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Ausgabe 3- 2007/2008 www.hu-berlin.de/presse/zeitung Jahrgang 52 - 6. Dezember 2007

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Ausgabe 3 2007/2008

Die komplette Zeitung 3 2007/2008 als PDF-Version

Die nächste Ausgabe der HUMBOLDT erscheint am 17. Januar 2008.


Vier Sonderforschungsbereiche bewilligt

Die Humboldt-Universität zu Berlin ist an vier neu bewilligten Sonderforschungsbereichen (SFB) der DFG beteiligt. Außerdem wurde für zwei erfolgreiche Sonderforschungsbereiche die Förderung verlängert. Zwei der Anträge wurden von der Humboldt-Universität gemeinsam mit der Freien Universität eingereicht (Charité – Universitätsmedizin Berlin). In großem Umfang beteiligt sind Forscher der HU des Weiteren am SFB 765 „Multivalenz als chemisches Organisations- und Wirkprinzip: Neue Architekturen, Funktionen und Anwendungen“. Sprecherhochschule ist die FU. Ebenfalls neu bewilligt wurde der SFB 787 „Halbleiter – Nanophotonik: Materialien, Modelle, Bauelemente“, an dem insbesondere Prof. Dr. Oliver Benson vom Institut für Physik der HU beteiligt ist. Sprecherhochschule ist die TU. Mit dem SFB wird auch das neue Integrierte Graduiertenkolleg gleichen Titels ins Leben gerufen. Verlängert wurde die Förderung für die Sonderforschungsbereiche „Molekulare Physiologie, Energetik und Regulation primärer pflanzlicher Stoffwechselprozesse“ und „Protektive und pathologische Folgen der Antigen-Verarbeitung“, welche die HU gemeinsam mit der FU in der Charité – Universitätsmedizin Berlin etabliert hat. Insgesamt ist die Humboldt-Universität Sprecherhochschule für 18 Sonderforschungsbereiche, davon sind neun an der Charité – Universitätsmedizin Berlin angesiedelt. Beteiligt ist die Humboldt-Universität an zwölf Sonderforschungsbereichen.[mehr]

Deutsch-Türkischer Masterstudiengang eröffnet

Der neue, in Deutschland und der Türkei bislang einzigartige Masterstudiengang „German-Turkish Masters Program in Social Sciences“ (GeT MA) ist mit einem Empfang in der deutschen Botschaft in Ankara offiziell eröffnet worden. Der Botschafter Dr. Eckart Cuntz begrüßte die ersten sieben Studierenden, die bereits Ende September 2008 ihr Studium an der Middle East Technical University in Ankara (Metu) aufgenommen haben. Neben vier türkischen Teilnehmerinnen waren eine Amerikanerin, eine Russin und ein Ägypter für den Pilotjahrgang dieses innovativen zweijährigen Studiengangs ausgesucht worden. Der Rektor der Metu, Prof. Dr. Ural Akbulut (im Bild rechts), und die beiden Programmverantwortlichen, Prof. Dr. Gert-Joachim-Glaeßner (links im Bild) von der Humboldt-Universität zu Berlin, sowie Prof. Dr. Sencer Ayata für Metu, betonten die wissenschaftliche und politische Bedeutung des neuen Masterprogramms. Bereits die gleichermaßen internationale wie interdisziplinäre Zusammensetzung des „Pilotjahrgangs“ belege, auf welch breites Interesse GeT MA bei jungen Akademikerinnen und Akademikern aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen und Bildungssystemen stoße. Für die Zukunft stelle zudem die wachsende Zahl deutsch-türkischer Studierender mit Migrationshintergrund eine besondere Zielgruppe dar. Interessenten für diesen innovativen zweijährigen Masterstudiengang können sich bis Ende April 2008 bewerben.[mehr]


HU gewinnt Medienpreis

Als „University Communicator 2007“ wurden am 1. November 2007 die Humboldt-Universität zu Berlin und die Ruprecht- Karls-Universität Heidelberg ausgezeichnet. Media Tenor bescheinigte der HU eine starke Medienpräsenz mit einer großen Vielfalt an Themen. Seit Juli 2005 wird die Berichterstattung über akademische Institutionen ausgewertet. Der Academic Institutions Award wird jährlich vergeben. Jede Erwähnung über fünf Zeilen in Printmedien oder über fünf Sekunden im Fernsehen wurde analysiert. Gemessen wurde in dem Zeitraum Juli 2006 bis Juni 2007. Kriterien waren: der Umfang der Berichterstattung, die Vielfältigkeit der Themen, der Ton der Berichterstattung, der Anteil von Interviews und Meinungsstücken, die Präsenz von Experten-Statements sowie der Umfang der Berichterstattung in Bezug auf Veranstaltungen. Die Humboldt-Universität und die Universität Heidelberg kamen nach einem Ranking auf jeweils 62,3 Punkte und belegten Platz eins. Gefolgt von der LMU München (61,8), FU (60,9) und der Universität Göttingen (59,6).[mehr]


Wildlife-Fotografien des Jahres

Die besten Naturfotografien der Welt sind im neuen Sonderausstellungssaal des Museums für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin bis Ende Januar 2008 zu sehen. Die Ausstellung basiert auf dem alljährlich stattfindenden international bekannten Wettbewerb „Wildlife Photographer of the Year“, organisiert und veranstaltet vom Londoner Museum of Natural History und dem BBC Wildlife Magazine. Die besten Bilder hat das britische Museum zu einer einzigartigen Ausstellung zusammengestellt.
Sam Rowley erhielt für das Bild „Stiller Singschwan“ eine lobende Erwähnung in der Kategorie Elf- bis 14-Jährige: Ein Wintertraum aus schimmerndem Weiß und nur ein blankes, schwarzes Auge als durchdringendes Element – Sam Rowley ist mit diesem Bild ein wunderschönes Zeugnis der Anmut des Singschwans gelungen. Einer Art, die gewöhnlich in nördlichen Ländern vorkommt und durch den fortschreitenden Klimawandel bedroht ist. [mehr]

