent, Ivan T.: Central and Eastern Europe 1944-1993. Detour from the periphery to the periphery. Cambridge 1996; Rothschild: Return to Diversity. A Politcal History of East Central Europe since World War II, New York³ 2000.


Lothar Maier
Vom „Polenrausch" zum „gesunden Volksegoismus". Die polnische und die deutsche Nation 1830 - 1850
Übung

Polen und Deutsche konstruierten ihre Identität und Integration stiftende Nationalidee gleichzeitig und unter vergleichbaren äußeren Bedingungen. Für beide Nationalbewegungen waren in ihrer emanzipatorischen Phase die drei Teilungsmächte Russland, Österreich und Preußen gemeinsame Feinde. Dies führte zu einer engen deutsch-polnischen Verbindung, die von dem naiven Glauben getragen war, dass die gemeinsame Freiheit und friedliche Nachbarschaft gesichert seien, sobald nur „die Völker" anstelle der Monarchen die europäische Politik bestimmten. Anhand von zeitgenössischen Texten soll in die Problematik der liberalen Polenfreundschaft auf deutscher und der Bündnisangebote auf polnischer Seite eingeführt und der Übergang zu einem von Konkurrenz und Feindschaft geprägten deutsch-polnischem Verhältnis in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erläutert werden.

Literatur: Karl-Ernst Jeismann (Hrg.), Die deutsch-polnischen Beziehungen 1831 - 1848: Vormärz und Völkerfrühling (= Schriftenreihe des Georg-Eckert-Instituts für Internationale Schulbuchforschung. Bd. 22/II). Braunschweig 1979.


Eduard Mühle
Deportation, Flucht und Vertreibung in Ostmitteleuropa. Methodendiskussion und Quellenlektüre
Übung

„Flucht und Vertreibung" in bzw. aus Ostmitteleuropa sind in der (deutschen) Forschung bislang überwiegend als Ereignisse beschrieben worden, die am Ende des Zweiten Weltkriegs vor allem eine deutsche Bevölkerung betroffen haben. In Wirklichkeit ist es im östlichen Mitteleuropa im weiteren Kontext des Zweiten Weltkriegs in Gestalt von Umsiedlungen, Evakuierungen, Deportationen, Fluchten und Vertreibungen zu einer Vielzahl verschiedenster Zwangsmigrationen gekommen, von denen Angehörige aller ostmitteleuropäischen Nationen betroffen waren. In der Übung sollen die methodischen Grundlagen für eine vergleichende Erforschung dieser Zwangsmigrationen diskutiert und einschlägige Quellen analysiert werden.

Einführende Literatur: Forced Migration in Central and Eastern Europe, 1939-1950, ed. by Alfred J. Rieber, London 2000; Redrawing Nations. Ethnic Cleansing in East-Central Europe, 1944-1948, ed. by Philipp Ther, Ana Siljak, Lanham et al. 2001; Vertreibungen europäisch erinnern? Historische Erfahrungen - Vergangenheitspolitik - Zukunftsperspektiven, hrsg. von Dieter Bingen et al., Wiesbaden 2003.


Stefan Lehr

Die „Sowjetisierung" Ostmitteleuropas in der stalinistischen Ära (1945-1953)
Übung

Die Übung wird sich mit der Machtübernahme der Kommunisten und der Etablierung des sowjetisch-stalinistischen Modells in den ostmitteleuropäischen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg befassen. Am Beispiel der einzelnen Länder werden die Prädispositionen für die „Sowjetisierung" sowie Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Alternativen im Verlauf dieses Prozesses untersucht. Außer den Auswirkungen auf das politische System werden auch die Veränderungen in der Sozial-, Bildungs- und Wirtschaftspolitik behandelt. Zudem gilt es, die innenpolitische Entwicklung in den außenpolitischen Kontext des sich bildenden „Kalten Krieges" zu stellen.

Einführende Literatur: Berent, Ivan T.: Central and Eastern Europe 1944-1993. Detour from the periphery to the periphery. Cambrigde 1996; Connelly, John: Captive university: the Sovietization of East German, Czech, and Polish higher education 1945-1956. London u.a. 2000; Hoensch, Jörg K.: Sowjetische Osteuropapolitik 1945-1975. Kronberg 1974; Kenney, Padraic: Rebuilding Poland. Workers and Communists 1945-1950. London 1997; Lemberg, Hans (Hg.): Sowjetisches Modell und nationale Prägung. Kontinuität und Wandel in Ostmitteleuropa nach dem Zweiten Weltkrieg. Marburg 1991; Naimark, Norman - Gibianskii, Leonid (Hg.): The Establishment of Communist Regimes in Eastern Europe 1944-1949. Oxford 1997; O'Sullivan, Donal: Stalins "cordon sanitaire". Die sowjetische Osteuropapolitik und die Reaktionen des Westens 1939-1949. Paderborn 2003; Schmidt-Hartmann, Eva (Hg.): Kommunismus und Osteuropa. Konzepte, Perspektiven und Interpretationen im Wandel. München 1994.

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Universität Rostock
Philosophische Fakultät
Historisches Institut

Internet (mit KVV)

Manfred Jatzlauk
Deutschland und Russland im 19. Jahrhundert
Proseminar
Im Rahmen dieses Proseminars werden bedeutsame Determinanten der deutsch-russischen Beziehungen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert in ihrer Entwicklung, Kontinuität, Veränderlichkeit und Wertigkeit untersucht und beurteilt. In die Analyse und Bewertung der Beziehungen wird grundsätzlich die gesamteuropäische Dimension einbezogen und gewichtet.

Literatur: Horst Müller-Link, Industrialisierung und Außenpolitik. Preußen-Deutschland und das Zarenreich von 1860 bis 1890, Stuttgart 1977. Preußen-Deutschland und Rußland vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Mit Beiträgen von Winfried Baumgart u.a., Berlin 1991. Ludmilla Thomas/Dietmar Wulff (Hrsg.), Deutsch-russische Beziehungen. Ihre welthistorischen Dimensionen vom 18. Jahrhundert bis 1917, Berlin 1992. Dagmar Herrmann/ Alexander L. Ospovat, Deutsche und Deutschland aus russischer Sicht. 19. Jahrhundert: Von der Jahrhundertwende bis zu den Reformen Alexanders II., München 1998.

Dörte Putensen
Die politischen Systeme in den nordischen Ländern
Proseminar

Anhang der Analyse verschiedener Quellen wird die Entstehung und Wirkungsweise der politischen Systeme in den nordischen Ländern untersucht.

Literatur: Verfassungen Schwedens, Dänemarks, Norwegens, Finnlands und Islands; Wolfgang Ismayr (Hrsg.) Die politischen Systeme Westeuropas, Opladen 1999; Nordeuropa-Handbuch, Greifswald 1992.

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Last update: May 3, 2006