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Im Jahre 1897 gründeten Hirschfeld und einige seiner Freunde die erste "Schwulen-Organisation" der Welt - das Wissenschaftlich-humanitäre Komitée. Sein Ziel war die Aufhebung des
deutschen Gesetzes gegen sexuelle Kontakte zwischen Männern (§ 175 des Strafgesetzbuches). In seinem Kampf setzte das Komitée auf eine öffentliche Aufklärungskampagne mit Vorlesungen und
Publikationen und richtete wiederholt Eingaben an den Reichstag, die von vielen berühmten Persönlichkeiten wie August Bebel, Richard von Krafft-Ebing, Albert Einstein, Thomas Mann, Gerhart
Hauptmann und anderen unterzeichnet wurden. Dennoch blieb diese Kampagne zu Hirschfelds Lebzeiten erfolglos. Bis zum Jahre 1969 wurde der Paragraph nicht reformiert und noch bis zum Jahre
1994 nicht gänzlich abgeschafft. Heute ist das Komitée hauptsächlich für sein großes Vermächtnis in der Erforschung der Homosexualität bekannt - das "Jahrbuch für sexuelle
Zwischenstufen" (1899-1922). Der komplette Satz von 23 Bänden ist im Besitz unseres Archivs. Zum 100. Jahrestag der Gründung des Wissenschaftlich-humanitären Komitées zeigte die Berliner
Akademie der Künste eine große Ausstellung "Hundert Jahre Schwulenbewegung". Das Foto links zeigt Hirschfeld zur Zeit der Gründung des Komitées.
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1. Titelblatt des zweiten Jahrbuchs für sexuelle Zwischenstufen.
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2. Einladung, unterzeichnet von Hirschfeld, zu einer Versammlung des Wissenschaftlich-humanitären Komitées (13. Januar 1901).
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3. Um die Ziele des Komitées weiterzuverfolgen, veröffentlichte Hirschfeld eine Anzahl von Studien der Homosexualität. Hier ist eine Broschüre abgebildet. Sie berichtet von einer statistischen
Umfrage aus dem Jahre 1904, die den prozentualen Anteil männlicher Homosexueller an der Gesamtbevölkerung ermitteln sollte.
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4. Diese Postkarte ist das Umfrageinstrument der nebenstehenden Studie (Nr.3). Unten sollten die Befragten ihr Alter markieren; oben war ihre erotische Vorliebe zu unterstreichen, z.B. W.
(weiblich) oder M. (männlich) oder W. + M. (beide Geschlechter).
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5. Titelblatt einer 1905 herausgegebenen Broschüre zum Thema sexuelle Übergänge, z.B. eine Mischung von männlichen und weiblichen Merkmalen. Die Broschüre stammt aus dem Besitz des
amerikanischen Schriftstellers George Sylvester Viereck und trägt den Stempel des Wissenschaftlich-humanitären Komitées.
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6. Foto von Dr. Kopp von der Berliner Krininalpolizei, in dessen Begleitung Hirschfeld Streifzüge durch die Schwulenbars der Stadt zu unternehmen pflegte. Bei einer dieser Gelegenheiten luden
sie den jungen und neugierigen, aber heterosexuellen Harry Benjamin ein, sie zu begleiten. Kopp unterstützte Hirschfeld und die Ziele des Wissenschaftlich-humanitären Komitées.
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7. Ein Brief an Hirschfeld vom 22. Januar 1930 und 8. ein Brief von Hirschfeld vom 1. März 1930. Beide Briefe handeln vom Plan eines Deutschen, eine amerikanische Schwulenbewegung zu
organisieren. Einzelheiten siehe unter: E.J. Haeberle, "A Movement of Inverts: An Early Plan for a Homosexual Organization in the United States", Journal of Homosexuality, Jahrg.
10, Nr. 1/2, Herbst 1984. Der erste Brief trägt die großen handgeschriebenen Buchstaben WLSR, und der zweite Brief ist auf WLSR-Briefpapier geschrieben, obwohl der Inhalt eine Angelegenheit
des Wissenschaftlich-humanitären Komitées hätte sein sollen. Allerdings war Hirschfeld zum Zeitpunkt des Schriftwechsels nicht mehr im Komitée aktiv, da es sein Büro - als Folge einer Intrige
Richard Linserts - aus dessen Institut hinaus verlegt hatte.
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