Museum für Naturkunde wird Leibniz-Mitglied

Deutschlands größte naturkundliche Forschungssammlung, das Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität, wird am 1. Januar 2009 Mitglied der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (ehemals „Blaue Liste“). Dies beschloss am 19. November die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung. „Das Museum für Naturkunde erhält endlich die Chance, seiner herausgehobenen Stellung als national und international bedeutendes Museum gerecht zu werden“, sagte Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, Generaldirektor des Museums. Insbesondere die Finanzierung werde nun besser abgesichert, da sich der Bund ab 2009 zur Hälfte am Haushalt des Museums beteiligt. Der Eintritt in die Leibniz-Gemeinschaft dokumentiert die Exzellenz des Museums für Naturkunde als Forschungsinstitution. Mit der Mitgliedschaft werde eine engere und intensivere Kooperation mit den drei anderen naturkundlichen Forschungssammlungen in der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz möglich, so Leinfelder. „Ich erhoffe mir von dieser engeren Zusammenarbeit, dass Deutschland in der Forschung zur Biodiversität und zu den Folgen des Klimawandels mit noch höherer Expertise als bisher aufwarten kann“, sagte der Generaldirektor nach der Entscheidung. Mit dem Status eines Leibniz-Instituts wird das Berliner Museum für Naturkunde deutlicher als bisher als kompetenter Ansprechpartner für Politik- und Gesellschaftsberatung im Bereich Arten-, Natur- und Klimaschutz erkennbar sein.
„Die Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft ist so etwas wie ein Adelsschlag, die Mitgliedschaft in dieser Gemeinschaft ein Gütesiegel, aber auch eine hohe Verpflichtung, der wir gerne gerecht werden wollen“, freut sich Reinhold Leinfelder, der die seit 1996 währenden gemeinsamen Bemühungen des Museums, der Humboldt-Universität und des Landes Berlin Früchte tragen sieht. [mehr]


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Rufannahmen an die Humboldt-Universität

Seit dem 01. April 2007 wurden an die Humboldt-Universität zu Berlin berufen: Prof. Dr. Tim Adam, W3, Corporate Finance/ Accounting; Prof. Dr. Claudia Bruns, W1, Gender und Wissensgeschichte; Prof. Dr. Roberto Fornari, W3, Kristallwachstum; Prof. Dr. Elmar Große-Klönne, W2, Algebra/ Zahlentheorie; Prof. Dr. Martin Hanisch, W1, Kooperationswissenschaften; Prof. Dr. Heiko Lacker, W2, Experimentalphysik „Experimentelle Elementarteilchenphysik II“; Prof. Dr. Tobia Lakes, W1, Geoinformatik; Prof. Dr. Andrea Liese, W1, Internationale Politik; Prof. Dr. Gabriele Metzler, W3, Geschichte Westeuropas und der transatlantischen Beziehungen; Prof. Dr. Kerstin Meyer, W1, Didaktik der Philosophie; Prof. Dr. Andrea Polaschegg, W1, Neuere deutsche Literatur; Prof. Dr. Markus Reiß, W3, Mathematische Statistik; Prof. Dr. Henning Riechert, W3, Experimentalphysik/ Materialwissenschaften; Prof. Dr. Ada Sasse, W2, Grundschulpädagogik mit dem Schwerpunkt Lernbereich Deutsch; Prof. Dr. Andreas Schröder, W1, Computational Mathematics; Prof. Dr. Katharina Spalek, W1, Psycholinguistik; Prof. Dr. Roland Strausz, W2, Mikroökonomische Theorie.

Neue Leiterin des Präsidialbereichs


Seit dem 1. Oktober wird der Präsidialbereich von Dr. Sandra Westerburg (34) geleitet. Sie hat das Amt vertretungsweise von Dr. Tim Stuchtey übernommen. Dieser ist bis zum 30. November 2008 als Senior Research Fellow am Institute for German Contemporary Studies in Washington DC/USA tätig. Sandra Westerburg studierte Rechtswissenschaften in Münster und München. Nach Abschluss des 2. Staatsexamens promovierte sie über „Die steuerrechtliche Behandlung des bürgerschaftlichen Engagements von Unternehmen in den U.S.A. und in Deutschland“. Nach dem Berufseinstieg als Rechtsanwältin wechselte sie im Jahr 2003 als Justiziarin zur Deutschen Forschungsgemeinschaft nach Bonn. An ihrer neuen Aufgabe schätzt sie insbesondere die Vielfalt ihrer Aufgaben, von hochschulstrategischen Fragen bis zu administrativen Tätigkeiten, und die Chance, die deutsche Wissenschaftslandschaft aus der Perspektive einer der erfolgreichsten Universitäten Deutschlands kennen zu lernen.

Allianz-Vorstandsmitglied Honorarprofessor

Dr. Helmut Perlet, Vorstandsmitglied der Allianz und zuständig für Controlling, Reporting and Risk, wurde am 24. Oktober zum Honorarprofessor an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät ernannt.

Ehrenmedaille für Prof. Dr. Bernd Henningsen

Prof. Dr. Bernd Henningsen, Direktor des Nordeuropa-Instituts der Humboldt-Universität, erhielt am 25. Oktober 2007 im Rahmen der Konferenz „Internationalising Baltic Sea Region Higher Education“ an der Universität Gdansk (Polen) die Ehrenmedaille der Universität. Damit würdigte der Gdansker Rektor Prof. Dr. Andrzej Ceynowa seine Verdienste um die Hochschulzusammenarbeit im Ostseeraum. Henningsen hat bereits eine Vielzahl von Forschungs- und Kooperationsprojekten zum Ostseeraum geleitet. Seit 1999 haben er und sein Team bei der Europäischen Kommission und dem DAAD Drittmittel in Höhe von rund drei Millionen Euro eingeworben. Inhaltlich steht stets der Ostseeraum als europäische Modellregion im Mittelpunkt, an der Transformationsprozesse und Formen der Kooperation auf allen Ebenen nach dem Ende des Kalten Krieges studiert werden können.

