Impressum Kontakt
 
UnAuf Spezial Titelthema Politik Studium Leben Kultur Dossier Meinung
Startseite arrow Leben arrow E-Mail aus Rom  
Aktuelles Heft
Spezial
Titelthema
Politik
Studium
Leben
Kultur
Dossier
Meinung
UnAufgefordert Archiv
UnAuf Interaktiv
Startseite
Liebesbriefe
Wir suchen Dich!
Links
UnAuf in den Medien
Freundeskreis
Kontakt
Archiv
Gesamtarchiv
Heftdownload
Gesamtarchiv (Rubriken)
Suche
UnAuf Abo
Abo bestellen
Verschiedenes
UnAuf in den Medien
Sitemap
Kontakt
Impressum

E-Mail aus Rom Drucken E-Mail
Geschrieben von Silvio Schwartz   
Sonntag, 18. Mai 2008

From: Silvio Schwartz
To: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können

Subject: Scharfe Ösen, dicke Reader
Sent:  29.04.2008

»Aber es ist eine Uni-Exkursion!« – Mit dieser Erklärung hatte ich vor meinem Abflug versucht, den Neid meiner Mitmenschen möglichst gering zu halten, was aber nicht gelang. Immerhin sollte es nach Rom gehen, und in Berlin hatten tiefhängende Regenwolken die Stimmung nach unten gedrückt. Dagegen zeigte die »Ewige Stadt« schon beim Anflug ihre Sonnenseite. Ein Früchte tragender Orangenbaum empfing uns an unserer Unterkunft. Zu unserem Stockwerk ging es mit einem rustikalen Fahrstuhl aus dem 19. Jahrhundert, und nach einigen Versuchen gelang es uns sogar, nicht zwischen zwei Stockwerken stecken zu bleiben. In dem Labyrinth aus Gängen und Räumen in der obersten Etage entdeckten wir schließlich unser Zimmer. Ich suchte mir das Doppelstockbett aus, bei dem die scharfkantigen Ösen in Richtung meines Gesichtes zeigten, die für mehrere schmerzhafte Situationen beim Erwachen sorgen sollten.
Mit unseren Dozentinnen im Nacken blieb uns aber kaum Zeit, unseren Ausflug mit einem Ferienlager zu verwechseln. Unser Durchschnitt an Sehenswürdigkeiten pro Stunde blieb auf einem konstant hohen Niveau. Beim Blick auf die Touristengruppen, die per Knopf im Ohr ständig ihren Reiseleitern lauschten, war ich dann doch glücklich, einer Seminargruppe anzugehören, die sich ein Semester lang auf diese Fahrt vorbereitet und einen dicken Reader zusammengestellt hatte.
Am nächsten Tag stand eine Fahrradtour an. Das hieß für mich: Ich konnte mit ein paar Freunden in aller Ruhe die Stadt erkunden, während die Fahrradfahrer aus dem Seminar den römischen Verkehr provozierten. Unsere Gruppe dagegen kam abends um 19 Uhr ohne Warteschlange in den Petersdom – und wurde kurz darauf vom Sicherheitspersonal heraus gebeten, denn auch hier gibt es Öffnungszeiten. Herausgeworfen aus dem Machtzentrum der katholischen Kirche! Dafür hat sich die Exkursion doch tatsächlich gelohnt.
Nach einer Woche fing ich mir dann eine starke Erkältung ein und blieb mit Halsschmerzen und Fieber in der Herberge. Während die anderen eine Schnitzeljagd durch Rom veranstalteten, verputzte ich das Frühstück, das mir eine Freundin gemacht hatte. Ich konnte zwar kaum etwas schmecken, aber das Frühstück schmeckte trotzdem viel italienischer als das, was ich in den Touristenläden gegessen hatte. Am Nachmittag kam das Zimmermädchen und war völlig erschüttert, einen Menschen in der Herberge anzutreffen. Für mich gab es deshalb keine Bettwäsche, sondern nur zwei neue Handtücher. Als meine Leute spät am Abend erschöpft von ihren Strapazen erzählten, war mir klar: Morgen muss ich unbedingt wieder mit in die Stadt!
Euer Silvio

Kommentare
Neuer Kommentar
Schreibe einen Kommentar
Name:
E-Mail:
 
Überschrift:
 
:D:):(:0:shock::confused:8):lol::x:P:oops::cry::evil::twisted:
:roll::wink::!::?::idea::arrow:
 

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

Artikel bookmarken:
del.icio.us Facebook Google Mister Wong Yahoo
 
UnAuf gebloggt
Ungarn bloggt
UnAuf-Blog
Filmfestivals gebloggt
Kultur gebloggt
Berlinale
UnAuf on Facebook
Aktuelles Heft
Spenden für UnAuf

Unterstützen Sie mit Ihrer Spende die UnAufgefordert!

Top 15 der UnAuf 202
Leserkommentare
UnAuf-Blog RSS
© 2012 UNAUFGEFORDERT ONLINE
Design by SL Creations 2006.