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Was in einem Film alles nicht passieren kann, zeigt Regisseur Luis Sampieri in seinem Drama "Fin (End)", dem spanischen Beitrag für die Kategorie "Forum". Auf einem Berghang treffen sich drei Jugendliche, die gemeinsam eine Reise antreten wollen, deren Ziel für den Zuschauer noch ungeklärt ist. Ungeklärt ist auch, weshalb der tonangebende Iker so allergisch auf die kopftuchtragende Ramia reagiert, und warum ihre wiederholt schüchterne Kontaktaufnahme bei der stillen und depressiven Ana so gar nicht ankommt.
Die drei haben sich über ein Internetforum kennengelernt, wissen nichts voneinander als die jeweiligen Pseudonyme, und namenlos wollen sie einander auch bleiben. Jedenfalls, wenn es nach Ana und Iker geht. Schweigend sitzen sie im Auto nebeneinander und fahren in mehreren Etappen an einen ungenannten Ort.
Sampieris Stärke ist es dabei, ohne viele Worte das Wesen seiner Figuren zu erfassen und zu vermitteln. Man ahnt, dass in Anas Leben etwas Schlimmes vorgefallen sein muss, erkennt in ihrer kühlen, reservierten Art die zweckhaften Schutzreflexe. Ramira, die zwar in Spanien geboren, aber marokkanischer Abstammung ist, hegt große Zweifel an sich selbst und ihrer Identität. Und selbst wenn der großmäulige Iker mit seiner diskriminierenden, herablassenden Art vorrangig negative Gefühle weckt, gibt es auch bei ihm seltene Momente der Kameradschaftlichkeit.
Man kann das mögen, diese langen, ereignisarmen Bilder, die mindestens ebenso lange Ungewissheit, die vielen ungeklärten Fragen. Im Mittelpunkt des Films stehen weniger die Charaktere selbst als vielmehr das alles überragende Thema Einsamkeit sowie die sozialen Kompetenzen heutiger Jugend, die an der Anonymität des Internets und dem fehlenden Interesse aneinander festgemacht werden. Ohne sichtbaren Zusammenhang auftretende Tierherden, seien es Bienen, Schafe oder Ameisen, erinnern an angepasste Jugendliche. Luis Sampieri wollte nicht weniger schaffen als ein Modell und ein Lehrstück ohne Moral, denn das Ende hebt alle Moral auf. Er hat einen Film fabriziert, der einen mit einem schlechten Gefühl im Bauch zurücklässt.
Auf der Berlinale ist der Film noch an folgenden Tagen zu sehen:
Donnerstag, 18. Februar um 21:30 Uhr im Delphi Filmpalast
Freitag, 19. Februar um 20 Uhrim Collosseum
Samstag, 20. Februar um 22:15 Uhr im Cubix
Sonntag, 21. Februar um 16:30 Uhr im CineStar.
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