Verabschiedung von Prof. Dr. Peter Vagts

Der Begründer des Chores der Humboldt-Universität, Prof. Dr. Peter Vagts, legt nach 32 Jahren die Leitung des Chores nieder und begibt sich in den Ruhestand. Neben seiner Tätigkeit als Künstlerischer Professor und Hochschullehrer an der HU, seiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Berliner Chorverband und im Landesmusikrat Berlin, gehörte die Leitung des Chores der HU als fester Bestandteil zu seinem Lebenswerk. Darin prägte er sowohl die akademische Musikkultur an der Universität wie auch die Chorlandschaft Berlins maßgebend mit. Der Festakt zur feierlichen Verabschiedung findet am 19. Dezember 2007 um 19 Uhr im Senatssaal des Hauptgebäudes, Unter den Linden 6, statt. Anmeldungen zur Teilnahme bitte an Michael Blankschein, Telefon 2093-2172 oder hoppekri@cms.hu-berlin.de.

Forschungspreis für Dr. Georg Heimel

Dr. Georg Heimel erhält den Forschungspreis für Nanowissenschaften und Nanotechnologien 2007 des Landes Steiermark in der Kategorie Grundlagenforschung für seine Arbeit „Toward Control of the Metal- Organic Interfacial Electronic Structure in Molecular Electronics: A First-Principles Study on Self-Assembled Monolayers of pi- Conjugated Molecules on Noble Metals“. Als Gastwissenschaftler der Arbeitsgruppe Physik von Makromolekülen forscht Dr. Heimel an der HU im Rahmen eines Marie Curie Outgoing International Fellowship der EU im Bereich der Physik.

Immer noch die schnellste Frau der Welt

Jenny Wolf (28), Studentin der Germanistik an der HU, gewann beim Weltcup in Calgary das erste 500-Meter-Rennen im Eissprint in Weltrekordzeit (37,02 Sekunden). Damit verbesserte die Weltmeisterin im Eissprint ihren erst im März aufgestellten Weltrekord um Zweihundertstel Sekunden und errang gleichzeitig damit ihren 13. Weltcupsieg. Wir gratulieren!

Berichtigung

In dem Beitrag „Er begeistert, weil er selbst begeistert ist!“ (HUMBOLDT 2 – 2007/2008, S. 5) ist uns ein bedauerlicher Fehler unterlaufen. Die Aussage, die Vorlesung „Biologie für Mediziner“ sei „die einzige Vorlesung meines ganzen Studiums, die sich gelohnt hat“ stammt nicht von Professor Tembrock, sondern von einem seiner ehemaligen Medizinstudenten und bezieht sich auf die Vorlesung des Wissenschaftlers. Wir bitten um Entschuldigung für das Versehen.[mehr]


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Noch drei Jahre? – Nur drei Jahre!

Zum Stand der Vorbereitung der Jubiläumsfeierlichkeiten

Im Jahr 2010 feiert die Humboldt-Universität zu Berlin ihr zweihundertjähriges Jubiläum – oder präziser: von Herbst 2009 an bis in den Januar 2011 hinein jähren sich Ereignisse, die eng mit der Gründungsgeschichte der Berliner Universität Unter den Linden und den hundertjährigen Jubiläumsfeierlichkeiten dieser Gründung verbunden sind.

Unsere Humboldt-Universität steht trotz aller Brüche der Vergangenheit in einer engen juristischen wie geistigen Beziehung zu jener Alma Mater Berolinensis, die ein weltweit beachtetes Modell der Universitätsreform bildete und bis auf den heutigen Tag vielen Hochschulen mindestens eine Handvoll von Stichworten Humboldtscher Ideale liefert wie die ebenso beliebte wie bedrohte „Einheit von Lehre und Forschung“. Zu feiern ist Manches aus zweihundert Jahren, freilich längst nicht alles, wie ein schlichter Blick auf die schrecklichen Jahre von 1933 bis 1945 deutlich macht – eineUniversität im Zentrum Preußens und Deutschlands repräsentiert in ganz besonderer Weise die Chancen und Katastrophen der jüngeren deutschen Geschichte. Außerdem macht schon die Nobelpreisträgergalerie in unserem Hauptgebäude deutlich, daß sich angesichts des Jubiläums ganz unabhängig von den Ergebnissen des Exzellenzwettbewerbs die Frage stellt, ob wir lediglich eine ruhmvolle Vergangenheit feiern oder auch die Tatsache dokumentieren, daß vom Berliner Projekt einer „Universität des Mittelpunktes“ tatsächlich auch in Zukunft noch spannende Beiträge zur Universitätsreform zu erwarten sind – die Galerie endet mit zwei Nobelpreisträgern der Jahre 1954 und 1956.

