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Der Forscher Drucken E-Mail
Geschrieben von Silvio Schwartz   
Mittwoch, 11. Oktober 2006
Image »Unerklärt.« Dieses Wort fällt öfters bei Marek Kowalski. Es ist seine innere Antriebskraft, denn er möchte das Universum besser verstehen. Seit Mitte Juli leitet er eine Forschungsgruppe an der Humboldt-Universität (HU), die Neutrinos am Südpol aufspüren will. Aber zuvor standen irdische Probleme an: Kowalski hatte keine eigenen Räume und musste das Gästezimmer eines Kollegen nutzen. Zwei Monate später ist sein kleines Büro noch recht spartanisch mit Regalen und einem Schrank aus Metall eingerichtet. »Ich habe den Grundverdacht, dass das in den nächsten fünf Jahren so bleibt«, sagt der 32-Jährige. Dafür gefalle ihm die moderne Einrichtung im Lise-Meitner-Haus, in dem das physikalische Institut sitzt. „Die Bedingungen sind vergleichbar wie in den USA“, sagt Kowalski, der zuvor im Lawrence-Berkeley-Laboratory gearbeitet hat. Doch es gebe Mängel im Detail: Durch die großen Fenster heizt das Gebäude schnell auf und eine Klimaanlage gibt es auf seiner Gebäudeseite nicht – Kowalski arbeitet bei geöffneter Bürotür.
Fünf Jahre hat seine Forschungsgruppe Zeit für das »IceCube«-Experiment, das durch Lichtsensoren in 2000 Meter Tiefe einen Kubikkilometer antarktischen Eises als Detektionsmedium für Neutrinos benutzt. »Damit kann eine neue Art von Astronomie entwickelt werden«, sagt Kowalski begeistert. Bislang werden verschiedene Wellenlängen beobachtet. Doch Neutrinos, kleinste Teilchen, fliegen immer geradeaus und können alles durchqueren – so könnten sie Aufschluss über die Herkunft der bislang mysteriösen kosmischen Strahlung geben.
Für Studierende wird der gebürtige Hamburger zwei Stunden Lehre pro Woche anbieten – in diesem Semester hält er eine Einführungsvorlesung in die Kosmologie, »das ist mein zweites Steckenpferd.« Die Nähe zu Studierenden und Doktoranden habe den Ausschlag für eine Universität als Arbeitsort gegeben. »Hier können wir Erfahrung sammeln, viele Schnittstellen finden und Spaß am gemeinsamen Interesse haben.« Die Entscheidung für die HU fiel nicht schwer: »Andere Unis sind ähnlich gut, aber sie haben nicht das Flair.«
Silvio Schwartz <
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