Täglich bis zu 5.000 Nutzer, aber nur 1.250 Arbeitsplätze und noch weniger Garderobenschränke - das Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, erst im Oktober vergangenen Jahres eröffnete Zentralbibliothek der Humboldt-Universität (HU), ist überlaufen. Jetzt hat die Bibliotheksleitung auf den Platzmangel und die Gaderobensituation reagiert - mit ungewöhnlichen Maßnahmen.
Dem Geist von Humboldt – wir sind ihm begegnet. Nachts, auf dem Flur des Hauptgebäudes in Gestalt eines grellen Blitzes. Was wollte uns Wilhelm damit sagen? Vielleicht, dass das von ihm ausgerufene Bildungsideal zwar laufend zitiert, aber nur von den Wenigsten tatsächlich verstanden wird. Unser Autorenteam hat sich mit den üblichen Floskeln nicht begnügt und ist dem Humboldtschen Bildungsideal mit preußischer Gründlichkeit auf den Grund gegangen – mit überraschenden Erkenntnissen (Seite 10).
In was für einer Uni leben wir eigentlich? – Zu dieser Frage gibt es innerhalb der HU mehr Meinungen als Schließfächer im Grimm-Zentrum. Unsere Autorin hat verschiedene Ansichten eingefangen und versucht, ein Stimmungsbild über den momentanen Stand der Dinge und die Ideen für die Zukunft der HU zu zeichnen (Seite 7).
An der HU wird derzeit nicht nur über den Weg der Uni gestritten, sondern auch allerorten gebaut. Das Hauptgebäude wird in den nächsten Jahren komplett renoviert. Die -Historiker und Klassischen Philologen müssen ausziehen und sind davon nicht begeistert, wie unsere Autorin berichtet (Seite 14).
Das Wintersemester neigt sich seinem Ende zu, dies ist die letzte Ausgabe der UnAufgefordert in diesem Semester. Um euch vom anstehenden Lernstress abzulenken, werden wir ab Mitte Februar auf unserer Homepage wieder über die Berlinale berichten. Freut euch auf spannende Rezensionen vom Filmfestival.
Studierende der Berliner Hochschulen sowie der Unis in Potsdam und Wildau sollen nach Ankündigung der Deutschen Bahn nun zwei Monate gratis mit der Berliner S-Bahn fahren dürfen. Für die vor-aussichtlich noch bis zum Ende des Jahres andauernden Ausfälle hat die Bahn ein weiteres, 70 Millionen Euro umfassendes Entschädigungspaket für die S-Bahn-Kunden beschlossen. Immer noch nicht geklärt ist allerdings, wie genau den Berliner Studierenden das Geld rückerstattet werden soll. Im November vergangenen Jahres waren Verhandlungen zwischen den Studierendenvertretungen der Berliner Unis und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg über das Rückerstattungsprozedere gescheitert.
vaf
Die Humboldt-Universität (HU) darf sich seit Ende letzten Jahres offiziell »familiengerechte Hochschule« nennen. Dieses Zertifikat wurde der Hochschule von der »berufundfamilie gGmbH«, einer Initiative der gemeinnützigen Hertie-Stiftung verliehen. Offiziell überreicht werden soll es im Juli. Bewertet wurde, wie familiengerecht die Arbeitsbedingungen für Studierende und Mitarbeiter sind. Die HU hat sich mit der Vergabe des Zertifikats zur Umsetzung bestimmter Projekte verpflichtet. Dazu zählen unter anderem die Einrichtung von Spielecken und Aufenthaltsbereichen für Kinder sowie eine Servicestelle für familienbezogene Beratung. In drei Jahren wird entschieden, ob das Zertifikat verlängert wird.
vaf
Jörg Steinbach ist zum neuen Präsidenten der Technischen Universität Berlin (TU) gewählt worden. Der Chemiker und noch amtierende 1. Vizepräsident der TU setzte sich mit 33 Stimmen gegen seinen Konkurrenten Martin Grötschel durch, der 27 Stimmen erhielt. Der erweiterte Akademische Senat folgte damit nicht dem Vorschlag des Kuratoriums, das sich für Grötschel ausgesprochen hatte. Der Vorsitzende des Kuratoriums bezeichnete die Wahl Steinbachs im Nachhinein als »bedauerlich«. Offenbar hat die Mehrheit der Hochschullehrer nicht für Steinbach, sondern für Grötschel gestimmt, der sich für einen klaren Exzellenzkurs der TU ausgesprochen hatte. Steinbach stehe, wie es heißt, für eine demokratischere Uni. Der 53-Jährige tritt sein Amt am 1. April an.