Bis zum 6. Oktober 2010, dem zentralen feierlichen Festakt der Jubiläumsmonate und Tag der Erstimmatrikulation von sechs Studenten im Palais Unter den Linden, sind – je nach Perspektive – noch oder eben nur noch drei Jahre. Drei Jahre, um deutlich zu machen, daß die Humboldt-Universität zu Berlin nicht nur eine spannende Geschichte hat, sondern aus dieser Geschichte in der Gegenwart Kraft für einen energischen Aufbruch in die Zukunft schöpft. Unter schwierigsten Bedingungen, im „Mondfenster“ der kurzen Zeit der preußischen Reformen (Rüdiger vom Bruch), hat sich die Berliner Universität binnen weniger Jahrzehnte weltweit als Original der modernen Universität etabliert – wir werden im Jubiläumsjahr mit der Gründung von „Integrativen Forschungsinstituten“, denen der Wissenschaftsrat modellbildenden Charakter für das deutsche Hochschulsystem bescheinigt hat, aber auch mit internationalen Debatten über die Zukunft der Humboldtschen Universität und spannenden Ideen zur Reform der Lehre aus unserem Zukunftskonzept zeigen, daß von uns weiterhin beachtliche Reformimpulse zu erwarten sind. Über lange Perioden war die Universität Unter den Linden Hauptstadtuniversität, auf das Engste mit Politik und Wirtschaft, Kunst und Kultur verbunden und ist es heute immer noch und immer wieder; vor allem im Kaiserreich entstand durch ein Netzwerk von wissenschaftlichen Einrichtungen, in deren Zentrum die Friedrich-Wilhelms-Universität stand, eine unvergleichliche „Wissenschaftskultur“ (Hubert Laitko) – heute haben einschlägige Netzwerke nur noch selten ein einziges, alles überstrahlendes Zentrum, aber wir können im Jubiläumsjahr zeigen, daß wir beispielsweise im Bereich der integrativen Lebenswissenschaften, einzelner Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, der Natur- oder Wirtschaftswissenschaften auch für die neuen Berliner Netzwerke entscheidende Impulse geben können. Und schließlich lohnt es sich im zwanzigsten Jahr der deutschen Wiedervereinigung auch daran zu erinnern, daß wir die Universität der Einheit sind, das Laboratorium, in dem Ost und West gemeinsam versucht haben, eine Bildungseinrichtung aus dem Geist der Humboldtschen Ideale zu gestalten. Im Jubiläumsjahr werden viele Protagonisten bereits im Ruhestand oder kurz davor sein – um so mehr kommt es darauf an, nicht nur die Erinnerungen aus zwanzig Jahren zu sammeln, sondern zu dokumentieren, daß wir weiter das Laboratorium sind, in dem unterschiedliche Traditionen, nun
auch aus West- und Osteuropa, aus den verschiedenen Hemisphären dieser globalisierten Welt zusammenkommen und voneinander lernen.[mehr]

 

„Zur Hölle! Eine Reise in die antike Unterwelt“

Ein Ausstellungsprojekt von Studierenden der HU in Kooperation mit der Antikensammlung der Staatlichen Museen Berlin

Das Winckelmann-Institut für Klassische Archäologie der Humboldt-Universität präsentiert in Zusammenarbeit mit der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin eine Ausstellung im Pergamonmuseum unter dem Titel „Zur Hölle! Eine Reise in die antike Unterwelt“. Sie ist bis zum 2. März 2008, täglich Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 22 Uhr geöffnet. Diese Ausstellung wurde von über vierzig Studierenden in einer zweisemestrigen Lehrveranstaltung am Seminar für Klassische Archäologie in Kooperation mit der Antikensammlung vorbereitet. Geleitet wurde das Projekt von Stefan Altekamp und Kathrin Schade.

Bronzestatuette des Kerberos

„Was kommt nach dem Tod?“ Über diese Frage haben sich die Menschen in beinahe allen Kulturen und zu allen Zeiten Gedanken gemacht. In der Tradition des christlichen Abendlandes gelten Himmel und Hölle als unausweichliche Alternativen, während in unserer heutigen Westlichen Welt der Tod tabuisiert, aus dem Denken der Menschen weitgehend verdrängt ist. Dennoch: Wohin wird die Reise letztendlich gehen? Die Ausstellung im Pergamonmuseum widmet
sich bei der Antwort auf diese Frage der griechisch-römischen Antike. Sie zeigt, wie unterschiedlich, zum Teil widersprüchlich oder gar verstörend fremd die Jenseitsvorstellungen
der Antike gewesen sind. Die Griechen haben den Hades, das Totenreich, als einen geographisch-atmosphärischen Ort gedacht: am Rande der Welt, unter der Erde – in einer Unter-Welt.
Das inhaltliche Konzept der Ausstellung folgt dieser Idee. Die Museumsbesucher durchlaufen eine Reihe von topographischen Stationen: Noch im diesseitigen Bereich des Grabes stehen die Lebenden mit den Toten in Kontakt und führen bestimmte Bestattungsriten durch. Es folgt der Übergangsbereich zwischen der Welt der Lebenden und der Toten, im Mythos repräsentiert durch den Totenfährmann Charon. Man gelangt, vorbei am wachenden Höllenhund Kerberos, zu Hades, dem Herrscher der Unterwelt, der umringt ist von finsteren Schergen. Das Reich der Schatten, jener substanzlos vor sich hin dämmernden Toten, umgibt ihn. Auch Persephone, die Gattin des Hades, weilt dort. Sie eröffnet zugleich die Möglichkeit der Rückkehr auf die Erde. Dem Abstieg und Aufstieg zwischen den Welten widmet sich diese Station. Spätestens seit Platon ist die Unterwelt gleichsam ein Ort der Gerechtigkeitsutopie:[mehr]


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„Summer School Security & Society

Vierwöchiges Programm zur Sicherheitspolitik von Humboldt-Universität und Georgetown University


Mit Sicherheit gut ausgebildet: Die Summer School-Absolventen der Georgetown University und der Humboldt-Universität im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages.

