Russisch-deutscher philosophischer Kreis
Humboldt-Universität zu Berlin     

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"Im schlimmeren Falle kann es kommen, daß man mich […] in den Krieg schickt, wo ich gezwungen werde, Menschen fremder Nationalität, die mir nichts gethan haben, zu töten, wo ich verstümmelt und getötet werden kann, wo ich an einen Ort kommen kann, wie das in Sewastopol war, ... und was das Qualvollste von allem ist, ich kann gegen meine eigenen Landsleute geschickt werden und werde meinen Bruder töten müssen um dynastischer oder mir ganz fremder Regierungsinteressen willen."
Lew Tolstoi: Sevastopoler Erzählungen (1855/56)

Zum ewigen Frieden
"Ob diese satirische Überschrift auf dem Schilde jenes holländischen Gastwirths, worauf ein Kirchhof gemalt war, die Menschen überhaupt, oder besonders die Staatsoberhäupter, die des Krieges nie satt werden können, oder wohl gar nur die Philosophen gelte, die jenen süßen Traum träumen, mag dahin gestellt sein."
Immanuel Kant (1795)

 "[…] fürchterlicher als der Tod, den der Krieg in der materiellen Welt aussät, ist jenes Leben, das er, fast ohne Ausnahme, im Bewusstsein aller Menschen erzeugt."
Fedor Stepun (1916)

Demonstration











                                                          Moskau
Demonstration in Moskau, Ende 2012. Auf dem linken Plakat steht unter den Porträts Aristoteles', H. Arendts, J. Lockes und I. Kants: "Zentrisbirkom [kurz für die Zentrale Wahlkommission der Russischen Föderation] - sie beobachten dich", auf dem rechten ist eine Montage aus Immanuel Kant und Superman zu sehen mit dem Zitat des Kategorischen Imperativs: »Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Princip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.«

Die russisch-deutschen Beziehungen waren vielleicht nie ganz konfliktfrei. Erstaunt es, dass das dritte Zitat von einem russischen Neukantianer deutscher Herkunft stammt, der im Ersten Weltkrieg auf Seiten Russlands diente, nachdem er 1910 die Zeitschrift "Logos" (Petersburg / Tübingen) gemeinsam mit Max Weber und Georg Simmel gegründet hatte? Vielleicht. Auf beiden Seiten wurde Kants ‚Traum' vom ewigen Frieden geträumt und von einer kriegerischen Realität immer wieder eingeholt.
Der Russisch-deutsche Philosophische Kreis versteht sich als ein Zeichen, dass es neben den politischen Konflikten seit jeher auch konstruktive Dispute und Kooperationen gab, an die sich anknüpfen lässt.
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Über uns
Wir sind eine Gruppe aus Studierenden, Promovierenden und Post docs an der Humboldt-Universität zu Berlin. Wir planen eigene akademische Projekte oder organisieren Symposien, Filmabende, Lesungen und vieles mehr.  Wir fingen als Gruppe russischer und deutscher Studierender mit philosophischem Schwerpunkt an, sind aber keineswegs auf russisch-deutsche oder philosophische Themen beschränkt. Themenvorschläge für Kooperationen sind immer willkommen!


  Ivan Boldyrev (Moskau, Berlin)    Sascha Freyberg (Berlin)
  Vera Kolkutina (Perm)    Carina Pape (Berlin)    Willi Reinecke (Berlin)
 
Holger Sederström (Berlin)
    Alexey Trotsak (Kaliningrad)

  Gruppenprojekte

» Interdisziplinäre Konferenz 2014

230 Jahre Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?

» Plakat (pdf)

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» Studentische internationale Konferenz Oktober 2012

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Individuelle Projekte

» sympathy for the devil 2012/13

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Publikationen

» Autonome Teilhaftigkeit und teilhaftige Autonomie.
Der Andere in Michail M. Bachtins Frühwerk

» Tagungsband "Dialog - диалог - dialogue"

» Michail Lifschitz: Phänomenologie der Konservenbüchse. Ausgewählte Schriften zur Ästhetik

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