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Studieren in … London Drucken E-Mail
Geschrieben von Christian Weber   
Dienstag, 1. Juni 2004
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Wer das liest, ist schwul Drucken E-Mail
Geschrieben von Vanessa-Nino Kern   
Dienstag, 1. Juni 2004
»Lambda« macht Aufklärungsarbeit in Schulen.

»Wer das liest, ist schwul!« Dieser Satz, an eine Betonmauer geschmiert, sticht mir sofort ins Auge. Morgens um halb zehn an irgendeinem S-Bahnhof in Hellersdorf. Treffpunkt mit dem Team der Aufklärer/innen vom Jugendnetzwerk »Lambda«. Die drei anderen kommen, ein fröhliches, wenn auch noch etwas verschlafenes »Hallo!« ertönt von allen Seiten, es kann losgehen. Heute besuchen wir die siebte Klasse einer Gesamtschule. Wir kennen die Schüler/innen noch nicht, haben nur ihre Antworten auf einen Fragebogen erhalten, der uns Vorinformationen über ihre Ansichten zu Sexualität im Allgemeinen und Homosexualität im Besonderen gibt. ->
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Kondome sind out Drucken E-Mail
Geschrieben von Ines Hartmann   
Dienstag, 1. Juni 2004
Neue Therapieformen und mangelnde Aufklärung haben unverhüteten Sex wieder hoffähig gemacht. Die Zahl der HIV-Infektionen steigt.

»Schon seit über zwanzig Jahren lebt er mit der Krankheit.« Dieser Satz steht häufig in den Zeitungen. Erfolgserlebnisse lesen sich besser. Todesanzeigen will niemand sehen. Flecken in den Gesichtern von Aidskranken wie bei Tom Hanks in »Philadelphia«, die mit Schminke übertüncht werden, gibt es nicht mehr. Die berühmten Aids-Toten wie Andy Warhol, Keith Haring, Rock Hudson und Freddy Mercury sind allesamt Stars der 80er oder frühen 90er gewesen. Doch angesichts steigender Neuinfektionen in Industrieländern ist es erschreckend, wie wenig Menschen um die Brisanz des Themas wissen. ->
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Auf der richtigen Wellenlänge Drucken E-Mail
Geschrieben von Katharina Sekareva   
Dienstag, 1. Juni 2004
Das uniRadio geht täglich zwei Stunden auf Sendung. Dabei trainieren Studierende ihre journalistischen Fähigkeiten.

> Das Gebäude M der Freien Universität (FU) in Lankwitz ist leer. Irgendwo wartet ein verlorenes Grüppchen auf ihr Seminar. Der dritte von ihnen kennt den Weg zum »uniRadio«, dem Radiosender von und für Studenten, das täglich von 19 bis 21 Uhr zu hören ist. Für einen Fremden ist das Studio gar nicht so leicht zu finden. Wer soll denn auch wissen, dass man in den ersten Stock des Hauses M am besten über das Gebäude L kommt? Dort sieht man dann auch gleich die Tür mit dem Schild »uniRadio«. Vor der Tür rauchen zwei Praktikanten. Als Begrüßung gibt es ein schroffes »Hier geht’s rund, Interviews geben wir ab acht«. Bis dahin darf man aber dem Team immerhin über die Schulter gucken. ->
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Uni unterm Regenbogen Drucken E-Mail
Geschrieben von Julia Kimmerle, Sören Kittel   
Dienstag, 1. Juni 2004
Viele Nicht-Heterosexuelle kommen wegen des liberalen Images der Stadt nach Berlin. Doch Diskriminierung gibt es auch an den Unis.

