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Berlinale 2010 - Monga Drucken E-Mail
Geschrieben von Lina-Sofie Raith   
Samstag, 20. Februar 2010

Für Deutsche ist Monga, ein altes Stadtviertel im chinesischen Taipeh, ein kaum vorstellbares Stück Land. Unglaublich eng ist es, wirr und verdorben von Prostitution und Gewalt. Die Bosse der rivalisierenden Banden, die ihr jeweiliges Territorium gleichermaßen bekriegen und beschützen, haben es sich auf ihren Thronen gemütlich gemacht; sie sind alt geworden, genießen aber noch unverändert Respekt und Anerkennung.

 

Eine junge Generation wächst nach, zu der bald auch Mosquito (Mark Chao) gehört. Der vaterlose Junge wird von seinen Mitschülern verspottet und kommt nirgends zur Ruhe, bis er auf den jungen Dragon (Rhydian Vaughan) und dessen Freunde trifft. Von nun an gehört er zur Prinzen-Gang, einer fünfköpfigen Gruppe aus jungen Männern, die von Dragons Vater, Boss Geta, erzogen und im Kampf trainiert wird.


Doch obwohl lange niemand wahrhaben will, was geschieht, wächst die Bedrohung stetig. Was lange aussah wie ein riesiger Spielplatz, wird nun von allen Seiten gefährdet: Im Innern keimt der Hass, von außen nahen fremde Triadenführer, die ihren Teil von Monga wollen.


Dass aus Spaß Ernst wird, ist wunderbar in Szene gesetzt durch die Filmmusik: Während die Jungs sich anfangs zu Gameboy-Tönen bekriegen, werden die Melodien immer schwermütiger, proportional zu den Stirnfalten Mosquitos, die immer tiefer werden.


Regisseur Niu Chen-Zer Doze hat Zutaten verwendet, die nur schwerlich die Suppe verderben: junge, schöne Hauptdarsteller, ein bisschen Tränen hier, Schmerz da, Gefühl und Liebe dort, Freundschaft und Verrat. Und viel Gewalt. Doch auch, wenn er sich beim Würzen ab und zu über die Schulter gucken lässt, kann das den Spaß am Zusehen nicht trüben: Wo viel passiert, kommt keine Langeweile auf.

Monga ist, und das ist vielleicht das Bemerkenswerteste, ein Massenfilm. Niu Chen-Zer Doze hat es verstanden, ein uns völlig fremdes Thema über die Hauptdarsteller näher zu bringen, und vor allem junge Leute werden wohl dem Zauber dieses nahen Fremden erliegen.


Taiwan, 2010

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