Hier finden Sie folgende elchige Informationen:
Der Elch (Alces alces) ist die größte Hirschart der Erde. Die verschiedenen Unterarten leben in Nordeuropa, den nördlichen Teilen Asiens und Amerikas. Vor einigen Jahrhunderten lebten diese Tiere aber auch in ganz Mitteleuropa! Die noch heute in Mitteleuropa auftretende Unterart, der Dicknasige Plüschelch, leidet übrigens häufig unter Stummelbeinen und klagt über mangelnde Auslaufgelegenheiten. Der uns interessierende Europäische Elch wird ungefähr 170cm hoch und erreicht ein Körpergewicht von 600kg. Bedeutend größer wird der Alaska-Elch, der es bis auf eine Größe von 220cm bringt. Er wird jedoch weniger schwer: Das Durchschnittsgewicht eines Elchbullen beträgt hier ca. 500kg. Die Bullen tragen Bart; gegenwärtig gelten etwa 30cm als schick.
Elche führen ein zurückgezogenes Einsiedlerleben, nur selten trifft man auf kleinere Rudel. Sie bevorzugen Wälder mit Flüssen und Seen, aus denen sie zur Abwechslung auch schon einmal ihren Speiseplan (Blätter und junge Baumtriebe) durch Wasser- und Sumpfpflanzen ergänzen. Elche schwimmen gerne und auch ausdauernd!
Im frühen Herbst paaren sich die Elche. Die Schaufler kämpfen intensiv um die Weibchen, wonach der Sieger einige Tage mit ihm zusammen bleibt, bevor er um die nächste Elchkuh antritt. Im Frühling werden die Elchkälber geboren; Zwillinge sind nicht selten und Drillinge durchaus möglich. Die Kälber stehen die ersten Tage unbeholfen in einem Versteck herum, bevor sie gelernt haben, mit ihren Beinen halbwegs systematisch umzugehen.
Wer daran glaubt, kann Ringe und Amulette aus Elchhufen gegen die Fallsucht tragen oder die gebrannten Knochen, das Blut, das Geweih, verkalkte Elchherzen (!), Fett, Mark usw. zu allerlei Hokuspokus verwenden oder sich seine nächste Ausgehkluft aus Elchhaut schneidern - angeblich ein hervorragender Schutz gegen Hieb- und Stichwaffen.
Als Haustiere haben sich Elche wenig bewährt, und vielleicht gehört ihnen auch deshalb die Sympathie der Skandinavisten. Und so bleiben unsere Erfahrungen auf die reizenden Begegnungen in freier Wildbahn beschränkt. "Elche in guter Laune äußern ein sympathisch klingendes, wieherndes Gemurmel. Dazu zeigen sie eine sehr lebhafte Mimik; besonders die in allen Richtungen beweglichen langen Ohren sind sehr ausdrucksreiche Stimmungsanzeiger."
Merke: Elche sind Symbole!
Zur Elchaufzucht erschien der ultimative Beitrag 1949 in der Fachzeitschrift Der Zoologische Garten.
Genaueres zum Elch und zu seinen potentiellen Nachbarn der europäischen Urwälder siehe Heini Hediger: Aus dem Leben der Tiere. Frankfurt am Main, Hamburg: Fischer Bücherei, 1966 (= Bücher des Wissens; 775)
Er kam immer im Mai und im November, nun schon im dritten Jahr. Kometenähnlich sein Verhalten: Auf einer langgedehnten Bahn durchstreift er die Teile des Himmels, am äußersten Punkte kehr er um, seine Helligkeit nimmt wieder zu, er nähert sich schnell, und fast so pünktlich wie ein Himmelskörper trifft er ein. Er bleibt nur wenige Tage jedesmal. Und doch, erklärbar oder nicht, füllt er Annas Leben ganz aus. Alles misst sie an ihm. Das Alleinsein, Erlebnis und Besorgnis, eine Verliebtheit zwischendurch, Ueberlegtes oder Leichtfertiges: sie teilt es ihm mit in Briefen, die er nie gesehen hat. Sie liegen geordnet bei der Wäsche im Schrank. Es ist wenig, was sie über ihn weiß. Auch wenn sie wollte, sie wüßte nicht, wie sie ihn erreichen könnte. Er scheint alles zu sehen und zu bewerten, aus der Ferne besonders. Geist über allen Wassern.
Sie nannte ihn Elch.
(Herbert Otto: Der Traum vom Elch. Berlin, Weimar: Aufbau, 1988)
Ein Jäger tot im Weiher treibt,
es hat ihn wohl Elch Hein entleibt.
Mit letztem Blick auf diesen Teich
verdrückt der Elch sich ins Gesträuch.
Man schoß mal hier, mal dort auf ihn:
Der Elch hat niemandem verziehn.
Nun streift Hein durch das Unterholz
und ist auf seine Tat noch stolz.
Er könnte ahnen, was jetzt folgt:
Natürlich wird der Mord verfolgt.
Der Jäger war organisiert,
und Hein ist damit angeschmiert.
Zum Glück blieb Hein nicht lang passiv
und roch, was gegen ihn so lief.
Vergeblich wir ihn suchen jetzt;
klug hat der Elch sich abgesetzt.
Er floh den Wald und floh das Land.
Bis Rußland ist er so gerannt.
Dort hält man Hein in Ehren,
wir müssen ihn entbehren.