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Das Netzwerk Sprachen des Sammelns wendet sich vor dem Hintergrund der aktuellen Konjunktur materieller Kultur und dem mit ihr einhergehenden verstärkten Interesse für Sammeln und Sammlungen in den Kultur- und Geisteswissenschaften in den letzten zwanzig Jahren der Literatur als Medium zu, in dem unter eigenen Bedingungen gesammelt und zugleich über Sammlungen reflektiert wird. Literatur wird dabei in seinem engen, seit der „Sattelzeit“ sich durchsetzenden Verständnis als nicht zweckgebundenes, imaginatives Schrifttum verstanden. Ein historischer Schwerpunkt der Untersuchungen liegt jedoch auf dem 19. und 20. Jahrhundert. In der Auseinandersetzung mit dem Sammeln soll vorrangig seine epistemische Bedeutung untersucht werden, d.h. Sammeln wird als Wissensform begriffen, in der sich je nach Medium und Ordnungsstruktur der Sammlung unterschiedliche
Wissenskulturen manifestieren. Bezogen auf die Literatur wird die Frage verfolgt, welche Eigenarten und medialen Möglichkeiten der(/den) Literatur(en) als Sammlungsmedium zukommen und dies bedeutet:
a) als Medium, das mit genuin literarischen, poetischen oder rhetorischen Ordnungssystemen und Textverfahren selbst Sammlungen erstellt sowie b) als Medium, in dem in der Thematisierung und Beschreibung von Sammeln, Sammlern und Sammelinstitutionen über das Motiv des Sammelns reflektiert wird. Beide Aspekte sind nicht von einander zu trennen und bilden sich doch nicht eins zu eins aufeinander ab.
Der zentrale Fokus des Forschungsanliegens liegt auf der Frage, ob und wie sich in der literarischen Praxis und der literarischen Thematisierung von Sammeln und Sammlungen ein Wissensdiskurs manifestiert, der ein spezifisch literarisches Wissen ins Spiel bringt. Zur Kontrastierung dieses literarischen Wissens werden die exemplarisch angelegten literaturwissenschaftlichen Fallstudien zur anglophonen, romanophonen und deutschsprachigen Literatur in dem interdisziplinär angelegten Netzwerk von kunst- und kulturwissenschaftlichen Untersuchungen flankiert, in denen auch ein weiterer Literaturbegriff in den Blick kommt. Im Vergleich zu fremdmedialen Wissens- und Sammelformen wird neben der systematischen auch eine historische Fragestellung relevant, die nach Gleichzeitigkeit und Ungleichzeitigkeit der Literatur fragt und die exemplarischen Fallstudien sowohl zu entscheidenden Punkten der Entwicklung des natur- und geisteswissenschaftlichen Wissens als auch zu einzelnen Phasen der Sammelkultur in ein Verhältnis setzt. Die einzelnen Teilprojekte der Netzwerkmitglieder sind in vier thematischen Modulen organisiert, deren Ergebnisse während der Laufzeit des Netzwerkes (2010-2013) in fünf Veranstaltungen präsentiert werden.

 

DFG-Netzwerk: Sprachen des Sammelns | Letzte Änderung: 15.04.2013 | (Webmaster)