Können freie Gesellschaften ihren Bürgern im Zeitalter des internationalen Terrorismus Sicherheit garantieren, ohne deren Grundrechte einzuschränken? Wie soll die internationale Gemeinschaft mit „Schurkenstaaten“ umgehen, die nach nuklearer Macht streben? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigten sich die zwölf teilnehmenden Studierenden des 1. Sommerprogramms „Security & Society“ der Georgetown University und der Humboldt-Universität.
Während der ersten zwei Wochen des vierwöchigen Programms trafen sich die Teilnehmer mit Professoren der Georgetown University, von denen viele über praktische Erfahrung in der Sicherheitspolitik verfügten. Prof. Victor Cha, kürzlich noch Berater der Bush-Administration, konnte über seine Erlebnisse in Nordkorea berichten, wo er im April Gespräche über die nukleare Abrüstung des Landes führte. Professor Raymond Tanter gab nicht nur einen Crash-Kurs zum Thema nukleare Abschreckung, sondern diskutierte auch die Thesen seines jüngst erschienen Buchs „What makes Tehran Tick“ mit den Studierenden.
Neben den Vorlesungen besuchten die Teilnehmer einige der vielen Washingtoner Think Tanks. Regelrecht entgegengefiebert wurde dem Gespräch mit Steve Clemons von der New America Foundation. Er kritisierte den ad-hoc-Charakter der amerikanischen Nahostpolitik und stellte Ideen für eine nachhaltige Strategie zur Diskussion. Auch die Rolle Europas in der internationalen Sicherheitspolitik beschäftigt viele Denkfabriken. Mit Julianne Smith, Direktorin des Center for Strategic and International Studies, fand sich eine kompetente Gesprächspartnerin, die in Deutschland und Europa geforscht hat und daher beide Perspektiven kennt. Nach zwei Wochen intensiven Lernens waren die Erwartungen an den zweiten Teil des Programms an der Humboldt-Universität enorm. Professor Reinhard Isensee vom Institut für Anglistik und Amerikanistik, der die Summer School akademisch betreute, hatte jedoch dafür gesorgt, dass die HU den Vergleich mit Georgetown nicht zu scheuen brauchte. Juraprofessor Ingolf Pernice forderte dazu auf, Sicherheitspolitik als integrierte Strategie zu sehen, die nicht nur aus Interventionen, sondern auch aus präventiven Maßnahmen wie zum Beispiel Entwicklungshilfe, besteht. Hans-Georg Wieck, ehemaliger Präsident des Bundesnachrichtendienstes, sprach über die Bedeutung des transatlantischen Bündnisses gerade in Bezug auf die neue Bedrohung durch international agierende terroristische Vereinigungen. Sebastian Edathy, Vorsitzender des Innenausschusses des Bundestages, informierte über Rechtsextremismus in Deutschland. Dr. Johannes Urban vom Bundesministerium des Inneren sprach über das Problem des „hausgemachten Terrorismus“, die Integration von Einwanderern und über neue Verfahren im Ministerium, die sich an das Prinzip der Think Tanks anlehnen. Besonders erfreulich war es, dass mit Matthias Oppermann auch ein ehemaliger Student des Instituts für Anglistik und Amerikanistik unter den Dozenten war.[mehr]

Die Arbeitsbibliothek der Brüder Grimm braucht weitere Buchpaten zum Erhalt


Ausschnitt aus dem Vorsatz des kürzlich restaurierten Buches Bi Gibikingo cvalma, Zürich, 1864. Herausgeber Ludwig Ettmüller. Es trägt eine Widmung von Ettmüller an Jacob Grimm mit der Sentenz gegen die „Herren Haupt und Maßmann“.

Die Brüder Grimm verbrachten die beiden letzten Jahrzehnte ihres Lebens in Berlin. Nach ihrem Tod wurde der größte Teil ihrer Arbeitsbibliothek für die Berliner Universitätsbibliothek (der heutigen Universitätsbibliothek) angekauft, die Titel wurden eingearbeitet, thematisch zugeordnet und damals wie heute für Forschung und Lehre zur Verfügung gestellt.
Heute sind im Online-Katalog der Universitätsbibliothek 6223 Titel nachgewiesen. Zweifelsohne zeichnet die Grimm-Bibliothek einen Mikrokosmos des Geisteslebens jener Zeit nach. Viele ihrer Bücher tragen ganz eigene Benutzungsspuren: Randbemerkungen, Verweise auf bemerkenswerte Stellen, biografische Bemerkungen zu den Autoren – ganz zu schweigen von den zahlreichen persönlichen Widmungen an Jacob und Wilhelm Grimm. All diese handschriftlichen Bemerkungen machen die Bücher aus der Grimmschen Bibliothek singulär und besonders interessant, erlauben sie doch einen Einblick in die „Werkstatt“ der beiden weltberühmten Gelehrten. Die zahlreichen Benutzungswünsche belegen das ungebrochene Forscherinteresse auch aus heutiger Sicht.
Seit geraumer Zeit ist die Bibliothek bemüht, die durch die über hundertjährige Ausleihe auch außer Haus entstandenen Schäden an den Büchern wieder zu beheben. Umfangreiche Restaurierungsarbeiten sind notwendig, die aus dem Etat der Universitätsbibliothek nicht bezahlt werden können. Seit zehn Jahren werden erfolgreich Buchpaten eingeworben, die für die Restaurierung einzelner Bücher aus der Grimm-Bibliothek die Patenschaft (bisher waren es 841) übernehmen. Gleichwohl – es bleibt noch viel zu tun. Noch immer warten 98 Bücher auf Ihre Hilfe [mehr]


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Die Humboldt-Universität ist mit vier Graduiertenschulen und drei Exzellenzclustern erfolgreich in der Exzellenzinitiative. Diese werden wir an dieser Stelle und den kommenden zwei Ausgaben der HUMBOLDT vorstellen. Wir beginnen mit der Berlin Graduate School of Social Sciences (BGSS) des Instituts für Sozialwissenschaften und dem Exzellenzcluster Topoi, einer Zusammenarbeit von HU, FU und vier außeruniversitären Partnern.„

Räumlich betrachtet

Im Exzellenzcluster Topoi beschäftigen sich Wissenschaftler mit dem Thema Raum und Wissen