> Am Ende passiert es doch: »Warum gibt es auf dieser scheiß Schwuchtel-und-Transen-Fete kein Bier mehr?«, schallt es von der Theke. Offensichtlich ist der junge Mann betrunken. Noch offensichtlicher hat er sich verirrt, zum schwullesbischen Fest in der Humboldt-Universität (HU), im Studentencafé »SBZ Krähenfuß«. Hier haben sie sich versammelt, um den Semesterstart zu feiern. Sie, das sind vereinzelte Jungs in Frauenkleidern und die Mädels mit angeklebten Schnäuzern. Und viele Studentinnen und Studenten, denen ihre sexuelle Orientierung weder durch ihre Kleidung noch durch ihr Verhalten anzusehen ist. Klischees, so man sie denn hat, werden hier kaum bedient, vom heterosexuellen Störer an der Bar mal abgesehen. Den schert das allerdings wenig, im Gegensatz zu seiner weiblichen Begleitung. Ihr ist das alles offenbar höchst peinlich. ->
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Zensierte Küsse Drucken E-Mail
Geschrieben von Ulrike Meitzner   
Dienstag, 1. Juni 2004
Ein Interview mit dem Organisator des einzigen schwullesbischen Filmfestivals in einem muslimischen Land.

> Im Dezember 2004 wird der Indonesier John Badalu in seinem Land zum dritten Mal das schwullesbische Filmfestival »Q!« organisieren. Es ist das einzige derartige Festival in einem vorwiegend muslimischen Land. In Berlin sprachen wir mit Badalu über die neue Blüte des indonesischen Films, die Zensur und darüber, warum heterosexuelle Regisseure Filme über Homosexuelle drehen. ->
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News UnAufgefordert Nr. 147 Drucken E-Mail
Geschrieben von der UnAuf-Redaktion   
Dienstag, 1. Juni 2004
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Poetische Promis Drucken E-Mail
Geschrieben von Sarah Hofmann   
Dienstag, 1. Juni 2004
Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu holt als Gastprofessor an der FU Autoren, Journalisten und Politiker ins Seminar.

> Die Sonne scheint auf den kleinen Innenhof des Instituts für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften an der Freien Universität (FU). Studierende stehen in Grüppchen zusammen und unterhalten sich, viele rauchen noch eine, bevor sie wieder zurück in den Seminarraum gehen. Auch Feridun Zaimoglu zieht noch ein letztes Mal tief an seiner selbstgedrehten Zigarette. Mit seiner Jeansjacke und der Kippe im Mund fällt er nicht aus dem Bild heraus. Er ist ein bisschen älter als die meisten, aber seine Mimik und Gestik ist denen der anderen sehr ähnlich. Das ganze Verhalten den Studenten gegenüber ist kumpelhaft und locker, auch mit dem Mann, der neben ihm steht, macht er noch ein paar Witzchen, bevor er die Treppen zum Seminarraum hochgeht. Drinnen werden noch Stühle gerückt und man erzählt sich vom letzten Wochenende. Feridun Zaimoglu setzt sich ans Professorenpult des überfüllten Barackenraums. ->
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Attraktiv oder subversiv? Drucken E-Mail
Geschrieben von André Leipold   
Dienstag, 1. Juni 2004
Der Christopher Street Day ist entpolitisiert. Das meint man jedenfalls in Kreuzberg und ruft zum Gegenumzug auf.

> Wenn am 26. Juni lesbische, schwule oder wie auch immer orientierte Menschen aus den unterschiedlichsten Ecken der Nation in Berlin eintreffen, um den »Christopher Street Day« zu zelebrieren, werden sich manche wundern. Während es bei den gleichnamigen Veranstaltungen in Kassel oder Dresden eher darum geht, wenigstens einmal im Jahr wahrgenommen zu werden, wird die verwöhnte »gay community« in Berlin vor die dankenswerte Entscheidung gestellt, wo genau und auf welche Weise man diesen Tag begehen möchte. ->
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Über das Letzte Drucken E-Mail
Geschrieben von Annika Waldhaus   
Dienstag, 1. Juni 2004
Katechismus des Studenten, Folge XLII

