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Präsidentschaftskandidat Olbertz stellt sich vor Drucken E-Mail
Geschrieben von Florian Sander   
Samstag, 17. April 2010

Jan-Hendrik Olbertz, der als einziger Kandidat für die Wahl zum neuen HU-Präsidenten antritt, hat sich am 13. April dem Konzil der HU vorgestellt. Für den Fall, dass er gewählt werden sollte, kündigte er Verbesserungen des Bachelor-/Mastersystems an. 

Damit die Studierenden nicht weiterhin unter verunglückten Studiengängen litten, müssten zeitnahe Lösungen gefunden werden, sagte Olbertz vor dem Konzil. Ein Sieg der HU in der nächsten Runde des Exzellenzwettbewerbs sei wünschenswert, aber "keine Schicksalsfrage" für die Uni. Olbertz lobte, dass eine aus HU-Wissenschaftlern bestehende Arbeitsgruppe ein neues Exzellenzkonzept für die HU ausarbeitet. Allerdings komme dieser Ansatz "relativ spät". Auch müsse die gesamte Uni in die Entwicklung des Exzellenzantrags einbezogen werden.

Des Weiteren plädierte Olbertz dafür, das Amt des HU-Präsidenten mit einem größeren Handlungsspielraum auszustatten. "Der Präsident muss Entscheidungen durchsetzen können", erklärte Olbertz. Deshalb will Olbertz, sollte er gewählt werden, den vor einigen Jahren abgeschafften Posten des vierten Vizepräsidenten wieder einführen.

Innerhalb der HU reagierte man auf Olbertz‘ Kandidatur positiv. Der Referent für Hochschulpolitik des ReferentInnenrats (RefRat) der HU, Gerrit Aust, zeigte sich gegenüber der UnAufgefordert "vorsichtig optimistisch". Besonders freue ihn, dass der Bildungspolitiker "ein Augenmerk auf die Integration von MigrantInnen und Menschen aus bildungsfernen Schichten haben will". Angesicht der anstehenden Präsidentenwahl, stellt sich für Aust die Frage, wie mit einer möglichen Doppelspitze Markschies/Olbertz umgegangen werden soll. Es sei wichtig, dass Markschies nach der Wahl "zeitnah" zurücktrete. "Würde er weiter darauf bestehen, seine Amtszeit bis zum Ende auszukosten, würde das in meinen Augen das Amt des Präsidenten noch weiter beschädigen", sagte Aust.

Der Erziehungswissenschaftler ist amtierender Kultusminister in der CDU-geführten Landesregierung Sachsen-Anhalts. Ein CDU-Parteibuch besitzt der gebürtige Berliner nicht, ebenso wenig wie Erfahrungen in der Leitung einer Universität. Gewählt wird der Nachfolger von Christoph Markschies am 20. April von den 61 Mitgliedern des HU-Konzils.

Kommentare
Neuer Kommentar
Samuel   |18.04.2010 01:13:49
Die sog. Stärkung der Rolle des Präsidenten widerspricht den
Demokratisierungs-Bedürfnissen in den Uni-Gremien, denn mehr MItsprache aller
Gruppen brauchen wir, anstatt monarchische "Willkürherrschaft".

Auch
sollte man vor seiner Kandidatur klare Zugeständnisse hinsichtlich des
Bachelor-Master-Wahnsinns einfordern, nämlich deren sofortige Abschaffung, da
der unakademische Pragmatismus in Form von Modulen die Uni quasi abgeschafft und
ein nur noch schein-akademisches Proletariat geschaffen hat, das nicht im Ansatz
mehr einem intellektuellen Anspruch gerecht werden kann.
Heinrich von Prenzl.berg  - Keine Bildungspragmatiker   |18.04.2010 10:44:10
Das klingt für mich nicht wirklich geeignet:

"Zu den politischen Leistungen
des 55-Jährigen, der als Pragmatiker gilt, gehört die Abschaffung des erst
wenige Jahre zuvor eingeführten 13. Schuljahrs gleich nach Amtsantritt. 2004
setzte er gegen heftigen Widerstand eine Hochschulreform um, bei der
Doppelstrukturen abgebaut und das Finanzierungssystem umgestellt wurden. Bei den
Theatern forderte er immer wieder Sparanstrengungen ein. Allerdings lag er
beim
Thema Haushalt nicht immer auf einer Linie mit seinen Kabinettskollegen, so
stritt er im Vorjahr via Zeitung mit Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) um die
Hochschulfinanzierung.

Überregional machte sich Olbertz als Mitglied
verschiedener Bildungskommissionen auf Bundesebene einen Namen, in denen es etwa
um die Auswertung der Pisa-Studien ging. Derzeit ist er Koordinator der Kultus-
und Wissenschaftsminister der unionsgeführten
Bundesländer."

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e&atype=ksArtikel&aid=1269927263645
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