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Geschrieben von Ludwig Weh, Silvio Schwartz   
Mittwoch, 11. Oktober 2006
Fremdsprachen lernen oder im Ausland studieren: Dabei helfen ab diesem Semester Hege Langfjæran und Ursula Hans.

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Hege Langfjæran. – Foto: Robert Nagel
> Eigentlich besteht für Hege Langfjæran noch Mutterschutz. Dennoch richtet sie im September bereits ihr neues Büro im Nordeuropa-Institut ein. Mit ihrem Baby auf dem Schoß erzählt die 30-Jährige, es sei ihr Traumjob, anderen Menschen die Sprache und Kultur ihres Heimatlandes Norwegen nahe zubringen. Sie freut sich, dies nun in Berlin tun zu können. Ab dem Wintersemester ist sie als Lektorin für Norwegisch an der Humboldt-Universität (HU). »Es wird schon eine große Herausforderung sein, hier zuarbeiten.« Das liege aber nicht am klangvollen Namen der Universität, sondern daran, dass sie nun eine Vollzeitstelle habe und das Institut hier größer ist als an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.
Der Wechsel zur HU verlief problemlos, ihren Vorgänger kannte sie bereits von einer Tagung im Januar. Er hatte ihr seine frei werdende Stelle empfohlen. Auch den Lektor für Isländisch an der HU kennt sie schon. Er war ihr Kommilitone in München. Dort hat sie Deutsch als Fremdsprache, Nordische Philologie und Interkulturelle Kommunikation studiert, in Oslo dann noch Norwegisch als Zweitsprache. Von München ging es für Hege Langfjæran nach Neuseeland, dann wechselte sie als Lektorin an die Frankfurter Uni. Wie auch dort wird sie an der HU Sprachkurse sowie Übungen zur Literatur und Landeskunde Norwegens geben. Außerdem wird sie die norwegischen Bestände in der Zweigbibliothek aktualisieren. Wenn noch Zeit bleibt, möchte sie an ihrer Dissertation weiterarbeiten.
Die Norwegerin weiß, was sie von ihren Studierenden erwartet: »volle Motivation und aktive Mitarbeit«. Fehlendem Ansporn werde sie mit passenden Lehrmaterialien und -methoden begegnen. Man werde sich schon gut verstehen, »schließlich ist mein Studium ja noch nicht so lange her«, sagt Hege Langfjæran und lacht. Ihr Job bereite ihr auch deshalb soviel Spaß, weil er vielfältige Aufgaben und flexible Arbeitszeiten biete – »fast wie ein Studentenleben«.
Ludwig Weh <
Bild
Ursula Hans. – Foto: Viktor Rosenfeld
»Das ging alles holterdiepolter.« Am 31. August war Ursula Hans noch in Göttingen, seit dem 1. September leitet sie die Abteilung Internationales der Humboldt-Universität (HU). Sie arbeitet mit Professoren und Professorinnen zusammen, berät das Präsidium und – das stehe für sie im Vordergrund – unterstützt Studierende, die ins Ausland wollen und jene, die von dort hierher kommen. »Die Abteilung Internationales ist eine wichtige Schnittstellenabteilung«, sagt sie.
Seit ihrer Ankunft sind viele Informationen auf sie eingeströmt, die sortiert werden müssen. Auch verlaufe sie sich bisweilen noch im Hauptgebäude. Seitdem sie aber weiß, dass der Grundriss wie ein H aussieht, sei es deutlich leichter geworden. Ihr neues Büro im dritten Stock hat der 44-Jährigen anfangs gar nicht gefallen. »Man sollte sich von der Einschüchterungsarchitektur nicht abhalten lassen«, sagt sie. Um es gemütlicher zugestalten, hat sie einen selbstgewebten Quilt an die Wand gehängt. Ein Zeichen ihrer Weltverbundenheit: Nach dem Studium der Amerikanistik und Sinologie in Bonn, Taiwan und Wisconsin war sie unter anderem an den Universitäten Witten/Herdecke und Göttingen.
Nun ist sie da, wo sie hinwollte: in der Humboldt-Universität. »Das ist schon ein großer Laden«, sagt sie und lobt den enormen Reichtum intellektueller Art. Aber: »An einem Ruf muss immer gearbeitet werden.« Darum will sie die Internationalisierung der Universität vorantreiben und wünscht sich, dass trotz knapper Kassen alle Studierenden ins Ausland können. Sie selbst sehne sich im Moment nicht nach anderen Ländern – hier in Berlin sei die Welt so nah, dass man nicht weit hinaus müssen. Noch konnte sie die Stadt nicht richtig kennen lernen, doch ihre Neugier ist geweckt: »Ich sehe es mir an allen Ecken und Enden zuwinken: ›Sieh dir das an!‹«
Silvio Schwartz <

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