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Neulich... beim Zimmertausch |
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Geschrieben von Sara Wilde
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Samstag, 6. Februar 2010 |
Sara zieht um. Zwar nur von einme Zimmer inein anderes, aber dabei kann auch schon einiges schief laufen...
Ich bin umgezogen. Allerdings nur von einem Zimmer in ein anderes. So etwas mache ich gerne, wenn bei uns in der WG jemand auszieht. Ich habe dafür immer gute Gründe: Mal ist das neue Zimmer zwar kleiner, aber eben auch günstiger; mal ist das neue Zimmer zwar teurer, aber auch größer. Nur der Umzug ist immer schlimm. Immerhin lernt man bei solchen Räumaktionen auch etwas fürs Leben. Bei meinem letzten Umzug habe ich beispielsweise herausgefunden, wie schwer so ein Schrank ist – sehr – wie gut ich im Planen eines Umzuges bin – geht so – und ob es Spaß macht, bis zwölf Uhr nachts zu streichen: – überhaupt nicht. Mein Zeitplan sah so aus: Freitag zieht meine alte Mitbewohnerin (in deren Zimmer ich möchte) aus, also streiche ich mein altes und mein neues Zimmer und packe. Samstag bringe ich dann alles rüber und meine neue Mitbewohnerin bringt ihre Sachen in unsere Wohnung und alles ist gut. In der Realität war ich Freitagnachmittag schon schlecht gelaunt und müde, weil die Wand nach dem Streichen fleckig war. Außerdem gab es das Tisch-Problem. Der Küchentisch gehörte meiner alten Mitbewohnerin und zog deshalb mit aus. Das bereitete besonders Lise Kopfzerbrechen. Lise ist sozusagen die konstante Mitbewohnerin. Sie zog an diesem Wochenende weder ein noch aus, sondern blieb in ihrem Zimmer und dachte über den Küchentisch nach. Schließlich stand sie in meiner Zimmertür und fragte, was wir wegen eines neuen Tisches machen wollten. Ich wollte überhaupt nichts tun und so ging Lise wieder in ihr Zimmer. Fünf Minuten später hatte sie einen Tisch bei Ebay gefunden, der sich in -einer Wohnung nicht weit von uns entfernt befinden sollte. Die Auktion lief noch vier Stunden. In vier Stunden musste Lise auf der Arbeit sein. Da die Farbe immer noch nicht deckte, ich noch ein zweites Zimmer streichen wollte, nichts gepackt war und ich Hunger hatte, weigerte ich mich immer noch, mich um den Tisch zu kümmern. Zum Glück hatte Lise eine Idee. Am nächsten Morgen standen um Punkt zehn Uhr morgens meine Freunde vor der Tür. »Hallo«, sagte ich. »Ich habe bisher nichts gepackt, die Wände sind noch feucht vom Streichen. Ich habe auch nichts zu Essen für euch und selbst wenn ich etwas hätte, dann könnten wir uns nirgends hinsetzen, weil der Küchentisch weg ist.« Meine Freunde sind trotzdem geblieben, haben meinen ganzen Mist gepackt, alles ins andere Zimmer geschleppt und sich nicht beschwert. Sie haben sogar noch gesagt: »Keine Sorge, Sara. Alles wird gut.« So hatte ich Samstagabend zwar immer noch nicht alles fertig gemalert – die Farbe deckte ja nun mal nicht – und saß in einem Chaos aus Schrank, Kisten und Sofa in meinem neuen Zimmer. Aber ich hatte eine neue Mitbewohnerin, die auch gleich in ihr Zimmer einziehen konnte. Einen neuen Küchentisch besaßen wir inzwischen auch. Lises Schwester hatte ihn für uns ersteigert und nachdem ich am Samstag gestrichen, gepackt, getragen und viel geschimpft hatte, sind wir ihn holen gegangen. Und weil das alles so prima geklappt hatte mit Ebay, ersteigerte Lise auch gleich noch einen Anrufbeantworter und ein Französischlexikon. Leider ist ein Umzug nie nach drei Tagen vorüber. Neue Zimmer brauchen immer auch neue Dinge. Im Falle meines Zimmers war das ein neuer Lattenrost. So fuhr ich zum Möbelfachgeschäft und fragte dort nach einem Lattenrost. Hätte ich es doch gelassen. Man kann offensichtlich nicht einfach einen Lattenrost kaufen. Nein, vorher muss man wissen, ob man auf Federkern oder Kaltschaum (steh’ ich nicht so drauf) schläft. Außerdem gibt es mindestens fünf Modelle, die alle gleich gut sind und man soll selbst herausfinden, welches zu einem passt. Ich beschloss vor Ort, dass das reduzierte Auslaufmodel ganz wunderbar zu mir passt und trug meinen Lattenrost in mein neues Zimmer. Bisher hält der Lattenrost gut. Aber sollte er demnächst brechen, dann zieh ich in die Küche und schlafe auf dem Tisch. Lise ersteigert mir bestimmt eine passende Matratze.
Sara Wilde
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