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August Neander
1789-1850
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Adolf von Harnack
1851-1930
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Hans Lietzmann 1875-1942
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In der neu begründeten Berliner Theologischen Fakultät
lasen die ersten Professoren fächerübergreifend - Schleiermacher wie auch
Philipp Konrad Marheinecke (1780-1846) hielten daher ab und an auch kirchenhistorische
Vorlesungen. Bald wurde aber deutlich, daß vor allem das Gebiet der älteren
Kirchengeschichte durch diese Fakultätsstruktur nicht abgedeckt war; so
wurde 1813 als vierter Ordinarius neben Schleiermacher, Marheinecke und
Wilhelm Martin Leberecht de Wette (1780-1849) der aus Hamburg stammende
August Neander (1789-1850) speziell auch für diesen Bereich berufen.
Neander, der als David Mendel geboren worden war und sich 1806 in Hamburg
hatte taufen lassen, war 1811 in Heidelberg mit einem patristischen Thema
habilitiert worden. Eine ganze Reihe von Schriften aus der Berliner Zeit
beschäftigt sich mit der christlichen Antike, wobei ein besonderer Schwerpunkt
auf Individuen und ihren Frömmigkeiten lag (Denkwürdigkeiten aus der Geschichte
des Christenthums und des christlichen Lebens, 3 Bde., 2. Auflage 1825-1827). Harnack
faßte das Werk seines Vorgängers 1889 so zusammen: "Neander hat die Kirchengeschichte
der Theologie zurückgegeben, weil er den Pulsschlag christlichen Empfindens
und Lebens auch unter fremden und spröden Hüllen zu entdecken verstand".
Aus den weniger prominenten Berufungen der Folgejahre (u.a. Lehnerdt,
Niedner sowie Gerlach) ragt der nach heftigen Auseinandersetzungen 1888
vollzogene Wechsel des aus Marburg kommenden Adolf (seit 1914:
von) Harnack (1851-1930) an die Fakultät heraus. Während
die ersten Jahre von Auseinandersetzungen überschattet waren - beispielsweise
dem Streit um die Stellung des apostolischen Glaubensbekenntnisses in
der evangelischen Kirche -, genoß der Gelehrte in den späteren Jahren
den wachsenden Ruhm seiner großen Fülle von Publikationen zum antiken
Christentum und anderen Themen der Kirchen- und Theologiegeschichte. Zunehmend
wurde Harnack auch für andere wissenschaftliche und wissenschaftspolitische
Aufgaben herangezogen - von der Direktion der zunächst königlichen, dann
preußischen Staatsbibliothek bis zur Präsidentschaft der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft
zur Förderung der Wissenschaften, der heutigen Max-Planck-Gesellschaft.
Sein feinsinniges historisches Urteil wurde durch ein Interesse an den
großen Zusammenhängen ergänzt (Die Mission und Ausbreitung des Christentums,
4. Auflage 1924), eine recht eigenständige systematisch-theologische Konzeption
steht im Hintergrund mancher Urteile. Das wird sowohl aus dem "Lehrbuch
der Dogmengeschichte" (3 Bde., 5. Auflage 1931) wie aus dem späten "Marcion" (2. Auflage 1924)
deutlich. Durch die Begründung und Leitung der Ausgabe der "Griechischen
Christlichen Schriftsteller" an der Preußischen Akademie schuf Harnack
zugleich auch wichtige Voraussetzungen für die Arbeit an den Quellen des
antiken Christentums.
Harnacks Wunschnachfolger war der 1924 aus Jena nach Berlin gewechselte Hans Lietzmann (1875-1942). Während seine
ersten Arbeiten Zeichen einer starken philologischen Prägung sind (z.B.
Apollinaris von Laodicea und seine Schule, 1904), treten dann zunehmend
liturgiewissenschaftliche und archäologische Fragen in den Blick (z.B.
Petrus und Paulus in Rom, 1927). Synthese dieser Zugänge ist die große
vierbändige "Geschichte der Alten Kirche" (1932-1944; 6. Auflage 1999). Unmittelbar
nach dem Zweiten Weltkrieg setzten die Lietzmann-Schüler Kurt Aland (bis
1947, danach als Gastprofessor) und Walther Eltester die Tradition ihres
Lehrers fort, wechseln allerdings 1958 bzw. 1949 in den Westen.
Die folgenden Besetzungen der kirchengeschichtlichen Professuren und Dozenturen legten
ihren Schwerpunkt weniger oder gar nicht auf das Gebiet das antiken Christentums,
erst nach der Integration der Kirchlichen Hochschule Berlin (West) an
die Humboldt-Universität lehrte mit Ulrich Wickert (1927-2009) wieder für
kurze Zeit ein Patristiker an der Fakultät; Wolfgang Ullmann (1929-2004),
seit 1978 auch auf dem Gebiet der Patristik tätiger kirchengeschichtlicher
Dozent des (Ost-)Berliner Sprachenkonviktes, war nicht mit dem Kollegium
der Hochschule an die Humboldt-Universität gewechselt. Nach neun Jahren
Vakanz wurde der Lehrstuhl im Jahre 2004 wieder besetzt; seitdem lehrt
auf ihm Christoph Markschies (*1962).
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Theologische Fakultät
Antikes Christentum
Lehrstuhl für Ältere Kirchengeschichte
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