Wo ist eigentlich der Sitz der Seele? Welchen Ort des Körpers nimmt sie ein? Diese Fragen hat sich der Arzt Galen im antiken Griechenland gestellt. Die Frage nach der Seelenheimat wird wahrscheinlich niemand so schnell beantworten können, aber dass in der Antike der Seele oder auch Krankheiten im Körper Orte zugeordnet wurden, ist wiederum ein kleiner, aber interessanter Aspekt, über den heutige Wissenschaftler nachdenken. Salopp könnte man sie „Raumforscher“ nennen. Das Thema Raum und Wissen, in welcher Abhängigkeit sie zueinander stehen und wie sie sich auf die kulturelle Entwicklung antiker Gesellschaften auswirkten, bewegt circa 60 Berliner Professoren und ihre Mitarbeiter, die sich im Exzellenzcluster „Topoi“ zusammengeschlossen haben. Topoi – „The Formation and Transformation of Space and Knowledge in Ancient Civilizations“ vereinigt zwei Universitäten und vier außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Altertumsforscher, Philosophen, Geographen, Linguisten.


Das Wissen rund ums Thema Raum beinhaltet viele spannende Facetten. Auch die Frage, wie Museumsräume mit antiken Exponaten gestaltet werden, soll Gegenstand der Untersuchungen sein.

„Den Begriff Raum haben wir sehr weit gefasst, dazu zählen innere Räume im Menschen, politisch-soziale Räume oder auch imaginäre Räume in Epen bis zur Betrachtung kosmischer Räume“, erklärt Christof Rapp, Philosophie-Professor an der Humboldt-Universität, der zusammen mit Friedericke Fless, Archäologie-Professorin an der Freien Universität, das „Großunternehmen“ Topoi koordiniert.
Untersucht werden dabei nicht nur die Raumvorstellungen von Griechen und Römern, sondern auch von Zivilisationen des Vorderen Orients, des Mittel- und Schwarzmeerraums, die vom sechsten Jahrtausend vor Christi bis 500 nach Christi existierten.Das Altertum ist nicht nur deshalb von Interesse, weil es im Zusammenhang mit dem Thema „Raum“ nicht viele Untersuchungen gibt, sondern auch, weil viele grundlegende Techniken in dieser Zeit als Antwort auf Raumveränderungen entwickelt wurden. Man denke hier beispielsweise an die Erfindung des Rads als Antwort auf die Herausforderung der „Raumbewältigung“ oder auch daran, dass Völker sich neue Siedlungsräume als Reaktion auf Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen erschließen mussten.
So geht es in einem der fünf Forschungsschwerpunkte unter anderem um die Frage, wie räumliches Wissen in der Wissenschaft in die heutige Zeit übertragen wurde. Das Spektrum der Disziplinen reicht von der Physik über die Medizin bis hin zur Psychologie. Der Einfluss sozialer und politischer Raumordnungen auf die politische Theorie und Realität späterer Kulturen wird erforscht und außerdem untersucht, wie Wissen über antike Räume und Orte in den Künsten zum Ausdruck kam. Antike Literatur, Reiseberichte oder Gemälde bieten dazu genügend Quellenmaterial.
In einem anderen Forschungsschwerpunkt dreht sich alles um Theorie. Hier werden antike Theorien über „Raum“ sowie alle antiken Wissenschaften untersucht, die sich des Raumbegriffs annehmen. In diesem Schwerpunkt stehen die antike Kosmologie und Physik im Mittelpunkt. „Die Kosmologie macht Aussagen, wie über Grenzen des Raums, über die Gestalt des Kosmos, die Gestalt des Himmels gedacht wurde“, verdeutlicht Professor Rapp. „Die Physik ist uns wichtig, weil sie nach der Voraussetzung für Bewegung fragt und so den Raum als das Bezugssystem, in dem Dinge enthalten sind und in dem sie sich bewegen, thematisiert.“ Untersucht wird auch die Rolle, die räumliche Modelle, wie beispielsweise Diagramme, für unser Denken und die Wissenschaft spielen.[mehr]

