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DDR-Museum
Stasimuseum
Gedenkstätte Hohenschönhausen
DDR-Museum
Herzlich willkommen in der lustigen Welt des Arbeiter- und Bauernstaates! Wer Puppenstuben mag, der wird das DDR-Museum lieben, denn hier wurde alles getan, um das Alltagsleben im Sozialismus detailliert zu kopieren: So wurde ein angeblich typisches Wohnzimmer mitsamt Büchern und Fernsehprogramm nachgebaut, am Eingang steht ein Trabant und an der Wand hängt ein Honecker-Bild. In allerlei Schubkästen liegen verschiedene Fundstücke und staunend stehen die Menschen davor wie die Ost-Bevölkerung vor den West-Schaufenstern: So war das also, in der DDR.
Kann das funktionieren? Lassen sich Land und Leute mit Hilfe von Requisiten in einer filmreifen Inszenierung verstehen? Wohl kaum. Die Bundesrepublik würde auch niemand ernsthaft in einer Wohnung mit Frauenzeitschriften auf dem Tisch und Peter Alexander im Fernsehen präsentieren: Das machte weder den Alltag der letzten 60 Jahre aus, noch steht es für Demokratie und freie Marktwirtschaft. Die DDR dagegen wird munter als Drollige Deutsche Republik gezeigt, in der die Menschen in albernen Wohnungen hausten und lange auf ihre Autos warten mussten. Für das zwiespältige Wechselspiel zwischen politischer Überwachung und Unterdrückung einerseits und sozialer Sicherung andererseits bleibt da wenig Platz. Wer tatsächlich mehr Wert auf Devotionalien legt, ist da besser in den hippen Läden in Prenzlauer Berg aufgehoben, die Gegenstände aus Wohnungsauflösungen zu überhöhten Preisen anbieten. Dort wird zwar kein Eintritt verlangt, aber prinzipiell ist das Gleiche zu sehen.
Karl-Liebknecht-Str. 1; Eintritt: Erwachsener: 5,50 Euro, erm. 3,50 Euro; www.ddr-museum.de
Stasimuseum
Die nette ältere Dame an der Kasse weist gleich darauf hin, wo der Höhepunkt der Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße zu finden ist: In der zweiten Etage befindet sich das Büro von Erich Mielke, von 1957 bis 1989 Minister für Staatssicherheit der DDR. Das ist dann aber doch der eher langweilige Teil der Ausstellung – es sei denn, man kann holzvertäfelten Büros mit Holzschränken und Holzstühlen mit blauen Stoffbezügen etwas abgewinnen. Beeindruckender ist da, was sonst auf den drei Etagen zu finden ist: Beispiele dafür, mit welcher Beflissenheit an der Überwachung der eigenen Bevölkerung gearbeitet wurde. Infrarotkameras in Trabi-Türen und Knopfloch-Kameras mögen zunächst an James Bond erinnern, zeigen aber, dass die Staatssicherheit eher unterschätzt wurde und wird. Überschätzt hat sie sich dagegen selbst, wie ein anderer Teil der Ausstellung zeigt. Ob auf Medaillen, Wandteppichen oder Biergläsern: Das Ministerium für Staatssicherheit inszenierte sich gerne als »Schild und Schwert der Partei«, verwurstete neben Marx und Lenin noch weitere Identifikationsfiguren und verbaute sich den Blick auf die Realität mit den immer gleichen Phrasen. Im dritten Teil geht es schließlich um die Opferperspektive und wie der Wunsch nach Freiheit immer wieder bekämpft wurde. Der muffige Geruch aus den Holzschränken erinnert daran, wie bürokratisch hier und in allen Lebensbereichen observiert, verfolgt und vollstreckt wurde.
Ruschestraße 103, Haus 1; Eintritt: 4,00 Euro, erm. 3,50 Euro; www.stasimuseum.de
Gedenkstätte Hohenschönhausen
Trist und grau geht es in Hohenschönhausen zu. In der Gedenkstätte des ehemaligen Stasi-Gefängnisses gibt es nur eine sehr kleine Dauerausstellung, die nur findet, wer sie sucht – ganz so wie früher, als die Einrichtung auf keinem Stadtplan Ostberlins zu finden war. Wer hierher gebracht wurde, wusste in der Regel nicht, wo er sich eigentlich befand. Heute führen ehemalige politische Gefangene Besuchergruppen über das Areal. So sind es schlussendlich das Leid der Verfolgten, ihre Erfahrungen und Gefühle, die auf dem unübersichtlichen Gelände ausgestellt werden.
Im ersten Teil, den Zellen aus den 50er Jahren, wird es feucht und modrig, aber – Qualität hält sich – meistens funktioniert sogar noch die ursprüngliche Elektrik. Der hässliche Bau nebenan, von Häftlingen gebaut, erinnert dann erschreckend an das, was man aus ostalgischen Filmen und der Wohnungseinrichtung so mancher Oma kennt – Standardpantoffeln, Standardbettwäsche und dazu individueller Psychoterror. Ja, hier ging man auf die Bedürfnisse der Inhaftierten ein: Wer in den Westen fliehen wollte, um ferne Länder zu sehen, der erhielt in seiner tristen Zelle Reiseführer zur Ablenkung. Wer das nicht für Folter hält, muss nur in die Augen der Betroffenen sehen.
Genslerstraße 66; Eintritt: 4,00 Euro, erm. 2,00 Euro; www.stiftung-hsh.de
Silvio Schwartz und Constanze Voigt <
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