Im Nebel des anbrechenden Morgens vor feindlichen Blicken verborgen, widmete sich der greise Elch den verschiedenen Düften, die ihn erreichten. Die Biberfamilie des nahegelegenen Baches hatte ein paar kleine Bäume gefällt, um ihren Damm auszubessern. Ein dem Elch unbekannter Fuchs war vorbeigekommen. Und offensichtlich war auch der Dachs, der hier schon seit Jahren hauste und sich noch immer einzelgängerisch und meist übellaunig gab, endlich aus seinem Winterschlaf erwacht und hatte seinen ersten Spaziergang unternommen.

Der Elch freute sich; versprach das Jahr doch endlich wieder Abwechslung zu bieten. Weit wanderte er nicht mehr fort von seinen bekannten Wäldern, die keine Gefahren für ihn bargen, dafür aber im Frühling und Sommer jede Menge Unterhaltung boten. Abends würde er also den Dachs treffen. Nun denn.

Während er den felsigen Hang hinabstieg und versuchte, dabei nicht in die stacheligen Wacholderbüsche zu rutschen, lichtete sich der Nebel, und unter ihm leuchtete das vorjährige Moorgras in gelb und rot; das Wasser zwischen den Büscheln war noch schwarz und unbewegt. Der Elch kaute an einem vorjährigen Zweig und überlegte, was der Tag wohl bringen könnte. Da begann sein Rückenfell zu kribbeln, daß es kaum zu aushalten war. Irgendjemand mußte ihn beobachten - von oben. Im malvenfarbenen Himmel kreiste hoch oben ein Adler. Er schien einen geeigneten Landeplatz zu suchen und vorsorglich auch die dort anwesenden Tiere zu taxieren.

Über ihn hin zog ein riesiger Schwarm Dohlen, aus dem sich zwei lösten und in langsamen Kreisen zum Elch herabsegelten, um sich auf seinem Rücken niederzulassen. "Krah," sagte Reuben, die eine Dohle, "hätte nicht gedacht, dich zu treffen. Trotzdem nett. Und, krah, das hier ist Georg, mein Liebster." "Bin ich, krah, trallala", flötete der andere. "Sehr angenehm, meine Herren" sagte der Elch. "Nett, mal wieder andere Gesellschaft zu haben und etwas aus der Welt hören zu können. Wo kommen Sie denn gerade her?" "Familientreffen in Schottland; die ganze Verwandtschaft war da, und alle hatten ihre Freunde dabei und die wiederum ihre." - "Ein herrliches Gewusel wars, und wenn wir so richtig gute Laune hatten, haben wir die kleinen Schafherden über die Hänge gehetzt. Und dabei haben wir uns kennengelernt. Unsere Großtanten waren Kusinen, glaube ich." "Komm, Brüderchen, unter meine Fittiche, dann machen wirs uns gemühütlich!" "Alles, was Dir beliebt, mein Herz!" Der Elch wunderte sich leis.

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