> Vor vielen Jahren, am Beginn meines Studiums, als ich noch neu und unbeholfen war im großen Berlin, da bebte die Stadt noch voller Montags-Dienstags-Mittwochs-Donnerstags-Clubs, die versteckt vor den Touristen in dritten Innenhöfen, in Etage minus 2 oder in alten Fabriken stattfanden. Am Wochenende brodelte es, weil die Häuser noch nicht saniert waren und somit dem Versiff freigegeben werden konnten, vor wilden Privatpartys, und niemand trug dort neonfarbene Tüllröcke oder die Hose in die Cowboystiefel gesteckt. In dieser fernen Zeit in den Neunzigern besuchte ich eine Redaktionssitzung einer feinen Studentenzeitung in Berlin. Dort bat ich darum, eine kleine Kolumne über die Gedanken zu schreiben, die Studenten haben, wenn sie morgens in einem warmen Bett liegen, der Wecker dann klingelt und der Antrieb, sich durch Schneestürme zur dunklen Uni zu kämpfen, auf Null sinkt. Eine unfreundliche Studentin sagte daraufhin, dass es aber in dieser Kolumne nicht so enden dürfe, dass ich am Ende nicht zur Uni gehe, weil das dann die Vorurteile gegen Studenten so sehr stütze, und so schrieb ich meine erste Kolumne über das Gefühl, lieber doch im Bett bleiben zu wollen und es dann auch zu machen und schön weiterzuschlafen. Seitdem sollte ich dann jeden Monat schreiben.
Ich schrieb und schrieb, und manchmal sah ich gar den einen oder anderen Studenten mit seinem Mensafraß auf der Wiese auf dem Campus sitzen, die letzte Seite lesend, und ich freute mich ein wenig und fragte mich, ob die Leute, die bei der Bildzeitung schreiben, sich auch immer freuen, wenn dicke und dümmlich anmutende Menschen am Dönerstand ihre aus höchstens sieben Worten bestehenden Sätze angucken. Oder die Redakteure bei Kleinstadtzeitungen: Letztens las ich auf der ersten Seite in einer solchen, dass das OP-Team des dortigen Krankenhauses während einer OP bei einem Radiosender eine große Portion Zwiebelmett gewann (vgl. Uetersener Nachrichten, 21.5.04, Deckblatt). Natürlich ist das mal was anderes, als nur über den Schützenverein zu schreiben oder über die Faschingsfeier im Altenheim, aber es ist doch wirklich fraglich, ob der Redakteur sich freut, wenn das jemand liest und wenn er dann bei den Kennenlernspielen auf einer Hochzeit im Örtchen neue Menschen kennen lernt, die ihn vom Namen her schon kennen. Ich jedenfalls schrieb einen Katechismus in einer Berliner Studentenzeitung und freute mich, wenn ich sah oder hörte, dass es auch jemand las.
Da alles einmal ein Ende haben muss, werde ich nun die Studenten trotz meines Glücks über meine kleine Kolumne in eine Welt entlassen, in der sie sich ohne einen Katechismus zurechtfinden müssen. Das ist natürlich nicht so einfach, und die Gefahr besteht, dass der eine oder andere nun zu denken beginnt, dass es toll sei, auf der Kastanienallee zu gehen und dabei neonfarbene Tüllröcke zu tragen, die Hose in die Cowboystiefel zu stecken oder dass Studentenpartys toll sein können. Vielleicht wird der gemeine Student ohne den anleitenden Katechismus mit der Zeit auch daran glauben, dass sein Studiengang auf einen Beruf vorbereitet oder dass man es auch ohne glückliche Fügung mit dem kleinen Händchen einer im Hintergrund spielenden Referenz eines Bekannten schaffen kann, als Geisteswissenschaftler einen Job zu finden. »80 Prozent all derer, die studiert haben, was Sie studieren, werden irgendwo reinrutschen, da machen Sie sich mal keine Sorgen«, sagte einmal ein Professor. Das bedeutet natürlich nichts anderes, als dass die meisten von uns während ihres Studiums durch glückliche Fügung in irgendeinen Taxijob oder in die Gastwirtschaft mal eben so reinrutschen werden, während die anderen 20 Prozent noch einige Jahre Praktika absolvieren können, bis sie Sozialhilfe kassieren.
In diese Welt entlasse ich mich und die anderen Studenten nun ohne Katechismus. Ich schäme mich. Auf Wiedersehen. Ich muss weiter.
Annika Waldhaus <
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