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  Das Eigene und das Andere in den skandinavischen Literaturen seit 1800

   
 
Das Forschungsprojekt fragt nach der besonderen Funktion literarischer Texte für die Darstellung und Vermittlung eines kulturell Anderen.

Untersuchungsgegenstand sind die skandinavischen Literaturen seit 1800. Untersucht wird ihr Beitrag zur Verhandlung des kollektiven Selbstverständnisses von der Konstitution als Nation bis zur Postmoderne, wobei unterschiedliche Modi der Alterität (Ethnizität, Klasse, Geschlecht, Natur, Zeit, Kultur, Religion etc.) und ihre Wechselwirkungen in den Blick kommen. Da die skandinavischen Länder nicht direkt militärisch und politisch an den kolonialen Expansionen des 19. Jahrhunderts beteiligt waren, stellt sich die Frage, in welcher Weise sie gleichwohl am europäischen Kolonialismus partizipiert haben, inwieweit sich ihre Literaturen in der Darstellung des Anderen einer europäischen Imagination des Kolonialen bedienen oder ob sich in ihren Literaturen auch ein anderer, nicht-usurpativer Umgang mit dem Anderen erkennen lässt.

Literarischen Texten werden im Untersuchungszeitraum spezifische Eigenschaften zugeschrieben, die man unter dem Stichwort "Alterität der Literatur" versammeln kann. Die Vorstellung einer grundlegenden Differenz literarischer Texte bestimmt hierbei nicht nur die Poetiken, sondern insbesondere die ästhetische Praxis der Produktion und Rezeption von Literatur und ist damit Grundvoraussetzung ihrer gesellschaftlichen Performanz. Unter dieser Voraussetzung ist nicht nur danach zu fragen, was jeweils als das kulturell Andere dargestellt, sondern wie (auf welche spezifisch literarische Weise) dieses Andere vermittelt wird und wie das Wie das Was beeinflusst.

Das Forschungsprojekt wird gemeinsam vom Institut für Vergleichende Germanische Philologie und Skandinavistik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und vom Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität Berlin durchgeführt. Als Kooperationspartner ist darüber hinaus die Universität ELTE Budapest (Prof. Dr. András Masát) beteiligt. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.



[last update 05.06.08]

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