Erfolgreich promovieren

Berlin Graduate School of Social Sciences setzt auf Forschungskooperationen

In Zeiten, in denen die Sozialwissenschaften in Deutschland immer wieder ihre Existenzberechtigung beweisen müssen, ist es wahrscheinlich besonders schön, „das“ Prädikat zu tragen. Das Prädikat „gefördert durch die Exzellenzinitiative“.
„Wir freuen uns sehr“, bringt es der Politologe Dr. Martin Nagelschmidt, wissenschaftlicher Geschäftsführer der Berlin Graduate School of Social Sciences (BGSS), auf den Punkt. Sein Schreibtisch ist voll von verschiedensten Papieren, die für ein ganzes Bündel von neuen Aufgaben und Entwicklungen stehen, die durch die Exzellenzförderung möglich geworden sind. Die Umsetzung der Antragsziele hat schon begonnen.
Die BGSS unter Leitung von Prof. Dr. Gert-Joachim Glaeßner gibt es bereits seit dem Wintersemester 2002/2003. Bis Juni 2007 wurde sie als „Internationales Promotionsprogramm“ durch den DAAD gefördert und im selben Jahr vom Institut für Sozialwissenschaften gemeinsam mit der Universitätsleitung weitergeführt. Ihre Zielgruppe sind nationale und internationale Promovierende, die am Institut für Sozialwissenschaften unter Beteiligung aller Hochschullehrerinnen und -lehrer eine dreijährige strukturierte Promotionsausbildung erhalten.
„Wir legen großen Wert auf eine intensive persönliche Betreuung in allen Phasen der Promotion“, erklärt Nagelschmidt. Die kann jetzt nur noch besser werden, denn es können zwei vakante Professuren des Instituts und zwei spezielle Forschungsprofessuren zunächst vertretungsweise und im kommenden Jahr regulär besetzt werden. In den nächsten Jahren sollen nun schrittweise mehr Promovierende aufgenommen werden.
Zur intensiven Betreuung kommen begleitende Veranstaltungen, in denen es für die zurzeit 40 Promovierenden hauptsächlich um methodisches und analytisches Knowhow für den eigenen Forschungsprozess geht. Die Graduierten werden gezielt auf die wissenschaftliche Karriere vorbereitet. So wird von ihnen erwartet, dass sie sichbemühen, einen wissenschaftlichen Artikel zu veröffentlichen, ihre Ergebnisse auf einer Konferenz zu präsentieren und Lehrerfahrung zu sammeln.
Neu ist ein so genanntes „Introductory Year“, das talentierten ausländischen Graduierten die Möglichkeit bietet, fehlendes Basiswissen in Theorie und Methodenlehre zu erlangen. „Das Modell 1 plus 3 bietet zugleich besondere Chancen für begabte Studierende des MA Sozialwissenschaften und unserer internationalen Masterprogramme“, sagt Martin Nagelschmidt.„Diese können im zweiten Master-Jahr in das Einführungsjahr der Graduiertenschule aufgenommen werden, zugleich ihre Master-Arbeit schreiben, die als Vorbereitung für die Doktorarbeit dient.“
Ein wichtiges Standbein der Graduiertenschule ist die enge Zusammenarbeit mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Bereits im Laufe der Bewerbung für die Exzellenzinitiative wurden mit den Partnern detaillierte Vereinbarungen darüber getroffen, welche Verpflichtungen jede Seite eingeht. Gemeinsame Kolloquien und Workshops, Forschungstätigkeiten in der außeruniversitären Forschung oder die Möglichkeit, universitäre Lehraufgaben zu übernehmen, erweitern den Blick der Doktoranden über den Tellerrand universitärer bzw. außeruniversitärer Forschung.[mehr]


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Lesen, blättern und zoomen in alten Schriften

„eBooks on Demand“ bringt Bücher, die man nicht ausleihen kann, nach Hause

„Wer schon immer einmal die Farbenlehre von Goethe studieren oder an den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen der Javareise von Franz Wilhelm Junghuhn im Jahr 1845 teilhaben wollte, kann die Bücher nun digital direkt nach Hause bestellen. Ein besonderes Highlight ist die Volltextsuche zur gezielten Suche im Text des eBooks.

Diesen neuen Service macht die Universitätsbibliothek der HU möglich. Er ist das Ergebnis des EU-Projektes „EoD – eBooks on Demand“ mit 13 teilnehmenden Universitäts- und Nationalbibliotheken aus ganz Europa. Ziel ist die Digitalisierung urheberrechtsfreier, nicht ausleihbarer Werke auf Bestellung und gegen Bezahlung, um diese Werke für Forschung und Lehre, aber auch für den Privatgebrauch nutzbar zu machen.
Der Service ist im Onlinekatalog der Universitätsbibliothek eingebettet. Für urheberrechtsfreie Werke, also Werke, die vor mehr als 100 Jahren erschienen sind, wird in der Exemplarsicht der EoD-Button angezeigt. Der Text wird in Graustufen mit hoher Qualität gescannt; Bilder, Illustrationen sowie Fotos je nach Vorlage farbig. Mit der Software zur automatischen Texterkennung (OCR) wird sogar Frakturschrift zur Volltextsuche aufbereitet. Es kann gezielt nach Schlagwörtern gesucht werden.
Der Nutzer kann das eBook am Bildschirm lesen, blättern und zoomen sowie das gesamte Buch oder ausgewählte Seiten ausdrucken. Texte und Bilder können ausgeschnitten und in eigenen Arbeiten als Zitate eingefügt werden. Ausgeliefert wird das eBook über einen Download-Link, auf Wunsch aber auch auf DVD/CD-ROM.[mehr]

Im Dauersprint nach Peking

Sportstudentin Dana Glöß bereitet sich auf die Olympischen Spiele vor

„Ich kann mich quälen“ – war die Antwort auf die Frage, wie man sich so erfolgreich in einer so harten, in der Vergangenheit hauptsächlich von Männern dominierten Sportart, an der Spitze behaupten kann.


Dana Glöß ist die Nummer Eins im Radsport.

In der jungen Frau und Sportstudentin an der Humboldt-Universität vermutet man im ersten Moment nicht die „Powerfrau“, die sich im täglichen Training mit ihren männlichen Teamkollegen messen muss.Eher zierlich, verraten höchstens die ausgeprägten muskulären Oberschenkel eine Sportart, die immense Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer erfordert, nämlich Radsprint.
Dana Glöß ist deutsche Rekordhalterin und seit zwei Jahren die Nummer Eins im Sprint. Sie gewann zum ersten Mal überhaupt in der deutschen Radsportgeschichte und dazu noch als erste Frau drei Mal hintereinander den Großen Deutschen Preis. 14.000 Zuschauer erlebten diesen krönenden Abschluss einer sehenswerten Jahresbilanz 2006, die sowohl einzeln als auch im Teamsprint mehrmals persönliche Bestzeiten ausweist.
„Ich denke, ich habe den Sprung geschafft“, kommentiert Dana Glöß ihre Leistung und bekräftigt damit die Richtigkeit ihrer Entscheidung, vor vier Jahren die Sportart gewechselt zu haben. Denn im Kindes- und Jugendalter gehörten fast 15 Jahre den „schnellen Flitzern“ auf dem Eis ihre sportlichen Träume, die auch mit vielen Platzierungen durchaus ihre Berechtigung hatten.
Warum tauscht man eine durchaus Erfolg versprechende Eisschnelllaufkarriere in eine ungewisse sportliche Zukunft auf dem Rennrad? „Das war mehr Zufall als Absicht“, meint Dana Glöß. Nach ihrem studienbedingten Wechsel nach Berlin trainierten Eisschnellläufer und Radsportler gemeinsam in der neuen Sportstätte, wobei ihr Interesse und ihre Neugier auf die andere Sportart geweckt wurden. Die Aufforderung des Radsporttrainers Emanuel Raasch, selbst einmal erfolgreicher Rennfahrer, sich auf dem Rennrad auszuprobieren, war der Ausgangspunkt der Neuorientierung in ihrer sportlichen Laufbahn. Sowohl die im Eisschnelllauf erworbenen guten Kraft- und Ausdauergrundlagen als auch der Reiz einer neuen Herausforderung führten schnell zu ersten Erfolgen, die sie in ihrer Motivation für die neue Sportart bestärkten.[mehr]


