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Berlinale 2010 - Blank City Drucken E-Mail
Geschrieben von Dena Kelishadi   
Mittwoch, 17. Februar 2010

Es ist das New York der 70er Jahre. Downtown Manhattan ist eine Geisterstadt. Keiner will hier leben. Die wirtschaftliche Lage ist ein Desaster, in den Wohnungen wimmelt es von Ratten und Ungetier. Auf den Straßen herrscht nachts ein anarchieähnlicher Zustand. Es ist genau dieser Zustand, der eine der produktivsten Epochen der Filmgeschichte hervorgebracht hat: No Wave und Cinema of Transgression.

 

In den leerstehenden Wohnhäusern siedeln sich junge Menschen an, Aussteiger und Outsider. Schnell formiert sich eine Gruppe von Künstlern, die sich mit einer unheimlich dynamischen Energie, an Allem ausprobieren, was ihnen in die Finger gerät. Ohne Money machen sie Musik mit kaputten Gitarren, Filme mit Laiendarstellern und abends Party, als gäbe es kein Morgen. Eine Versicherung haben sie eh nicht. Hauptsache rocken, heftig muss es sein und gegen die Regeln verstoßen wollen sie.

Die Regisseurin Céline Danhier packt diese Filmbewegung in einen kunstvollen Dokumentarfilm. Die zierliche, französische Filmemacherin wirkt so jung, dass sie problemlos für eine Studentin gehalten werden könnte. Doch was sie macht ist als absolutes Gegenteil von Bachelor und Master einzustufen. Mit unüberhörbarem Akzent sagt sie, sie sei genauso pleite nach New York gekommen, wie die Protagonisten ihres Films, ohne konkreten Plan - nur mit einer Idee und dem Willen zur Tat.

Genauso wie die Filmemacher des No Wave, stellt die bereits weltweit bekannte Regisseurin unter Beweis, dass das Nachgehen einer Leidenschaft durchaus erfolgreich werden kann. Danier zeigt aber in ihrem Film auch, wie verletzlich das machen kann. Nachdem sich die wirtschaftliche Lage in New York allmählich verbessert, nimmt das Leben in Downtown Manhattan eine drastische Wendung: AIDS, Gentrifizierung und ein ansteigender Erfolgsdruck machen sich breit und verdrängen die anfänglich verspürte Freiheit.

Der Film „Blank City“ wurde im Rahmen der Panorama Dokumente präsentiert und zeigt passend zum 60-jährigen Jubiläum der Berlinale das Schaffen von einer Filmbewegung, mit Vertretern, wie Jim Jarmush und Erik Mitchell, vor allem auf der Berlinale ihre erste positive Resonanz erhielten.


USA, 2009


Auf der Berlinale ist der Film noch an folgenden Tagen zu sehen:

Freitag, 19. Februar um 20 Uhr im CineStar
Samstag, 20. Februar 14:30 Uhr im CineStar

 

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