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Fortschritte im Grimm-Zentrum: Der UnAuf-Artikel über die Protestaktion für Barrierefreiheit (UnAuf-Blog vom 25. November 2009) zeigt erste Wirkungen. HU-Präsident Christoph Markschies hat heute bei einer Begehung der Universitätsbibliothek sofortige Verbesserungsmaßnahmen angeordnet. Innerhalb einer Woche sollen erste Mängel behoben werden, um die Bibliothek für Menschen mit Behinderung zugänglicher zu machen.
Markschies hatte schon auf der Vollversammlung der Studierendenschaft am 26. November erklärt, erst durch den UnAuf-Artikel von der mangelnden Barrierefreiheit erfahren zu haben. Er habe daraufhin sofort im Grimm-Zentrum angerufen und die Verantwortlichen zu einer gemeinsamen Begehung der Bibliothek eingeladen.
Der Bibliotheksdirektor Milan Bulaty und der Leiter der Technischen Abteilung Ewald-Joachim Schwalgin berieten sich heute zuerst mit dem Schwerbehindertenbeauftragten der HU, Dieter Graupner. Zur Begehung kam dann Markschies selbst sowie die Chefredakteurin der UnAuf und zwei Studentinnen mit Behinderung.
Während Bulaty und Schwalgin zwar einige Fehler zugaben, verwiesen sie doch vielfach auf die DIN 18024-Vorgaben für Barrierefreiheit, die beim Bau angeblich eingehalten worden seien. Die Forderung nach einem Blindenleitsystem im Foyer wiesen sie mit der Begründung zurück, dass ein solches Leitsystem von der Norm nicht vorgesehen sei. Obwohl die entsprechenden Markierungen am Boden vergleichsweise einfach einzurichten wären, bestanden die beiden Verantwortlichen darauf, dass dies standardgemäß eben nicht vorgesehen sei. Das Grimm-Zentrum müsse nicht über die Norm hinaus barrierefrei sein.
Markschies dagegen zeigte sich empört über die vielen Mängel am Gebäude und ordnete sofortige Änderungsmaßnahmen an. So sollen etwa zumindest die elektrischen Türöffner repariert werden, denn derzeit ist genau die Hälfte der Öffner außer Betrieb. Dort, wo noch Öffner fehlen, sollen schnellstmöglich welche angebracht werden. Daneben sollen fehlende Computerprogramme beschafft werden, etwa Vergrößerungssoftware für sehbehinderte oder Sprachsoftware für blinde Menschen.
Alle Maßnahmen, die sich relativ einfach durchführen lassen, sollen sofort ergriffen werden, so Markschies. „Selbst wenn wir das aus eigner Tasche bezahlen müssen,“ sagte der Präsident, „wir müssen handeln. Es ist jetzt schon viel zu spät. Es kann nicht sein, dass die Bibliothek seit ihrer Eröffnung schon so lange diese vielen Mängel aufweist.“ Das Grimm-Zentrum dürfe nicht einfach von vornherein eine Gruppe von Nutzerinnen und Nutzern ausschließen. Natürlich sorgt Markschies sich dabei auch um den Ruf der Bibliothek: „Ich wäre traurig, wenn der schöne Bau jetzt als Makel-Gebäude in die Öffentlichkeit käme.“
Am Ende der Begehung entschuldigte sich Markschies symbolisch bei den zwei anwesenden Studentinnen, dankte ihnen für die Anregungen und versprach, so schnell wie möglich Besserungsmaßnahmen einzuleiten. Eine Entschuldigung von der Bibliotheksleitung blieb aus.
Morgen soll von Seiten der Studierendenschaft in der Sitzung des Akademischen Senats ein Antrag für Barrierefreiheit im Grimm-Zentrum eingereicht werden.
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