GESCHICHTE - KULTUR


Musizieren für den Heiligen Vater

Die Ensembles der Humboldt-Universität spielten im Petersdom


Ein magischer Moment für die 250 Musiker der HU: Die Aufführung der Papstmesse im Petersdom.

Nur selten hat man als Musiker das Glück, ein frisch komponiertes Werk zur Uraufführung zu bringen. Und noch seltener hat man die Ehre, im Petersdom zu Rom zu spielen. Die Ensembles der Humboldt-Universität taten im zurückliegenden Jahr beides. Der Berliner Organist und Komponist Wolfgang Seifen kam vor zwei Jahren auf die Idee, eine „Papstmesse“ zu komponieren, die Benedikt XVI zum 80. Geburtstag gewidmet sein sollte. Seifen fand Sponsoren, die das Projekt unterstützten, und drei ambitionierte Laienensembles, die seine Musik singen und spielen sollten: Die Ensembles der Humboldt-Universität, geleitet von Universitätsmusikdirektor Constantin Alex.
Für das Projekt schlossen sich Humboldts Studentische Philharmonie, das Symphonische Orchester der Humboldt-Universität und Humboldts Philharmonischer Chor zusammen – insgesamt 250 Musiker. Nach der Welturaufführung am 14. April 2007 in der Berliner Hedwigs-Kathedrale stand nach weiteren Konzerten in Regensburg und Berlin im Oktober der eigentliche Höhepunkt an: Das Konzert im Petersdom.
Stefanie Brückner, die an der HU Musikwissenschaften studiert, erinnert sich an den Moment, als sie den Petersdom betrat: „Die Basilika lag in gedämpftem Licht und war menschenleer. Die Architektur wirkte überwältigend. Wolfgang Seifen saß an der Orgel und spielte unsere Messe.“ Für die Flötistin war dieses Erlebnis „das beeindruckendste der ganzen Reise“. Auch Dirigent Constantin Alex war begeistert von der besonderen Spiritualität, die der Raum ausstrahlt: „Hier Musik zu machen heißt auch, sich der jahrhundertelangen Geschichte bewusst zu sein, die zwischen diesen Mauern liegt. Das ist ein Gefühl, das wir in keiner anderen Kirche so hatten.“ Am 10. Oktober fand auf dem Petersplatz eine Papstaudienz statt. Benedikt XVI grüßte die Berliner Musiker und nahm von Wolfgang Seifen die Partitur der Messe entgegen. Der katholische Kirchenmusiker hatte dabei Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch mit dem Papst. „Er wusste genau Bescheid und war über meinen Werdegang informiert. Ich konnte mit ihm sofort über die Partitur sprechen. Er hat sich sehr über die Komposition gefreut.“[mehr]

Friedrich Wilken

Zum Todestag des Bibliothekars, Historikers und Orientalisten am 24. Dezember

Friedrich Wilken wurde am 23. Mai 1777 in Ratzeburg geboren. Von April 1817 bis zu seinem Tod am 24. Dezember 1840 war er Historiker und Orientalist an unserer Universität. Aber nicht nur das – gleichzeitig war er Oberbibliothekar der Königlichen Bibliothek. Wilken stammte aus einer armen Familie und konnte nur aufgrund der Förderung verschiedener Gönner Theologie in Göttingen studieren. Bereits während des Studiums zeigte er ein besonderes Interesse für die Geschichte und besonders das Mittelalter, was sich auch in der Preisschrift über die Kreuzzüge aus der Sicht Abulfedas, eines Syrischen Adeligen und Gelehrten des frühen 14. Jahrhunderts, niederschlug.
Das Thema der Kreuzzüge sollteihn sein Leben lang beschäftigen. 1803 wurde er in Jena promoviert und ging bereits 1805 als außerordentlicher Professor für Geschichte und Orientalistik an die Universität Heidelberg, die ihn zwei Jahre später zum ordentlichen Professor ernannte. Daneben wurde er auch für die Bibliothek zuständig. Die neuen Ämter gaben ihm wirtschaftliche Sicherheit, so dass er im September 1806 Caroline Tischbein, die Tochter des Malers Johann Friedrich August Tischbein, heiraten konnte. In Heidelberg fand er als Historiker schnell Anerkennung, nicht zuletzt durch den ersten Band seiner Geschichte der Kreuzzüge von 1807. Im Juli 1810 erreicht ihn ein Schreiben Nicolovius’ (Mitglied der Einrichtungskommission) mit dem er nach Berlin an die neu gegründete Universität auf den Lehrstuhl für Geschichte berufen werden sollte. Noch lehnte er ab. Etwas später wurde er korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin, deren geisteswissenschaftlicher Klasse er später lange als Sekretar vorstehen sollte. Der wichtigste Erfolg der Zeit am Neckar, neben der wissenschaftlichen Tätigkeit, war die Rückholung von Teilen der Biblioteca Palatina im Sommer 1816 aus Rom.[mehr]



Humboldt-Universität | Referat Öffentlichkeitsarbeit 06.12.07 | rk