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Trekkies und Pilzkopf-Fans haben Grund zur Freude: Ihre alten Lieblinge wurden neu aufgemöbelt.
Wer käme auf die Idee, die Mona Lisa im Louvre durch Bildbearbeitung aufzupeppen und gegen das Original auszutauschen? Zum Glück niemand. Doch bei zwei popkulturellen Größen der 1960er Jahre – den Beatles und den frühen Star-Trek-Folgen wurde jetzt genau das getan: Das Original wurde verbessert oder ersetzt, auf Neudeutsch: remastered. Mit diesem Prädikat schmücken sich die Neuauflagen aller dreizehn Beatles-Alben sowie die neu gewandeten frühen Folgen der Star-Trek-Serie, die jetzt erschienen sind. Im Fall der Beatles stellt es sich als ein längst überfälliges Vorgehen heraus: Die bislang erhältlichen CDs wurden 1987 von Bändern schlechter Qualität kopiert. Die alten Scheiben wurden nun aufgemöbelt, ähnlich wie bei einer Restauration. Vier Jahre lang arbeiteten der Toningenieur Allan Rouse und sein sechsköpfiges Team an den Alben. Sie digitalisierten die Analogbänder, behoben Produktionsfehler, hoben die Lautstärke an und bearbeiteten die Frequenzen. Die Arbeit hört man den Aufnahmen an: Im Vergleich zu den alten CDs tut sich eine ganz neue Klangvielfalt auf: Plötzlich sind Basslinien vorhanden, wo früher nur ein dumpfes Geräusch zu hören war. Was bei »Lucy in the Sky with Diamonds« wie ein Gesangsecho klang, stellt sich als raffiniertes Gitarrenspiel heraus. Wie detailreich ausgearbeitet die Arrangements der Fab Four waren, lässt sich nun viel deutlicher heraushören. Wie in den 1960ern klingt das aber nicht. Und wer die Musik unterwegs auf Kopfhörern abspielt, dürfte kaum einen Unterschied zu den alten CDs wahrnehmen. Schön sind die Alben trotzdem – schließlich ist die Gestaltung der Verpackung und der Booklets mit dem Original-Artwork der LPs äußerst liebevoll geraten. Mit 200 Euro hat die Beatles-Neuauflage jedoch einen stolzen Preis. Auch die Star-Trek-Folgen wurden seit ihrer Ausstrahlung immer wieder in neuer Verpackungen auf den Markt geworfen. Bei der jetzt erschienenen Version wurde das Bild aufgefrischt: Die Uniformen von Kirk und Spock leuchten jetzt so, wie es nicht einmal auf den Fernsehbildschirmen der Flower-Power-Zeit zu sehen war. Beim schnöden Entfernen von Staub und Kratzern ist es nicht geblieben: Sämtliche Spezial-Effekte wurden durch digitale Neuschöpfungen ersetzt. So fliegt die Enterprise nun nicht mehr als unscharfes Modell in putzigen Trickaufnahmen, sondern stakst durch Animationen wie in einem drittklassigen Computerspiel. Die neuen Weltraum-Aufnahmen haben zwar einige nette Einfälle und Lichteffekte, doch fehlt ihnen der Charme des Originals. Vor allem wirken die Folgen nicht mehr wie aus einem Guss. Auch beim Ton wurde einiges getan: Die Titelmusik wurde völlig neu eingespielt und die Dialoge teilweise neu synchronisiert, da in der deutschen Übersetzung ursprünglich einige Szenen unsinnig und andere gar nicht synchronisiert waren. Munter mischen sich nun neue mit alten Stimmen. Ob Pilzköpfe oder unendliche Weiten – beides stellt letztendlich einen Versuch dar, die alten Produkte an eine neue Generation von Konsumenten zu verkaufen. Dabei wurden die Alben und Serienfolgen auf eine Perfektion getrimmt, die sie niemals besaßen. Die Swinging Sixties in Reinform möchte man heute wohl niemandem mehr zumuten. Fest steht: Die 1960er wie wir sie kennen, sind seit diesem Jahr Geschichte und höchstens noch ein Fall fürs Museum. Silvio Schwartz
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