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Berlinale 2010 - Lili Marleen Drucken E-Mail
Geschrieben von Dena Kelishadi   
Samstag, 20. Februar 2010

Mit den Filmen Die Ehe der Maria Braun (1978/79) und Lili Marleen (1980/81) prägte Hannah Schygulla das deutsche Nachkriegskino. Dafür wurde sie in der Kategorie „Retrospektive“ mit einem Goldenen Ehrenbär für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. 

 

In Lili Marleen spielt Schygulla eine Sängerin namens Willi, die durch das Schicksal der Nazizeit von ihrem jüdischen Geliebten Robert getrennt und durch Zufall über Nacht zum Star der Soldaten des dritten Reichs wird. Obwohl sich beide innig lieben, erzeugt Willis Berühmtheit eine Fremdheit und Distanz, an denen Roberts Liebe zu ihr zerbricht. Für ihre Liebe zu Robert geht sie jedoch das Risiko ein, Beweismaterial für die Judenverfolgung aus dem Warschauer Ghetto zu schmuggeln. Als naive Schönheit ist Willi eine klischeeträchtige Rolle. Willi alias Schygulla macht aber klar, dass der Ruhm sie weder nachhaltig glücklich macht, noch viel bedeutet und ist sich bald bewusst, wie willkürlich man unter Hitler zur Berühmtheit werden kann.

Hannah Schygulla spielte nicht nur Rollen in Nazigeschichten. Zuletzt war die vielseitige Schauspielerin in Fatih Akins Auf der anderen Seite (2006/2007) zu sehen. Der Regisseur war es auch, der die Laudatio für die Preisverleihung hielt. Dabei erzählte er, wie er ihr eine Karte zukommen ließ, nachdem sie der Zusammenarbeit für den Film zugestimmt hatte, auf die er schrieb, dies sei ihm eine Ehre. Daraufhin soll Hannah Schygulla geantwortet haben, er solle Ehre doch bitte mit Ä schreiben, das wäre ihr angenehmer.

Mit Bescheidenheit, sagt sie in ihrer Dankesrede, mit Auf der anderen Seite wäre ihr der qualitative Sprung gelungen. Auch in Zukunft kann das interessierte Publikum mit Hannah Schygulla rechnen. Sie wolle für die Ehrung der Berlinale „danken aber nicht abdanken“.

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