vaf
234 Studierende haben bis Mitte J-anuar die neu eingerichtete Online-Beschwerdeplattform des baden-württembergisch-en Wissenschaftsministeriums genutzt. Das Ministerium hatte während der Studierendenproteste im vergangenen Sommer auf seiner Website den so genannten »Bologna-Button« eingerichtet: Durch einen Klick öffnet sich dort ein Textfeld, in das Studierende ihre Beschwerden und Sorgen über die neuen Studiengänge eingeben können. Die Mehrheit der bisher eingegangenen Nachrichten handelt nach Angaben des Ministeriums von Aufbau und Inhalten der Studiengänge. Das Ministerium hat angekündigt, die Ergebnisse bis zu einem Bologna-Kongress der Landesregierung Anfang März auszuwerten.
sar
Zu hohe Studienanforderungen sind der häufigste Grund für deutsche Studierende, ihr Studium abzubrechen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS), die Mitte Januar veröffentlicht wurde. Des Weiteren führen finanzielle Probleme und Unzufriedenheit über die Studienfachwahl häufig dazu, dass Studierende ihr Studium nicht zu Ende führen. Seit Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge brechen Studierende ihr Studium durchschnittlich in einem früheren Stadium ab, so die Studie. Grund hierfür seien die schon zu Beginn des Studiums hohen Anforderungen an die Studierenden.
sar
Studierende, die Mitglied bei Facebook sind, haben schlechtere Noten als ihre Kommilitonen ohne ein Profil auf der Online-Plattform – so dass Ergebnis einer Studie der US-amerikanischen Ohio State University. Zwei Drittel der befragten Studierenden loggen sich jeden Tag mindestens einmal auf Facebook ein. Ein Großteil der 219 befragten Studierenden gab an, keinen Zusammenhang zwischen ihren Noten und der Zeit, die sie im Internet verbringen, zu sehen. Deutsche Studierende surfen laut einer Untersuchung der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) und dem Multimedia-Kontor Hamburg durchschnittlich drei Stunden täglich im Internet. Jeder hundertste deutsche Studierende verbringt ganze zehn Stunden pro Tag im Netz.
vaf
Am Donnerstag, den 4.2. um 18 Uhr (Raum: 1072) gibt es wieder eine Streik Lecture. Bernd Ladwig spricht zum Thema: "Gibt es ein Recht auf (Hochschul-)Bildung?"
Es gibt zwei Gruppen von Menschen: Die, die etwas zu sagen haben und alle anderen. Schreibende aus beiden Gruppen haben sich zusammengetan und die Textsammlung "Vernetzt" im Berliner Verbrecher-Verlag veröffentlicht. Das Ergebnis ist eine Mischung von Momentaufnahmen und Lebensweisheiten aus der wilden Welt der Freelancer, Kreativen und Suchenden. Selbsternannte Kulturschaffende erzählen vom harten Arbeitsalltag im Webdesign, Spaß beim Shoppen, Erlebnissen in Web 2.0-Communities und bei türkischen Friseuren. Manchmal witzig, selten neu und ab und zu einfach arrogant.
In lockerer Atmosphäre endete heute um kurz vor neun die Legislaturperiode des 17. Studierendenparlaments. In Rekordzeit fanden die Wahlen für drei Referate und die Abstimmungen zu drei unstrittigen Fragen statt.
Der Akademische Senat der Humboldt-Universität (HU) hat sich heute drei Stunden lang ausschließlich mit den Forderungen der streikenden Studierenden beschäftigt. Die Audimax-Besetzer und der RefRat legten dem höchsten Gremium der Universität neunzehn Anträge zur Abstimmung vor. Trotz des frühen Starts um 8 Uhr morgens füllten circa 80 studentische Zuhörer den Saal.
Am Donnerstag, den 28. Januar um 16 Uhr findet die wahrscheinlich letzte studentische Vollversammlung (VV) in der Vorlesungszeit dieses Semesters statt.Folgende Themen stehen an: Berichte von der Sondersitzung des Akademischen Senats am Dienstag, die Verabschiedung von Kernforderungen an Landes- und Bundesregierung sowie die Perspektiven des Streiks an der HU. Eine Übertragung nach Adlershof wird versucht.
Wie immer gilt: Die studentische Vollversammlung ist das höchste Gremium der Verfassten Studierendenschaft. Studierenden, die an der Vollversammlung teilnehmen, darf dementsprechend kein Nachteil aus der Teilnahme entstehen.
Im Anschluss an die VV ist laut RefRat "eine Aktion" geplant.
Am Dienstag, den 26. Januar um 8 Uhr, findet die Sondersitzung des Akademischen Senats (AS) zum Bildungsstreik statt. Der AS ist das höchste Entscheidungsgremium der Uni. Trotz der frühen Uhrzeit sind alle Studierenden der HU aufgerufen, zu diesem Termin zu kommen und mit ihrer Anwesenheit und Diskussionsbereitschaft Druck auf die Verantwortlichen auszuüben.
Die ersten Takte des Klavierkonzerts d-Moll op. 15 von Johannes Brahms erklingen. Während des Orchestervorspiels der Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Bernard Haitink wiegt sich Radu Lupu mit geschlossenen Augen im Takt. Mit seinen grauen Haaren und dem Vollbart sieht der rumänische Pianist, der für ein paar Konzerte in Berlin gastiert, selbst aus wie Brahms.