Die in Wien stattfindenden Verhandlungen waren der krönende Abschluss einer sechsmonatigen intensiven Arbeit. Während dieser Zeit mussten die Studenten in einem simulierten Schiedsverfahren in englischer Sprache zwei fiktive Unternehmen – zunächst die Kläger-, dann die Beklagtenseite – anwaltlich vertreten und entsprechende Schriftsätze verfassen. In zahlreichen Trainingssitzungen mit namhaften Anwälten aus der Praxis des Schiedsverfahrensrechts wurde das Team auf die mündlichen Verhandlungen in Wien vorbereitet.

Der Erfolg zeigt, dass die deutsche Juristenausbildung sich durchaus mit internationalen Standards messen kann. Für die Studenten wiederum war es eine sehr wertvolle Erfahrung, praktische Einblicke in mögliche internationale Berufsfelder zu nehmen und Teilnehmer aus der ganzen Welt kennen zu lernen. Im Gegensatz zum sonstigen Studium ist es zudem eine einmalige Gelegenheit für die Studenten, ihre Talente in ein Team einzubringen und zugleich ihre eigenen rhetorischen Fähigkeiten zu schulen.
Wie sehr diese Fähigkeiten in der Praxis gefragt sind, zeigt auch die begeisterte Resonanz internationaler Wirtschaftskanzleien auf Absolventen, die sich mit der Teilnahme an einem solchen Moot Court hervorgetan haben. In der angloamerikanischen Juristenausbildung sind derartige Wettbewerbe deshalb seit geraumer Zeit ein fester Bestandteil.
Karl-Michael Schmidt