DFG-Schwerpunktprogramm 1173 „Integration und Desintegration der Kulturen im europäischen Mittelalter“

Aus SPP 1173

Wechseln zu: Navigation, Suche

Das DFG-Schwerpunktprogramm 1173 „Integration und Desintegration der Kulturen im europäischen Mittelalter“ (SPP 1173) ist ein mediävistischer Forschungsverbund und umfasst derzeit über 20 Einzelprojekte aus 15 verschiedenen Disziplinen und 17 deutschen Universitäten. Sprecher des Schwerpunktprogramms sind die Professoren Michael Borgolte (Humboldt-Universität zu Berlin) und Bernd Schneidmüller (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg). Die Gesamtlaufzeit des Forschungsvorhabens beträgt sechs Jahre (2005-2011).

Leitidee des interdisziplinären Schwerpunktprogramms ist die Einsicht, dass Europa in seiner Geschichte niemals eine Einheitskultur gewesen ist. Verworfen wird dabei die weit verbreitete Auffassung vom europäischen Mittelalter als ausschließlich lateinisch-christlicher Kultur. Es geht also nicht darum, eine europäische Identität zu entdecken oder gar zu affirmieren, sondern im strikt wissenschaftlichen Sinne nach der Dialektik von Integrations- und Desintegrationsprozessen zu fragen. Dabei wird davon ausgegangen, dass es insbesondere die drei monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam gewesen sind, die kulturelle Formationen geprägt haben. Einheit und Differenzen kommen im Mittelalter nirgends besser zum Ausdruck als im Bereich der Religionen.

Diesem Forschungsanliegen wird methodisch und organisatorisch Rechnung getragen, indem die fächerübergreifende Zusammenarbeit bei der Bearbeitung transkultureller Fragestellungen durch die Bildung interdisziplinär zusammengesetzter Arbeitsgruppen und durch kollaborativ erstellte Publikationen auf eine neue Ebene gehoben wird. Die ca. 25 Projektbearbeiterinnen und -bearbeiter forschen deshalb nicht nur zu ihren eigenen Spezialthemen, sondern finden sich in regelmäßigen Abständen zu transdisziplinären Arbeitstreffen zusammen, um die innerhalb des Schwerpunktprogramms versammelte Fächer- und Themenvielfalt für disziplinenübergreifende Forschungen zu nutzen.

Ein erstes Resultat dieser Zusammenarbeit nach Ablauf der ersten Förderphase des Schwerpunktprogramms (2005-2007) ist der hier präsentierte Ergebnisband, der 2008 unter dem Titel „Mittelalter im Labor: Die Mediävistik testet Wege zu einer transkulturellen Europawissenschaft“ im Akademie Verlag erschienen ist. Eine zweite kollaborativ verfasste Publikation haben die Mitglieder des Schwerpunktprogramms im Frühjahr 2011 zum Abschluss des Förderzeitraums vorgelegt. Der Band "Integration und Desintegration der Kulturen im europäischen Mittelalter", dessen Online-Version hier präsentiert wird, ist ebenfalls im Akademie Verlag im Druck erschienen.

Informationen zur kollaborativen Arbeitsweise des Schwerpunktprogramms und zur technischen Entwicklung des Online-Schreibprogramm SPPedia in Kooperation mit dem Computer- und Medienservice CMS) und der Historischen Fachinformatik der Humboldt-Universität zu Berlin finden Sie in dem Artikel „Mediävistik trifft Technik“ der Zeitschrift humboldt spektrum.

Weitere Informationen erhalten Sie im Impressum sowie auf der Homepage des SPP 1173.

Persönliche Werkzeuge